Akkuschrauber-Test

Ein Umzug oder ein Möbelaufbau ohne Schraubendreher? Kaum vorstellbar. Bei einem Akkuschrauber handelt es sich um die elektrische Version dieses Hilfsmittels. Er erhöht den Komfort bei der Arbeit hilft außerdem dabei, viel Zeit einzusparen. Oft wird dieses Werkzeug auch als Akku-Schraubendreher bezeichnet. Jeder Heimwerker sollte einen Akkuschrauber besitzen und tatsächlich sind die Geräte mittlerweile fast ebenso weit verbreitet wie klassische Bohrmaschinen: Mehr als zwei Drittel aller deutschen Verbraucher besitzt ein entsprechendes Modell. Kein Wunder, denn mit den kleinen Umzugs- und Haushaltshelfern gelingt es Ihnen, Möbelstücke in kurzer Zeit auf- oder abzubauen. Sie lösen geschwind bestehende Schrauben oder drehen Schrauben in die gewünschten Stellen. Dabei punkten die Elektro-Werkzeuge durch geringe Abmessungen, ein niedriges Gewicht und den kleinen Preis. Nicht zu verwechseln sind sie jedoch mit Akku-Bohrschraubern.

Letztere können zwar auch Schraub-Bits in verschiedene Materialien drehen, sind aber in erster Linie dazu gedacht, Löcher in verschiedene Materialien zu bohren. Nicht selten verfügen Akkuschrauber über viele praktische Funktionen und ein umfangreiches Zubehör. Oft gehören die Trommeln zur Aufbewahrung der Bits oder nützliche Winkelaufsätze beispielsweise zum Lieferumfang. Zudem sind die Akkuschrauber häufig mit LED-Lampen ausgestattet, die dem Anwender bei schlechten Lichtverhältnissen helfen. Da sich die einzelnen Modelle stark durch ihre Ausstattung und den Preis unterscheiden, haben wir im Folgenden wertvolle Informationen, die wichtigsten Tipps für Ihren Kauf und einen Überblick über die beliebtesten Hersteller für Sie zusammengestellt. Nachdem Sie die folgenden Abschnitte unseres Akkuschrauber-Tests gelesen haben, wird Ihnen die Kaufentscheidung sicher leichter fallen.

Eigenschaften und Einsatzbereiche eines Akkuschraubers

Das umfangreiche Angebot an Akkuschraubern lässt bei so manchem Heimwerker erst einmal Verwirrung aufkommen. Welches Modell ist das richtige? Und wofür genau eignen sich die Geräte überhaupt? Grundsätzlich ist es natürlich schwierig, eine pauschale Empfehlung auszusprechen. Welches Modell für Sie in Frage kommt, hängt von Ihren individuellen Ansprüchen ab. Mit einem Markenprodukt sind Sie in der Regel gut beraten, weil es eine hohe Qualität und eine lange Lebensdauer gewährleistet.

Der Akkuschrauber ist eigentlich nicht zum Bohren gedacht. Dennoch gibt es für viele Geräte entsprechende Bohr-Aufsätze und kompatible Holzbohrer. Damit können Sie lediglich dünne Löcher in weiche Hölzer vorbohren, um anschließend die Schraube zu versenken. Besser zum Bohren sind Akku-Bohrschrauber geeignet.

Die Eigenschaften, die für einen Akkuschrauber so typisch sind, lassen sich schnell aufzählen: Sie sind leicht, klein und daher sehr komfortabel in der Anwendung. Zudem zeichnen sie sich durch einen günstigen Preis aus. Ideal sind sie, um Möbel zusammen- oder auseinanderzubauen. Deshalb sind sie gerade bei Umzügen wertvolle Hilfen.

Akkuschrauber, Akkubohrschrauber und Bohrmaschine: Wo liegen die Unterschiede?

In der Umgangssprache wird die Bezeichnung „Akkuschrauber“ oft für mehrere Geräte unterschiedlicher Preisklassen, Größen und Funktionen verwendet. Nicht selten bezeichnen Laien auch den leistungsstarken, deutlich größeren Akku-Bohrschrauber einfach als Akkuschrauber, was aber falsch ist. Gerade deshalb haben Verbraucher dann Schwierigkeiten, wenn sie einen Akkuschrauber kaufen möchten. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen noch einmal die wichtigsten Unterschiede zwischen dem Akkuschrauber und dem Bohrschrauber, damit Sie sich auch mit Sicherheit für das richtige Werkzeug entscheiden:

Gerätetyp Akkuschrauber Akku-Bohrschrauber
Vorteile * Kompakte Abmessungen: Meist nur 20 Zentimeter lang
* Geringes Gewicht von 300 bis 500 Gramm
* Preiswert: schon ab 20 Euro erhältlich
* Bohrt Löcher in verschiedenste Holzarten
* Erreicht hohe Drehzahl
* Akkus können ausgetauscht werden
Einsatzbereiche * Möbelaufbau
* Umzüge
* Schrauben in vorgebohrten Löchern und Dübeln
* Zum Drehen von dünnen Schrauben in weiche Holzarten
* Zum Bohren von Löchern in Holz und andere Materialien
* Auch zum Schrauben verwendbar
Nachteile * Nicht besonders leistungsstark
* Kann keine Schrauben in hartes Holz wie Buche oder Eiche drehen
* Oft fest verbauter Akku, sodass Arbeitspause bei leerem Akku erforderlich ist
* Reicht nicht für Löcher in Beton
* Große Abmessungen
* Bis zu zwei Kilogramm schwer
* Wenig komfortabel in der Anwendung
* Teuer in der Anschaffung

Die Begriffe „Bohrmaschine“ und „Akku-Bohrschrauber“ werden meist synonym verwendet und meinen das Gleiche.

Die beliebtesten Hersteller für Akkuschrauber im Überblick

Bevor Sie sich für einen Akkuschrauber entscheiden, sollten Sie wissen, welche Hersteller in diesem Bereich zu den besten gehören. Dies trifft unter anderem auf folgende Marken zu:

  • Bosch
  • Makita
  • Metabo
  • Dewalt
  • Einhell
  • Black+Decker
  • Worx
  • Ryobi

Im direkten Vergleich schneiden die Geräte von Bosch oft am besten ab. Auch die Testberichte, die Sie zu diesen Modellen finden, sind überwiegend positiv. Beliebte Modelle dieses Herstellers sind zum Beispiel der Bosch Professional GSR Mx2Drive, der Bosch PSR Select und der Bosch IXO 5. Generation. In Tests und Vergleichen erreichen die Bosch Schrauber sehr oft Platz 1 und eine äußerst gute Bewertung. Häufig ist es aber auch ein Gerät von Black+Decker, das die Bestenliste anführt.

Welche Details spielen beim Kauf eine Rolle?

Nun, da wir Ihnen bereits die Hersteller genannt haben, die für hochwertige Akkuschrauber bekannt sind, fällt Ihnen die Auswahl sicher schon etwas leichter. Dennoch gibt es einige Aspekte, die Sie bei Ihrer Kaufentscheidung berücksichtigen sollten. Welche Eigenschaften das sind, erfahren Sie in den nächsten Abschnitten. Wir empfehlen Ihnen, anhand dieser Merkmale einige Modelle in die nähere Auswahl zu ziehen und zu jedem Gerät mindestens einen Testbericht zu lesen. Auf diese Weise gehen Sie auf Nummer sicher und vermeiden eine Fehlentscheidung, die Sie später bereuen könnten.

Leistung

Ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen den einzelnen im Handel erhältlichen Akkuschraubern in Bezug auf ihre Leistung. Ein Modell ist nicht so leistungsfähig wie das andere. Eine hohe Leistung ist wichtig, damit der Akkuschrauber auch unterschiedlich starke Schrauben zügig und ohne Kraftaufwand in weiches Holz eindrehen kann. Gerade bei dicken Schrauben zeigen einige Modelle hier deutliche Schwächen: Sie schaffen es nur mit großer Mühe oder überhaupt nicht, die Schrauben einzudrehen. Bei härteren Hölzern müssen dann beinahe alle Akkuschrauber kapitulieren.

Von Vorteil ist, wenn der Akkuschrauber über eine Zwei-Gang-Schaltung verfügt. Dann können Sie bei schwierigeren Schraubarbeiten in den zweiten Gang schalten, um eine höhere Leistung zu erzielen.

Wir empfehlen, die einzelnen Modelle genau in puncto Leistung zu vergleichen. Dafür können Sie sich zum einen an der Wattleistung orientieren, sollten zum anderen aber auch Testberichte heranziehen. Dort erfahren Sie oft Genaueres über die Leistung, die das Gerät im Praxistest tatsächlich erbringen kann. Wählen Sie dann ein Modell, das zu Ihrem gewünschten Anwendungszweck passt: Die Leistung des Akkuschraubers muss nicht allzu hoch sein, wenn Sie lediglich Schrauben in vorgebohrte Löcher oder Dübel eindrehen möchten. Bei schwierigeren Aufgaben ist eine höhere Leistung aber von Vorteil.

Drehmoment

Besonderes Augenmerk sollten Sie bei Ihrem Akkuschrauber-Kauf auch auf die Drehzahl legen. Sie beschreibt, wie schnell der Motor im Leerlauf rotiert. Angegeben wird dieser Wert in Umdrehungen pro Minute. Die meisten Akkuschrauber schaffen 170 bis 230 Umdrehungen pro Minute. Dabei gilt: Je mehr Umdrehungen das Gerät leistet, desto schneller können Sie die Schrauben eindrehen. So schafft der Bosch GSR Mx2Drive sogar etwa 600 Umdrehungen pro Minute. Damit ist dieser Akkuschrauber der absolute Spitzenreiter, was sich natürlich auch im Preis widerspiegelt. Ob Sie die Drehzahl von 600 Umdrehungen pro Minute wirklich benötigen oder ob auch ein Wert von 170 bis 230 Umdrehungen pro Minute ausreicht, hängt davon ab, wie oft und wie lange Sie den Akkuschrauber einsetzen. Mit einer hohen Drehzahl ist immer eine große Zeitersparnis verbunden.

Akku

Ein hochwertiger Akku ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Sie über einen langen Zeitraum mit Ihrem Elektro-Werkzeug schrauben können. Im Idealfall sollten die Akkus eine lange Laufzeit und eine kurze Ladezeit vereinen. Fast immer sind Akkuschrauber heutzutage mit einem Lithium-Ionen-Akku ausgestattet. Hin und wieder gibt es aber auch Modelle mit Nickel-Cadmium-Akku oder Nickel-Metallhydrid-Akku. Die Nickel-Cadmium-Akkus werden aber immer stärker vom Markt verdrängt, da mittlerweile bekannt ist, dass das Schwermetall Cadmium äußerst giftig ist. Nur bei Modellen von Apollo und Matrix werden sie noch verbaut. Schauen Sie sich vor dem Kauf an, über welche Art von Akku das Gerät verfügt. Nicht immer gibt der Hersteller den Akku-Typ auch gut erkennbar an. Dann ist es sinnvoll, selbst nachzusehen oder die Testberichte zu lesen.

Wichtig für eine komfortable Anwendung ist, dass der Akku eine lange Laufzeit bietet. Die meisten Hersteller geben eine maximale Laufzeit für ihre Akkuschrauber an, allerdings kann der angegebene Wert von der tatsächlichen Zeit abweichen. Auffällig ist zudem, dass in vielen Praxistests schon nach zwei Drittel der angegebenen maximalen Laufzeit ein deutlicher Leistungsabfall zu spüren ist. Viele preiswerte Modelle können lediglich 40 Schrauben in Holz eindrehen. Hochwertige Markenprodukte von Bosch oder Black+Decker hingegen schaffen bis zu 80 Schrauben. Bei vorgebohrten Löchern oder Dübeln ist unter Umständen auch eine noch größere Anzahl möglich.

Interessant für Ihre Auswahl ist auch, ob der Akkuschrauber mit einem Ersatz-Akku versehen werden kann. Derartige Modelle sind zu bevorzugen, denn wenn der Akku leer ist, können Sie einfach einen anderen Akku einsetzen und müssen Ihre Arbeit nicht unterbrechen. Leider lässt sich der Akku nur bei den wenigsten Geräten wirklich austauschen. Diese sind dann entsprechend teuer in der Anschaffung, sodass Sie abwägen müssen, ob sich der höhere Preis für Sie rentiert. Wenn Sie sich gegen ein Modell mit Austausch-Akku entscheiden, sollten Sie sich vor dem Kauf darüber informieren, wie lange der Akku benötigt, bis er wieder voll aufgeladen ist. So lange müssen Sie nämlich dann Ihre Arbeit unterbrechen.

Ausstattung

In Bezug auf die Ausstattung der Akkuschrauber gibt es ebenfalls von Modell zu Modell große Unterschiede. An dieser Stelle lohnt sich daher ein Vergleich. Wenn Sie schon einmal einen Umzug miterlebt haben, wissen Sie, wie viel Chaos dann herrscht. Schnell geht die Dose mit den Bits verloren. Daher ist es praktisch, wenn der Akkuschrauber über eine integrierte Trommel für die Bits verfügt. Dort können bis zu zwölf Bits untergebracht werden, die Sie nach Belieben austauschen können. Oftmals verfügen die Trommeln im Inneren sogar über eine Beleuchtung, damit Sie den richtigen Bit wählen.

Zur Standard-Ausstattung gehört oft eine LED-Lampe am Kopf des Geräts. Sie kann den Arbeitsbereich ausleuchten, damit Sie sich bei schlechten Lichtverhältnissen besser orientieren können. Sobald Sie das erste Mal in dunklen Ecken, an der Unterseite von Möbeln oder in Schubladen schrauben mussten, werden Sie auf diese LED-Lampe nicht mehr verzichten wollen. Unterschiede gibt es aber bei der Leuchtkraft der LEDs bei den einzelnen Modellen. Dementsprechend sollten Sie auch diesen Punkt bei der Auswahl beachten. Weitere praktische Ausstattungshighlights bei Akkuschraubern sind zum Beispiel Handschlaufen und eine Schrauben-Halterung.

Zubehör

Werfen Sie vor dem Kauf unbedingt einen Blick auf das mitgelieferte und auch auf das separat erhältliche Zubehör. Bei vielen Markenprodukten gehören Koffer, Boxen oder andere Aufbewahrungslösungen zum Lieferumfang. In diesem Zusammenhang sollten Sie Wert auf eine hohe Stabilität, ein geringes Gewicht und eine einfache Handhabung legen. Die Aufbewahrungs- und Transportmöglichkeiten reichen von Tragetaschen aus weichem Kunststoff über Modelle aus Stoff bis hin zu hochwertigen Koffern aus hartem Plastik.

Meist werden Akkuschrauber in einem Set angeboten, das direkt einige Bits enthält. Für Einsteiger mag das sehr praktisch sein, erfahrenere Heimwerker haben jedoch meist schon in ein hochwertigeres Bit-Set investiert. Separat kaufen können Sie separate Aufsätze. Sie sind nicht immer sinnvoll, sodass Sie abwägen müssen, welche Aufsätze Sie wirklich benötigen. Praktisch für den Heimwerker könnten vor allem der Winkelaufsatz sowie der Exzenteraufsatz sein.

Profile der zum Zubehör gehörenden Bits

Beim Kauf eines Akkuschraubers erhalten Sie meist einige Bits dazu, die die folgenden Profile aufweisen können:

  • Schlitz:
    • Schlichtes Profil
    • Nur noch selten in Gebrauch
    • Der Bit kann leicht abrutschen
  • Phillips:
    • Klassiker unter den Profilen
    • Nachfolger des Schlitz-Profils
    • Wird mittlerweile von neueren Profilen verdrängt
  • Pozidriv:
    • Verbesserte Variante des Philips-Profils
    • Gut für ein hohes Schraub-Tempo geeignet
  • Torx:
    • Eingetragene Marke
    • Der Name leitet sich vom englischen Begriff „torque“ für Drehmoment ab
    • Optimal für hohe Drehzahlen
  • Hex:
    • Sehr platzsparend
    • Kommt insbesondere bei IKEA-Möbeln häufig vor

Die meisten Heimwerker dürften mit diesen Profilen schon vertraut sein. Sie gehören zu jenen, die am häufigsten zu finden sind, auch wenn es noch viel mehr ausgefallene Profile gibt. Deshalb liegen sie auch den meisten Akkuschraubern bei.

Oftmals sind die mitgelieferten Bits minderwertig in der Qualität. Deshalb ist es meistens schon nach einiger Zeit erforderlich, sie durch hochwertigere Varianten auszutauschen. Für einen Heimwerker-Einsteiger sind sie dennoch zunächst eine gute Basis.

Verwenden Sie die Bits also ruhig eine Zeit lang, bevor Sie sie durch qualitativere Varianten austauschen, aber machen Sie Ihre Akkuschrauber-Kaufentscheidung nicht von den mitgelieferten Bits abhängig.