Trockenestrich-Aufbau – Worauf sollten Sie achten?

Trockenestrich-Aufbau – Worauf sollten Sie achten?

Estrich zu verlegen ist eine langwierige und anstrengende Angelegenheit. Sowohl der Aufbau als auch die anschließende Trocknung sind zeitintensiv: Bis zu 30 Tage können vergehen, bis der Aufbau aus Anhydrit- oder Zementestrich fertig ist und ein glatter Boden entsteht. Der moderne Trockenestrich macht es möglich, innerhalb weniger Stunden einen ebenen Untergrund zu bauen und direkt im Anschluss zu fliesen oder einen anderen Bodenbelag zu verlegen. In diesem Ratgeber von Heimhelden.de erfahren Heimwerker nicht nur, welche Besonderheiten und Vorteile Trockenestrich mitbringt und für welche Einsatzbereiche er sich eignet, sondern auch, worauf beim Trockenestrich-Aufbau geachtet werden sollte.

Aufbau, Eigenschaften und Einsatzbereiche von Trockenestrich

Wenn von Trockenestrich die Rede ist, sind etwa einen Zentimeter dicke Gipskartonplatten gemeint, die miteinander versetzt sind. Im Fachhandel gibt es mittlerweile viele verschiedene Trockenestrich-Elemente zu kaufen, wie etwa von Fremacell, Powerpanel TE oder Brio. Die Platten sind üblicherweise 500 x 1250 Millimeter groß, 2,5 Zentimeter stark und wiegen rund 16 Kilogramm. Je nach Material kostet ein Quadratmeter 15 bis 30 Euro.

Die wichtigsten Grundlagen zum Trockenestrich-Aufbau

Der Aufbau eines Trockenestrichs ist um ein Vielfaches einfacher als der Fließestrich-Aufbau: Wichtig ist vor allem, dass der Boden mit einer Feuchtigkeitssperre ausgelegt wird, wie etwa einer Folie. Ein rissiger, poröser oder unebener Untergrund muss zudem mit einer Trockenschüttung ausgeglichen werden. Dafür kommt ein Mineralgranulat zum Einsatz, das mit Wachs umhüllt ist und bei Erhitzung verklebt. Zudem kann eine Trittschalldämmung eingebracht werden. Dafür wird unter den Gipsfaserplatten eine Schicht Mineralwolle oder Hartschaum verlegt.

Das Dämmmaterial ist gleichzeitig auch wärmespeichernd, weshalb es sich speziell für die Verlegung von Fußbodenheizungen anbietet.

Sie müssen lediglich darauf achten, die Rohre oder Wände zunächst zu dämmen und den Trockenestrich nicht direkt auf Rohre oder an die Wand zu verlegen. Ansonsten kommt es zu starken Schallübertragungen. Für Hobby-Handwerker mit Erfahrung ist es in der Regel kein Problem, den Trockenestrich-Aufbau selbst zu erledigen. Wenn Ihnen das notwendige Know-how fehlt, sollten Sie aber besser einen Fachmann beauftragen.

Eigenschaften von Trockenstrich

Die mineralisch gebundenen Trockenestriche entsprechen in puncto

  • Verschleißwiderstand,
  • Oberflächenhärte

und anderen mechanischen Kennwerten den gängigen Fließestrichen. Lediglich bei Holzwerkstoffen sind die Kennwerte etwas geringer. Fertigteilestriche haben den Vorteil, dass für den Aufbau keine Feuchtigkeit erforderlich ist. Sie werden Element für Element verlegt, ohne dass anschließend eine Trockenzeit eingehalten werden muss. Stattdessen ist der Trockenestrich sofort begehbar und kann mit einem beliebigen Fußbodenbelag belegt werden. Der Fugenanteil ist zudem minimal und es kommt nur selten zu Formveränderungen wie Quellen oder Dehnungen.

Der Trockenestrich und seine Einsatzbereiche

Grundsätzlich können Sie Trockenestrich in jedem Raum Ihrer Wohnung verwenden – auch in der Küche oder im Bad. Er ist für jede Art von Fußbodenbelag geeignet, ganz egal, ob Sie Holzdielen, Parkett oder Laminat verlegen möchten. Auch für die Installation einer Fußbodenheizung kommt Trockenestrich in Frage, allerdings benötigen Sie hierfür eine spezielle Ausführung.

Am häufigsten wird Fertigteilestrich heutzutage zum einen bei Sanierungsmaßnahmen und zum anderen im Fertigbau eingesetzt. Oft kommt der Trockenestrich bereits fertig auf die Dämmschicht montiert auf der Baustelle an. Bei Altbausanierungen werden die Platten verwendet, um unebene Böden auszugleichen.

Die Materialauswahl ist wichtig für den Trockenestrich-Aufbau

Gerade weil der Aufbau des Trockenestrichs so schlicht ist und lediglich aus der Ausgleichsschüttung und den Trockenestrich-Elementen besteht, ist es umso wichtiger, bei beiden auf ein geeignetes Material zu setzen.

Die Auswahl an Trockenestrich-Elementen ist groß. Laien fällt es oft schwer, das Material auszuwählen, das exakt zu den eigenen Anforderungen passt.

Bei der Materialauswahl spielen unter anderem die folgenden Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Ob eine zusätzliche Trittschalldämmung benötigt wird
  • Welche wärmedämmenden Eigenschaften gewünscht sind
  • Welches Material für die Ausgleichsschüttung am besten in Frage kommt

Im Idealfall lassen Sie sich daher bei der Materialwahl von einem Fachmann beraten. Er weiß zum einen gut über die Unterschiede Bescheid und verfügt zum anderen über die erforderliche Erfahrung. So kann er Ihnen individuelle Empfehlungen aussprechen.

Vorbereitungen vor dem Verlegen von Trockenestrich

Bevor Sie mit dem Trockenestrich-Aufbau anfangen können, müssen Sie den Untergrund vorbereiten. Er muss trocken, sauber, tragfähig und frei von Unebenheiten sein.

Auf den vorbereiteten Boden sollte zudem eine Dampfsperre ausgelegt werden.

Es ist ratsam, Randdämmstreifen anzubringen, um den Schallschutz zu verbessern. Dank der selbstklebenden Elemente ist das kein Problem und in Windeseile erledigt. Danach kümmern Sie sich um die Ausgleichsschüttung.

Auf die richtige Höhe kommt es an

Die DIN 18560 sieht für die meisten flüssigen Estrich-Arten eine Mindestnenndicke des Aufbaus vor. Bei Trockenestrich ist das aber nicht der Fall. Das wäre auch wenig sinnvoll, weil es zwischen den einzelnen Estrich-Elementen erhebliche Unterschiede gibt. Daher müssen Sie nur eine einzige Vorgabe erfüllen: Die Ausgleichsschüttung muss einen Zentimeter oberhalb des höchsten Punktes plus 10 Prozent der Gesamtschütthöhe liegen. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass die Tragschicht an keiner Stelle zu dünn ist, wodurch die Estrich-Konstruktion Schwachstellen erhalten würde.

Verstärkung des Trockenestrichs ist kein Problem

Wenn Sie einen stärkeren Trockenestrich benötigen, verwenden Sie einfach dickere Platten. Die Estrich-Verstärkung ist in diesem Fall also viel einfacher als bei Fließestrich. Alternativ können Sie über die erste verlegte Schicht auch einfach noch eine weitere Plattenschicht verlegen. Dieser Aufbau kann unter Umständen sogar preiswerter sein, als sich direkt für stärker belastbare Platten zu entscheiden.

Zusammenfassung

Trockenestrich hat im Vergleich zum Fließestrich eine Vielzahl an Vorteilen, denn er ist zum Beispiel einfacher zu verlegen, benötigt keinen komplizierten Aufbau und auch keine langwierige Trockenzeit, sodass er sofort begeh- und mit einem beliebigen Fußbodenbelag belegbar ist. Auch Heimwerkern gelingt es in der Regel ohne Probleme, den Trockenestrich-Aufbau selbst zu bewältigen, denn dafür benötigt man kein besonders Fachwissen oder Geschick. Auf den sauberen und ebenen Untergrund werden lediglich eine Dampfsperre und eine Trittschalldämmung ausgelegt, bevor die Ausgleichschüttung erfolgt und zum Schluss die Trockenestrich-Elemente verlegt werden können.

Artikelbild: zlikovec / Bigstock.com

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