Akku-Rasenmäher-Test

Ob Elektro- oder Benzin-Rasenmäher, es hat immer einen Nachteil: Entweder muss das Kabel immer hinterher gezogen werden und der Stromanschluss bis in den Garten reichen. Oder der laute Motor von Benzinmodellen macht das Rasenmähen nicht zum Vergnügen. Für kleinere Flächen gibt es jedoch seit einigen Jahren eine Alternative: Den Akku-Rasenmäher. Hier stört kein lästiges Kabel und der große Krach bleibt aus. Steigende Verkaufszahlen beweisen: Akku-Rasenmäher werden immer beliebter. Die Technik ist gegenüber den ersten Modellen weiter ausgereift. Dennoch empfiehlt es sich vor der Anschaffung, unterschiedliche Modelle auf Herz und Nieren zu prüfen sowie zu vergleichen. Verschiedene Kriterien sind beim Test eines Akku-Rasenmähers wichtig.

Die Vorteile des Akku-Rasenmähers

Ein Elektro-Rasenmäher braucht ein Stromkabel. Der Benzinrasenmäher ist ohne dies wendiger und ortsunabhängiger. Jedoch sind diese Typen meist sehr laut und nicht besonders umweltfreundlich. Der Akku-Rasenmäher vereint beide Vorteile dieser bisherigen Varianten. Er ist:

  • kabellos
  • ortsunabhängig einsetzbar
  • meist leiser
  • handlicher und leichter
  • umweltfreundlich
  • wartungsfreundlicher

Die Leistung kommt aus dem Akku, der im Gerät integriert ist. Daher muss kein lästiges Kabel hinterher gezogen werden. Der Gärtner kann sich vollkommen auf den Rasen konzentrieren und muss nicht beachten, aus Versehen über die Stromzufuhr zu fahren. Das macht den Akku-Rasenmäher ortsunabhängig einsetzbar – gegenüber dem Elektromodell ist er nicht auf eine Steckdose in der Nähe angewiesen. Zudem sind diese Modelle oft leichter, kleiner und damit im Garten wendiger. Große Kraftaufwendung ist Vergangenheit, im Gerätehaus braucht der Akku-Rasenmäher weniger Platz. Auch ist er gegenüber dem Benzinrasenmäher deutlich umweltfreundlicher. Denn es werden keine Abgase ausgestoßen. Die Schnittfläche ist zudem sauberer als beim Benzinmodell, da die Umdrehungszahl der Schnittblätter hier höher liegt. Auch in Sachen Wartung ist der Akku-Rasenmäher für den Gärtner meist freundlicher. Schmierige und ölige Hände gibt es hier nicht.

Die Nachteile des Akku-Rasenmähers

Doch auch Nachteile bringt der Akku-Rasenmäher mit sich. Auch hier ist die Liste nicht gerade gering:

  • schwächere Leistung
  • weniger Laufweite
  • hohes und feuchtes Gras bereitet Schwierigkeiten
  • kein Radantrieb
  • Akku kann zu früh leer sein
  • höherer Preis

Diese liegen vor allem bei der Leistung. Auch wenn der Akku auf dem neuesten Stand ist, kann die Leistung des Benzinrasenmähers nicht erreicht werden. Daher ist er nur für eher kleinere Flächen geeignet. Ein Garten ab 1000 Quadratmeter kann den Akku-Rasenmäher schnell überfordern. Bei feuchtem oder sehr hohem Gras stößt er ebenfalls an seine Grenzen und kann dies nicht immer zur Zufriedenheit bewältigen. Der Motor wird stark beansprucht, die Akku-Leistung schrumpft sehr schnell. Manche Modelle haben auch keinen eigenen Radantrieb – das Manövrieren kann dadurch schwieriger werden. Zudem ist die Gefahr groß, in der eigentlichen Arbeit ungewollt unterbrochen zu werden: wenn der Akku plötzlich leer ist. Wer sich in der Leistung verschätzt, muss dann erst aufladen, bevor der Rasen weiter gemäht werden kann. Ein letzter Nachteil ist der Preis: Akku-Rasenmäher sind meist teurer als kabelgebundene Elektromodelle oder Benzinvarianten.

Auch beim Akku: Zwei unterschiedliche Rasenmäher-Typen

Wie von den herkömmlichen Elektrorasenmähern bekannt, existieren auch beim Akku-Rasenmäher zwei unterschiedliche Typen, die sich im Mähwerk unterscheiden. Der Sichelmäher ist hierbei der meist verbreitete von beiden. Hier besteht das Mähwerk aus einer rotierenden Sichel, die das Gras wie ein Messer abschneidet. Eine hohe Mähgeschwindigkeit ist dadurch garantiert. Die zweite Variante ist der Spindelmäher, der mit einer Schere arbeitet. Diese ermöglicht ein präziseres Ergebnis, eine sehr kurze und gleichmäßige Rasenoberfläche. Fans vom englischen Rasen sollten lieber auf diesen Typ zurückgreifen.

Der Akku ist der wichtigste Vergleichsaspekt

Wer vor der Qual der Wahl steht, einen passenden Akku-Rasenmäher auswählen zu wollen, sollte sein erstes Augenmerk unbedingt auf den Akku legen. Denn dieser ist das wichtigste Kriterium dieser Modelle. Eine geringe Laufzeit kann das Mähvergnügen schnell stoppen, die Leistung das Ergebnis beeinträchtigen. Daher gilt es, beim Akku auf folgende Kriterien zu achten:

  • Laufzeit
  • Akku-Spannung
  • Akku-Typ
  • Ladeeffekt
  • Akkuladezeit

Die Laufzeit ist ausschlaggebend für die zu mähende Fläche. Die Spannung des Akkus wird in Volt angegeben, gemeinsam mit der Amperleistung ergibt sich die Laufzeit – je nach Leistungsaufnahme des Motors. Ein Akku mit beispielsweise 36 Volt und 4,5 Amperstunden kann einen 80-Watt-Motor zwei Stunden lang betreiben (36 * 4,5A = 162W).

Um nicht ungewollt in der Arbeit unterbrochen zu werden, empfiehlt sich die Anschaffung eines Ersatz-Akkus. Dieser kann zum Einsatz kommen, wenn der Erste überraschend zeitig leer ist. Jedoch sind Ersatz-Akkus nicht immer günstig.

In den meisten Fällen ist ein Lithium-Ionen-Akku verbaut. Diese haben den Vorteil, dass sie eine hohe Lebenserwartung mit sich bringen und deutlich häufiger aufgeladen werden können. Dabei wiegen sie weniger als beispielsweise ein Blei-Akku. Zudem entfällt hier ein häufiges Problem: Der Memory-Effekt. Dieser tritt bei abgebrochener Ladung auf. Der Akku merkt sich die Grenze und wird im schlechtesten Falle nicht mehr vollständig aufgeladen werden. Bei Lithium-Ionen tritt das nicht ein. Ein Auge sollte auch auf die Akkuladezeit geworfen werden. Gute Produkte sind innerhalb einer Stunde wieder voll einsatzfähig, bereits nach 30 Minuten kann eine 80-prozentige Leistung erreicht werden. Beim Kauf sollten ebenfalls geschaut werden, oft der Akku mit wenigen Handgriffen austauschbar ist.

Zweites Entscheidungskriterium: Die Schnittleistung

Bei Akku-Rasenmähern sollte ebenso auf die Schnittleistung geachtet werden. So manches Modell liefert keine einheitliche Schnittfläche. Zahlreiche Testberichte zeigen, dass gerade No-Name-Produkte das Gras eher abreisen, anstatt es abzuschneiden. Zudem stoßen Akku-Rasenmäher oft bei feuchtem und hohem Gras an ihre Grenzen. Auch hier zeigen Tests und Erfahrungsberichte, welche Leistung verschiedene Modelle erreichen. Die Antriebsleistung des Motors wird in Watt angegeben. Hier gibt es Modelle zwischen 500 und 3000 Watt – je höher, desto besser die Schnittleistung.

Weitere Kriterien zum Vergleich

Auch bei dem Akku-Rasenmäher sind weitere Kriterien wichtig, um die richtige Auswahl zu treffen. Zu ihnen gehören unter anderem:

  • Schnitthöhe und Breite
  • Schnitthöhenverstellung
  • Radantrieb
  • Volumen Fangkorb
  • Geringes Gewicht
  • Lautstärke
  • Griff
  • Sicherheit
  • Wartung und Reinigung
  • Besonderheiten

1. Schnitthöhe und Breite

Die Schnitthöhe der meisten Akku-Rasenmäher liegt oft zwischen 60 und 75 Millimetern. Manche Geräte können auch Gras zu bis 90 Millimetern bewältigen. Die Schnittbreite ist jedoch oft kleiner als bei anderen Mähtypen. Sie erreicht nur eine Maxime von 50 Zentimetern. Das bedeutet, dass bei großer Fläche mehr Bahnen über den Rasen gezogen werden muss – was der Akku-Rasenmäher durch das geringe Gewicht und seine Wendigkeit meist leicht ermöglicht.

2. Schnitthöhenverstellung

Manche Modelle bieten das Feature, die gewünschte Höhe des abgeschnittenen Grases zu verstellen. In vielen Fällen kann hier zwischen fünf verschiedenen Stufen gewählt werden – bis zur Maxime von den 90 Millimetern. Aber auch sieben verschiedene Stufen sind möglich, andere Rasenmäher haben nur drei unterschiedliche Höhen zur Auswahl. Spitzenwerte erreichen hier 13 verschiedene Einstellungsstufen. Die Intervalle zwischen den Stufen richten sich nach deren Anzahl. So mancher Rasenmäher kann innerhalb von fünf Millimetern verstellt werden, andere Geräte bieten 10-Millimeter-Abstände in der Höhenverstellung. Hier sind die Bedürfnisse des Gärtners ausschlaggebend.

3. Radantrieb

Zahlreiche Akku-Rasenmäher verfügen über keinen eigenen Radantrieb. Das leichte Gewicht macht es jedoch einfach, ihn mit Körperkraft über das Gras gleiten zu lassen. Auch die Größe der Räder sollte hier nicht außer Acht gelassen werden. Je größer, desto besser rollen sie. Ist der Garten besonders uneben, sind größere Räder ebenfalls von Vorteil.

4. Volumen Fangkorb

Die Größe des Fangkorbes entscheidet darüber, wie oft der Gärtner in der Arbeit stoppen muss, um diesen auszuleeren. Die meisten Geräte bieten hier ein Volumen von 35 bis 40 Litern, die Spitzen liegen jedoch bei 50 Liter. Ein großes Volumen hat den Nachteil, dass der Rasenmäher bei zunehmender Schnittleistung immer schwerer wird. Auch ein Blick auf die Ein- und Aushangmechanik des Behälters kann nicht schaden: Ist diese leicht zu bedienen?

5. Geringes Gewicht

Der Akku bringt diesem Rasenmäher den Vorteil, ein geringes Gewicht zu haben. Das erleichtert dem Gärtner die Arbeit: Je leichter, desto einfacher ist er zu manövrieren. Besonders leichte Modelle bringen betriebsfertig nur sechs Kilogramm auf die Waage, 13 Kilos sind der Durchschnitt. Aber auch 18 Kilogramm und mehr sind möglich.

6. Lautstärke

Der Akku-Rasenmäher ist leiser als ein Benzin-Rasenmäher. Daher eignet sich sein Einsatz vor allem dort, wo viele Nachbarn gestört werden könnten. Die Leerlaufgeräuschemission liegt hier meist zwischen 70 und 80 Dezibel. Ein Berzin-Rasenmäher sprengt von vornherein die 80-Grenze und kann bis zu 100 Dezibel laut werden.

7. Griff

Auch Ergonomie ist beim Akku-Rasenmäher ein Thema. Hat der Gärtner schon einen geschundenen Rücken, wird er sich über einen höhenverstellbaren Griff freuen. Dieser kann an die Größe des Gärtners angepasst werden, das Arbeiten wird so nicht zur Qual.

8. Sicherheit

Manche Modelle verfügen über einen Sicherheitsschlüssel. Ohne diesen ist der Motor nicht zu starten. Diese Funktion ist vor allem von Vorteil, wenn Kinder im Haus sind. Sie können nicht unbeaufsichtigt mit einem gestarteten Rasenmäher spielen und sich eventuell verletzten.

9. Wartung und Reinigung

Elektrisch betriebene Rasenmäher haben den Vorteil, dass bei der Reinigung kein Öl oder anderer Schmutz im Spiel ist. Dennoch sollte auch in Sachen Wartung der auserwählte Rasenmäher geprüft werden. Der Akku-Rasenmäher braucht meist nur gelegentlich eine Reinigung des Mähwerkes und einen trockenen Standort. Der Akku darf nicht überladen werden, auch sollte eine Tiefenentladung vermieden werden.

Der Akku sollte über den Winter bei Zimmertemperatur gelagert werden. Minustemperaturen im Geräteschuppen können ihm schaden. Auch zu heiße Werte sind nicht ratsam. Bei einem Sommer über 40 Grad Celsius empfiehlt es sich ebenfalls, den Akku auszubauen und kühl zu lagern.

10. Besonderheiten

So mancher Akku-Rasenmäher mäht das Gras nicht nur, auch gleichzeitiges Mulchen wird mit ihm ermöglicht. Das erleichtert die Arbeit im Garten ungemein. Auch ein Rasenkamm ist von Vorteil. Mit ihm ist das Mähen möglichst nah am Rand realisierbar. Beim Kauf eines Akku-Rasenmähers sollte daher auch auf diese Besonderheiten geachtet werden.

Materialien und Eigenschaften

Aber nicht nur die Funktionen und Zusätze machen einen guten Akku-Rasenmäher aus. Auch bei der Verarbeitung sollte auf Qualität geachtet werden. So verfügt ein gutes Modell über ein robustes und hochwertiges Gehäuse. In vielen Fällen wird hier Kunststoff eingesetzt. Dieses sollte stabil, witterungsbeständig und schlagzäh sein. Stiftung Warentest führt hier beispielsweise eine Rüttelprüfung durch. Damit wird das Anstoßen an Weg- und Beeteinfassung simuliert. Schlechte Modelle scheitern an diesem Test. Ebenso zeichnet sich ein guter Rasenmäher dadurch aus, dass er leicht zu schieben ist. Akku-Geräte haben mit dem geringen Gewicht hier bereits einen Vorteil. Dennoch sollte hier eine Proberunde gedreht werden. Bleibt der Mäher in der Bahn? Lässt er sich einfach wenden? Für Transport und Co ist ein integrierter Tragegriff beim Rasenmäher handlich. Modelle, die einklappbar sind, können leichter verstaut werden. Zubehörteile sollten mit Leichtigkeit gewechselt werden können.

Mögliches Zubehör für den Akku-Rasenmäher

Auch ein mit Akku betriebener Rasenmäher kann mit Zubehör aufgestockt werden. Allen voran steht der Ersatzakku, der ein schnelles Weiterarbeiten ermöglicht. Ebenso könnten extra Ladegeräte erstanden werden. Hier ist zwischen Standardladegeräten und Schnellladegeräten zu unterscheiden.

Das Ladegerät ist nicht immer im Anschaffungspreis inbegriffen. In manchen Fällen muss es von vorn herein extra erstanden und bezahlt werden.

Wer eine Mulchfunktion wünscht, aber die nicht in der Standardausführung vorfindet, kann diese ebenfalls mit einem entsprechenden Mulchsatz nachrüsten. Der Grasfangkorb kann bei manchen Herstellern auch textil erworben werden, Messer und Scheren sind ebenfalls nicht selten austauschbar. Auch wenn der elektrisch betriebene Rasenmäher deutlich leiser als die Benzinvariante ist, kann ein Gehörschutz ebenfalls nicht schaden. Wichtig ist es, bei allen Zubehörteilen auf die Kompatibilität mit den einzelnen Geräten zu achten. Auch sollte geschaut werden, ob die zusätzlichen Teile leicht einzubauen sind.

Inzwischen sind auch Mähroboter für den Rasen auf dem Markt. Diese verfügen ebenfalls über einen Akku und werden teilweise solar aufgeladen. Hier muss der Gärtner jedoch deutlich tiefer in die Tasche greifen – der Roboter ist teuer als der von Hand geschobene Rasenmäher.

Die bekanntesten Hersteller

Es gibt einige Unternehmen, die Rasenmäher mit Akku-Antrieb auf den Markt gebracht haben. Hier sind unterschiedliche Preisklassen zu finden: Billige Modelle können schon ab 100 Euro erstanden werden. Diese haben oft wenig Funktionen und Features, einen kleinen Fangkorb aber auch ein besonders geringes Gewicht. Die oberste Preisklasse sprengt oft auch die 1000-Euro-Grenze. Dazwischen tummeln sich die verschiedensten Modelle unter anderem folgender Hersteller:

  • AL-KO
  • Bosch (z.B. Rotak)
  • Einhell
  • Gardena
  • Hecht
  • Makita
  • MC Culloch
  • Rotenbach
  • Ryobi
  • Viking
  • Wolf-Garten