Verfolgung auf Schritt und Tritt: Haustierüberwachung mit Kameras

Verfolgung auf Schritt und Tritt: Haustierüberwachung mit Kameras

Was treiben wohl die Haustiere, wenn ihre Besitzer morgens das Haus verlassen? Bei dieser Frage würden die meisten Hausbesitzer behaupten, dass ihre Tierchen sich anständig verhalten. In Realität sieht es häufig anders aus: Sobald die Herrchen die Tür hinter sich zuziehen, beginnen die Tiere mit ihren bis dato unbekannten Aktivitäten. Das kann aus mehreren Gründen problematisch sein:

  1. Sie produzieren viel Lärm, der die Nachbarn stört.
  2. Ihr Verhalten ist nicht angemessen und muss angepasst werden.
  3. Die Gefahr ist groß, dass die Tiere Gegenstände oder sich selbst verletzen.

Als Herrchen möchte man alle drei genannten Szenarien verhindern. Das ist möglich, indem Tierbesitzer eine oder mehrere Überwachungskameras im und um das Haus installieren, welche ihnen einen Einblick in das Verhalten ihrer Tiere gibt.

Tierisches Trauerverhalten bei Abwesenheit keine Seltenheit

Menschen sind nicht die einzigen Lebewesen, die unter Trauer und Depressionen leiden. Menschen gehen immer davon aus, dass Tiere einem simplen Verhaltensschema nachgehen, jedoch keine wirklichen Gefühle besitzen. Ihr gesamtes Verhalten soll auf Instinkten basieren, die von ihren Genen diktiert werden. Tiere kann man jedoch nicht in eine allgemeine Kategorie werfen. Die Tierwelt besteht aus Tausenden von Arten, deren Organisationen sehr unterschiedlich sind.

Die tierpsychologische Forschung befindet sich derzeit noch in ihrer Anfangsphase, auch wenn sie in den letzten Jahren große Fortschritte verbucht hat. Doch auch ohne diese Untersuchungen gibt es im Internet immer wieder Erfahrungen von Menschen, die Aufschluss darüber geben, wie eng eine Bindung zwischen Mensch und Tier sein kann. Das wohl beste Beispiel ist die Geschichte von Hachikō: Der japanische Akita-Hund, dessen Geschichte mehrmals verfilmt wurde, ist in Japan das Synonym für Treue. Der Hund holte sein Herrchen jeden Tag vom Bahnhof ab, bis dieser eines Tages am Arbeitsplatz verstarb. Hachikō kehrte nach dem Tod seines Herrchens zehn Jahre lang Tag für Tag zum Bahnhof zurück, in der Hoffnung, sein Herrchen würde irgendwann wieder auftauchen.

Dieses Beispiel demonstriert die ungemeine Treue, die ein Tier gegenüber seinem Herrchen zum Ausdruck bringen kann. Tierhalter sollten sich deshalb darüber bewusst sein, dass ihre temporäre Abwesenheit emotionalen Stress für ihren tierischen Freund bedeuten kann. Ob ein solches Gefühl besteht, können Verbraucher mithilfe einer Überwachungskamera ergründen.

Die richtige Kamera zur Überwachung wählen

Man unterscheidet im Grunde zwischen folgenden Arten von Überwachungskameras:

  • Analoge Kameras
  • Netzwerk- und IP-Kameras
  • Funk- und WLAN-Kameras

Die analogen Kameras sind längst nicht mehr zeitgemäß, sodass sie wegfallen. Es bleiben nur noch ihre digitalen Vertreter, die Netzwerk- und IP-Kameras sowie Funk- und WLAN-Kameras übrig.

Die Überwachung von Haustieren wie Katzen oder Hunden, die sich in der Regel frei in der Wohnung bewegen, erfordert keine hochauflösenden Kameras. Herrchen müssen lediglich erkennen, was die Tiere genau anstellen. Deshalb ist es lohnenswert, mehrere Kameras mit niedriger Auflösung zu kaufen, die das gesamte Haus abdecken. Dieses Kriterium alleine drückt die Kosten für die Anschaffung spürbar nach unten.

Netzwerk- und IP-Kameras haben den Vorteil, dass sie mit dem Internet verbunden werden können. Hausbesitzer könnten ihre Tierchen somit auch von unterwegs überwachen. Da sie letztendlich aber nur prüfen wollen, was die Tiere im Tagesverlauf anstellen, ist das nicht zwingend notwendig. Aus diesem Grund ist der Kauf einer Funk- oder WLAN-Kamera empfehlenswerter. Sie werden in das lokale Netz per WLAN oder Powerline integriert und können das gesamte Geschehen aufnehmen.

Überwachungskamera sollte zur Verhaltensanalyse dienen

Die Verwendung einer Überwachungskamera sollte lediglich dazu dienen, das Verhalten der tierischen Freunde zu analysieren. Aus diesem Grund sollte das Gerät folgende Kriterien erfüllen:

  • leichte Bedienung
  • niedriger Preis
  • lokale Videospeicherung

Tierhalter sollten die ganze Angelegenheit als ein zeitlich begrenztes Projekt ansehen, um das Verhalten ihrer Tiere zu analysieren und, falls Handelsbedarf besteht, dieses anzupassen. Folglich müssen sie keine teuren Kameras erwerben, die mit HD-Auflösung ihre Tiere aufnehmen und das gesamte Geschehen ins Internet streamen. Es reicht aus, wenn die Kamera die Videos direkt auf eine SD-Karte aufnimmt, damit sich die Tierbesitzer die Aufnahmen direkt am Computer anschauen können.

Anhand der Videoaufnahmen entscheiden Tierbesitzer, welche Ursache das falsche Verhalten ihrer Tiere hat und wie sie dieses lösen können.

Überwachung der Tiere auch mit alten Smartphones möglich

Wer seine tierischen Freunde nicht mit einem Videosystem überwachen möchte, der kann sich mit einem alten Smartphone behelfen. Dabei handelt es sich um eine praktische und kostenlose Lösung: Auf dem Smartphone wird eine App installiert, die das Gerät in eine Videokamera verwandelt.

Sowohl für iOS als auch Android gibt es einige kostenlose Apps, die die Geräte zur Überwachungskamera umfunktionieren:

  • Presence für iOS: Die App Presence von der People Power Company verwandelt iOS-Geräte, auf denen mindestens die OS-Version 6.0 läuft, in ein Überwachungssystem mit Bewegungsmelder. Dadurch würde sich das iOS-Gerät in eingeschränktem Umfang auch zur Überwachung des Eigenheims vor Eindringlingen eignen. Die App bietet verschiedene Features zur Überwachung, Benachrichtigung und Steuerung.
  • IP Webcam für Android: Im Bereich Android hat sich die App IP Webcam durchgesetzt. Sie ist kostenlos bei Google Play erhältlich und bietet zahlreiche Einstellungen für die Videoqualität, den Bewegungsmelder und das Strommanagement. Über das Webinterface können Tierbesitzer die App komfortabel nutzen und ihre Tiere überwachen.

Bei der Verwendung des Smartphones als Überwachungskamera ist zu berücksichtigen, dass das Mobiltelefon mit einer Stromquelle verbunden werden muss. Die konstante Verwendung des Bildschirms und der Kamera reduziert die Akkulaufleistung, sodass das Gerät nicht stundenlang ununterbrochen laufen kann.

Petcube: Mit Tieren aus der Ferne interagieren

Eine Lösung für Tiere, die alleine zu Hause bleiben müssen, ist der sogenannte Petcube. Das Gadget begann 2013 als Kickstarter-Kampagne, die 100.000 US-Dollar suchte. Bis zum Ende der Kampagne wurden über 250.000 US-Dollar gesammelt. Das Gadget wird im Eigenheim platziert und stellt eine Verbindung zwischen Haustier und Besitzer her. Letzterer kann über sein Smartphone mit seinem Tierchen spielen, dessen Bewegung mit einem Laser fördern, mit ihm über das Mikrofon sprechen oder es über die Kamera beobachten.

Zusammenfassung

Die Verhaltensanalyse ist eine wichtige Maßnahme, die jeder Besitzer eines Haustiers ausführen sollte. Mit ihrer Hilfe gehen Herrchen sicher, dass sich ihr Tier auch während ihrer Abwesenheit rundum wohlfühlt. Ist dies nicht der Fall, sind Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität des Haustiers zu ergreifen.

Artikelbild: © Rrrainbow / Shutterstock

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