Umzug mit Reptilien: Darauf sollte geachtet werden

Umzug mit Reptilien: Darauf sollte geachtet werden

Ein Umzug ist meist stressig und mit viel Planung verbunden. Möbel, Ummeldungen und Einrichtungen sorgen bereits für viel Arbeit. Komplizierter wird es, wenn Tiere mit ins neue Heim ziehen sollen. Mit Hund, Katze und Meerschweinchen ist dies noch ein wenig einfacher als mit Reptilien. Vor allem beim Umzug der Exoten wie Schlangen, Bartagamen, Echsen, Geckos und Co muss einiges beachtet werden, damit der Umzug ins neue Zuhause reibungslos und ohne Schäden abläuft.

Reptilien als Haustiere

So mancher Tierliebhaber kann mit Katzen und Hunden nicht viel anfangen. In der Terraristik sind exotischere Tiere zu finden. Während der eine kreischend vor dem Terrarium wegläuft, erfreut sich der andere am Anblick von Vogelspinnen und Co. Daher ist es nicht selten, dass in den heimischen vier Wänden auch zahlreiche Terrarien mit Reptilien stehen. Häufig zu finden sind hier:

  • Schlangen
  • Vogelspinnen
  • Geckos
  • Chamäleons
  • Bartagamen
  • Leguane
  • Schildkröten
  • Insekten
  • u. v. m.

Der Zeitaufwand für diese Tiere ist meist gering. Mit ihnen muss nicht Gassi gegangen werden und auch in Sachen Spiel und Beschäftigung sind diese Tiere oft Selbstversorger. Komplizierter wird es jedoch, wenn ein Umzug mit diesen Exoten ansteht. Hier gilt es Tiere und Terrarium unbeschadet zu transportieren – ein weitaus komplizierteres Vorhaben, als bei Katzen und Hunden.

An- und Ummeldungen sind die ersten Schritte

Der allererste Ansprechpartner ist der Vermieter. Hier sollte unbedingt mit offenen Karten gespielt werden, dass auch Reptilien in die neue Wohnung mit einziehen werden. Denn die rechtliche Lage bei Tieren über den Kleintierstatus hinaus ist eine Grauzone – ein generelles Verbot jedoch nicht möglich. Dennoch kann es im schlimmsten Fall zur ungewünschten Kündigung der Wohnung kommen. Daher ist es ratsamer, das Mietverhältnis ehrlich und offen anzutreten.

Uninformierte und verängstige Vermieter lassen sich oft leicht besänftigen, indem die Tiere vor Umzug vorgestellt werden. Auch Sachkundenachweise und das Verweisen auf Schlösser und andere Sicherungsmaßnahmen können den skeptischen Vermieter beruhigen.

So mancher Terrariumsbewohner unterliegt einer Meldepflicht. Wird die Gemeinde gewechselt, müssen nicht nur die menschlichen Bewohner umgemeldet und registriert werden. Der sorgsame Reptilienbesitzer erkundigt sich daher vorher, welche Vorschriften am neuen Wohnort bestehen. Denn die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Zudem unterliegen manche Tiere auch der Halteerlaubnis: Giftschlangen und giftige Insekten beispielsweise benötigen diese Erlaubnis vom Veterinäramt. Auch hier sollte der Besitzer sich vollständig in der neuen Gemeinde informieren.

Der Transport von Reptilien

Ist der Mietvertrag unterschrieben und die ersten Umzugskisten bereits gepackt, wird es auch Zeit, sich mit dem Transport der Tiere zu beschäftigen. Hier haben Sicherheit und Wohlergehen der Reptilien oberste Priorität. Selbstverständlich sollte sein, dass die Tiere nicht im Terrarium transportiert werden. Denn hier ist die Unfallgefahr viel zu hoch. Der Halter sollte folgende Punkte beachten:

  • die richtige Transportbox
  • Sauerstoffzufuhr
  • die richtige Temperatur
  • einzeln transportieren
  • Stress vermeiden
  • Winterschlaf beachten

Die richtigen Transportboxen sind daher das A und O. Der Handel hält hier verschiedene Modelle parat, die vor allem ausbruchssicher sein sollten. In vielen Fällen sind dies Styroporboxen oder Transportterrarien aus Kunststoff. Doch nicht jede Tierart wird gleich transportiert. So gilt: Schlangen brauchen Styroportransportboxen, Spinnen und Amphibien kommen in Heimchendosen, die wiederum in Styroporkisten gestellt werden. Wichtig ist auch, die Tiere einzeln zu transportieren – Bartagamen sind beispielsweise Einzeltiere, die auch getrennt gehalten werden. Zudem benötigen die exotischen Lieblinge ausreichend Sauerstoff – auf Lüftungsschlitze achten. Zudem ist auch die Temperatur in den Transportboxen besonders wichtig: Wärmflasche oder Heatpacks sollten daher nicht vergessen werden. Zellstoff oder Küchenrolle eignet sich als Auslegware in der Transportbox. Um den Stress für die Tiere am besten zu vermeiden, sollte sie nach Einfangen und Einquartieren in der Transportbox an einem ruhigen Platz verweilen. Erst wenn das Terrarium am neuen Platz vollständig eingerichtet ist, sollten sie hier wieder einziehen. So manches Reptil hält auch Winterschlaf. Daher sollte der Umzug nicht inmitten dieser Zeit geplant werden. Unter Umständen kann der Winterschlaf etwas früher beendet werden, wenn der Umzug nicht warten kann.

Es gibt auch Anbieter, die für Leguane, Schildkröten und Schlangen ein Zuhause für die stressige Zeit bieten. So kann der Halter in Ruhe den Umzug bewerkstelligen und Terrarien auf- und abbauen, ohne sich Sorgen zu machen. Diese Heime auf Zeit finden sich im Internet meist bei Reptilienstationen, in Foren gibt es Tipps, Adressen und weitere Antworten.

Der Transport vom eingerichteten Terrarium

Aber nicht nur die Tiere, sondern auch die Terrarien gilt es, ins neue Heim unbeschadet zu bringen. Daher sollten unbedingt einige Vorbereitungen getroffen werden: Alle beweglichen Teile müssen entfernt werden. Wasser, Pflanzen und Wurzeln könnten sonst beim Transport das Heim beschädigen. Auch Türen und Schiebetüren sollten besser herausgenommen werden, da diese ebenfalls schnell rausfallen und kaputt gehen. Bei Glasterrarien sollten Ecken und Kanten besonders geschützt werden – eine Abpolsterung kann wahre Wunder beim Transport bewirken. Im Auto sollte das Becken auf eine rutschfeste Unterlage gestellt werden. Hier eignen sich Styroporplatten hervorragend. Auch kann mit diesem Material Platz und Lücken ausgefüllt werden. Wolldecken eigenen sich ebenso zum Schutz des Beckens im Wagen. Zudem sollte es mit Gurten fixiert werden.

Ein professionelles Umzugsunternehmen ist auf den Transport von empfindlichen Einrichtungsgegenständen oft sehr gut vorbereitet. Daher sollte auch dieser Gedanke nicht aus Kostengründen beiseitegeschoben werden. Wer eine Firma beauftragt, hat zudem den Vorteil, dass hier bei Schäden auch die Versicherung des Unternehmens greift. Verursachen Freunde beim Umzug Brüche, können diese nur mit einer zusätzlichen Versicherung haftbar gemacht werden. Die eigene Haftpflichtversicherung greift jedoch für selbst verursachte Schäden und die Hausratversicherung ist bei Information für zwei Monate für die alte und neue Wohnung gültig.

Auch bei den besten Vorsichtsmaßnahmen kann immer etwas schief gehen. Daher ist es ratsam, gerade bei größeren Entfernungen ein Ersatz-Terrarium mitzunehmen. Denn sollte das Heim zerbrechen, können die Tiere dennoch nicht ewig in der Transportbox verweilen.

Der Einzug: Angekommen im neuen Zuhause

Ist das Terrarium unbeschadet im neuen Heim angekommen, sollte der Einzug der Tiere jedoch erst erfolgen, wenn wieder die richtigen Bedingungen herrschen: Temperatur, Feuchtigkeit und Co müssen stimmen, bis die Tiere wieder einziehen dürfen. Solange sollten die Transportkisten an einem ruhigen Ort verbleiben, um den Stress für die Tiere zu minimieren. Auch sollte nach erneuter Einrichtung und Einzug der Reptilien im Raum vor dem Terrarium nicht wildes Gewusel herrschen. Das erschwert den Tieren das neue Eingewöhnen. Daher ist es ratsam, das Zimmer vor Einsetzen der Tiere bereits grob eingerichtet zu haben.

Zusammenfassung

Ein Umzug mit Reptilien ist nicht immer unkompliziert. Als Erstes sollten der neue Vermieter und die Gemeinde bezüglich der Vorschriften und Erlaubnis kontaktiert werden. Beim eigentlichen Umzug sind die Transportboxen für die Tiere das A und O. Aber auch der Transport des Terrariums ist heikle und nur mit genügend Schutz meist unbeschadet.

Artikelbild: © forest71 / Bigstock.com

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