Unkraut vermeiden – die richtige Rasenpflege

Unkraut vermeiden – die richtige Rasenpflege

Unkraut kann mit der chemischen Keule oder mit mühsamer Handarbeit entfernt werden. Doch viel wichtiger ist es, mit der richtigen Pflege des Rasens das Wachsen von Löwenzahn, Weißklee und Co schon im Vorfeld zu verhindern. Ein Meer von Gänseblümchen mag auf den ersten Blick zwar schön anzusehen sein, aber damit beginnt bereits das Übel. Denn wenn dem Unkraut einmal der Weg geebnet wird, verbreitet es sich immer weiter. Diese Pflanzen benötigen weniger Nährstoffe, als der Rasen und entziehen diesem auch noch die letzten verbliebenen: Der Rasen wird schwächer, das Unkraut nimmt Überhand. Und wer sich nicht versieht, hat schnell mehr andere Pflanzen als Gräser in seinem Rasen. Daher sollte schon frühzeitig gegen Unkraut vorgegangen werden.

Das richtige Saatgut

Die richtige Rasenpflege fängt bei der Aussaat an. Wer kein Unkraut in seinen Gräsern haben möchte, sollte unbedingt auf eine hochwertige Saatmischung zurückgreifen. In Billigmischungen sind die Rasenkeime oft schon durch Unkrautsamen verunreinigt. So bringt der Gärtner das Unkraut quasi erst mit in den Boden. Die billigen Angebote werden zudem meist aus billigen Futtergräsern gefertigt. Diese sind auf ein schnelles Wachstum gezüchtet. Damit sprießt der Rasen zwar schnell in die Höhe, aber es wird keine dichte Grasnarbe gebildet. Wer also einen schönen, unkrautfreien Rasen in seiner grünen Oase haben möchte, sollte schon von Anfang an ein wenig tiefer in den Geldbeutel greifen. Beim Saatgut sparen, kann später unschöne Entdeckungen verursachen. Wichtig ist auch, dass Grassorten und Standortbestimmungen übereinstimmen. Nicht alle Grassorten kommen mit allen Standorten zurecht. Im Zweifelsfall sollte im Fachhandel vor dem Kauf um Rat gefragt werden.

Die richtige Schnitthöhe

Dass regelmäßiges Mähen des Rasens Pflicht ist, weiß der clevere Gärtner. Aber auch mit der richtigen Höhe kann man das Wachsen von Unkraut verhindern. Rasenunkräuter wachsen niedrig und sind kriechend. Sie brauchen ausreichend Licht, um gut gedeihen zu können. Daher darf die Grünfläche nicht zu tief sein, um ihnen diese zu geben. Der Rasen sollte demzufolge nicht niedriger als vier bis fünf Zentimeter sein. Gerade immer Sommer empfiehlt es sich, ihn ein wenig höher stehen zu lassen, so schenkt er sich selbst Schatten und spart Wasser. Zu tiefer Rasen trocknet schnell aus und bietet so mehr Angriffsfläche für die tiefer liegenden Wurzeln des Unkrauts.

Mechanische Unkrautbekämpfung

Mit den richtigen Handgriffen geht das Verhindern von Unkrautwuchs nach dem Mähen weiter: vertikutieren und aerifizieren. Beim Vertikutieren wird der Rasenfilz an der Oberfläche aufgerissen und entfernt. Das dezimiert Moos und Unkraut. Ebenso werden Luft- und Wasserhaushalt durch das Vertikutieren im Rasen verbessert.

Gerade im Frühling bietet sich die Maßnahme zur Rasenpflege an. Durch Aerifizieren mit einem entsprechenden Gerät wird der Boden der Rasenfläche belüftet. Dabei werden fünf bis zehn Zentimeter tiefe Löcher in den Rasen gestochen, die etwa ein bis zwei Zentimeter Durchmesser haben. Das lockert die Bodenverdichtung auf und ermöglicht einen Gasaustausch. Nach diesen beiden Maßnahmen sollte sehr feiner und trockener Sand auf den Rasen gebracht werden. Durch das Besanden werden Unebenheiten ausgeglichen, die Bodentextur verbessert, die Scherfestigkeit des Rasens gestärkt und die Erde wird durchlässiger. Dieses Maßnahmenpaket verhindert erfolgreich das Wachstum von Weißklee, Löwenzahn und Co. Sollten sich dennoch einzelne Pflanzen durch die Rasenfläche kämpfen, empfiehlt sich der Griff zum Unkrautstecher: Damit wird die Pflanze mitsamt der Wurzeln aus der Erde entfernt.

Lücken im Rasen auffüllen

Ein gesunder Rasen ist lückenfrei. Nicht nur der Anblick ist für des Gärtners Auge schöner, auch hat so Unkraut weniger Chance, in die grüne Fläche einzudringen. Wenn sich Lücken bilden und sich nicht mehr durch die natürliche Regeneration des Gräserbestandes auffüllt, sollten diese daher mit Nachsaat angereichert werden. Diese Maßnahme eignet sich hervorragend nach dem Vertikutieren, Aerifizieren und Besanden. Aber auch ohne Vorarbeit kann ein Rasen nachgesät werden. Wichtig ist auch hier, zu einer hochwertigen Saatgutmischung zu greifen, um Unkrautsamen nicht durch billige Mischung in den Rasen zu bringen. Achtung Vögel: Bei der Nachsaat sollten die Samen mit dem Rechen leicht in den Boden gebracht werden, damit diese nicht im Schnabel der Tiere landen.

Die richtige Düngung und Bewässerung

Unkraut vermehrt sich, wenn Nährstoffmangel im Rasen vorhanden ist. Zu wenige Nährstoffe schwächt die Rasengräser, denn sie haben einen hohen Bedarf. Die unliebsamen Unkrautpflanzen hingegen können auch in kargen und nährstoffarmen Boden wachsen und werden dadurch in ihrer Vermehrung gestärkt. Das Unkraut verbreitet sich, der Rasen wird immer mehr in einem Teufelskreis zurückgedrängt. Daher ist die richtige Versorgung mit Nährstoffen nicht nur ein wichtiges Pflegemittel, sondern gleichzeitig ein Weg, Unkraut zu vermeiden. Unterstützt wird dies zudem durch Wassermangel. Gerade in Frühjahr und Sommer ist es daher wichtig, auf die Feuchte des Rasens zu achten. Bei Bedarf muss nachgewässert werden, damit die Gräser nicht ausdorren. Gerade nach einer Dürre regenerieren sich Unkrautwurzeln schneller, als die der Rasengräser.

Chemische Unkrautbekämpfung

Neben den natürlichen Maßnahmen hilft nicht zuletzt auch der Griff zum chemischen Unkrautvernichter. Diese beinhalten chemisch nachgebaute Pflanzenhormone, die ein Wachstum und anschließendes Absterben von zweikeimigen Unkrautpflanzen bewirken. Einkeimige Pflanzen wie die Rasengräser werden davon nicht beeinflusst. Wichtig ist hier die richtige Anwendung der chemischen Mittel sowie die Beachtung von Jahreszeiten und Temperaturen. Eine falsche Anwendung kann auch zu schwerwiegenden Schäden im Rasen führen.

Fazit

Vorbeugen ist besser als Nachsorge. Mit der richtigen Pflege des Rasens muss Unkraut nicht erst mühsam entfernt werden, wenn es schon in der Grünfläche gewachsen ist. Die richtige Aussaat, regelmäßiges Mähen, Vertikutieren und die richtige Versorgung mit Nährstoffen können unschöne Überraschungen in der Grünfläche vermeiden.

Artikelbild: © Wollertz / Shutterstock

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