Unkraut im Rasen vernichten – sagen Sie Moos, Klee und Giersch den Kampf an

Unkraut im Rasen vernichten – sagen Sie Moos, Klee und Giersch den Kampf an

Sattgrün, dicht und gleichmäßig hoch – so sieht der Rasen im Garten besonders schön aus. So mancher Gärtner liebt den Anblick einer gepflegten Rasenfläche, der dem englischen Rasen gleichkommt. Zerstört wird das Gebilde jedoch durch unliebsame Pflanzen dazwischen: Unkraut. Bei richtig gepflegtem Rasen hat dies wenig Chancen. Doch hat sich das Unkraut einmal durchgesetzt, muss der Kampf dagegen aufgenommen werden.

Ursachen von Unkraut

Unkraut im Rasen hat viele Ursachen. Eine davon ist Nährstoffmangel im Boden. Rasengräser haben einen sehr hohen Nährstoffbedarf – im Gegensatz zum Unkraut. Hat der Boden weniger Nährstoffe zu bieten, ist das Wachstum des Rasens gehemmt. Unkrautpflanzen hingegen können weiter ungehindert sprießen. Je weniger Rasengräser wachsen, desto mehr Platz gibt es auch für das Unkraut. Letztendlich gewinnt es den Kampf. Ähnlich verursacht Wassermangel mehr Unkraut in der Rasenfläche. Die Rasengräser verdorren und das unliebsame Gewächs vermehrt sich weiter.

Eine weitere Ursache ist verunreinigtes Saatgut. In verschiedenen Mischungen, die zumeist niedriger im Preis sind, finden sich oft auch Unkrautsamen neben den Rasensamen. So pflanzt der Gärtner gleichzeitig die unliebsamen Pflanzen mit in die Fläche. Auch sind diese meist mit preiswerten Futtergräsern erzeugt – sie wachsen zwar schnell, bilden aber keine dichte Grasnarbe und bieten somit dem Unkraut seinen Weg. Zudem spielt die Belichtung beim Rasen eine wichtige Rolle. Mit der richtigen Schnitthöhe wirft der Rasen genügend Schatten für sich selbst und verhindert gleichzeitig Unkrautwuchs, das besser bei viel Licht keimt. Etwa vier Zentimeter Höhe haben sich meist bewährt, um einen schönen Rasen ohne Unkraut zu haben.

Vorbeugen ist daher das erste Mittel, um Unkraut im Rasen zu vermeiden. Hochwertige Saatgutmischungen und regelmäßige Pflege des Rasens sind für jeden Gärtner ein Muss. Wer hier nicht genau aufpasst, findet schnell Moos, Weißklee, Löwenzahn und Co zwischen den Grashalmen. Dann helfen nur noch die chemische oder mechanische Bekämpfung.

Chemische Bekämpfung

Eine beliebte Variante, Unkraut zu vernichten, sind im Handel erhältlich Unkrautvernichter. Sie sind die chemische Methode, das unliebsame Gewächs loszuwerden. In den Vernichtern sind chemisch nachgebildete Pflanzenhormone enthalten. Diese wirken sich nur auf zweikeimblättrige Pflanzen aus – wozu zahlreiche Unkräuter zählen. Die Rasengräser selbst sind einkeimblättrige Pflanzen und werden daher nicht beeinflusst. Das Unkraut wird durch den Vernichter zu einem übermäßigen Wachstum angeregt. Das jedoch führt dazu, dass die Pflanze abstirbt.

Jedoch hängt der Erfolg von der richtigen Anwendung des Unkrautvernichters ab. Das beginnt schon bei der Auswahl des richtigen Produkts. Die meisten Herbizide wirken zwar breit gefächert, aber nicht alle Unkrautarten werden gleichmäßig bekämpft. Sauerklee und Hahnenfuß lassen sich schwerer bekämpfen als Löwenzahn und Gänseblümchen. Daher sollte bei Bedarf beim Fachmann nach dem richtigen Produkt nachgefragt werden. Der schlaue Gärtner liest sich vor Anwendung auch die jeweiligen Hinweise des Anbieters durch. Allgemein gilt: Optimal sind ein warmer und feuchter Boden sowie milde Temperaturen. Herrscht in der Nacht Frost oder ist der Boden sehr trocken, sollte dieser vor der Anwendung ausführlich gewässert werden. Der Rasen sollte nicht frisch gemäht sein.

Nach der Anwendung sollte es mindestens acht Stunden nicht regnen – dieser würde den Vernichter von den Blättern abspülen. Eine zu starke Sonneneinstrahlung ist ebenfalls hinderlich und trocknet den Wirkstoff zu schnell aus. Daher sind die Nachmittagsstunden die optimale Zeit, um den Unkrautvernichter anzuwenden. Wächst der Rasen schlecht, ist von Nährstoffmangel auszugehen. Hier sollte zusätzlich nach etwa zwei Wochen gedüngt werden. Denn die Wirkung hängt auch von einem guten Wachstum ab. Achtung beim Auftragen: Zu breite Streuung kann das Herbizid auch unerwünscht auf benachbarte Beete tragen. Die Gießkanne ist hier die beste Lösung – sie gehört nach Anwendung ordentlich ausgespült.

Auch können Mischungen aus Dünger und granulierten Unkrautvernichter verwendet werden. Allerdings ist ihr Erfolg nicht so stark wie der des flüssigen Verwandten. Hier ist es besonders wichtig, dass der Rasen beim Auftragen feucht ist, damit das Granulat hängen bleibt.

Mechanische Bekämpfung

Das einfachste Mittel der Unkrautbekämpfung ist das Jäten. Mit Hand, Unkrautstecher und Harke sollte das Unkraut aus dem Rasen herausgeholt werden. Auch können Hausmittel, wie kochendes Wasser, Essig und Salz hier gute Erfolge erzielen. Hier gibt es viele verschiedene Methoden, die hilfreich sein können. Die gewählte Mischung einfach über die Unkrautpflanze sprühen beziehungsweise schütten und danach die verdorrte Pflanze aus dem Boden holen. Für den Rasen eignet sich als Kampf gegen das Unkraut besonders das regelmäßige tiefe Vertikutieren. Sind die Pflanzen abgestorben, müssen die Lücken im Rasen unbedingt aufgefüllt werden. Sonst würde sich statt neuer Rasen wieder neues Unkraut ansiedeln. Das würde bedeuten – der Kampf gegen Weißklee, Löwenzahn und Co beginne von vorn!

Artikelbild: © Inc / Shutterstock

 

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