Kaffeepadmaschine-Test

Kaffeepads erfreuen sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Vor rund zehn Jahren (2005) wurden laut dem Deutschen Kaffeeverband 6,55 Millionen Tonnen Kaffeepads über den Lebensmitteleinzelhandel abgesetzt. Zehn Jahre später stieg der Absatz um mehr als 4,5-fache auf 30,9 Millionen Tonnen.

Aufgrund der Beliebtheit der Pads, ist der Markt stark umkämpft. Zahlreiche Marken wie WMF, Petra und Senseo von Philips und Douwe Egberts versuchen, sich möglichst große Marktanteile zu sichern. Für Verbraucher ist es schwierig, unter den zahlreichen Kaffeepadmaschinen ein passendes Gerät auszuwählen. Deshalb informiert der nachfolgende Test über diese Produktkategorie oder worauf beim Kauf zu achten ist.

Die Funktion einer Kaffeemaschine mit Pads

Die Kaffeepadmaschine wurde im Jahr 2002 von Senseo eingeführt. Ziel war es, eine schnelle, unkomplizierte Zubereitung von Kaffee (und später anderen Getränken wie Cappuccino) zu ermöglichen.

Die Basis des Systems stellen die Kaffeepads dar, in denen sich vorportioniertes Kaffeepulver (rund sieben Gramm) befindet. Zur Zubereitung von Kaffee wird das Pad in die Maschine eingelegt und der Einschaltknopf betätigt. Die Kaffeemaschine muss sich zunächst aufwärmen, anschließend erhitzt sie das Wasser auf rund 90 Grad Celsius und drückt die Flüssigkeit mit etwa 1,4 Bar (abhängig von Modell und Hersteller) durch das Pad. Durch den relativen kurzen Prozess (bis zu 40 Sekunden) wird vermieden, dass Bitter- und Reizstoffe im Getränk landen.

Einige Kaffeemaschinen sind in der Lage, zwei Tassen gleichzeitig zu befüllen. Entweder produzieren sie zwei halbe Portionen oder sie verfügen über zwei Padhalter, die zwei Kaffeetassen komplett füllen. Nachdem der Kaffee in die Tasse gegossen wurde, schalten sich zahlreiche Geräte dank ihrer Abschaltautomatik selbst aus, wenn sie für einen gewissen Zeitraum nicht benutzt werden.

Zielgruppe

Sinn und Zweck der Kaffeemaschine mit Pads ist die schnelle, unkomplizierte Zubereitung des beliebten Getränks, ohne dass man an einem Barmannkurs teilnehmen muss.

Bei den Zielgruppen ist zunächst eine Unterscheidung nach der Haushaltsgröße anzustellen:

  1. Singles: Laut dem Statistischen Bundesamt gibt es in Deutschland rund 16 Millionen Einpersonenhaushalte. Singles benötigen eine Kaffeepadmaschine, die nur eine Tasse befüllt.
  2. Paare: In 59 Prozent aller deutschen Haushalte wohnen zwei Personen oder mehr. Wenn beide Kaffeetrinker sind, sollte die Kaffeemaschine gleichzeitig zwei Tassen Kaffee produzieren.
  3. Familien: Familien haben in etwa dieselben Ansprüche an eine Kaffeemaschine mit Pads wie Paare, es sei denn, in ihrem Haushalt leben Jugendliche, die Kaffee trinken. Dann sollte die Kaffeemaschine möglichst zügig arbeiten.

Neben der Größe des Haushalts spielen auch die Trinkgewohnheiten der Bewohner eine große Rolle: Es ist zwischen Vieltrinkern und Wenigtrinkern zu unterscheiden. Erstere trinken mindestens einmal pro Tag eine Tasse Kaffee und beanspruchen das Gerät stärker als Wenig- oder Gelegenheitstrinker.

  • Vieltrinker: Der Kaffee ist für diese Person eine Art Morgenritual, ohne dass die ihren Tag nicht beginnen kann. Sie legen oftmals viel Wert auf gute Qualität und eine zügige Zubereitung.
  • Wenigtrinker: Trinken nicht täglich Kaffee, haben aber dennoch Ansprüche an das schwarze Getränk. Da sie selten Kaffee konsumieren, beanspruchen sie die Maschine relativ wenig.

Ausnahmen bestätigen die Regel, wie es so schön heißt. Es gibt durchaus Singles, die eine Padmaschine benötigen, die zwei Tassen Kaffee gleichzeitig herstellen kann, weil sie zum Beispiel täglich von Freunden besucht werden. Generell sollte die Maschine passend zur Zielgruppe und den individuellen Bedürfnissen passen.

Sortiment

Senseo betrat als erste Marke den Markt der Kaffeepadmaschinen und konnte sich aus diesem Grund bezüglich des Pad-Sortiments einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz aufbauen. Inzwischen gibt es sie in allen denkbaren Ausführungen: Senseo kategorisiert sein Sortiment nach folgenden Kriterien:

  • Classic
  • Extra Mild
  • Mild
  • Guten Morgen
  • Strong
  • Extra Strong
  • Decaf

Senseo ist nicht die einzige Marke, die Pads herstellt. Alle großen Kaffeeanbieter haben eigene Pads entwickelt. Beim Kauf der Kaffeesorten ist vorab zu prüfen, mit welchen Geräten sie kompatibel sind. Viele Hersteller von Kaffeemaschinen betreiben eine sogenannte Lock-in-Politik: Die Pads der Systeme sind nicht mit den Produkten der Konkurrenten kompatibel. Der Grund ist simpel: Jeder Hersteller verwendet unterschiedlich große Pads und zum Teil verschiedene Füllmengen.

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Unterschiede:

Systemname Füllmenge Durchmesser Höhe
Caffita 7 g 45,0 mm 21,0 mm
Cafissimo 7 g 45,0 mm 21,0 mm
Deilizio 6 g 34,0 mm 23,8 mm
Senseo 6,9 g 68,0 mm 6,0 mm

Neben herkömmlichen Kaffee sind moderne Padmaschinen in der Lage, auch andere Getränke herzustellen, zum Beispiel Cappuccino, Café Latte oder heiße Schokolade.

Unterschied zu Kapselmaschine

Die Handhabung einer Kapselmaschine unterscheidet sich nicht von der Verwendung einer Padmaschine. Der einzige Unterschied ist der verwendete Kaffee, der nicht in Form von Pads daherkommt, sondern Kapseln aus Plastik oder Aluminium. Jede Kapsel ist versiegelt, sodass das Kaffeearoma erhalten bleibt. Die Hersteller werben auch damit, dass ihre Produkte eine längere Lagerzeit besitzen.

Diesen Vorteilen muss man jedoch einen großen Nachteil gegenüberstellen: die Nachhaltigkeit. Die Kapseln sind im Gegensatz zu Pads nicht biologisch abbaubar, auch wenn viele Hersteller das Aluminium der Kapseln in großen Mengen wiederverwenden.

3 Eigenschaften, auf die beim Kauf einer Padmaschine zu achten ist

Wer die Produktbeschreibung der Padmaschinen studiert, wird schnell sehen, dass es zwischen den einzelnen Geräten große Unterschiede gibt. Folgende Eigenschaften sind beim Kauf einen Blick wert:

  1. Maximale Tassenhöhe: Dieser Wert gibt an, wie groß die Tassen sein dürfen, damit die Padmaschine sie befüllen kann.
  2. Milchaufschäumer: Wer traditionellen Cappuccino mit selbst gemachten Milchschaum bevorzugt, sollte auf diese Eigenschaft achten.
  3. 2-Tassen-Funktion: Für Haushalte mit mindestens zwei Kaffeetrinkern sollte die Maschine diese Funktion zwingend besitzen.

Bei der Leistungsaufnahme gibt es unter den Geräten keine großen Unterschiede. Eine Padmaschine nimmt in der Regel zwischen 1.400 und 1.600 Watt auf.

Die Wirtschaftlichkeit einer Kaffeepadmaschine

Wie viel der Kaffee aus einer Padmaschine kostet, hängt von folgenden Faktoren ab:

  1. Einkaufspreis für die Kaffeemaschine
  2. Preis für die Pads (pro Stück)
  3. Wasserpreis
  4. Instandhaltung (entkalken etc.)
Produkt Preis
Senseo Viva Café 100 €1
Senseo Klassisch 16 Pads 26,90 €2
Trinkwasser 0,00169 €/l3
30 Entkalker-Tabletten 14,49 €

Es wird davon ausgegangen, dass der Monat 30 Tage hat und täglich eine Tasse Kaffee getrunken wird. Bei der Recherche haben wir Folgendes festgestellt:

  • das Trinkwasser ist so günstig, dass es den Preis einer Tasse Kaffee kaum beeinträchtigt
  • eine Entkalker-Tablette kostet 0,48 €; wenn jeden Monat eine verwendet wird, steigt der Preis pro Tasse um 0,016 € (0,48 € ÷ 30 Tage)
  • 1 Pad kostet je nach Sortiment und der gekauften Menge etwa 1,68 €

Der Preis für die Kaffeemaschine könnte über einen Zeitraum von fünf Jahren jeder Tasse dazugerechnet werden. Ausgehend von einem Preis von 100 Euro würden die monatlichen Kosten bei 1,67 Euro liegen. Wird der Wert durch 30 geteilt (eine Tasse pro Tag im Monat), würde der Preis je Tasse um 0,056 Euro steigen.

Der Endpreis einer Tasse Kaffee aus Pads würde unter Anbetracht der Anschaffungskosten für die Kaffeemaschine und Entkalker-Tabletten rund 1,75 € betragen (1,68+0,056+0,016).

Es ist schwierig, den Strompreis für eine Tasse Kaffee zu ermitteln, sodass dieser Wert in der Berechnung weggefallen ist. Er könnte den Preis um wenige Cent pro Tasse erhöhen.

1 UVP des Herstellers, das Gerät ist günstiger erhältlich
2 UVP des Herstellers; 1 Pad kostet 1,68 €
3 1.000 Liter kosten 1,69 Euro (Quelle: destatis.de)

DIY: Kaffeepads selbst befüllen

Bei der Wirtschaftlichkeit der Kaffeepadmaschine ist die Möglichkeit zu berücksichtigen, die Pads selbst zu machen, was einigen Besitzern der Geräte gelingt. Der Vorteil der DIY-Kaffeepads liegt darin, dass der Kaffee weitaus günstiger und die Auswahl größer ist. Des Weiteren kann man frisch gemahlenen Kaffee verwenden, der mit seiner Frische den Geschmack des schwarzen Getränks verbessern sollte. Der Nachteil der DIY-Kaffeepads ist der Arbeitsaufwand. Das Hauptargument für Kaffeepadmaschinen ist schließlich die schnelle Zubereitung.

Einige Zubehörhersteller bieten sogenannte Pulverkassette an, die mit dem gewünschten Kaffee befüllt und in die Maschine gelegt werden können.

Kaffeepadmaschine im Vergleich zu Filterkaffee

Der gute alte Filterkaffee ist und bleibt für viele Deutsche die beliebteste Art, Kaffee zu trinken. Sie spielt ihren Vorteil aus, wenn große Mengen Kaffee zubereitet werden müssen, da die Filterkaffeemaschine pro Brühvorgang bis zu zehn Tassen des schwarzen Getränks produzieren kann. Für große Familien, die regelmäßig und in großen Mengen Kaffee konsumieren, ist dieses Oldschool-Gerät eine gute Entscheidung.

Im Vergleich dazu brüht die Kaffeepadmaschine auf Knopfdruck innerhalb von wenigen Sekunden das schwarze Getränk – bis zu zwei Tassen gleichzeitig. Größere Mengen können hintereinander (jeweils zwei Tassen) produziert werden. Beim Zeitaufwand schlägt die Padmaschine den klassischen Filterkaffee problemlos, auch wenn der Aufwand etwas größer ist.

Wie sich die Kaffeepadmaschine im Vergleich zum Vollautomaten schlägt

Der Vollautomat ist das Luxusprodukt unter den Kaffeemaschinen, sodass ein Vergleich mit einer Padmaschine nicht ganz fair ist. Als Kaffeegenießer kommt man um den Kauf dieser Maschine nicht herum, jedoch hat sie auch ihren Preis: Ein guter Vollautomat ist ab 300 Euro erhältlich. Kaffeepadmaschinen gibt es für unter 100 Euro.

Dafür haben Vollautomaten zusätzliche Features wie eine Milchschaumdüse, mit der man Cappuccino wie im Café zubereiten kann. Die Zubereitung dieser Milchkaffeespezialitäten erfordert einiges an Übung, sodass sie nicht für jeden geeignet ist. Mit einer Padmaschine wird der Cappuccino auf Knopfdruck zubereitet – schnell und unkompliziert.

Ein Überblick über die Hersteller

Senseo war die erste Marke, die mit einer Padmaschine den Markt betrat. Inzwischen sind viele neue Hersteller hinzugekommen, die mit ihren Produkten ins Rennen gehen. Nachfolgend ein Überblick über die drei wichtigsten Hersteller:

  • Senseo: Philips war der erste Hersteller, der gemeinsam mit dem Kaffeeröster Douwe Egbert unter dem Label Senseo Kaffeepadmaschinen auf den Markt brachte. In jedem Senseo-Gerät kommt ein Portionierungssystem (1–2 Tassen) zum Einsatz. Der Siebträger ermöglicht die Zubereitung spezieller Getränke wie heiße Schokolade sowie Cappuccino.
  • Petra: Im Vergleich zum Senseo kann die Petra Artenso latte mit ihrer speziellen Düse auch Milchschaum für Cappuccino und Co. zubereiten. Im Gegensatz zu Senseo hat Petra nur wenige Geräte im Angebot, die Pads verwenden. Das Unternehmen ist eher für seine Filterkaffeemaschinen bekannt.
  • WMF: Der Hersteller Württembergische Metallwarenfabrik ist für seine modernen Küchengeräte bekannt. Das deutsche Unternehmen versucht sich ebenfalls am Markt der Kaffeepads.

Ranking der beliebtesten Marken bei Kaffee-Pads

VuMa1 hat in einer Umfrage die beliebtesten Marken bei Kaffe-Pads ermittelt (Angaben in Prozent):

Marke 2013 2014 2015
Senseo 9,2 9,0 9,3
Aldi 4,3 4,5 4,3
Tchibo 3,3 3,7 3,7
Jacobs 3,5 3,6 3,7
Dallmayr 2,1 2,4 2,9
Melitta 2,0 2,4 2,5
Gala von Eduscho 1,0 1,2 1,4

1Erhebung durch: IFAK; Ipsos; GfK Media and Communication Research

Kaffee aus Pads schneidet in Tests gut ab

Es gibt verschiedene Gründe, warum sich ein Haushalt für eine Kaffeepadmaschine entscheiden würde. Eine davon ist die Qualität der Getränke, die Öko-Test und Stiftung Warentest untersucht haben.

Der Markt des sogenannten Portionskaffees schnappt dem traditionellen Filterkaffee immer größer Teile weg. Laut dem Marktforschungsinstitut Euromonitor lag der Umsatz im Jahr 2012 bei rund sechs Milliarden Euro. Pads sind biologisch abbaubar und verursachen auf diese Weise etwas weniger Müll als die Kapselvarianten.

Entkalkung der Kaffeepadmaschine

Beim Kauf einer Kaffeepadmaschine ist zu berücksichtigen, dass sie regelmäßig entkalkt werden muss. Wie bereits genannt, steigen durch diese Instandhaltung die Kosten je Tasse Kaffee.

In einigen Regionen Deutschlands ist die Kalkkonzentration besonders hoch, sodass die Prozedur öfter wiederholt werden muss. Kalk reduziert die Lebensdauer einer Padmaschine und kann dazu führen, dass – wenn sie nicht richtig oder regelmäßig entkalkt wurde – frühzeitig in Rente geht.

Der Entkalkungsprozess wird in der Bedienungsanleitung des Gerätes erklärt. Generell geht es darum, Entkalkungstabletten in den Wassertank zu geben, die sich darin auflösen. Anschließend wird der Entkalkungsprozess gestartet. Die Maschine erhitzt die Mixtur und gibt sie in einer Schale aus. Bei dem Vorgang wird der Kalk von dem Metall im Inneren der Maschine entfernt.

Abschließend muss der Wassertank ausgespült werden. Zusätzlich ist es nötig, mehrere Tankfüllungen mit klarem Wasser durch die Maschine laufen zu lassen, um alle Stoffe des Entkalkers zu entfernen.

Fakten

  1. Jeden Tag konsumieren 9,8 Millionen Deutsche Röstkaffee in Pads/Kapseln.
  2. Senseo hat bei den Kaffee-Pads einen Marktanteil von 9,3 Prozent.
  3. 2013 sanken die Verbraucherpreise von Kaffeepads und -kapseln um 3,24 Prozent.