Top 5 Fehler beim Vertikutieren im Garten

Top 5 Fehler beim Vertikutieren im Garten

Ein schöner Rasen braucht Pflege. Aber nicht nur der Rasenmäher ist wichtig. Auch das Vertikutieren trägt einen essenziellen Teil dazu bei. Darunter versteht der Gärtner das Anritzen der Grasnarbe. So wird altes Schnittgut entfernt und die Belüftung verbessert. Der Frühling ist eine optimale Jahreszeit dafür. Doch Vorsicht: Beim Vertikutieren können schwerwiegende Fehler passieren. Die fünf schlimmsten von ihnen sind hier einmal aufgelistet.

Fehler Nummer 1: Die falsche Reihenfolge

Einfach spontan den Vertikutierer herausholen und damit den Rasen bearbeiten – das kann fatal sein. Denn das Vertikutieren sollte einer bestimmten Reihenfolge folgen und muss gut vorbereitet sein. Der erste Schritt ist dabei das Düngen – ein stickstoffhaltiges Mittel sollte dafür im Februar oder März verwendet werden. Der Dünger muss eine Woche lang in den Rasen einziehen können. Danach erfolgt das Rasenmähen. Dies sollte in zwei Schritten durchgeführt werden. Der erste Durchgang kürzt die Gräser auf etwa vier Zentimeter. Rund zwei Wochen später sollten sie dann auf zwei Zentimeter runter geschnitten werden. Erst danach kann das Vertikutieren durchgeführt werden.

Nach dem Vertikutieren können kahle Stellen mit Samen neu ausgesät werden. Von weiterem Düngen ist jedoch abzuraten, denn der Vorgang ist eine enorme Strapaze für den Rasen. Davon muss sich das Gras erst erholen.

Fehler Nummer 2: Der falsche Zeitpunkt

Der Frühling ist optimal für die Grasnarbe im Rasen. Doch nicht nur die Jahreszeit ist ausschlaggebend. Wichtig ist auch, dass die Bodentemperatur bereits zehn Grad Celsius erreicht hat. Daher sollte nicht zu früh vertikutiert werden, denn das schädigt den Rasen. Die Gräser sind von Winter und Frost noch geschwächt. Ist der optimale Zeitpunkt in März und April verstrichen? Dann kann auch noch in der ersten Maiwoche vertikutiert werden. Danach wächst das Gras bereits zu stark. Ein Vertikutieren im Herbst ist nur ratsam, wenn der Rasen im Sommer stark gelitten hat. Auch hier ist Düngen vorher besonders wichtig. Im Oktober sollte jedoch ein entsprechender Herbst- oder Winterdünger verwendet werden.

Fehler Nummer 3: Das falsche Werkzeug

Der Handel bietet verschiedene Vertikutierer, die im Schneideprinzip gleich sind: Kleine, scharfe Messer sind an der Unterseite vorhanden. Aber der Betrieb ist unterschiedlich. Hier gibt es:

Ist die Rasenfläche groß, sollte kein handbetriebenes Gerät verwendet werden. Denn diese sind auf Dauer sehr mühsam und kraftraubend. Erleichterung schaffen Antriebe mit Benzin oder Elektrokraft. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass die Geräte zu schnell für den Ausführenden sind. Wer bremst und den Vertikutierer lange auf einer Stelle arbeiten lässt, vertikutiert nicht mehr, sondern pflügt. Gerade bei solchen Geräten muss die Bewegung fließend sein. Bei einer Pause muss der Vertikutierer daher immer ausgeschaltet werden. Daher sollte der Gärtner vorher sicher sein, mit dem richtigen Gerät auch gut umgehen zu können.

Hat der Rasen eine Größe von etwa 100 Quadratmeter, reicht der Elektrovertikutierer aus. Dieser ist oft kleiner als die Benzinausführung und kann besser verstaut werden. Bei größeren Flächen sollte der Benzinvertikutierer zum Einsatz kommen, da dieser kein lästiges Stromkabel mit sich bringt.

Fehler Nummer 4: Zu tief oder zu nass – die falsche Ausführung

Die Ausführung beim Vertikutieren ist ebenfalls eine häufige Fehlerquelle. Der ungeübte Gärtner wählt hierbei schnell die falsche Tiefe. Diese kann am Gerät selbst eingestellt werden. Optimal ist eine Schnitttiefe von zwei bis drei Millimetern. Wird der Rasen zu tief vertikutiert, kann das Schäden auslösen, von denen er sich nur schwer erholt. Das kann mehrere Wochen dauern. Auch sollte die Grasnarbe nicht gezogen werden, wenn der Boden zu nass ist. Direkt nach einem Regentag sollte die Maßnahme eher verschoben werden. Denn bei zu nassem Boden verklebt dieser und bringt zu große Grassoden zutage. Nach ausgiebigen Regengüssen sollten mindestens zwei bis drei Tage abgewartet werden.

Fehler Nummer 5: Zu oft

So mancher Gärtner meint es zu gut mit seinem Rasen und vertikutiert ihn mehrfach im Jahr. Doch das stresst mehr, als dass es hilft. Einmal im Frühling vertikutieren ist Pflicht. Die Kür ist die Maßnahme im Herbst und gilt nur für stark verfilzte Flächen. Häufiger im Jahr sollte der senkrechte Schnitt nicht vorgenommen werden.

Der größte Fehler ist es jedoch, wenn der Rasen gar nicht vertikutiert wird. Dann haben Filz, Moos und Co leichtes Spiel und die Grashalme wachsen immer schwächer. Ebenso kann der Boden kaum Luft und Feuchtigkeit aufnehmen. Vertikutieren ist daher ein Muss für einen schönen Rasen!

Zusammenfassung

Der Frühling ist die richtige Zeit, um den Rasen zu vertikutieren. Doch dabei können dem ungeübten Gärtner verschiedene Fehler unterlaufen. Einerseits gilt es, den richtigen Zeitpunkt und auch das richtige Gerät zu finden. Andererseits ist die korrekte Reihenfolge und Ausführung zu beachten. Auch darf der Rasen weder zu häufig noch zu wenig vertikutiert werden.

Artikelbild: © Ingrid Balabanova / Shutterstock

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