Teppich selber reinigen: die besten Hausmittel

Teppich selber reinigen: die besten Hausmittel

Ein Teppich bringt Behaglichkeit in den Raum. Je nach Farbe, Muster und Material passt er sich an die Einrichtung an und setzt Akzente. Aber er kann noch mehr: Ein Teppich dämpft den Schall und sorgt für eine angenehme Akustik. Barfuß läuft es sich viel schöner auf einem kuscheligen Teppich als über kalte Fliesen. Auch im Kinderzimmer, wo der Nachwuchs krabbelt oder gerne im Sitzen auf dem Fußboden spielt, schützt ein Teppich vor Erkältung und wunden Knien.

Dabei ist der Teppich hohen Belastungen ausgesetzt: er wird im wahrsten Sinne des Wortes mit Füssen getreten, ja sogar oft mit schmutzigen Straßenschuhen begangen. Haustiere beglücken den Teppich mit Pfotenabdrücken und Haaren. Und dann kommen noch die kleinen Unglücke hinzu, mit denen ein Teppich fertig werden muss: Kleckereien vom Esstisch, umgefallene Gläser, ein Malheur des geliebten Hundes…

Damit der Teppich lange Freude macht sollte man wissen, wie man ihn gründlich reinigen und Flecken entfernen kann.

Welche Arten von Teppich gibt es?

Die Variationsbreite von Teppichen ist riesengroß. Zuerst einmal unterscheidet man in Auslegware und Einzelstücke. Auslegware sind Bodenbeläge, die den kompletten Raum ausfüllen und am Boden festgeklebt sind. Diese muss man besonders pfleglich behandeln und regelmäßig reinigen, denn man kann sie nicht einfach nach draußen tragen und ausschütteln oder in die Reinigung bringen. Sie auszuwechseln ist ein großer Aufwand, denn der Raum muss komplett freigeräumt werden.

Unter Einzelstücken versteht man Teppiche, die lose aufgelegt werden. Es gibt sie von der Größe eines Gästehandtuchs bis hin zu mehreren Metern Kantenlänge. Solche Schmuckstücke werden gerne genutzt, um Parkett an den häufig strapazierten stellen zu schützen oder um Fliesenböden eine wohnliche Note zu verleihen. Manche legen einzelne Teppiche auch auf die Auslegware, um farbliche Akzente zu setzten oder um Laufstraßen zu vermeiden. Diese Einzelstücke lassen sich problemlos austauschen oder zum Reinigen entfernen.

Außerdem unterscheidet man Bodenbeläge durch ihre Optik und Material: es gibt sie mit Kurzflor, Langflor und Hochflor, aber auch als Schlingenware oder handgeknüpft. Und das aus den unterschiedlichsten Materialien: Seide, Baumwolle, Schafwolle, Sisal und so weiter. Manche sind sehr billig, andere kosten ein Vermögen. Jeder Teppich hat seine besonderen Eigenschaften und Vorzüge, doch in der Pflege unterscheiden sie sich kaum und mit den richtigen Tipps gelingt das Reinigen mühelos.

Die tägliche Pflege des Teppichs

Die beste, einfachste und üblichste Methode, einen Teppich zu reinigen ist, ihn zu staubsaugen. Dabei werden Staub, Schmutz und Haare entfernt. Viele Staubsauger haben einen Bürstenaufsatz. Der ist besonders bei kurzflorigen Teppichen zu empfehlen, denn er löst nicht nur den Schmutz besser, sondern lockert auch die Struktur.

Wenn der Teppich Fransen hat, können diese mit dem Sauger in Reih und Glied gezogen werden – das geht schneller als das lästige Kämmen.

Starke Verschmutzungen sollten sofort entfernt werden, solange sie noch frisch sind. Sie lassen sich am besten reinigen, indem man zuerst das Grobe mit einem Lappen oder Papiertuch aufnimmt. Danach widmet man seine Aufmerksamkeit dem eigentlichen Fleck. Nasse Stellen immer nur tupfen, nie reiben. Dabei von außen nach innen arbeiten, damit der Fleck nicht noch größer wird.

Hausmittel zum Fleckentfernen

Zahlreiche Teppichreiniger füllen die Regale der Supermärkte. Doch neben den teuren Produkten aus dem Handel haben sich seit Generationen verschiedene Hausmittel zum Reinigen von Bodenbelägen bewährt.

Backpulver

Backpulver hat eine stark bleichende Wirkung und sollte nur auf hellen Bodenbelägen eingesetzt werden. Es vertreibt unangenehme Gerüche und entfernt Urinflecken von Katzen und Hunden oder auch Kaffeeflecken. Zur Anwendung von Backpulver als Fleckentferner gibt es zahlreiche Filme bei Youtube..

Salz

Die Geheimwaffe gegen Rotwein- oder Colaflecken. Auf den feuchten Fleck großzügig aufstreuen und trocknen lassen. Das Salz saugt die Flüssigkeit auf und färbt sich entsprechend. Anschließend wegsaugen.

Essig/Zitrone/Weißwein

Diese Mittel haben sich bei eingetrockneten Flecken bewährt: sie lockern die Fasern auf und entfernen Schmutz aus dem Gewebe. Allerdings sind sie bleichend und sollten vor der Anwendung an unauffälliger Stelle getestet werden.

Glasreiniger

Glasreiniger hat jeder im Haus und löst zuverlässig viele Flecken. Einfach aufsprühen, einwirken lassen und vorsichtig abtupfen.

Rasierschaum

Ist meist billiger als spezieller Schaum für Bodenbeläge, funktioniert aber genauso. Den Schaum aufsprühen, mit einem feuchten Schwamm einreiben und trocknen lassen. Anschließend absaugen.

Löschpapier

Hilft gegen Kerzenwachs. Einfach auflegen und mit dem warmen, nicht zu heißen Bügeleisen drüber bügeln, bis das Löschpapier das Wachs aufgesogen hat.

Mineralwasser

Immer nehmen, wenn ein Fleck nicht mehr feucht genug ist. Allein das Salz im Mineralwasser löst schon viele Flecken auf.

Gallseife

Funktioniert auf dem Teppich genau wie in der Waschküche: Fleck mit Wasser anfeuchten, dann die Gallseife einreiben, vorsichtig abtupfen. Entfernt unter anderem Obstflecken.

Aspirin

Blutflecke ade: Aspirin in ein sauberes Tuch krümeln und anfeuchten. Damit dann den Fleck betupfen, bis er weg ist.

Zuerst alle Fleckentferner an einer unauffälligen Stelle testen, damit der Teppich nicht die Farbe verliert. Mit bleichenden Mitteln sollte man nur helle Bodenbeläge reinigen.

Komplette Teppichreinigung mindestens 1 x jährlich

Einmal im Jahr hat ihr Teppich eine komplette Reinigung verdient. Danach strahlt er wieder in neuem Glanz, riecht frisch und ist hygienisch sauber. Am besten zunächst den Teppich durch Saugen reinigen. Anschließend darf er an die frische Luft und wird ausgeschüttelt oder besser noch, ausgeklopft. Hier bewährt sich die gute alte Teppichstange. Beim Ausklopfen bitte immer nur die Rückseite bearbeiten, ansonsten wird der Staub und Schmutz nur tiefer in den Teppich hineingedrückt.

Anschließend gibt es noch eine Nasswäsche. Ganz kleine Teile können in der Waschmaschine oder auch in der Badewanne gewaschen werden.

Die Teppiche saugen sich voll Wasser und sind dann sehr schwer. Bitten Sie eine zweite Person, um beim Tragen zu helfen.

Größere Teppiche kann man in eine professionelle Reinigung bringen oder es selbst mit einem Vakuumsauger versuchen. Solche Reinigungsmaschinen können gegen kleine Gebühr im Fachhandel oder Maschinenverleih ausgeborgt werden. Damit kann man auch prima die Auslegware säubern. Bei Youtube finden sich zahlreiche Filme, wie man diese Geräte zur Teppichreinigung anwendet.

Früher, als es noch keine professionellen Teppichreiniger gab, hat man im Winter den Teppich verkehrt herum auf eine saubere Schneedecke gelegt. Nach einer halben Stunde war der Teppich sauber, aber nicht allzu nass und konnte wieder ins Haus gelegt werden. Eine besonders effektive und preiswerte Methode ist es, Colorwaschmittel in den Teppich einzustreuen. Man lässt es mindestens eine Stunde einwirken. Danach saugt man das Pulver einfach wieder mit dem Staubsauger heraus – fertig!

Zusammenfassung

Teppiche machen ein Zuhause erst so richtig wohnlich, doch sind sie täglich großen Belastungen ausgesetzt. Gründliche Reinigung verlängert ihre Lebensdauer. Hier finden Sie Tipps, wie Sie mit altbewährte Hausmittel wie zum Beispiel Backpulver Flecken entfernen und Teppiche reinigen können.

Artikelbild: REDPIXEL.PL / Bigstock.com

1 Kommentar

  1. Emmi 18.10.2018 09:11 Uhr

    Wir wollen einen Teppich waschen, nachdem wir Wein darauf verschüttet haben. Die komplette Teppichreinigung hatte er noch nie. Dass man Aspirin dazu verwenden kann, wusste ich gar nicht.

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