Benzin-Rasenmäher-Test

Weitläufige Gartenlandschaften, die einen fließenden Übergang vom Grundstück zum Haus darstellen, liegen seit Jahren im Trend. Mittlerweile werden selbst Vorgärten, ebenso wie Zugangswege und Grünflächen im Bereich der Stellplätze gepflegt und gehegt. Je grüner, desto besser. Handelsübliche, zumeist über Elektroantrieb gesteuerte Rasenmäher stoßen hierbei schnell an ihre Grenzen. Einerseits erfordern sie weitaus mehr Präzision und Geschick, andererseits erfordern selbst kleinere Flächen unter 300 m² entsprechend Zeit und Mühe.

Benzin-Rasenmäher sind mittlerweile zum Standard für all jene Fälle avanciert, die ein gleichbleibend hochwertiges Ergebnis verlangen und selbst bei topographischen Unebenheiten noch ihre Vorzüge auszuspielen verstehen. In diesem Ratgeber sollen die wesentlichen Merkmale benzinbetriebener Rasenmäher erläutert werden, um Ihnen die Entscheidung beim Vergleich mehrerer Angebote zu erleichtern.

1. Worum handelt es sich bei Benzin-Rasenmähern?

Der Rasenmäher ist ein technisches Hilfsmittel, um größere und kleinere Flächen Rasen mähen zu können. Anders als herkömmliche Ausführungen, die in Form eines Spindel- oder Sichelmähers einen exakten respektive ungenauen Schnitt ermöglichen, versprechen benzingetriebene Rasenmäher eine gleichbleibend hohe Schnitt- und Flächenleistung. Die Varianten in der erstgenannten Form des Spindelmähers, welcher auf Basis einer mit Messern besetzten Spindel einen gleichmäßigen Schnitt verspricht, bilden bei Benzin-Rasenmähern die Ausnahme. Wenn es im Folgenden um Benzin-Rasenmäher geht, handelt es sich dabei in den meisten Fällen um sogenannte Sichelmäher.

Deren Prinzip ist einfach erklärt: Mittels Rotation wird eine sichelförmige, doppelt ausstaffierte Klinge in entsprechender Höhe über dem Rasen eingesetzt, wodurch dieser regelrecht „abgeschlagen“ wird. Die horizontal angeordneten Messer, genauer Messerbalken, werden durch den unterschiedlich starken Antrieb mit einer senkrechten Drehachse über die zu mähende Fläche bewegt. Die Besonderheit hierbei ist ein annähernd aerodynamisch eingestellter Anstellwinkel, der am äußere Ende der verarbeiteten Messerbalken zum Einsatz kommt. Hierbei einsteht, je nach Antriebsstufe, ein das Gras vor dem Schnitt aufrichtender Luftstrom. Dadurch lassen sich auch größere Schnittmengen in wenigen Arbeitsschritten bearbeiten, wobei der erzeugte Luftstrom zusätzlich für einen parallelen Einzug in den dafür angebrachten Grasfangkorb sorgt.

Handelsübliche Ausführungen sind mit 2-Takt- beziehungsweise 4-Takt-Motor erhältlich, wobei 4-Takt-Motoren mittlerweile den Standard darstellen. Das Starten des benzinbetriebenen Rasenmähers erfolgt über einen Seilzug, die vom Kolbenmotor ausgehende Rotationsbewegung wird mittels Kurbelwelle auf die eingesetzten Messer übertragen. Das Arbeitsprinzip des Rasenmähers verändert sich also nur marginal, jedoch dank Motorbetrieb mit einer wesentlich höheren Durchschlagskraft.

In manchen Ausführungen ist die Zugabe eines Radantriebs möglich, womit der Rasenmäher sich in geringer Geschwindigkeit selbst fortbewegt. Diese Funktion erleichtert das Arbeiten an steilen Hängen, da die Wendemöglichkeiten des nicht geraden leichten Gerätes erhalten bleiben.

2. Der Vergleich verschiedener Rasenmäher-Typen

Elektro-Rasenmäher

Elektro-Rasenmäher sind tendenziell für kleinere und mittlere Flächen ausgelegt. Sie werden unterschieden in akku- beziehungsweise netzbetriebene Rasenmäher. Bei erstgenannter Ausführung ergeben sich geringe Betriebszeiten, bei der Variante mit Netzbetrieb müssen Anschlüsse für die (relativ) kurzen Kabel vorhanden sein. Undurchlässige, größere Rasenflächen erfordern ein mehrmaliges Mähen als Korrekturmaßnahme. Sie bestechen durch eine relative geringe Wartungsintensität, wodurch die Folgekosten gering bleiben.

Balken-Rasenmäher

Spezielle Ausführung eines Rasenmähers zum Mähen von Wiesen, Weiden und anderen großen Flächen. Die Ausführung in Form eines Balkens ermöglicht selbst bei sprödem, hartnäckigem Gras eine relativ glatte und störungsfreie Bearbeitung. Eingesetzt vornehmlich im gewerblichen Sektor, hierbei handelt es sich um einen benzinbetriebenen Rasenmäher. Das Scheren-ähnliche Mähen ermöglicht die Bearbeitung von Gras bis zu einer Höhe von 1,50 Meter.

Mulch-Rasenmäher

Benzinbetriebener Rasenmäher, welcher über einen zusätzlichen Radantrieb verfügt. Hierdurch bewegt sich das Gerät leicht vorwärts, wodurch ein Arbeiten auch auf unwegsamen Gelände möglich wird. Mittels Mulch-Funktion wird einmal aufgenommenes Gras zerkleinert und anschließend seitlich ausgeworfen. Dies ist eine bewährte Methode zur natürlichen Nährstoffbeigabe für neu wachsendes Gras – durch langsames Verrotten erhält das darunterliegende Gras alle zum Wachsen nötigen Nährstoffe.

3. Wesentliche Kriterien beim Kauf eines Benzin-Rasenmähers

Benzinrasenmäher gibt es, wie die obige Auflistung in nicht abschließender Weise dargestellt hat, in verschiedenen Ausführungen. Die Trennung zwischen rein gewerblich respektive privat genutzten Geräten ist zumeist fließend – je höher die Anforderungen, desto mehr Funktionen und höhere Leistungszahlen weist das Gerät auf. Zudem gibt es Unterschiede zwischen den namhaften Herstellern, wie etwa Einhell oder Wolf. Um Ihnen eine Grundlage für etwaige Kaufentscheidungen geben zu können, werden im Folgenden die wesentlichen Kriterien bei der Auswahl von Benzinrasenmähern beschrieben.

Der Motor und seine Leistung

Bis vor wenigen Jahren fand sich am Markt eine breite Mischung aus 2-Takt- beziehungsweise 4-Takt-Rasenmähern. Im Zuge der Entwicklung kommen heute praktischerweise nur noch 4-Takt-Rasenmäher auf den Markt, was insofern Vorteile bezüglich der Befüllung mit sich bringt. Denn dadurch entfällt die übliche Mischung aus Öl und Benzin, die aufgrund der Funktionsweise der 2-Takter nötig war. Die modernen Ausführungen können daher mit üblichen Spritstoffen betankt werden, darunter Super bleifrei oder etwa E10. Es entfällt daher der Gang zum Spezialmarkt, das handelsübliche Benzin von der Tankstelle genügt. Üblich sind Tankvolumen zwischen 0,8 bis hin zu 2,0 Litern und mehr.

Die jeweilige Laufleistung ergibt sich daher naturgemäß aus der Relation zum Gesamtgewicht des Benzinrasenmähers. Die Faustregel ist daher, dass insbesondere kleinere Ausführungen im Bereich bis 25kg Gesamtgewicht ohne einen zusätzlichen Radantrieb betrieben werden können. Werfen Sie daher nicht unbedingt einen Blick auf die in Watt dargestellte Leistung, die für den Betrieb an sich wenig Aussagekraft hat. Handelsübliche Geräte schwanken zwischen 1.500 und 2.500 Watt. Je höher diese Kennziffer ist, desto eher eignet sich das Gerät auch zum Mähen von hochgewachsenem Gras.

Sofern der Benzinrasenmäher die zusätzliche Nutzung eines Radantriebs ermöglicht, wirkt sich dies naturgemäß auf die Motorleistung aus. Im Ergebnis reduziert sich dadurch die Schnittleistung, also das Volumen an Gras innerhalb eines bestimmten Zeitraumes.

Schnittleistung, Schnittbreite und Co.

Einen praktischen Nutzen hat hingegen das Zusammenspiel aus den Komponenten Schnittbreite und Rasengröße. Der Hintergrund ist einfach: Je größer der Garten ist, desto großflächiger kann gearbeitet werden. Es ist also praktikabel, hier eine größere Schnittbreite in Bezug zur Gesamtfläche des Gartens zu wählen. Zwischen den einzelnen Herstellern gibt es keine einheitlichen Werte, sodass es hier auf den genauen Vergleich ankommt. Möglich sind Ausführungen im Bereich zwischen 30cm bis hin zu 55cm Schnittbreite. Im Folgenden erhalten Sie eine grobe Orientierungshilfe zur Auswahl der richtigen Schnittbreite. Je größer die Schnittbreite ausfällt, desto schwerer wird auch das Gerät selbst.

Die Bandbreite kann hier nicht abschließend dargestellt werden, die Unterschiede sind aber deutlich. Auch hier sollte daher überlegt werden, wie viel Kraft tatsächlich für das Benutzen des Rasenmähers aufgewandt werden kann. Die Alternative wäre notfalls die Auswahl eines Aufsitzmähers, der bei privaten Zwecken jedoch unverhältnismäßig hohe Kosten mit sich bringt.

  • bis 30cm Schnittbreite
    bis etwa 400 m² Fläche
  • 40cm Schnittbreite
    bis etwa 900 m² Fläche
  • ab 50cm Schnittbreite
    bis etwa 1.500 m² Fläche

Die Schnittleistung steht also in direktem Verhältnis von Rasenfläche zur Schnittbreite des Benzinrasenmähers. Üblicherweise fallen Abzweigungen und dergleichen größer aus, je größer der Rasen auch tatsächlich ist. Daher macht es nur bedingt Sinn, hier auf unsachgemäß handhabbare Schnittbreiten zu schielen, die wesentlich mehr Arbeitsschritte erfordern würden.

Ein weiteres Augenmerk ist außerdem auf die Anpassbarkeit der Schnitthöhe zu richten. Mit diesem Element lassen sich Benzinrasenmäher für den Einsatz auf verschiedensten Rasen anpassen, die unterschiedliche Grashöhen erfordern. Üblicherweise verfügen neuere Benzinrasenmäher über eine zentral steuerbare Schnitthöhenverstellung. Hierdurch ist ein einfaches Wechseln zwischen den verschiedenen Rasentypen möglich. Ältere sowie tendenziell günstigere Ausführungen ermöglichen die Anpassung der Schnitthöhe hingegen nur mittels Neujustierung eines jeden einzelnen Rads.

Größe des Auffangkorbes und Zusatzfunktionen

Anders als bei Handrasenmähern, werden bei Elektro- und insbesondere Benzinrasenmähern standardmäßig Auffangkörbe mit integriert. Sie sind so angelegt, dass geschnittenes Gras direkt darin gelangt und die Rasenfläche ohne größere Feinarbeiten nachbehandelt werden kann. Hierbei kommt es grundsätzlich auf die Größe des Auffangkorbes an, denn je größer dieser ist, desto seltener muss das Rasenmähen unterbrochen werden. Die Angaben der Hersteller werden als Volumenmaß in Liter angegeben, wobei es hier auch auf die Relation ankommt.

Ähnlich der Schnittleistung sollte darauf geachtet werden, dass keine zu großen Auffangkörbe für einen zu klein dimensionierten Rasenmäher gewählt werden. Insbesondere bei den Modellen mit Mulchfunktion haben kleinere Ausführungen den Vorteil, dass das seitlich ausgegebene Gras in ausreichender Menge als Düngermittel verteilt werden.

Ein gutes Mittelmaß stellen Auffangkörbe im Bereich zwischen 30 und 40 Litern dar. Notfalls lassen sich viele Geräte aber auch aufrüsten, hier sind dann Auffangkörbe mit Volumen bis zu 200 Liter verfügbar.

Zusätzliche Funktionen und Zubehör

Die Anwendung eines benzinbetriebenen Rasenmähers erfordert Planung, denn diese Geräte sind bei Weitem nicht so wartungsarm wie beispielsweise Elektrorasenmäher. Sie basierend auf Motorkraft, die es selbst in hohem, verwildertem Gras möglich macht, gleichmäßig und solide zu mähen. Der vom Hersteller ausgegebenen Flächenempfehlung, also die maximale Grundfläche des Rasens, kommt deshalb nicht von ungefähr. In der Anwendung von Belang ist vor allem die Zusatzfunktion des Mulchens. Beim Mulchen, regional auch als Schlegeln bezeichnet, wird unverrottetes Gras (organisches Material; Mulch) je nach Bedarf klein- oder großflächig aufgetragen. Hierdurch wird der Verzicht auf synthetisches Düngematerial möglich, wodurch eine langfristige Bodenfruchtbarkeit erreicht wird.

Beachtet werden sollte dabei, dass durch die Mulchfunktion ein gewisses Maß der Motorleistung beansprucht wird. Im Klartext verringert sich also die „Durchschlagskraft“ des Gerätes gegenüber dem normalen Arbeiten, also dem Mähen in teils auch verwachsenem Gras. Hier ist die Anpassung an individuelle Gegebenheiten möglich, also die Auswahl zwischen Seiten- oder Heckauswurf. Je nach Hersteller sind solche Funktionen standardmäßig verbaut.

4. Weitere, wichtige Faktoren

Bereits angesprochen wurde die Möglichkeit der Schnitthöhenverstellung. Dabei geht es darum, das Gerät für unterschiedliche Zwecke (Vorgarten, Schnittgarten, etc.) anzupassen und nutzbar zu machen. Eine zentrale Verstellung ist optimal, da hierdurch Zeit und Aufwand eingespart werden. Zudem verringert sich der Verschleiß einzelner Teile, hier also der Messer, was positiv auf die möglichen Wartungsintervalle wirkt. Der Hersteller gibt jeweils den maximalen Bereich der Schnitthöhe an, standardmäßig im Bereich zwischen 25mm und 85mm. Zudem wird durch die „x-fach“-Angabe dargestellt, in welchen Schritten diese zentrale Höhenverstellung möglich ist.

Hinsichtlich des Geräuschpegels gibt es gewissermaßen nur marginale Unterschiede, klassische Geräte bewegen sich im Bereich zwischen 90 und 100 dB. Es ist also empfehlenswert, separat Kopfhörer zu beschaffen. Bei manchem Angebot sind diese sogar Teil des Produktes selbst. Immer häufiger verfügen die Geräte zudem über einen integrierten Wasseranschluss. Dies ermöglicht ein leichtes Reinigen des Innengehäuses, wo sich gerne Blattreste festkleben und den Durchfluss verringern. Kein Muss, da notfalls auch anderweitig umsetzbar, aber dennoch eine Funktion hin in Richtung einfacher Handhabung und Wartungsarbeit.

Je nach Hersteller gibt es zudem besonders „vibrationsarme“ Ausführungen, solche mit speziell lackiertem Stahlmähdeck oder extra großen Rädern, die größere Unebenheiten ausgleichen. Sie haben individuellen Wert, sollten also vor dem Hintergrund der eigenen Anwendungsbereiche gewertet und gewichtet werden.

Fazit und abschließende Bemerkungen

In verschiedenen Tests werden Benzinrasenmähers häufig nur auf klassische, tendenziell einfache Anwendungsbereiche hin untersucht. Das Testergebnis wird hierdurch zwar nicht wesentlich beeinflusst, hat aber selbstverständlich für andere Anwendungsgebiete nur geringen Aussagewert. Es kommt bei der Auswahl stets darauf an, die Mischung aus Leistung, Handhabung und Größe zu beachten. Die Geräte wiegen schließlich im Durchschnitt schon einmal 30kg, was insbesondere bei Hügellandschaften oder häufigen Richtungswechseln zum Problem werden kann. Sie sind gewissermaßen die Maschinen „für das Grobe“, obwohl sind in richtiger Größe und Ausführung sehr wohl auch in komplizierten Lagen hervorragende Ergebnisse versprechen.

Nicht allein die Motorleistung ist entscheidend, sondern das Zusammenwirken mit allen wesentlichen Funktionen. Mittlerweile ist es üblich, die Geräte für einen Testbetrieb auszuleihen beziehungsweise im Fachgeschäft testen zu können. Produktvideos der einzelnen Hersteller, frei im Internet verfügbar, geben außerdem praktische Hinweise auf Einstellung und Funktionsweise.