Entsafter-Test

Frischer geht es nicht. Tetrapack, Plastik- und Glasflasche werden um Längen geschlagen, wenn der Saft selbst gemacht ist. Ob Äpfel, Karotten oder Bananen – frisch hergestellter Saft ist nicht nur gesund und schmackhaft, sondern oft anders, voller Vitamine und Aromen. Für den täglichen Gebrauch gibt es daher zahlreiche verschiedene Haushaltsgeräte. Doch Entsafter ist nicht gleich Entsafter. Je nach Mechanik kann das Saftergebnis unterschiedlich ausfallen, auch Gebrauch und Reinigung sind immer eine andere Sache. Wer sich einen Entsafter zulegen möchte, sollte daher genau bei der Auswahl hinschauen. Testberichte weisen den Weg.

Warum einen Entsafter kaufen?

Rund 37 Liter Saft pro Jahr trinken die Deutschen pro Kopf. Das ist weltweit Spitze. Die zweitplatzierten Amerikaner kommen nur auf 28 Liter. Daher sind hierzulande auch die Supermarktregale voll mit unterschiedlichen Saftangeboten: Vom Nektar bis hin zum neumodischen Smoothie ist es in, Obst und Gemüse zu trinken. Saftbars machen es in deutschen Großstädten bereits vor – es geht nichts über einen frisch gepressten Saft aus Spinat, Äpfeln und Karotten. Doch wer nicht auf die Industrie angewiesen sein will, legt sich im eigenen Haushalt einen Entsafter zu. Mit ihm können Obst und Gemüse frisch zu der wohlschmeckenden Speise verarbeitet werden.

Saft ist zwar reich an Vitaminen, aber auch an Kalorien. Daher zählt er nicht zu den Getränken, sondern zu den Lebensmitteln.

Der selbstgemachte Saft hat zahlreiche Vorteile: Der Macher bestimmt selbst, welche Stoffe in ihn hineinkommen. Während im Handel gekaufte Produkte oft nur einen Bruchteil Saft in Flasche und Packung vorweisen können, da sie mit Wasser verdünnt werden, ist der Saft zu Hause 100 Prozent pur. Gekaufte Produkte können auch aus gefriergetrockneten oder pulverisierten Früchten bestehen. In den eigenen Juicer kommen nur frisches Obst und Gemüse. Auch die Pasteurisierung zur Haltbarkeit entfällt und bei Home-made-Juice gibt es keine künstlichen Aromen und Zusatzstoffe. Alles, was der Verbraucher dafür tun muss: Selbst Hand anlegen. Mit dem passenden Entsafter ist es diese Mühe jedoch meist mehr als wert.

Entsafter ist nicht gleich Entsafter: Es gibt unterschiedliche Typen

Wer sich einen elektrischen Entsafter für die heimische Küche zulegen will, der muss sich zwischen zwei grundlegenden Prinzipien entscheiden: Es gibt Saftpressen und Saftzentrifugen. Beide trennen die Flüssigkeit aus der Frucht oder dem Gemüse, jedoch auf unterschiedlicher Basis.

Zentrifugalentsafter

Die Zentrifuge arbeitet mit Sieb und Messer, die Obst und Gemüse sekundenschnell zerkleinern. Letzteres schneidet die Stücke und durch 10.000 bis 15.000 Umdrehungen pro Minute innerhalb des Entsafters werden diese durch die Zentrifugalkraft gegen das Sieb gedrückt und ausgepresst. Die Entsaftung kann hier besonders schnell realisiert werden, daher finden sich zahlreiche Zentrifugalentsafter in der Gastronomie. Seine Vorteile sind:

  • leichte Entsaftung
  • günstig
  • schnell
  • effektiv
  • auch für unterwegs geeignet
  • kann hartes Obst und Gemüse zerkleinern

Aber auch einige Nachteile bringt der Zentrifugalentsafter mit sich. Das Verfahren birgt eine automatische Oxidierung. Durch die Beimischung von Sauerstoff wird der Saft schnell braun und schaumig. Zu den Nachteilen gehören daher:

  • schlechtere Saftqualität
  • schlechtere Haltbarkeit des Saftes
  • weniger Vitamine
  • lauteres Gerät

Saftpressen

Ganz anders funktionieren sogenannte Saftpressen. In ihnen werden die Früchte zunächst in Teile gebrochen und dann mit einer Pressschnecke zerquetscht. Anschließend werden die Reste durch ein Sieb gepresst. Dieser Vorgang ist deutlich leiser, aber auch langsamer als die Zentrifuge: Die Pressschnecke bewegt sich mit rund 60 bis 100 Umdrehung pro Minuten. So wird jedoch die Oxidierung des Saftes teilweise vermieden und auch wenig Schaum entsteht.

Vorteil der Saftpressen:

  • meist leiser als Zentrifugen
  • schonender Verarbeitung rettet mehr Vitamine
  • besser Saftqualität
  • bessere Haltbarkeit des Saftes
  • auch für hartes Obst geeignet

Nachteil von Saftpressen:

  • langsameres Verfahren
  • teurere Variante
  • schwieriger zu reinigen

Alternativen

Natürlich sind dies nicht alle Möglichkeiten, um aus Obst und Gemüse Saft zu machen. Auch die Alternativen sollen daher hier nicht unerwähnt bleiben. Zu ihnen gehören der Dampfentsafter und die Handzitruspresse. Ersterer wird oft genutzt, um Obst zu Saft zu verarbeiten. Hier kommen die Früchte in ein heißes Dampfbad, worauf hin die Zellen ihre Flüssigkeit abgeben. Dieses Verfahren ist besonders schonend und garantiert eine hohe Ausbeute und Qualität. Wer selbst Hand anlegen will, kann vor allem Orangen, Mandarinen, Zitronen und Limetten auf der Handpresse ausdrücken. Der Nachteil: Hier wird Muskelkraft gebraucht. Der Vorteil: Die kleine Presse kann schnell überall mit hingenommen werden, braucht keinen Strom und ist leicht zu verstauen. Ebenso gibt es auch Handsaftpressen, die statt mit Motor mit einem Hebel bedient werden können. Im nachfolgenden Ratgeber rund um den Entsafter sind jedoch diese Alternativen außen vor gelassen.

Die Vergleichskriterien: Daran ist ein guter Entsafter zu erkennen

Es gibt zahlreiche verschiedene Entsaftermodelle auf dem Markt, die auch in vielen Test bereits beurteilt worden sind. Wer sich einen Juicer zulegen will, sollte zunächst genau überlegen, wie oft er ihn nutzen wird, welche Früchte zerkleinert werden sollen und welche Mengen Saft entstehen werden. Denn das sind Grundüberlegungen für das richtige Modell. Wichtige Kriterien sind:

  • (Motor)Leistung
  • Saftqualität
  • Saftmenge Volumen
  • Öffnung
  • Größe (Abmessungen)
  • Gewicht
  • Lautstärke

1. (Motor)Leistung

Es klingt zunächst logisch: Je stärker der Motor, desto besser werden Obst und Gemüse entsaftet. Daher sollte bei der Auswahl des Entsafters der Blick auf die angegebene Wattzahl nicht fehlen. Bei Zentrifugen gibt es Modelle bis zu 1000 Watt, die mit großer Kraft die Früchte nach außen schleudern. Hier gilt: Je höher, desto besser die Entsafterleistung. Saftpressen hingegen arbeiten mit einer deutlich niedrigeren Drehzahl und benötigen nicht so starke Motoren. Hier sind auch kleine Wattzahlen durchaus gängig. Optimal ist es, wenn der Juicer in seiner Leistung in verschiedenen Stufen eingestellt werden kann. Viele Modelle bieten hier zwei Modi. Stufe 1 für weiche Früchte wie beispielsweise Tomaten und Himbeeren, Stufe 2 für harte Produkte wie Äpfel, Karotten und Co.

Aber nicht nur die Motorleistung ist wichtig, auch Klingen und Sieb müssen gut sein. Die Siebe sollten feinporig sein, die Klingen scharf.

2. Saftqualität

Wie bereits erwähnt ist die Saftqualität schon vom Entsafterprinzip abhängig. Hier sollte der Käufer auf seine Vorlieben achten. Gepresster Saft hat meist mehr Fruchtfleisch und ist homogener. Säfte aus Zentrifugen sind oft klar, fruchtfleischfrei, jedoch voller Schaum.

3. Saftmenge – Volumen

Soll der Entsafter in einen Singlehaushalt oder die ganze Familie mit frischen Vitaminen versorgen? Auch der Volumenfrage sollte beim Kauf geschaut werden. Bei einem Modell ist die Ausbeute größer, bei anderen geringer – je trockner die Reste im Abfallbehälter sind, desto mehr Saft wird gepresst. Sowohl beim Fruchtfleischbehälter (sogenannter Trester für die Abfälle) als auch beim Saftbehälter schwankt hier das Fassungsvermögen. Kleine Entsafter bieten nur Platz für 0,75 Liter Saft, größere Modelle bieten bis zu 2,5 Liter Volumen. Auch beim Abfall sind bis zu 2,5 Liter möglich. Hier kommt es auf die individuellen Bedürfnisse an.

4. Öffnung

Kein noch so leistungsstarker Entsafter bringt Freude, wenn der Einfüllschacht nur über eine kleine Öffnung verfügt. Denn in diesen Fällen muss oft mühsam das Obst und Gemüse vorher per Hand kleiner gemacht werden. Zahlreiche Hersteller versehen ihre Produkte mit „XL“ oder „XXL“-Attributen. Aber nur der genaue Blick auf die Zentimeterangabe hilft. Manche Modelle bieten eine Öffnung bis 40 Zentimeter, andere jedoch das Doppelte. Soll der Entsafter häufig verwendet werden, so ist es ratsam, dass ein ganzer Apfel in die Öffnung passt.

5. Größe

Gerade bei kleinen Küchen ist auch die Größe des neuen Haushaltsgerätes nicht unwichtig. Zum einen sind hier große, sperrige Geräte nicht immer von Vorteil – sie nehmen viel Platz weg und lassen sich nicht so leicht verstauen. Aber auch auf die Anzahl der Teile sollte geachtet werden. Je mehrteiliger, desto komplizierter sind die meisten Modelle in der Handhabung. Ein praktischer Entsafter kommt oft kompakt daher und besteht meist aus der Kern-Einheit, Trester, Saftbehälter und Stopfer.

6. Gewicht

Bei diesem Kriterium sind die Beschaffenheit und das Material ausschlaggebend. Der eine Entsafter besteht aus Edelstahl und bringt daher ein hohes Gewicht mit sich. Dieses Modell ist zwar schwer zu transportieren, wirkt sperrig und unhandlich, aber verrutscht nicht so leicht während des Einsatzes. Kunststoffmodelle sind meist deutlich leichter und daher handlicher. Sie können leichter transportiert werden, haben aber oft einen weniger stabilen Stand.

7. Lautstärke

Auch auf die Lautstärke des Entsafters sollte Augenmerk gelegt werden. Denn wenn Mama morgens den Saft zubereitet, sollte nicht gleich die ganze Familie aus den Betten fallen. Hier variieren die Werte von Modell zu Modell. Laute Geräte können hier bis zu 85 Dezibel erreichen – lauter als so mancher Rasenmäher. Leise Modelle weisen Werte von 65 Dezibel aus, die relativ angenehm für die Ohren sind. Beim Kauf eines Entsafters heißt es daher nicht nur “hingeschaut“, sondern auch „zugehört“.

Saftpressen sind gewöhnlich leiser als Zentrifugalentsafter. Sie verfügen oft über einen weniger starken Motor, der langsamer presst. Das wirkt sich auch auf die Lautstärke aus.

Weitere Punkte für den Kauf

Doch nicht nur die physischen Daten eines Entsafters entscheiden darüber, ob das Modell im Entsaftertest gut abschneidet. Es gibt weitere Kriterien, die beachtet werden sollte. Dazu gehören:

  • Reinigung
  • Garantie
  • Robustheit
  • Preis
  • Sicherheit

Bei der Reinigung sollte beim Kauf darauf geachtet werden, ob die einzelnen Teile auch spülmaschinenfest sind – das erleichtert die Arbeit ungemein. Gerade am Tresterrand trocknen die Reste von Obst und Gemüse schnell an und setzen sich fest. Aber auch Sieb und Co sollten zügig nach der Benutzung gereinigt werden. So mancher Hersteller bietet hier feinporige Siebe, die aus Edelstahl gefertigt leicht zu säubern sind. Gibt es auf das Modell eine Garantie? Auch diese Frage ist wichtig beim Kauf eines Entsafters. Ebenso sollte einem robusten Modell den Vorzug gegeben werden, wenn der Juicer häufig zum Einsatz kommen soll. Denn diese weisen weniger Verschleißerscheinungen auf. Auch die Preisspanne ist groß. Einfache Modelle sind bereits unter 100 Euro zu kaufen, aber auch Preise über 1000 Euro sind bei professionellen Produkten möglich. Hier sollte jeder selbst festlegen, welchen Preis er bereit ist, zu zahlen. Danach können die verschiedenen Kriterien bei den Modellen dieser Preisklasse verglichen werden. Auch die Sicherheit ist ein ausschlaggebender Punkt – vor allem, wenn Kinder im Haushalt vorhanden sind. Ein Sicherheitsbügel ist hier essenziell, der vor dem Entsaften aufgezogen werden muss. Auch ein hoher Einfüllstutzen bietet eher ein sicheres Einfüllen von Obst und Gemüse als niedrigere Varianten. Ebenso sollte der Motor gesichert sein: Das Starten bei falscher Zusammensetzung des Entsafters sollte nicht möglich sein.

Mögliches Zubehör

So mancher Entsafter bietet auch attraktives Zubehör, das sowohl bei Zentrifugen, als auch bei Saftpressen möglich ist. Dazu gehören unter anderem:

  • externer Tresterbehälter
  • Ausgießeraufsatz
  • Reinigungsbürste
  • Antirutschfüße
  • automatischer Überhitzungsschutz
  • Rezeptbuch

Bei einem externen Trester werden die Rückstände von Obst und Gemüse außerhalb des Gerätes gesammelt. Dieser ist von Vorteil, wenn der Entsafter selbst sehr klein ist und dennoch ein hohes Auffangvolumen geboten werden soll. Externe Trester sind oft einfacher zu entleeren und zu reinigen. Der Ausgießeraufsatz ist direkt am Saftbehälter angebracht. Er vermeidet beim Einfüllen des Saftes in ein Glas unschöne Spritzer und unnötiges Entfernen des gesamten Behälters. Eine Reinigungsbürste erleichtert das Arbeiten nach dem eigentlichen Einsatz. Sie ist oft auf das Modell abgestimmt und sieht meist wie eine Zahnbürste aus. Antirutschfüße verhindern unter der Saftpresse ein Verrutschen während des Betriebes. Diese sind vor allem bei leichten Modellen von Vorteil. Aber auch ein automatischer Überhitzungsschutz ist hilfreich – der Motor wird abgeschaltet, wenn er zu stark beansprucht wird. Dieses Feature bietet nicht jedes Modell. Zu guter Letzt ist in so manchem Lieferumfang auch ein Rezeptbuch enthalten. Vor allem Saftneulinge können hier interessante Kreationen nachschlagen, auf die sich von selbst bisher nicht gekommen waren.

Die bekanntesten Hersteller

Wer sich einen Entsafter zulegen möchte, muss sich auch mit der Frage auseinandersetzen: Soll es ein Markengerät sein. So manche Firma hat sich auf dem Markt mit beliebten Modellen etabliert. Dazu gehören unter anderem:

  • Bosch
  • Braun
  • Gastroback
  • Moulinex
  • Panasonic
  • Petra Electric
  • Philips
  • Russel Hobbs

Aber auch No-Name-Produkte können im Handel erstanden werden. Gerade bei Supermarktketten sind diese oft im Angebot und laden zum Schnäppchenpreis ist. Nicht immer ist dieser jedoch aussagekräftig. Billige Produkte müssen nicht immer schlecht sein, teuer einzukaufen, garantiert ebenso keine Qualität. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Modelle anhand von bestehenden Tests im Internet in den verschiedenen Kriterien vergleichen.