Trapezblechdach-Aufbau: Anbringen in Eigenregie

Trapezblechdach-Aufbau: Anbringen in Eigenregie

Ob für große Lagerhallen in der Landwirtschaft oder Industrie oder für private Zwecke wie das Dach eines Unterstands oder Caports – ein Trapezblech punktet mit vielen Eigenschaften. Darüber hinaus kann es auch als Wandblech oder Sichtschutz verwendet werden. Im Gegensatz zu Wellblech weist es eine grundsätzlich stabilere Form auf und biegt sich nicht so schnell unter schweren Lasten wie zum Beispiel Schneemassen im Winter.

Grundsätzliche Bestandteile eines Trapezdachs

  • Trapezbleche in den passenden Maßen nehmen den größten Teil von der Dachbedeckung ein.
  • Gekantete Traufbleche werden an den Dachseiten montiert, sodass das Regenwasser vom Dach in die Regenrinne rinnt.
  • Unterlegsbleche sind auch als Kalotten bekannt. Sie werden zur Verschraubung benötigt, da durch sie die Druckkraft gleichmäßig und großflächig verteilt werden kann.
  • Bolzen sind Spezialschrauben für Trapezbleche mit einer scharfen Spitze. Sie sind ideal zum einfachen Durchbohren der Bleche.
  • Ortgangsbleche stellen den seitlichen Abschluss des Daches an den Dachschrägen dar.
  • Gekantetes Firstblech bildet die Dachspitze.
  • Profilfüller aus Gummi werden als Zubehör benötigt. Sie stellen die Verbindungen an den Überlappungsstellen der Trapezbleche, zwischen Trapez- und Traufblech oder First- und Trapezblech.
  • Dachrinnen und Dachrinnenhalter leiten das Regenwasser ab.

Wann ist die Anbringung eines Trapezdaches sinnvoll?

Die Trapezform der Stirnseite ist Namensgeber für das Blech, das vielen Heimerkern auch als Schwedenblech bekannt ist. Es besteht aus mehrschichtigem Stahl oder Aluminium und ist daher besonders gut gegen Umwelteinflüsse geschützt. Sie können aus unterschiedlichen Profilen wählen, weshalb so viele unterschiedliche Bauvorhaben mit Trapezblechen realisiert werden können.

Je höher das Profil, desto größer ist die Stabilität. Gerade beim Eindecken weitläufiger Ställe, Hallen oder Dächer in der Industrie und beim Gewerbe spielen kostengünstige Montage und langlebige Konstruktion eine bedeutende Rolle. Doch auch für kleinere Projekte eignet sich ein Trapezblech. Wenn Sie in Eigenregie ein Trapezdach anbringen möchten, ist dies problemlos möglich.

Die Vorteile von Trapezdächern:

  • preisgünstig
  • langlebig
  • vielseitig einsetzbar
  • geringes Gewicht
  • witterungsbeständig
  • einfach und schnell selbst angebracht

Die Nachteile von Trapezdächern:

  • örtlichen Bauvorschriften müssen eingehalten werden
  • ungedämmt sehr laut bei Regen

Welches Material sollte gewählt werden?

Verzinktes Stahlblech bietet guten Rostschutz und kann farblich nach Belieben beschichtet werden. An der Stelle der Durchbohrung verliert das Trapezblech allerdings seinen Korrosionsschutz. Gewalztes Aluminium ist auch an seinen Befestigungsstellen rostfrei. Aber es ist empfindlich gegen Kratzer. Edelstahl punkten durch Unempfindlichkeit und Tragfähigkeit. Es eignet sich für extra Dachaufbauten wie Photovoltaik-Module. Dieses Material ist aber sehr teuer.

Vermeiden Sie beim Zuschneiden von Trapezblech den Gebrauch eines Winkelschleifers! Die Schneidkanten können ausglühen und die Beschichtung der Profilplatten zerstören.

Welche Werkzeuge muss man parat haben?

Neben den Hauptmaterialien wie Stegplatten, dem Zubehör für Unterkonstruktion oder Dachrinnen sind auch diese Utensilien notwendig: Hand-Kantzange, Akkuschrauber, Zollstock, robuste Handschuhe, Schrauben, Zuschneide-Geräte. Es lohnt sich für den Kauf von Werkzeugen und dem Zubehör wie Lichtplatten auf Sonderposten zu setzen. Hier können Sie gute Qualität für einen fairen Preis erhalten. Das Angebot ist oft umfangreich. So ehalten Sie zum Beispiel hochwertiges Pfannenblech aus Alu oder Dachprofile und Kantteile zum Sonderpreis.

Trapezdach anbringen erklärt

Messen Sie die beiden Diagonalen der Dachfläche und schauen Sie, ob das Dach rechtwinklig ist. Gleichen Sie eine eventuell schiefwinklige Dachfläche durch einen leichten Versatz zwischen den Blechbahnen aus oder passen Sie die Ränder durch schräge Schnitte an. Sie können die benötigten Profilplatten aus Wellblech nach Maß anfertigen lassen oder in Standardgrößen erwerben. Wollen Sie diese für den Trapezblechdach-Aufbau selber zurechtschneiden, nutzen Sie für Stahlplatten mit Profil eine elektrische Blechschere oder eine Kreissäge mit hoher Drehzahl und passendem Sägeblatt.

Achten Sie darauf, die umfliegenden Metallspäne schnell von den Trapezblechen zu entfernen. Im Falle von Verunreinigungen, sauberes Reinigungswasser und eine safte Bürste nutzen. Tragen Sie die Profilplatten eine nach der anderen und immer mindestens zu zweit, um eine Verformung und Beschädigung zu vermeiden. Beträgt die Profilplatte nicht mehr als sechs Meter in der Länge, kann ein Gabelstapler zum Entladen genutzt werden. Bei längeren Varianten bis zu zehn Metern sollten Kräne eingesetzt werden.  Darüber benötigt man tragfähigen Hebeseile. Allerdings wird dies bei einer privaten Nutzung nicht einschlägig sein.

Die Dachneigung beachten

Die Dachneigung ist bei Blechdächern besonders wichtig, um bei stehendem Wasser Rost zu verhindern. Daher sollten Sie kein Trapezdach bei flachen oder nur schwach geneigten Dachprofilen in Betracht ziehen. Das Gefälle sollte mindestens drei Prozent betragen, empfohlen werden fünf. Ab dann werden Schmutz, Laub oder ähnliches bei Regen von selbst weggespült. Bedenken Sie die für Ihre Berechnung, sollen die Dachplatten zu einer Wand abschließen.

Bei Dachneigungen von weniger als 15° sollte die Überlappung mindestens 200 mm betragen, bei größeren Dachneigungen mindestens 100 mm. Es sollte eine Abdichtung der Querstöße am unteren und am oberen Rand der Überlappung verlaufen. Nutzen Sie hier ein Kompriband oder Fugendichtstoff. Sie können auch mit einem angewärmten Butylstreifen in einem Abstand von je rund 40 cm eine mechanische Befestigung anbringen.

Verwenden Sie die Trapezbleche nicht umgehend, lagern Sie die Profilplatten an einem trockenen Ort. Die Lagerung unter einer Abdeckung ist nur für kurzfristige Lagerung geeignet. Bei Lagerung unter freiem Himmel: Sorgen Sie für ausreichende Neigung, damit kein Wasser zwischen den Profilplatten verbleiben kann. Bringen Sie zusätzliche Stützen und einen Seitenschutz an.

Die Überlappungen der Längsstöße sind nach der Hauptwindrichtung auszurichten, so dass kein Niederschlag in die Überlappung gelangt.Lassen Sie zwischen den Blechen einen millimetergroßen Spalt, um ein Ansaugen von Wasser zu vermeiden. Bei einer Längsüberlappung sollte die Profilplattenseite mit der kurzen Rippe immer oben sein. Im Durchschnitt sechs Schrauben pro Quadratmeter benötigen Sie zur Befestigung dünner Bleche mit einer Profilhöhe von rund 20 mm.

Unterer Anschluss und Anbringung der Trapezbleche

Die Dachrinnen-Halter werden mit einer Fräse in die Firstbalken eingefräst und montiert. Die Dachrinne wird anschließend eingelegt und die durch das Umbiegen der Laschen am Rinnenhalter fest montiert. Darüber kommt das Traufblech. Es wird fest an den Pfetten vernagelt oder verschraubt. Darüber kommt der Profilfüller aus Schaumgummi. Die Bleche sollten etwas über die Hälfte über die Regenrinne ragen und unbedingt mit Kalotten befestigt werden, damit die Montageschrauben nicht bei Sturmböen ausreißen.

Nach der vollständigen Verschraubung bearbeiten Sie die Trapezbleche mit einer Kantzange. Biegen Sie sie dabei an der Unterseite senkrecht nach unten, damit Niederschlag sicher in die Rinne läuft. Biegen Sie das Blech oben entsprechend senkrecht nach oben. Erst dann den oberen Profilfüller anbringen. Legen Sie das Firstblech auf und befestigen Sie es. Dann verkleiden Sie die Dachschrägen mit den Ortsgangblechen.

Bei der Befestigung der Profile sollten Sie unter den Schrauben vorlackierte Halteschellen aus Aluminium montieren. So vermeiden Sie eine Verformung der Profilplatten und dass Wasser über die Schrauben in das Dach eindringen kann.

Zusammenfassung

Gerade für selbstständiges Arbeiten und kleinere Budgets eigenen sich Trapezdächer optimal. Bei der Montage sollte aber exakt gearbeitet werden, um Roststellen oder nicht ablaufendes Regenwasser von vornherein zu vermeiden. Doch die Montage ist kostengünstig, oftmals erhalten Sie auch Sonderposten wie Lichtplatten oder Stegplatten in hoher Qualität. Das benötigte Zubehör befindet sich nicht selten bereits in der gut sortierten Garage.

Artikelbild: bildlove/ Bigstock.com

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