Vergissmeinnicht

Vergissmeinnicht

Die Pflanze mit dem ungewöhnlichen Namen ist ein Raublattgewächs und trägt die wissenschaftliche Bezeichnung »Myosotis«. Das Wort ist griechischen Ursprungs und bedeutet »Mäuseohr«. Vergissmeinnicht war vermutlich schon in der Antike bekannt. Im 15. Jahrhundert ist der Begriff Vergissmeinnicht erstmals belegt. Das Gewächs mit den hellblauen und in der Mitte weiß-gelben Blüten ist fast überall auf der Welt verbreitet, kann je nach Art an unterschiedlichen Standorten vorkommen (Acker, Sumpf, Wald, Wiesen, Gebirge, sandige Böden, Wegränder usw.) und blüht von April bis August. Insgesamt gibt es ungefähr 50 Gattungen von Vergissmeinnicht. Ihm kommt als Zierpflanze eine größere Bedeutung zu als in der Heilkunde.

Namenslegenden um das Vergissmeinnicht

Einer deutschen Sage zufolge bat die niedrig wachsende Pflanze mit den kleinen Blütenblättern (sie wird maximal bis zu 30 cm hoch) eines Tages Gott darum, sie nicht zu vergessen. Das ist eine Version der Geschichte, wie das Vergissmeinnicht zu seinem Namen gekommen sein soll. Eine weitere Begründung ist aus einer alten volkstümlichen Tradition überliefert: Männer verschenkten als Beweis ihrer Liebe und Treue Vergissmeinnicht an ihre Liebste, da die blaue Farbe der Blüten an die Augen frisch Verliebter erinnert. Daher rührt auch die althochdeutsche Bezeichnung »Fridiles Auga« (Auge des bzw. der Geliebten). Das Vergissmeinnicht kennt man noch als »Männertreu«, »Froschäuglein«, »Mausöhrchen« und »Katzenauge«. Der Name wurde übergangslos in viele andere Sprachen übernommen, so heißt das Vergissmeinnicht z. B. im Englischen »Forget-me-not«.

Die Inhaltsstoffe der Vergissmeinnichtpflanze

Das Vergissmeinnicht enthält Gerbstoffe, Alkaloide (PDF) und Kalium. Gerbstoffe oder Tannine haben blutstillende, antivirale und antibakterielle Effekte. Alkaloide sind stickstoffhaltige sekundäre Pflanzenwirkstoffe und Kalium ist ein für den menschlichen Körper in vieler Hinsicht wichtiger Mineralstoff, unter anderem zur Verwertung von Kohlenhydraten und für die Bildung von Eiweiß.

Das Vergissmeinnicht als Heilkraut

Das blühende Vergissmeinnicht kann in der Medizin vielfach Anwendung finden. Jedoch sind andere Heilpflanzen oft wirksamer. Aufgrund seiner entzündungshemmenden und beruhigenden Wirkung können mit der Pflanze Entzündungen der Haut gut behandelt werden. Des Weiteren ist das Vergissmeinnicht effektiv bei Lymphknotenschwellungen, Durchfall, Darm- und Augenentzündungen, Nasenbluten, Hautproblemen und Quetschungen. Möchte man das Vergissmeinnicht als Heilpflanze einsetzen, bereitet man meist einen Tee daraus zu. Eine Tinktur zur medizinischen Behandlung von Lymphknotenschwellungen und Erkältungen kann man sowohl käuflich erwerben als auch selbst herstellen. Tee und homöopathische Tinktur lassen sich auch äußerlich in Form von Kompressen, Bädern und Waschungen anwenden, um Entzündungen und Quetschungen zu mildern. Der frische Saft der Pflanze diente in vergangenen Zeiten zum Stoppen von Nasenbluten.

Artikelbild: © Martin Fowler / Shutterstock

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