Tipps für Ihren Umzug mit Tieren ins Ausland

Tipps für Ihren Umzug mit Tieren ins Ausland

Ein Umzug ins Ausland ist eine aufregende Sache. Menschen, die Deutschland verlassen und sich in einem fremden Land eine neue Existenz aufbauen möchten, beginnen oft schon Monate im Voraus mit der Planung und Organisation. Insbesondere, wenn Sie Tiere wie Katzen, Hunde oder Kleintiere besitzen, die mit Ihnen umziehen sollen, ist es wichtig, dass Sie sich rechtzeitig informieren. Wir haben Ihnen einen Ratgeber zusammengestellt, mit dem Sie sich umfassend über Ihren Umzug ins Ausland mit Tieren informieren können. Wir verraten Ihnen nicht nur, was es hinsichtlich der Einreisebestimmungen zu beachten gibt, sondern haben auch wertvolle Tipps für den Transport Ihrer tierischen Lieblinge für Sie. Natürlich sind die Einfuhr- und Impfbestimmungen nicht nur länderspezifisch, sondern werden auch laufend erneuert. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt dieser Ratgeber deshalb nicht. Dennoch wird Ihnen der folgende Artikel ein guter erster Anhaltspunkt sein, wenn Sie mit Ihrem geliebten Haustier ins Ausland ziehen möchten.

Ein Umzug bedeutet immer Stress für das Tier – besonders bei weiten Entfernungen

Für jeden Hund, jede Katze und auch jedes andere Haustier ist ein Umzug immer mit viel Stress verbunden. Die Tiere sind meist eng mit ihrem Wohnort verwurzelt und verlassen das vertraute Revier nur äußerst ungern. Bei einem Umzug ins Ausland kommt noch hinzu, dass die Tiere in der Regel einen langen Transportweg überstehen müssen. Speziell Flugreisen sind für Haustiere stressig, sodass sie nicht selten mit Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall reagieren.

Im Sommer behalten sich die Fluggesellschaften vor, an besonders heißen Tagen keine Haustiere zu transportieren. Legen Sie Ihren Umzug deshalb möglichst in die kühlere Frühlings- oder Herbstzeit.

Wichtig ist auch, dass Sie als Haustierhalter versuchen, Ihren eigenen Stress zu reduzieren. Die sensiblen tierischen Mitbewohner sind in der Lage, die Aufregung ihrer Menschen zu spüren und reagieren dann ebenfalls mit Stress. Deshalb sollten Sie sich für die Planung und Vorbereitung des Umzugs viel Zeit nehmen, damit am eigentlichen Umzugstag ein reibungsloser Ablauf garantiert ist.

Umzug ins Ausland mit Haustieren – Diese Dinge sollten Sie beachten

Wenn Sie mit Ihrem Haustier ins Ausland ziehen möchten, sollten Sie daran denken, dass es in fast allen Ländern spezielle Gesundheits- und Quarantänebestimmungen für Haustiere gibt. Ein typisches Beispiel ist der Nachweistest für den Antikörper-Titer gegen Tollwut. Dieser Test muss in der Regel mindestens sechs Monate vor der Einreise durchgeführt werden. Darüber hinaus existieren weitere Vorschriften, die vom jeweiligen Land abhängen.

Wenden Sie sich an das jeweilige Konsulat

Da sich die Einreisebestimmungen von Land zu Land unterscheiden, empfehlen wir Ihnen, sich rechtzeitig beim zuständigen Konsulat über die aktuellen Importbestimmungen für Tiere zu informieren. Wenden Sie sich am besten per Mail oder Post an das Konsulat. Welche Fragen Sie sinnvoller Weise stellen sollten, können Sie der folgenden Übersicht entnehmen:

  • Gibt es in Ihrem Land Beschränkungen bei Haustieren?
  • Welche Dokumente sind erforderlich und müssen den Behörden vorgelegt werden?
  • Gibt es für die Tiere Altersbeschränkungen?
  • Welche Bestimmungen müssen hinsichtlich der Quarantäne berücksichtigt werden?
  • Sind zum Zeitpunkt der Ankunft schon Einrichtungen für die Quarantäne vorhanden?
  • Wie wird das Haustier vom Zoll kontrolliert und muss der Tierhalter während der Kontrolle anwesend sein?
  • Welche Impfungen oder Tests müssen Haustiere vorweisen können?
  • Existieren landesspezifische Einschränkungen?

Halten Sie sich unbedingt an die jeweiligen Bestimmungen. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass Sie Ihren tierischen Liebling nicht mit ins Ausland nehmen dürfen, sondern er in der alten Heimat zurückbleiben muss.

Spezielle Bestimmungen für den Umzug mit Haustieren innerhalb der EU

In der EU gibt es ein paar einheitliche Bestimmungen, die für die Einfuhr von Tieren gelten. Demnach ist für Hunde, Katzen und auch für Frettchen ein Reisepass erforderlich. In dem blauen Dokument, das mit den gelben Sternen der EU versehen ist, muss eine gültige Tollwutimpfung vermerkt sein. Außerdem müssen Sie Ihr Haustier mit einem Mikrochip kennzeichnen, wenn Sie es in eines der EU-Mitgliedsländer mitnehmen möchten.

In manchen Ländern ist es nicht gestattet, Haustiere einzuführen, die sechs Monate vor dem Umzug in anderen bestimmten Staaten waren.

Erkundigen Sie sich vor dem Umzug rechtzeitig bei den zuständigen Zollbehörden. Gegebenenfalls müssen Sie darauf verzichten, in dem halben Jahr vor Ihrem Umzug mit Ihren Haustieren in die entsprechenden Länder zu verreisen. Darüber hinaus gibt es in einigen Staaten der Europäischen Union strenge Regeln zum Schutz vor Tollwut. Oft wird auch ein Gesundheitszeugnis benötigt, das Ihnen vom Tierarzt oder sogar vom Amtstierarzt ausgestellt werden muss. Der Quarantäne-Zeitraum ist auch innerhalb der EU von Zielland zu Zielland unterschiedlich.

Für die Schweiz gelten besondere Regelungen

Wenn Sie an einen Ort in der Schweiz umziehen möchten, sollten Sie daran denken, dass sie nicht zur Europäischen Union gehört und demnach abweichende Einreisebestimmungen gelten. Welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, erfahren Sie direkt beim Bundesamt für Veterinärwesen. In jedem Fall benötigen Sie eine Tollwutimpfung, einen EU-Heimtierpass, einen Mikrochip und eine tierärztliche Bescheinigung. Zudem müssen Sie Ihre tierischen Lieblinge beim Schweizer Zoll anmelden. Hundebesitzer haben die Pflicht, ihre Vierbeiner bei der zukünftigen Schweizer Wohngemeinde zu registrieren. Diese Anmeldung übernimmt jedoch nicht der Besitzer selbst, sondern der Tierarzt.

Bei manchen Tieren ist die Einfuhr verboten

Hundehalter müssen aufpassen, wenn ihr Vierbeiner einer Rasse angehört, die im Volksmund als „Kampfhund“ bezeichnet wird. In einigen Ländern ist es nicht gestattet, derartige Hunderassen mitzunehmen. Auch mit exotischen Haustieren ist Vorsicht geboten: Nicht immer ist die Einfuhr erlaubt. Falls doch, müssen die Tiere in der Regel den Behörden am neuen Wohnort gemeldet werden.

Der Tierarzt weiß meist gut Bescheid

Am besten sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über die Pläne, die Sie bezüglich Ihres Umzugs ins Ausland haben. Er weiß meist gut darüber Bescheid, welche Impfungen Ihr tierischer Begleiter benötigt. Außerdem kann er Ihnen weitere Anlaufstellen für die Vorkehrungen, die Sie treffen sollten, nennen.

Vor dem Umzug ins Ausland: Eine gute Vorbereitung ist das A und O

Was vor jedem Umzug mit Haustieren gilt, trifft auf einen Umzug ins Ausland natürlich ganz besonders zu: Mit einer richtigen Vorbereitung senken Sie das Stresslevel auf ein Minimum und ersparen sich und Ihrem tierischen Freund unnötigen Ärger.

Gewöhnen Sie das Tier an die Transportbox

Wenn Ihrem Haustier ein langer Transport bevorsteht, können Sie mit einer guten Vorbereitung dafür sorgen, den Stress so gering wie möglich zu halten.

Falls Ihr Tier die Transportbox noch gar nicht kennt, sollten Sie es rechtzeitig daran gewöhnen. Bieten Sie die Box in der Wohnung zunächst als Schlafplatz an und üben Sie dann den Transport über kleinere Strecken.

Sofern eine Flugreise ansteht, sollten Sie sich vorher bei der Fluggesellschaft darüber informieren, wie und wo Ihr Tier während des Flugs untergebracht wird. Auf diese Weise können Sie sich besser auf den Flug vorbereiten und beispielsweise eine großzügige Schlafbox mit der Lieblingsdecke und dem Lieblingsspielzeug Ihres Haustiers ausstatten.

Nehmen Sie das Lieblingsfutter mit

Ratsam ist es außerdem, einen Vorrat des Lieblingsfutters anzulegen und mit in das neue Land zu nehmen. Dann kommt zum Stress des Umzugs nicht noch eine Futterumstellung dazu, die oft mit Magenproblemen einhergeht. Nach einigen Wochen in der neuen Umgebung kann Ihr tierischer Freund dann nach und nach auf das dort übliche Futter umgestellt werden. Dasselbe gilt auch für das Trinkwasser: Ein plötzlicher Wasserwechsel kann ebenfalls zu Darmbeschwerden führen. Deshalb empfehlen wir, ein paar Flaschen Wasser abzufüllen und Ihre Tiere dann einige Tage nach der Ankunft Stück für Stück an das neue Wasser zu gewöhnen.

Checkliste für Ihren Umzug ins Ausland

Darüber hinaus können Sie die folgende Checkliste verwenden, um sich bestmöglich auf den Umzug ins Ausland mit Ihren Haustieren vorzubereiten:

  • Gibt es am zukünftigen Wohnort spezielle Auflagen für bestimmte Tiere oder Rassen?
  • Müssen gegebenenfalls Papiere für Ihre Tiere vorgelegt werden?
  • Wo gibt es in der Nähe des neuen Wohnorts einen Tierarzt?
  • Steht eine ausreichend große Transportbox zur Verfügung?

Wenn Sie alle Punkte der Liste abgearbeitet haben, steht einem reibungslosen Ablauf am Umzugstag nichts mehr im Wege.

Tipps für den eigentlichen Umzugstag

Am eigentlichen Umzugstag geht es oft stressig zu. Die letzten Kisten werden gepackt, die Möbelpacker des Umzugsunternehmens beladen bereits das Auto und die Tiere befinden sich irgendwo dazwischen. Es kommt nicht selten vor, dass Katzen oder Hunde im Gerangel übersehen werden und aus der Wohnung fliehen. Falls möglich, sollten Sie Ihre tierischen Mitbewohner einige Tage vor dem Umzug bei Freunden oder Verwandten in Pflege geben. Dann bleibt ihnen der gesamte Umzugsstress erspart. Geholt werden die Tiere in diesem Fall erst, wenn der größte Trubel überstanden ist. Falls eine solche Maßnahme nicht möglich ist, sollten die Tiere bis zuletzt in einem ruhigen, abschließbaren Raum untergebracht werden. Dort steht eine leere Umzugskiste bereit, in die Sie kurz vor der Abreise noch die Wassernäpfe, den Futtervorrat, das Spielzeug und weiteres Zubehör einpacken können.

Umzug ins Ausland mit Hunden und Katzen

Katzen und Hunde sind sehr reviertreu. Diese Tiere haben deshalb nicht nur während des Umzugs durch den langen Transport viel Stress, sondern auch noch im neuen Zuhause. Nehmen Sie unbedingt die vertraute Einrichtung mit in die neue Wohnung. Das verleiht den Tieren mehr Sicherheit. Hunde gewöhnen sich meist schneller an die neue Umgebung als Katzen. Samtpfoten brauchen ein bis zwei Monate Zeit, bis sie wirklich in ihrem neuen Revier angekommen sind und es als ihr eigenes Zuhause betrachten. So lange sollten Sie auch warten, bis Sie Ihren Katzen wieder Freilauf ermöglichen.

Wenn die Temperaturen in der neuen Heimat deutlich niedriger sind als im alten Zuhause, sollten die Tiere schrittweise an die Kälte gewöhnt werden, damit sie ein dickeres Fell bilden können.

Falls Sie mehrere Hunde oder Katzen besitzen, sollten Sie daran denken, dass es durch den Revierwechsel zu Rangordnungsstreitigkeiten innerhalb der Gruppe kommen kann. Nicht selten nutzen die rangniedrigeren Tiere die Gelegenheit, um dem Oberhaupt der Gruppe den Rang streitig zu machen. Nach ein paar Tagen sollten sich die Streitereien aber wieder gelegt haben.

Umzug ins Ausland mit anderen Haustieren

Der Umzug mit Kleintieren, die in einem Käfig oder Gehege leben, ist oft unkompliziert. Der Transport an sich bedeutet zwar auch Stress, allerdings finden sich die Tiere im neuen Zuhause besser zurecht, sofern sie ihre alte Behausung weiter nutzen können. Bauen Sie deshalb das alte Gehege oder den Käfig ab und in der neuen Heimat wieder auf. Der eigentliche Transport erfolgt in sicheren, ausreichend großen Transportboxen.

Zusammenfassung

Jeder Umzug geht mit einem Revierwechsel einher und bedeutet daher für Haustiere viel Stress. Besonders Umzüge ins Ausland, die mit einem langen Transport verbunden sind, sollten daher entsprechend gut vorbereitet werden. Zudem sind je nach Zielland verschiedene Nachweise, Dokumente und Impfungen notwendig, weshalb es unvermeidbar ist, sich vor dem Umzug ins Ausland gut zu informieren.

Artikelbild: © TEA / Bickstock.com


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