Staubsauger-Test

Wer einen neuen Staubsauger kaufen will, hat im Handel die Qual der Wahl. Zahlreiche verschiedene Modelle locken den Käufer. Hier sollte sich je nach Anwendung, Größe der Wohnung und auch Gewohnheiten entschieden werden. Tests weisen den Weg, die folgenden Zeilen erklären die wichtigen Vergleichskriterien.

Funktion des Staubsaugers

Staub ade – dafür sorgt seit rund 150 Jahren der Staubsauger. Wo zu Anfang meist nur Schmutz und Staubpartikel entfernt werden konnten, ist es heutzutage sogar möglich, Flüssigkeiten aufzusaugen. Die Modelle wurden in den vergangen eineinhalb Jahrhunderten immer leistungsstärker, handlicher und auch umweltfreundlicher.

Das Prinzip des Staubsaugers ist dabei jedoch noch ähnlich, wie es vor 150 Jahren war. Motorbetriebener Unterdruck saugt Schmutz und Staub in die Modelle, wo sie von der Luft getrennt werden. Saubere Luft wird wieder ausgestoßen. Die Trennung wird durch Filter gewährleistet, der Schmutz in einem Sammelbereich aufgefangen. Hier gibt es verschiedenen Varianten: ein Beutel oder beutellose Staubsauger. Abluftgitter sorgen dafür, dass der Schmutz nicht mehr mit der Luft nach außen gelangt.

Je nach Modell können Leistungsstärken und Drehzahl verändert werden, die das Aufsaugen des Schmutzes variieren lassen. Ein Luftschieber am Saugrohr beispielsweise ermöglicht, empfindliche Materialien wie Wildleder schonend abzusaugen. Bürsten und spezielle Aufsätze ermöglichen das Staubsaugen auf vielen unterschiedlichen Untergründen. Filter müssen zudem regelmäßig ausgetauscht werden.

Verschiedene Typen

Auch wenn das Prinzip gleich funktioniert, ist ein Staubsauger nicht gleich Staubsauger. Der Handel hat hier zahlreiche unterschiedliche Modelle, die verschiedene Einsatzbereiche haben. Grundsätzlich wird unterschieden in:

  • Bodenstaubsauger mit Beutel
  • Beutellose Bodenstaubsauger
  • Stiel-/Handstaubsauger
  • Wischsauger
  • Roboterstaubsauger

Vor- und Nachteile von Bodenstaubsaugern mit Beutel

Diese Modelle werden auch Schiebestaubsauger genannt und sind der Klassiker unter den Staubsaugern. Sie verfügen meist über einen Korpus, der einen Auffangbeutel für den Staub beinhaltet. Saugschlauch, Saugrohr und Bürstenaufsatz sind an ihm angeschlossen.

Vorteil dieser Modelle ist, dass es eine riesige Auswahl auf dem Markt gibt. Für Hersteller ist diese Variante einfach zu konstruieren, die Technik ist jahrelang erprobt. Der Nachteil: Der Staubbeutel muss regelmäßig ausgetauscht werden. Je mehr der Beutel sich füllt, desto stärker lässt die Saugkraft nach. Dann muss er entsorgt werden. Bei kleinem Behältervolumen ist dies häufiger notwendig als bei großen Beuteln. Auch ist das Entnehmen nicht immer staubfrei und hygienisch.

Vor- und Nachteile von beutellosen Staubsaugern

Bei beutellosen Geräten kommt die sogenannte Zyklon-Technik zum Einsatz. Diese erzeugt einen starken Luftwirbel, der den Schmutz aus der Luft trennt. Bei der Multi-Zyklon-Technik wird sogar zwischen Grob- und Feinschmutz unterschieden, spezielle Filtersysteme machen die Ausstoßluft noch sauberer und sind für Allergiker geeignet.

Der Vorteil dieser Staubsauger ist, dass das Wechseln der Staubbeutel entfällt. Ebenso lässt die Saugleistung nicht nach, je mehr Schmutz gesammelt wurde. Die Staubbox muss dennoch von Zeit zu Zeit geleert werden. Der Nachteil daran ist, dass der Staub lose gekippt wird, die Gefahr des Verstreuens besteht. Auch sind die beutellosen Geräte meist teurer in der Anschaffung und die Auswahl auf dem Markt kleiner.

Vor- und Nachteile von Stiel-/Handstaubsaugern

In manchen Fällen ist ein typischer Staubsauger zu sperrig, um handlich damit umgehen zu können. Hier helfen Handstaubsauger, die deutlich kleiner sind. Sie sind oft aus einem kleinen Korpus gebaut mit angeschlossener Saugdüse – Handstaubsauger können mit einer Hand bedient werden. Das hinterher ziehen einer Box am Saugschlauch entfällt.

Handstaubsauger ähneln einem dicken Besen: ein Griff oben, in der Mitte die Motor- und Saugeinheit, am Boden durch ein Rohr verbunden die Düse. Kleine Modelle verfügen über eine Saugdüse direkt an der Motoreinheit. Die einteilige Bauweise macht ihn handlich und die Geräte sind einfach (oft stehend) zu verstauen. Der Nachteil ist meist in der Saugstärke zu finden. Handstaubsauger sind nicht selten weniger leistungsfähiger, lauter und unsauberer im Luftausstoß. Oft werden diese Modelle auch mit einem Akku betrieben – die Saugleistung ist nicht so stark. Dafür ist der Einsatz von kleinen Handstaubsaugern außerhalb der Wohnung möglich, im Auto beispielsweise.

Vor- und Nachteile von Wischsaugern

Auch bei Staubsaugern hält der Fortschritt Einzug. So gibt es inzwischen Modelle, die nicht nur saugen, sondern auch wischen. Sie können auf Parkett, PVC und Fliesen eingesetzt werden. In Bad, Küche und Co entfernen sie nicht nur den Staub, sondern wischen den Boden gleichzeitig in einem Arbeitsgang. Das erspart viel Zeit bei der Reinigung.

Wischsaugern werden mit einem getrennten Wasserbehälter konstruiert – für sauberes und schmutziges Wasser. Ein Wischmopp und auswringen von Lappen und Co entfällt. Jedoch sind diese Geräte oft deutlich teurer als herkömmliche Staubsauger. Auch sind sie in ihrer Saugfähigkeit nicht immer mit anderen Staubsaugern zu vergleichen.

Vor- und Nachteile von Roboterstaubsauger

Wer keine Zeit für Hausarbeit hat, der kann sich einen Roboterstaubsauger anschaffen. Diese Geräte sind meist klein und flach. Sie arbeiten selbstständig auf dem Boden – wenn der Bewohner selbst auf Arbeit, beim Einkaufen oder im Café in der Stadt ist. Eine Ladestation bietet Strom und Aufenthalt während das Gerät nicht im Einsatz ist. Hier können die Zeiten einprogrammiert werden, wann der kleine Helfer selbstständig über den Boden gleitet und den Staub aussaugt. Oft sind die Roboter mit zahlreichen Sensoren ausgestattet, die Hindernisse erkennen oder sogar einen vollständigen Raumplan erstellen.

Nachteil dieser Modelle ist jedoch oft die Leistung: Die Roboterstaubsauger fegen und bürsten gründlich, nehmen jedoch nicht immer jeden Staub vollständig auf. Je nach Entwicklungsgrad können manche Modelle auch nicht mit Hindernissen agieren, sodass sie sich an Teppichkanten und Stromkabeln verfangen. Die Akkuladung ist begrenzt, die Aufladezeit manchmal langwierig. Kommt der Bewohner nach Hause, kann durchaus nur die halbe Fläche gereinigt sein.

Vergleichskriterien

Wer sich einen neuen Staubsauger zulegen möchte, muss jedoch nicht nur zwischen den unterschiedlichen Modellen wählen. Auch bei ähnlichen Ausführungen gilt es, einige Kriterien zu vergleichen. Dazu gehören unter anderem:

  • Saugkraft
  • Leistung
  • Gewicht
  • Staubemission/Filter
  • Stromverbrauch
  • Lärmpegel
  • Staubbeutelvolumen / Fassungsvermögen

Saugkraft

Ein schöner Staubsauger nutzt nichts, wenn er nicht tut, was er soll: Saugen. Hier ist die Saugkraft ausschlaggebend. Ein gutes Indiz dafür kann die Angabe der Wattleistung zeigen. Generell kann gesagt werden, dass eine solide Saugkraft erst ab 320 Watt erreicht wird. Auf dem Markt gibt es Geräte mit 2000 und 3000 Watt – doch nicht immer hilft viel auch viel. Eine hohe Wattzahl bedeutet auch immer einen hohen Stromverbrauch.

Hersteller haben sich daher entschieden, die Staubsauger stark und dennoch energieeffizient zu gestalten. Gute Modelle sind mit einer Leistung von 1200 bis 1600 Watt ausgestattet. Das reicht aus, um saugstark Staub zu entfernen und nicht zu viel Strom zu verbrauchen. Praktisch ist es zudem, wenn die Saugleistung beim Staubsauger auch reguliert werden kann. Je nach Untergrund und Verschmutzungsgrad kann eine niedrige Stufe bereits ausreichen.

Leistung

Von der Motorkraft hängt auch die Leistung eines Gerätes ab. In den seltensten Fällen kann jedoch ein Staubsauger im Geschäft ausprobiert werden. Ohne „Probefahrt“ kann der Kunde durch Testbewertungen und Rezessionen von anderen Kunden dennoch einiges über die Leistung des Saugers erfahren.

Hier sollte darauf geachtet werden, dass das Modell gute Bewertungen bei dem Aufsaugen von Haare bekommt und welche Leistung er beim Saugen im vollen Zustand erbringt. Auch die Angabe der Saugleistung auf Läufern, Teppichen und harten Böden kann aufschlussreich sein. Ebenso sollte beachtet werden, wie das Modell in Ecken oder auf Kanten arbeitet. Die Breite der Saugdüse ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium.

Gewicht

Egal ob Handstaubsauger oder Bodengerät – je schwerer das Modell, desto anstrengender wird die Reinigung von Teppich und Co. Daher sollte auch auf das Gewicht geachtet werden. Kleine Handstaubsauger sollte nicht zu schwer in der Hand liegen. Andere Modelle gelten als leicht, wenn sie unter fünf Kilogramm auf die Waage bringen. Staubsauger über acht Kilogramm gelten als Schwergewicht.

Staubemission/Filter

Die Filter im Staubsauger sorgen dafür, dass die wieder ausgestoßene Luft staubfrei ist. Nur wenn sie gut arbeiten, wird der Schmutz während des Saugens nicht wieder im Raum verteilt. Hier gibt es verschiedene Modelle und Techniken:

  1. Zellulosefilter sind Standardfilter in Staubsaugern.
  2. Polyesterfilter sich hochwertigere Filter, die sogar Flüssigkeiten zurückhalten.
  3. Feinfilter halten kleinere Teilchen zurück.
  4. Hepa-Filter bieten ein optimales Staubrückhaltevermögen und halten sogar Feinstaub auf. Diese Filter sind für Allergiker besonders gut geeignet.

Industriestaubsauger werden auch in drei Filtergruppen eingestuft: Klasse L (niedriger Filtergrad), Klasse M (mittlerer Filtergrad) und Klasse H (hoher Foltergrad). Auch kann so mancher Filter leicht ausgebaut und handlich selbst ausgewaschen werden. Das kann für eine lange Lebensdauer des Staubsaugers sprechen.

Die Filterleistung ist auch verantwortlich für eine insgesamt gute Leistung des Gerätes. Mehrere Filterstufen sind hier optimal. Diese sind meist in den Verpackungsinformationen angegeben.

Stromverbrauch

Energieeffizienz ist auch bei Staubsaugern ein wichtiges Thema. Je höher die Wattzahl, desto mehr Strom wird verbraucht. Daher sollte beim Kauf auch auf diese Angabe geachtet werden. Die Rechnung ist einfach: Kilowattzahl x Zeitfaktor = Stromverbrauch. Verfügt das Gerät über 1600 Watt, verbraucht der Sauger in 15 Minuten 0,4 Kilowattstunden – 1,6 kW x 0,25 h (25 Prozent der vollen Stunde) entspricht 0,4 Kilowattstunden. Je weniger die Wattzahl, desto niedriger der Verbrauch. Hier muss der Kunde in Sachen Leistung abwägen, was benötigt wird.

Lärmpegel

Auch der Schallpegel ist ein wichtiges Kriterium, das beim Kauf beachtet werden sollte. Das Gesetzt schreibt vor, dass der Lärm bei diesen Geräten nicht über 85 Dezibel steigen darf – der TÜV empfiehlt sogar eine Obergrenze von 75 Dezibel. Daher setzen zahlreiche Hersteller inzwischen auch auf leise Geräte. Grundsätzlich gilt: beutellose Staubsauger sind meist lauter als Modelle mit Beutel. Die Roboterstaubsauger hingegen sind ein wahrer Segen für die Ohren.

Weitere Aspekte für den Kauf

Neben den Standardkriterien gilt es bei Kauf eines Staubsaugers aber auch, auf weitere Aspekte zu achten. Dazu gehören:

  • Aktionsradius: Kabeloder Akkubetrieben
  • Grundausstattung und mögliches Zubehör
  • Nachkaufkosten für Filter / Staubbeutel
  • Handhabung / Bedienerfreundlichkeit

Aktionsradius: Kabel- oder Akkubetrieben

Gerade wer über große Räume verfügt, sollte auch auf einen passenden Aktionsradius achten. Geräte mit Stromanschluss brauchen hier eine entsprechende Kabellänge: Acht Meter gelten als geringer Aktionsradius, zwölf Meter sind ein weiter Aktionsradius. Akkubetriebene Geräte sind frei im Bereich, bei ihnen muss nicht immer wieder die Steckdose gewechselt werden. Sie können auch dort eingesetzt werden, wo kein Anschluss vorhanden ist – wie beispielsweise im Auto.

Grundausstattung und mögliches Zubehör

Die meisten Modelle verfügen in der Standardausstattung auch über unterschiedliche Bürstenaufsätze: Für Fugen, Polster und Matratzen. Die Düse ist ausschlaggebend, um die Saugkraft des Gerätes optimal einsetzen zu können.

Nachkaufkosten für Filter / Staubbeutel

Gerade bei Staubsaugern mit Beutel sollte nicht nur beim Gerät auf den Preis geachtet werden. Hier müssen immer wieder Staubbeutel nachgekauft werden. Wie viel kosten diese? Auch der Filter sollte etwa einmal im Jahr neu nachgerüstet werden, um eine optimale Saugleistung aufrecht zu erhalten. Hier sollte ebenfalls vor Wahl des Modells auf den Preis geschaut werden.

Handhabung / Bedienerfreundlichkeit

Ein letzter Aspekt für den Kauf eines Staubsaugers ist die Bedienfreundlichkeit. Wie einfach ist die Inbetriebnahme? Kann der Staubsauger einfach verstaut werden? Ist das Wechseln von Beutel und Filter einfach zu realisieren? Für die Handhabung ist auch wichtig, ob das Saugrohr auf die eigene Körpergröße eingestellt werden kann. In kleinen Räumen braucht es einen wendigen Staubsauger. Sind mehrere Etagen vorhanden, sollte das Gerät zudem leicht tragbar sein.

Auch die Einstellung verschiedener Leistungsstufen sollten ohne großen Aufwand möglich sein. Manche Modelle bieten hier mechanische Regelungen an, andere können elektronisch eingestellt werden. Vor allem bei Staubsaugerrobotern sollte ein Blick auf die Programmierung geworfen werden – ist diese einfach und verständlich?

Stiftung Warentest testet regelmäßig verschiedene Staubsaugertypen. Bei der Verbraucherorganisation können die verschiedensten Testsieger gefunden werden.

Die bekanntesten Hersteller

Wer sich einen neuen Staubsauger zulegen möchte, hat zudem die Wahl zwischen Markenherstellern und Noname-Produkten. Zu Ersteren gehören unter anderem:

  • AEG
  • Bosch
  • Dirty Devil
  • Dyson
  • Miele
  • Kärcher
  • Philips
  • Siemens

Das AEG-Sortiment umfasst eine breite Angebotspalette von Boden-, Stiel- und Handstaubsaugern. Die Geräte des schwedischen Konzerns sind vor allem im ökologischen Bereich beliebt. Der Bosch-Konzern hat den Ruf eines Premium-Herstellers von Staubsaugern. Er bietet im Schwerpunkt Bodenmodelle mit und ohne Beutel und ist regelmäßig unter den Testsiegern zu finden.

Dirty Devil konzentriert sich ebenfalls auf Bodenstaubsaugern und steht vor allem für gute Saugkraft und günstige Preise. Die Marke ist ebenso für beutellose Geräte bekannt, wie der Hersteller Dyson. Dieser Konzern ist der Pionier in dem Marktsegment und bietet bereits seit 1993 Zyklon-Technologie.

Miele erreicht mit zahlreichen Modellen oft die Siegertreppchen in verschiedenen Staubsaugertests. Die Preise sind im oberen Bereich angesiedelt. Kärcher hat sich vor allem einen Namen als Hersteller für Hochdruckreiniger gemacht, aber auch Spezialsauger wie Waschsauger sind hier im Sortiment erhältlich.

Philips ist bekannt dafür, in puncto Saugkraft die besten Modelle auf dem Markt zu haben. Die Angebotspalette ist breit – mit und ohne Beutel, Bodenstaubsauger, Stielmodelle und Handprodukte. Aber auch Siemens bietet ein enormes Modellangebot, vom klassischen Bodengerät bis zum Handstaubsauger.