Türen einbauen leicht gemacht

Türen einbauen leicht gemacht

Vom Wohnzimmer durch den Flur in die Küche; vom Bad durch die Diele in das Schlafzimmer – solche Umwege können auf Dauer gehörig Nerven kosten und lassen sich beheben, indem an den richtigen Stellen Türen eingebaut werden. Dabei kommt es auf die exakte Planung, den richtigen Einkauf und auf die systematische Durchführung des Einbaus an.

Eine Tür einbauen kann jeder, der über durchschnittliches handwerkliches Geschick verfügt. Doch bevor es losgehen kann, müssen grundsätzliche Fragen geklärt werden, die im eigenen Haus keine Rolle spielen. In der Mietwohnung ist auf jeden Fall zuerst die Zustimmung des Hausbesitzers beziehungsweise des Vermieters einzuholen, denn eine Tür einbauen heißt wesentliche Veränderung am Zuschnitt der Wohnung durchzuführen, und was dem einen Mieter gefällt, muss dem nächsten gar nicht behagen. In diesem Zusammenhang sollte ebenfalls geklärt werden, ob bei einem Auszug die Tür wieder ausgebaut und der ursprüngliche Wohnungszustand wieder hergestellt werden muss. Im Zweifel könnte dies teuer werden. Sind diese Fragen geklärt, folgt die Feinplanung.

Steht fest, welche Räume durch eine Tür verbunden werden sollen, muss geprüft werden, ob sich dazwischen eine tragende Mauer oder nur eine Trennmauer befindet. Das erkennt man an der Dicke des Mauerwerks. Tragende Mauern oder Wände sind dicker und in der Regel massiv, also aus Beton oder Stein hergestellt. Zwischen- oder Trennwände bestehen aus dünnem Mauerwerk, Porotonsteinen oder aus Ständerwerk, das beidseitig mit Gipskartonplatten verkleidet ist, zwischen denen eine Dämmung eingefügt worden ist. Der letztere Fall zum Tür einbauen ist ideal: Es sind weder größere Abbruchaktionen mit Hammer und Meißel oder einem Bohrhammer im Mauerwerk erforderlich noch bedarf es zusätzlicher Stützmaßnahmen an der Oberkante des Ausbruchs, um die Tragfähigkeit der Mauer (sie trägt die Zimmerdecke) zu erhalten. Eine Probebohrung schafft im Zweifel Klarheit: Trennwände sind kaum dicker als 15 Zentimeter. Stützwände können 25 bis 40 Zentimeter dick sein.

Die Wandstärke ist zudem Richtmaß zum Kauf der Türzarge (Türrahmen, Türfutter), die es in unterschiedlichen Normbreiten, z.B. nach DIN 18101 , und Höhen in jedem Baumarkt zu kaufen gibt. Nachdem die Wandstärke ermittelt und damit die Breite der Türzarge feststeht, muss der Türanschlag festgestellt werden. In welche Richtung soll die Türe sich öffnen? Nach rechts, nach links, nach innen, nach außen? Steht das fest, kann der Einkauf vonstatten gehen. Eine einfache Zeichnung zum Tür einbauen hilft dem Personal im Baumarkt, die richtige Zarge auszuwählen. Die Breite hängt vom vorhandenen Platz ab. Norm-Türblätter sind 0,61 bis 1,235 Meter breit und 1,985 Meter hoch. Qualität und Machart der Tür hängt von den bereits verbauten Türen im Haus oder in der Wohnung ab, der man sich möglichst annähern sollte. Sind die Türen farblich lasiert oder lackiert, kann der entsprechende Farbton nachträglich angepasst werden.

Den Tür-Einbau gründlich vorbereiten

Bevor man die Tür einbaut, wird eine entsprechende Wandöffnung ausgeschnitten oder -gestemmt, die etwa drei Zentimeter pro Seite breiter und drei Zentimeter höher sein sollte als das Zargenmaß. Dieser zusätzliche Raum ist notwendig, um die Zargenteile mit Keilen und Montageschaum oder Schnellkleber zu fixieren, wobei auf waagerechtes Arbeiten zu achten ist, weil anderenfalls weder Falz- und Zierbekleidung noch das Türblatt richtig eingepasst werden können. Sind diese Arbeiten erledigt, heißt es zunächst einmal abzuwarten, denn erst nach dem Abtrocknen der Montagemittel kann das Türblatt eingehängt und fixiert werden. Der Höhenausgleich beim Tür einbauen erfolgt in er Regel durch Einlegen von Finchringen.

Problem beim Tür einbauen: Fussbodenangleichung

Die nun durch eine Tür verbundenen Räume haben oft unterschiedliche Fußbödenbeläge. Im Bad liegen Fliesen, in der Wohnstube oder in der Diele Teppichboden, Laminat oder Parkett. Eine Lösung besteht darin, einen vorhandenen Fußbodenbelag mit Ersatzfliesen- oder Teppichboden bzw. Laminatresten zu verlängern. Sind solche Reste nicht mehr vorhanden, kann eine Hartholz-Schwelle in der Farbe der Tür montiert oder ein bewusst alternativer Bodenbelag aus Marmor, Kunststein oder Edelholz als Verbindung zwischen den Zimmern eingebracht werden.

Das Tür einbauen sollte nicht allein, sondern mindestens von zwei Personen durchgeführt werden, damit nichts „schief“ gehen kann.

Artikelbild: © Dmitry Kalinovsky / Shutterstock

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