Tomaten optimal düngen – Tipps zur Häufigkeit und Düngerauswahl

Tomaten optimal düngen – Tipps zur Häufigkeit und Düngerauswahl

Die Tomate gehört zu den beliebtesten Gemüsesorten der Deutschen. Sie schmeckt roh im Salat, lässt sich zu leckeren Suppen und Soßen verarbeiten und ist gerade in mediterranen Gerichten wie Pizza und Pasta eine schmackhafte, fruchtige Zutat. Am besten schmeckt die Tomate aus eigenem Anbau, weshalb viele Gartenbesitzer das Gemüse in ihrem Garten anbauen möchten. Auch auf dem Balkon lassen sich Tomatenpflanzen ziehen. Wichtig für den gewünschten Erfolg bei der Ernte ist lediglich, dass Sie bei der Pflege der Tomatenpflanzen ein paar Dinge beachten. Dazu gehört insbesondere die korrekte Düngung. Alle Tomatensorten benötigen zusätzliche Nährstoffe, damit sie gesund wachsen und einen hohen Ertrag bieten. Doch welcher Dünger eignet sich dafür? Und wann ist der beste Zeitpunkt für die Tomatendüngung? Im folgenden Heimhelden.de-Ratgeber finden wir eine Antwort auf diese Fragen.

Die Tomate ist als Starkzehrer auf viele Nährstoffe angewiesen

Die Tomate ist ein sogenannter Starkzehrer. Das bedeutet, dass für ein gesundes Wachstum zahlreiche Nährstoffe erforderlich sind. Durch eine geeignete Düngung können Sie die ausreichende Nährstoffzufuhr sicherstellen. Allerdings sollten Sie dafür nicht einfach im Handel einen beliebigen Dünger kaufen, sondern feste Regeln befolgen, damit Ihr Tomatenanbau erfolgreich ist. Das gilt sowohl für die Auswahl eines geeigneten Düngemittels als auch für den richtigen Zeitpunkt der Düngung.

Der richtige Zeitpunkt – Ab wann dürfen Tomaten gedüngt werden?

Die erste Dosis Dünger benötigen die Tomaten ungefähr eine Woche nach dem Pflanzen im Kübel oder Beet. Ab dieser Zeit sollten Sie den Pflanzen regelmäßig frischen Dünger geben, damit Sie schon bald die ersten Früchte ernten können. Aber Achtung: Während der Aussaat und beim Pikieren der Tomatenpflanzen ist es nicht sinnvoll, zusätzliche Nährstoffe zu verabreichen, da sie in dieser Phase eher kontraproduktiv auf das Wachstum wirken würden.

Organische Dünger – Die beste Wahl für Tomaten im Beet

Bei der Auswahl des Düngers haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Sie können im Fachhandel spezielle Mischungen für Tomatendünger kaufen. Sie sind optimal auf den Nährstoffbedarf der Pflanzen abgestimmt und in verschiedenen Varianten erhältlich. Am besten sind im heimischen Nutzgarten aber natürliche Methoden für die Düngung geeignet.

Chemische Präparate sind nicht selten mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt, die Natur und die Gesundheit verbunden.

Organische Dünger werden daher von vielen Gärtnern bevorzugt. Sie werden auf Basis von tierischen und pflanzlichen Abfällen hergestellt, die in der Erde von Mikroorganismen zu Humus zersetzt werden. Mit ihren Wurzeln können die Tomatenpflanzen dann von den Nährstoffen profitieren. Bewährt haben sich für die Düngung der Tomaten vor allem die folgenden organischen Dünger:

  • Kompost
  • Hornspäne und Hornmehl
  • Pflanzenjauche
  • Stallmist

In den folgenden Abschnitten erläutern wir Ihnen, wie Sie Ihren Tomatenpflanzen diese Düngemittel verabreichen sollten.

Kompost

Durch die Verrottung werden ungekochte Küchenreste und Grünabfälle in alle wichtigen Nährstoffe verwandelt, die für das Wachstum der Tomatenpflanzen wichtig sind, wie Kalium, Stickstoff, Magnesium und Phosphor. Arbeiten Sie den gesiebten Kompost schon vor dem Setzen der Pflanzen in den Boden ein. Bis die Tomatenpflanzen zu blühen beginnen, verabreichen Sie im Abstand von 14 Tagen zwei Liter Kompost pro Quadratmeter. Danach erhöhen Sie je nach Tomatensorte die Dosis auf drei bis fünf Liter.

Hornspäne oder Hornmehl

Hornspäne und Hornmehl sind geraspelte Hörner und Hufe von Schlachttieren. Der Stickstoffgehalt liegt hier bei 10 Prozent, weshalb dieses Düngemittel gut für die Tomatenpflanze geeignet ist.

Mischen Sie die Hornspäne oder das Hornmehl am besten mit gesiebtem Kompost und arbeiten Sie beides in den Boden ein.

Verwenden Sie 100 Gramm Hornspäne je Quadratmeter Boden.

Pflanzenjauche

Auch Pflanzenjauche – insbesondere Beinwell- und Brennnesseljauche – ist ein guter Tomatendünger. Er eignet sich speziell für Tomaten im Beet und Gewächshaus. Sie können die Jauche aus getrockneten oder frischen Pflanzenteilen ganz einfach selbst herstellen. Mischen Sie Beinwell- mit Brennnesseljauche und verdünnen Sie diese im Verhältnis 1:10. Sprühen Sie das Gemisch alle zwei Wochen auf die Wurzeln. Anschließend mulchen Sie das Beet mit Brennnesselblättern und den Tomatentrieben vom Ausgeizen.

Stallmist

Schweine, Pferde und Kühe erzeugen ebenfalls einen guten organischen Dünger für Tomaten. Gerade Pferdeäpfel enthalten Zellulose, die die pflanzlichen Zellwände stärkt. Allerdings sollte Stallmist immer erst 12 bis 18 Monate nach der Rotte eingesetzt werden. Mischen Sie einfach den kompostierten Mist genauso wie den Kompost in regelmäßigen Abständen unter die Erde. Im Gewächshaus ist der Stallmist gleichzeitig ein natürlicher Wärmespender.

Tipps für die Düngung von Kübeltomaten

Für Kübelpflanzen eignen sich organische Dünger meist nicht. Wenn Sie Tomaten auf dem Balkon in einem Blumenkasten oder Topf ziehen möchten, müssen Sie daher nach anderen Mitteln suchen, um den Starkzehrern trotzdem gut Nährstoffe zuzuführen. In diesem Fall ist es ratsam, auf Flüssigdünger aus dem Fachhandel zurückzugreifen.

In der Datenbank des „Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ (BVL) finden Sie aktuelle Übersichten über alle Präparate, die für die Verwendung in Kleingärten zugelassen sind.

Berücksichtigen Sie beim Düngen der Kübeltomaten zudem die folgenden Hinweise:

  • Die Düngung beginnt ab der zweiten Woche nach dem Auspflanzen
  • Verabreichen Sie den Dünger bis zur Blüte im Abstand von zwei bis drei Wochen
  • Beachten Sie dabei die Herstellerangaben
  • Nach dem Fruchtansatz sollte der Dünger wöchentlich gegeben werden

Geben Sie Flüssigdünger jedoch niemals auf trockenes Substrat, sondern feuchten Sie es immer erst an.

Wie Sie Nährstoffmangel bei Ihren Tomaten rechtzeitig erkennen und beheben

Trotz der Düngung kann es mitunter zu Mangelerscheinungen bei den Tomatenpflanzen kommen. Wachsen die Pflanzen beispielsweise unzureichend oder kümmerlich, dann deutet das auf einen Stickstoffmangel hin. In diesem Fall sollten Sie vermehrt mit Hornspänen und Brennnesseljauche düngen. Sofern sich hingegen die Tomaten vom Blütenansatz her schwarz färben, ist das ein Anzeichen für Blütenendfäule. Reduzieren Sie dann den Stickstoffdünger und führen Sie mehr Kalzium zu. Junge, gelb verfärbte Blätter deuten darauf hin, dass es den Pflanzen an Zink, Kupfer oder Eisen mangelt. Ein Eisenmangel kann auch bei Tomatenpflanzen vorkommen, die mit einem eisenhaltigen Dünger versorgt werden. Denn: Wenn die Kalziumkonzentration im Boden zu hoch ist, behindert es die Wurzeln bei der Eisenaufnahme. Kaliummangel besteht meist, wenn die Früchte ungleichmäßig wachsen. Mitunter mangelt es dem Boden auch an Kalk. Das beeinträchtigt die Aufnahmefähigkeit der Wurzeln, sodass aller Dünger nichts hilft. Gerade, wenn Sie kein Wasser aus der Leitung zum Gießen nehmen, sondern überwiegend Regenwasser, sollten Sie regelmäßig mit Algenkalk oder Gesteinsmehl düngen.

Gründüngung im Vorjahr als ideale Bodenvorbereitung

Optimal ist es, den Boden schon im Vorjahr mit einer Gründüngung auf den Tomatenanbau vorzubereiten. Gerade Saatmischungen wie „Ringelblumen“, „Bienenfreund“ oder „Studentenblumen“ reichern den Boden mit wertvollen Nährstoffen an. Dadurch lassen sich häufige Krankheiten wie Braunfäule vorbeugen. Vor der Pflanzung der Tomaten harken Sie die Gründüngung dann einfach unter.

Zusammenfassung

In beinahe jedem Nutzgarten werden Tomaten angebaut, weil diese Gemüsesorte bei den meisten Menschen sehr beliebt ist und Tomaten aus eigenem Anbau einfach am besten schmecken. Damit eine ertragreiche Ernte erzielt werden kann, kommt es aber auf eine regelmäßige Düngung an, um eine ausreichende Nährstoffzufuhr sicherzustellen. Obwohl es im Handel zahlreiche spezielle Tomatendünger gibt, entscheiden sich viele Hobbygärtner für die Düngung mit organischen Mitteln wie Kompost, Stallmist, Hornspänen oder Pflanzenjauche, weil sie besser für die Umwelt und die Gesundheit sind.

Artikelbild: ch_ch / Bigstock.com

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