Umzug in Eigenregie oder mit Firma?

Umzug in Eigenregie oder mit Firma?

Deutschland befindet sich, allen voran in Bezug auf Wohnimmobilien, in stetem Wandel. Die Bautätigkeit ist so hoch wie seit Mitte der 1990er nicht mehr, allerorts werden Modernisierungen, Renovierungen und Nahverdichtungen angesetzt. Das Angebot an Wohnimmobilien wird vielfältiger, ein Umstand, der die ohnehin rege Umzugstätigkeit der Deutschen nicht einschränkt. Geht es nun in praktischer Hinsicht darum, mit all seinen Habseligkeiten umzuziehen, wird es schwieriger. Zeitaufwand und finanzielle Aspekte sind da nur zwei Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt. Insbesondere bei wertvollen Einrichtungsgegenständen, unter Zeitdruck oder bei Umzügen quer durch Deutschland gibt es weitere Aspekte zu berücksichtigen.

In diesem Beitrag werden die Eigenheiten und Umstände eines Umzugs in Eigenregie mit den Vor- und Nachteilen des Umzugs mit einem Umzugsunternehmen dargestellt.

Welche Dinge müssen bei einem Umzug beachtet werden?

Ein Umzug führt gewissermaßen immer dazu, sich mit den Abstell- und Rumpelkammern des eigenen Haushaltes auseinanderzusetzen. Vorbei sind die Zeiten, wo man diesen Lagerstätten nur wenig Beachtung schenkt. Der Anfang einer jeden Umzugsplanung, unabhängig von der jeweiligen Ausführung, bildet daher das Aufstellen einer Inventarliste. Hier muss nicht jedes Kleinteil genau gelistet werden, vielmehr empfiehlt sich eine Abstufung in Bezug auf Größe, Funktion und Wichtig/Unwichtig. Längst nicht alles muss mit in die neue Wohnung, in vielen Fällen lohnt sich auch ein Hausflohmarkt. Dieser Schritt lässt sich nur bedingt auf professionelle Dienstleister abwälzen, sehr wohl aber mithilfe tatkräftiger Helfer in angemessener Zeit bewerkstelligen.

Im weiteren Verlauf kommt es darauf an, welche Einrichtungsgegenstände mit in die neue Wohnung sollen. In vielen Fällen stellt sich auch die Frage, welche überhaupt dahin transportiert werden können. Denn viele Möbel sind gewissermaßen nur zum „einmaligen“ Aufbau geeignet, sie sind aufgrund der Bauweise daher auch nicht für einen Transport geeignet. Ebenso kommt bei hochwertigeren Einrichtungsgegenständen hinzu, dass Auf- und Abbau neben entsprechend freier Zeit vor allem einiges an handwerklichem Geschick erfordert. Dinge, die sich während der regulären Arbeitszeiten nur schwerlich unter einen Hut bringen lassen. Zudem für den Umzugstermin selbst regelmäßig Urlaubstage erforderlich sind, die somit den eigentlichen Aufwand erst sichtbar machen.

Bei besonders hochwertigen Einrichtungsgegenständen ist es auch eine Haftungsfrage, die das finanzielle Risiko bei Beauftragung eines Umzugsunternehmens absichert. Doch auch hier kommt es auf die Ausgestaltung an, es gelten Höchstsätze.

Charakteristika des Umzugs in Eigenregie

Die Faktoren Zeit und Geld sind regelmäßig maßgebliche Antriebsfedern bei der Entscheidung, den Umzug mitsamt Helfern in Eigenregie zu stemmen. Hierbei ist nur ausreichend Vorlaufzeit nötig und die Gewissheit, dass Helfer auch in ausreichender Anzahl und zum passenden Termin verfügbar sind. Die Unwägbarkeiten des Alltags spielen auch hierbei eine Rolle, sodass Ihnen eine hohe Frustrationstoleranz zu Eigen sein sollte.

  • Erstellen Sie eine Checkliste, aus der sich alle wichtigen Schritte mit Zeitaufwand, Anzahl der benötigten Helfer und Zeitraum/Zeitrahmen ergeben.
  • Listen Sie darin auf, für welchen Teil des Umzugsguts auf professionelle Dienstleister zurückgegriffen werden soll. In manchen Belangen, etwa bei Klavieren, wuchtigen Möbelstücken und dergleichen, macht es angesichts der Risiken schlichtweg wenig Sinn. Allein aufgrund der fehlenden Hilfs- und Transportmittel, aber auch aufgrund der Unfallrisiken und der zwangsläufig aufkommenden Haftungsfragen.
  • Beim Umzug in Innenstädten zeigt sich eine eingeschränkte Parkplatzsituation mit daraus erwachsenden Schwierigkeiten beim Verladen oder Rangieren. Zudem gibt es, abhängig von den Regelungen der Kommune, Besonderheiten bezüglich des Aufstellens von Halteverbotszonen zu beachten.
  • Ein Umzugstransporter muss beschafft werden, zusätzlich bedarf es eines Fahrers mit gültiger Fahrerlaubnis für diese Klasse. In einigen Haftpflichtversicherungen gibt es Auszüge mit Bezug zu umzugsbedingten Schäden, die es vorher unbedingt abzuklären gilt. Ebenso muss die Nutzung des Transportes geplant werden, da beispielsweise zunächst die Entrümpelung mit anschließender Fahrt zum Wertstoffhof anfällt. Hinzu kommen Unwägbarkeiten, etwa aufgrund des Ausmistens von Abstellkammern, die den Zeitplan negativ beeinflussen.

Eigenschaften des Umzugs bei Beauftragung eines Umzugsunternehmens

Entscheiden Sie sich hingegen für die Beauftragung eines Umzugsunternehmens, fallen viele dieser Faktoren einfach unter den Tisch. Spezialisierte Umzugsdienstleister haben das geschulte und erfahrene Fachpersonal, wenn es etwa um besondere Möbelstücke geht. Sie sind systematisches Arbeiten gewohnt und in der Lage, für schnelle Ordnung in den eigenen vier Wänden zu sorgen. Ein seriöser Dienstleister bietet seine Leistung auf Basis einer Checkliste, die Art und Umfang des Umzuges darstellen soll. So werden beispielsweise Berechnungen anhand der Entfernung, des Umfangs des Umzugsguts (ccm³) und weiteren Faktoren vorgenommen.

Grundsätzlich werden sowohl Komplett- als auch Teilangebote zur Verfügung stehen. Für welche Art von Dienstleistung Sie sich entscheiden, hängt nicht zuletzt von der geplanten Eigenleistung ab. Individuelle Absprachen sind üblich, sie lassen sich in Bezug auf Auf- und Abbau von Möbeln, dem Packen von Umzugskartons und weiteren Dingen vornehmen. Das Risiko, aufgrund mangelnder Heimwerkerkenntnisse etwa beim Aufbau von Küchen- oder Elektrogeräten einen Schaden zu verursachen, wird auf das Umzugsunternehmen abgewälzt. Es besteht, je nach Art des Transports und der damit zusammenhängenden Dienstleistung, eine unterschiedlich hohe Absicherung mittels Transportversicherungen.

Insbesondere bei Auslandsumzügen empfiehlt sich die Beauftragung eines Umzugsunternehmens. Zollformalitäten, regionale Besonderheiten und nicht zuletzt zeitliche Aspekte sind bei diesem Unterfangen zu komplex.

Checkliste bei Beauftragung eines Umzugsunternehmens

  • Schäden im Zuge des Umzugs werden vom Umzugsunternehmen getragen, hier gilt eine gesetzlich festgelegte Mindestversicherungssumme von 620 EUR pro Kubikmeter Umzugsgut.
  • Zu achten ist insbesondere auf Haftungsausschlüsse, die Umzugsunternehmen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen vornehmen. Dies bezieht sich zumeist auf sensible technische Geräte oder auf vorherige Eigenleistungen.
  • Beim Vergleich mehrerer Umzugsangebote gilt es, die einzelnen Konditionen genauer zu vergleichen. Wie hoch ist die Zusatzbelastung bei zeitlichen Verzögerungen? Welche Kosten können bei Unwägbarkeiten zusätzlich auftreten?
  • Soll es nur um den Transport gehen und der Aufbau wichtiger Einzelteile, wie Küchen- oder Möbelstücke, anderweitig erledigt werden, sollte dies so auch nur vereinbart werden. Hierdurch minimieren Sie das Risiko von Garantiefällen, falls unsachgemäß gearbeitet wird.
  • Schäden und fehlende Einzelteile eines jeden Umzugsgutes sollten vorher schriftlich und mit Filmaufnahmen dokumentiert werden. Das erleichtert den Nachweis bei späteren Regressansprüchen.

Fazit und abschließende Bemerkungen

Bei knappem Budget und der sicheren Hilfe von Freunden und Bekannten ist es durchaus angebracht, den Umzug in Eigenregie durchzuführen. Vor allem dann, wenn ebenso handwerkliche Tätigkeiten (Auf- und Abbau, Installationen) durch vertrauensvolle Dritte übernommen werden können, spart das Zeit und Geld. Sofern dann noch ein überschaubares Maß transportiert werden muss und die Distanzen flexibel zu bewältigen sind, steht einem guten Gelingen bei entsprechender Planung nichts mehr im Wege.

In allen anderen Fällen, wo es beispielsweise um größere Distanzen geht oder bestimmte, schwere und sperrige Möbelstücke, empfiehlt sich die Beauftragung eines Umzugsunternehmens. Derartige Spezialfracht beansprucht viel Zeit und Ressourcen, zusätzlich zum eigentlich Werkzeug. Insbesondere bieten sich Vorteile gerade bei zeitintensiven Umzügen, sodass die Einsparung von Urlaubstagen auch in Bezug zu den Kosten der Beauftragung des Umzugsunternehmens beachtet werden muss.

Zusammenfassung

Der Umzug in Eigenregie erfordert genaue Planung, ein großes Zeitfenster und ausreichend Helfer. Komplett- sowie Paketleistungen eines Umzugsunternehmens können große Teile des Umzugs betreffen und diesen beschleunigen. Eingesparte Urlaubstage können sinnvoll mit anfallenden Kosten aufgerechnet werden.

Artikelbild: © tinabelle / Shutterstock

1 Kommentar

  1. David Müller 01.06.2017 10:54 Uhr

    Mein Partner und ich haben eine kleine Firma gegründet und werden demnächst umziehen. Dies würde bedeuten, dass wir unsere komplette Firma mitnehmen würden. Da wir uns mit den Preisen und mit Vorgehensweise nicht auskennen, hat uns ein Kollege empfohlen zahlreiche Umzugsangebote zu vergleichen. Glücklicherweise wird man im Internet schnell fündig.

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