Trockenestrich verlegen – So gelingt es im Handumdrehen

Trockenestrich verlegen – So gelingt es im Handumdrehen

Wer sich zuverlässig vor einfallenden Wänden oder einbrechenden Fußböden schützen möchte, ist auf einen geraden, ebenen und stabilen Boden angewiesen. Hier kommt Estrich ins Spiel, der im Handel als Trocken- oder Nassestrich erhältlich ist. Im Gegensatz zu Fließ- und Zementestrich bietet trockener Estrich beim Verlegen nicht nur einen enormen Zeitvorteil, sondern punktet auf ganzer Linie mit hervorragenden Wärmeeigenschaften und Co.

Entsprechend ist er besonders gut für Hobbyhandwerker geeignet, die gerne selbst tätig werden und sich – ohne die Mithilfe eines kostspieligen Profis – über ein überzeugendes Ergebnis freuen möchten. Bevor es ans Verlegen geht, muss der Boden allerdings zunächst fachgerecht vorbereitet werden. Wir nennen die besten Tipps und Tricks, wie Trockenestrich nahezu kinderleicht verlegt werden kann.

Vorteile von Trockenestrich

Während Fließestrich oder herkömmlicher Estrich auf Basis von Zement wesentlich länger – teilweise sogar mehrere Wochen – trocknen muss, ist Trockenestrich immer dann geeignet, wenn es schnell gehen soll. Beim Verlegen der Platten dürfen sich selbst ernannte Handwerker darüber hinaus über ein benutzerfreundliches Handling – aufgrund der speziellen Ausgleichsschüttung – freuen. Auch die benötigten Werkzeuge sind entweder bereits im Hobbykeller vorhanden oder lassen sich unproblematisch besorgen.

Die einzelnen Elemente können direkt auf einer Schüttung aus mineralischen, porigen Körnern verlegt werden. Diese verkrallen sich ineinander, wodurch eine hohe Standfestigkeit ermöglicht wird. Die spezielle Trockenschüttung ist angenehm leicht, brennt nicht, schützt vor Wärmeverlust und dämmt gegen Schall. Zusätzlich bilden die verschiedenen Estrichelemente wie Gipsfaser und Perlite einen guten Dämmstoff. Unter Druck verdichten sich zudem die einzelnen Komponenten der Platten, so dass es sich bei dem Ergebnis um einen höchst stabilen und sehr belastbaren Boden handelt.

Weitere Pluspunkte von Trockenestrich-Platten

Trockenestrich ist besonders für den Trockenausbau – beispielsweise für den Dachausbau – geeignet. Durch das Verlegen von Estrich können Unebenheiten beseitigt werden. Dafür erfolgt eine Ausgleichschüttung, die eine ebene Fläche garantiert, bevor die einzelnen Elemente aufgetragen werden.

Im Gegensatz zu Fließestrich, der durch seinen hohen Wasseranteil vergleichsweise schwer ist und das Risiko einer Einsturzgefahr birgt, punktet Trockenestrich aufgrund des geringeren Feuchtigkeitsanteils mit einem niedrigeren Gewicht. Eine integrierte Schalldämmung sorgt nicht zuletzt für die Reduktion von Schrittgeräuschen in höher gelegenen Stockwerken. Und zusätzlich ist Trockenestrich nach dem Verlegen sofort begehbar, so dass die nachfolgenden Arbeiten zeitnah durchgeführt werden können.

  • Trockenestrich
  • Dampfsperre
  • Randdämmstreifen
  • Ausgleichschüttung
  • Dachlatten
  • Estrich-Klebstoff
  • Schnellbauschrauben
  • Rieselschutz

Schritt 1 – Den Untergrund richtig vorbereiten

Vor dem eigentlichen Verlegen von Estrich, muss der Untergrund trocken, sauber und tragfähig sein. Um eine spätere Schimmelbildung zu verhindern, empfiehlt es sich, eine Dampfsperre – eine wasserdampfundurchlässige Folie – auf den vorbereiteten Boden zu verlegen. Dieser Schutz sollte unbedingt mit einem Klebeband oder speziellen Klebstoffen befestigt werden, um Beschädigungen zu vermeiden und eine schimmelverhindernde Wirkung zu garantieren. Entsprechend keine Nägel verwenden und die Dampfsperre nicht tackern.

Für einen optimierten Schallschutz ist es sinnvoll, Randdämmstreifen an allen aufsteigenden Bauteilen anzubringen. Dadurch werden Kontakte und Schallbrücken vermieden, welche die Dämmung reduzieren können. Eine selbstklebende Qualität sorgt für ein simples und schnelles Handling.

Zwischenschritt bei einem Dielenboden

Falls der Trockenestrich auf Holzdielen verlegt werden soll, ist es zunächst sinnvoll, einen Rieselschutz aufzutragen, damit die Ausgleichschüttung nicht durch Spalte, Risse oder Löcher rieseln kann. Dieser zusätzliche Schritt ist insbesondere bei alten Dielen empfehlenswert. Dafür wird eine spezielle Folie, ein Vlies oder ein Spezialpapier über den Boden gelegt und an den Wänden hochgezogen. Ein feuchtigkeitsundurchlässiger Rieselschutz kann darüber hinaus auch als Dampfbremse dienen und verhindert Feuchtigkeitsschäden an Warm-Kalt-Übergängen.

Schritt 2 – Eine korrekte Ausgleichschüttung

Zunächst wird der Boden in einzelne Parzellen mit einer Breite à 20 Zentimeter unterteilt. Die einzelnen Parzellen werden mit Dachlatten begrenzt, bevor sie bis zum Rand der Dachlatte mit der Ausgleichschüttung gefüllt werden. Die Oberfläche wird mit einer Abziehplatte geglättet, die keinesfalls in der Ausgleichsschüttung verbleiben darf.

Um zu garantieren, dass der Untergrund plan ist, sollte dieser mit einer Wasserwaage kontrolliert werden. Die unebenen Flächen des Untergrunds sollten mindestens einen Zentimeter hoch bedeckt sein. Sind die Unebenheiten größer als ein Zentimeter, sollte eine Fermacell Ausgleichschüttung mit einer hohen Dichte zum Einsatz kommen.

Nun werden die Dachlatten entfernt, die entstandenen Rillen aufgefüllt und mit der Abziehplatte abgezogen. Vor dem Verlegen des Estrichs nochmals kontrollieren, ob der Untergund auch wirklich eben ist.

Die Ausgleichsschüttung sollte niemals ohne Abdeckung betreten werden, weil sonst der Untergrund wieder uneben wird. Tritt- und Luftschall reduzieren: auf Estrichelemente mit einer hohen Dichte wie Fermacell setzen als zusätzliche Dämmung hochverdichtete Mineralwolle unter den Platten verwenden wie beschrieben selbstklebende Randdämmstreifen anbringen, damit der Schall entkoppelt wird.

Schritt 3 – Die Estrichplatten verlegen

Nun folgt der eigentliche Hauptschritt. Falls die Platten noch zugeschnitten werden müssen, eignet sich insbesondere eine Handkreissäge. Das Verlegen des Estrichs sollte an der Wand erfolgen, die gegenüber von einer Tür liegt. Die nebeneinander liegenden Estrichplatten werden zunächst mit Estrichklebstoff verklebt. Dabei wird der Klebstoff jeweils auf dem Stufenfalz – am besten als doppelte Klebeschnur – aufgetragen. Anschließend werden die Platten mit korrosionsgeschützten Schnellbauschrauben – am besten mithilfe eines Akkuschraubers – im Bereich des Stufenfalzes befestigt.

Die Trockenestrich-Elemente können alternativ durch OSB-Platten als natürlicher Werkstoff ausgetauscht werden, die ebenfalls direkt auf der Ausgleichschüttung verlegt werden können. Die OSB-Platten punkten mit einer guten Umweltbilanz, guten Wärmedämmeigenschaften und können sogar direkt als finaler Bodenbelag – für Fans eines puristisches, roughen Flairs – genutzt werden.

Widerstandsfähige Fermacell Gipsfaser-Platten basieren wiederum auf recyceltem Papier, Gips und Wasser, die ohne zusätzliche Bindemittel unter hohem Druck zu geruchsneutralen, robusten Platten gepresst werden. Diese Platten sind unempfindlich gegenüber mechanischen Belastungen und sorgen für ein gutes Raumklima.

Schritt 4 – Den Bodenbelag auf dem Trockenestrich anbringen

Nach einer Trocknungszeit von ca. 24 Stunden können Reste des Klebers, bzw. ausgetretener Klebstoff – mit einem Cuttermesser oder einem Spachtel – entfernt werden. Im Anschluss einfach den gewünschten Bodenbelag auf die Estrichplatten auftragen.

Estrichplatten verlegen auf einen Blick:

  • Untergrund vorbereiten
  • Dampfsperre verlegen
  • Schallschutz anbringen
  • gegebenenfalls einen Rieselschutz auftragen
  • Boden in Parzellen untergliedern
  • Dachlatten integrieren
  • Ausgleichschüttung anbringen
  • Ausgleichschüttung glätten
  • Estrichplatten verlegen
  • Estrich trocknen lassen
  • Bodenbelag verlegen

Zusammenfassung

Trockenestrich lässt sich benutzerfreundlich verlegen und punktet darüber mit zahlreichen Vorteilen, die ihn besonders für Hobbyhandwerker zu einem empfehlenswerten Produkt machen. Dadurch wird gewährleistet, dass der Untergrund gerade, eben und stabil wird. Im Gegensatz zu Nassestrich lässt sich Trockenestrich schnell verarbeiten und kann zeitnah mit einem Bodenbelag bedeckt werden.

Artikelbild: olgavolodina / Bigstock.com

1 Kommentar

  1. Sandra 08.01.2018 10:39 Uhr

    Danke für die super Anleitung. Mein Mann und ich sind gerade mitten in der Planung für die Renovierung unseres Hauses und solche Artikel sind wirklich gold wert. Ich finde Trockenestrich an sich wirklich praktisch, vor allem wenn man – so wie wir – einige Unebenheiten am Boden ausgleichen muss. Auch dieser Artikel zum Thema hat mir sehr gut gefallen: Vielleicht hilft der ja auch anderen LeserInnen eures Blogs.
    Liebe Grüße aus der schönen Steiermark!

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