Terrassenplatten verfugen – Hinweise zur Bearbeitung und Vorbereitung

Terrassenplatten verfugen – Hinweise zur Bearbeitung und Vorbereitung

Die Gestaltung des eigenen Gartens basiert auf dem Zusammenspiel von „natürlichen“, grünen Elementen und der Ordnung in Form von Wegen, Terrassen und dergleichen. Hierbei muss man nicht zwangsläufig auf herkömmliche Betonplatten zurückgreifen, die von immer mehr Eigenheimbesitzern als störend empfunden werden. Schon seit mehreren Jahrzehnten gibt es „Natursteine“, die eine bessere Anpassungsfähigkeit hinsichtlich der Witterungsverhältnisse jeder einzelnen Jahreszeit bieten. Das Verfugen ist dabei nicht grundsätzlich notwendig, schafft aber die nötige Haftung der verlegten Terrassenplatten und dient zugleich als Schutzelement.

Im Folgenden alle wichtigen Grundlagen zum Verlegen und Verfugen von Terrassenplatten.

1. Grundlagen schaffen: Die Wahl des Materials

Die Terrasse nimmt zumeist einen relativ hohen Anteil an der gesamten Freifläche des Grundstücks, zudem ist sie Verbindungselement zwischen Garten und Haus. Sie bieten einen festen Grund bei schwierigen Witterungsverhältnissen und macht den Garten so, unter Umständen, ganzjährig nutzbar. Bevor es an das Verlegen der Terrassenplatten geht, müssen Sie sich zunächst über die jeweiligen Materialien einig sein. Wichtig ist vor allem, dass die Oberflächenbeschaffenheit der Terrassenplatten eine Beständigkeit gegenüber Frost ermöglicht. Zudem bedarf es eines speziellen Profils, das die Oberfläche nicht zu glatt werden lässt, um so die Rutschgefahr deutlich zu verringern.

Die natürliche Auswahl haben Sie aus einem Fundus an Betonplatten, genormten und speziell zugeschnittenen Natursteinplatten und sogenannten „gebrochenem“ Naturstein. Die letztgenannte Variante ermöglicht eine individuelle Formgebung und kann, sofern die Grundmaße bekannt sind, prinzipiell wie alle anderen Materialarten verlegt und verfugt werden.

Vor dem Verlegen ist es sinnvoll, ein Gefälle in die Fläche der Terrasse einzubringen. 2 cm auf 100 cm Länge sind ein guter Richtwert. Bei Betonplatten bedingt die Eigenheit des Materials eine zusätzliche Stütze aus Estrich. Damit vermeiden Sie Staunässe.

2. Verlegung von Schotterflächen, dem sogenannten Splittbett

Sofern Natursteine verlegt werden, bedarf es einer entsprechenden Vorbereitung. Dies ist notwendig, da das Profil der Unterlage der Natursteine einen besonderen Halt benötigt und zusätzlich ein bestimmtes Volumen beansprucht. Zunächst wird dabei die zuvor sorgsam abgesteckte Fläche ausgeschachtet, um sie im nächsten Schritt mittels Schotter wieder zu verfüllen. Je nach benötigter Höhe und Anforderungen des Materials empfehlen sich hier Schotterflächen zwischen zehn und 20 cm Höhe. Damit sich das Splittbett richtig anordnen kann, sollten Sie eine grobe Körnung im Bereich zwischen 30 und 45 Millimeter wählen.

Die Verdichtung der so eingelassenen Schotterelemente lässt sich beispielsweise mittels Rüttelplatte vornehmen, die eine schichtweise Arbeitsweise ermöglich. In jedem Fall müssen Sie dabei das benötigte Mindestmaß an Gefälle einhalten. Nur so kann die nächste Schicht, je nach Material eine Mischung aus feinkörnigerem Splitt oder etwa Sand, gleichmäßig und werksgerecht aufgetragen werden. Alles im Bereich zwischen zwei und fünf Millimeter hinsichtlich der Körnung ist sinnvoll, der Auftrag sollte zwischen vier und fünf Zentimeter betragen.

Beim Verlegen der Terrassenplatten in das so vorbereitete Splittbett empfiehlt es sich eine notwendige Fugenbreite zwischen drei und fünf Millimeter einzuhalten. Auch der Bereich entlang der Hauswand benötigt einen Spielraum, die sogenannte „Dehnungsfuge“ sollte hierbei ein bis zwei Millimeter größer ausfallen.

3. Wie ist das Vorgehen bei bereits leichtem Gefälle?

Nachdem Sie jeweilige Menge an Splitt errechnet haben und der Zuschnitt der Terrassenplatten erfolgte, geht es um die Vorbereitung des Untergrundes. Dort, wo bereits naturgemäß ein gewisses Gefälle vorhanden ist, lässt es sich am ehesten mit einem sogenannten Mörtelbett arbeiten. Hier ist ein konsequentes, schrittweises Vorgehen für einen nur geringen Verschleiß unbedingt notwendig. Erfahrene Heimwerker raten hierbei zur Verwendung von speziellem Dickbett-Klebemörtel. Beim Verteilen des Mörtels ist es ratsam, diesen punktweise zu verteilen – jede Ecke und die Mitte der jeweils zugeschnittenen Terrassenplatte.

Mithilfe eines Gummihammers lässt sich diese Konstruktion dann notfalls ausrichten und festzurren. Erst nachdem sich der Mörtel vollständig abgebunden hat, empfiehlt sich der Praxistest mit dem Betreten der Terrassenplatten. Ganz generell empfiehlt sich ein Vorgehen von den Randgebieten der Terrasse aus, was einen entscheidenden Vorteil mit sich bringt. Auf der einen Seite sind die deutlich sichtbaren Abschlüsse im Freiraum des Gartens sauber, da die Terrassenplatten industriell oder selbst in korrekter Größe zugeschnitten sind. Auf der anderen Seite lassen sich leichte Fehlberechnungen, die den Abschluss zum Haus betreffen, mittels Silikon überbrücken und somit verdecken. Es würde sich aber grundsätzlich auch jedes andere, dauerelastische Material zur Abdichtung empfehlen.

4. Verfugen: Ja oder Nein?

Wie bereits weiter oben angeführt, empfiehlt sich ein Verfugen im Grunde nur bei Verwendung von Natursteinen. Die Schwierigkeit bei anderen Materialien, also insbesondere Terrassenplatten auf einer Betonsohle, ergibt sich aus dem nur schwer zu realisierenden Abfluss des Regenwassers. Es kann aber auch sinnvoll sein, eine andere Form der Verfugung zu wählen – vor allem bei Terrassenplatten, die gegenüber Pflastersteinen nicht zwangsläufig verfugt werden müssen. Hierbei eignen sich Gesteinsmehr oder Quarzsand als Fugenmaterial, wobei jeweils Vor- und Nachteile zu beachten sind.

Eine Fuge aus Quarzsand ermöglicht den Abfluss von Regenwasser und lässt sich, relativ betrachtet, leicht austauschen respektive erneuern. Allerdings begünstigt diese Grundlage die Ablagerung von Unkraut, auch muss es regelmäßig gepflegt werden. Heißt im Klartext, die Auffüllung muss in Abständen von zwei bis drei Jahren jeweils stattfinden. Die Verwendung von speziellem Fugenmörtel hingegen sorgt für eine maximal geringe Ablagerung von Unkraut, zudem wird es durch Witterungseinflüsse nicht ausgewaschen.

Nachteile ergeben sich bei der eher unbefriedigenden Elastizität, diese Art von Mörtel bricht mit der Zeit. Gegenüber elastischem Mörtel, der natürlichen Bewegungen der Platten ausgleichend entgegentritt, gestaltet sich zudem der Austausch als schwierig.

Fazit und abschließende Bemerkungen

Beim Verfugen von Terrassenplatten ist es vor Beginn der konkreten Tätigkeiten sinnvoll, die Wahl des Fugenmaterials mit den Gegebenheiten vor Ort und den Eigenschaften der Terrassenplatten selbst abzustimmen. Es herrschen unterschiedliche Haltbarkeiten und Pflegestufen vor, die mit hohem Wartungsaufwand und entsprechenden Folgekosten verbunden sind. Folgekosten in dem Sinne, dass der Austausch relativ regelmäßig nötig wird und sich durch den Austausch möglicherweise schwächere Haftgrundlagen bei den betroffenen Terrassenplatten ergeben.

Vorteilhaft ist in jedem Fall das lose Verfugen, da dies Spannungsverhältnissen beim gewählten Material entgegenwirkt. Der Ausgleich sorgt für eine bessere Langlebigkeit, geringe Erhaltungskosten und eine stabile Optik. Allerdings ist der regelmäßige, kompakte Pflegeaufwand im Zuge von Nachfüllen und punktgenauem Reinigen der Terrassenplatten nicht zu unterschätzen.

Zusammenfassung

Flexible Materialien, wie beispielweise Quarzsand oder elastischer Fugenmörtel, eignen sich zum Verfugen von Terrassenplatten. Die Wahl sollte in Abwägung des gewählten Materials und den Gegebenheiten vor Ort getroffen werden. Bei besonders hochwertigen Elementen, wie gebrochenen Natursteinen, sollten erfahrene Heimwerker die Übergangsstellen bearbeiten.

Artikelbild: © _jure / Bigstock.com

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