Verstopfte Toilette: Ursachen und Problemlösungen

Verstopfte Toilette: Ursachen und Problemlösungen

Defekte Toiletten sind ein großes Problem für Verbraucher. Häufig werden Defekte gar nicht bewusst wahrgenommen, weil der Gang zur Toilette und die Funktion dieser zu natürlich sind. Als Heimwerker sollte man sich mit der Toilette und ihrer Funktion genauer befassen. Erst dann lernt man, wie stark diese Produkte bei jedem Toilettengang beansprucht werden.

Eine Verstopfung ist ein klassischer Defekt einer Toilette. Sie hat viele Ursachen, meist hat der Verbraucher die Toilette falsch benutzt. Einige Verstopfungen lassen sich mit simplen Hilfsmitteln, die sich im Haus befinden sollten, befreien. Andere hingegen erfordern den Service eines Profis.

Die verschiedenen Toilettensysteme

Die Toilette blickt in Europa auf eine lange Geschichte zurück. Bereits in der Antike nutzten Römer und Griechen öffentliche Klos, welche in Abwasserkanälen (Kloaken) mündeten. Das älteste Abwassersystem, Cloaca Maxima genannt, wurde 600 v. Chr. im Auftrag von König Tarquino Prisco erbaut. Auch wenn das Volk öffentliche Toiletten besuchen musste, gab es wohlhabende Römer, die eigene Latrinen besaßen.

Das erste Klo, so wie wir es heute kennen, wurde 1596 von Sir John Harrington erfunden. Wasserklosett, kurz WC, nannte er seine Toilette mit eingebauter Wasserspülung. Durchsetzen konnte sich die Erfindung nicht. Später, im Jahr 1870, erfand Thomas William Twyford of Hanley die erste Toilette aus Keramik, wodurch er zu einem der Pioniere im Bereich Sanitärvorrichtungen wurde.

Heute fehlt die Toilette in keinem modernen Gebäude. Doch in jedem Land haben sich unterschiedliche Standards für WCs entwickelt. Hierzulande unterscheidet man zunächst zwischen verschiedenen Spülkästen:

  • Standtoilette, aufgesetzter Spülkasten
  • Standtoilette, Spülkasten unterhalb der Decke
  • hängendes WC, aufgesetzter Spülkasten
  • hängendes WC, Spülkasten in Vorbauwand

In modernen Wohnungen sind in der Regel die letzten beiden Varianten zu finden. Insbesondere die Wandtoilette mit einem Spülkasten, der in der Vorbauwand verschwindet, ist beliebt. Ihre Reparatur ist jedoch ein wenig schwieriger, da der Spülkasten nicht ohne Weiteres geöffnet werden kann.

Verstopfte Toilette befreien

Es gibt die kuriosesten Geschichten und Fälle rund um verstopfte Toiletten, wie diese Infografik demonstriert. Darin wird von verschollenen Klobürsten und Feuerwehrschläuchen berichtet, die Toiletten verstopft haben. Es muss aber nicht gleich ein solch merkwürdiges und extremes Szenario sein. Auch herkömmliche Probleme im Alltag können zur Verstopfung der Toilette führen. Verbraucher müssen wissen, wie in solchen Fällen zu handeln ist.

Abflussstampfer

Wenn die Toilette verstopft ist, muss der Abfluss zunächst befreit werden. Das passende Werkzeug für diese Aufgabe ist der Pümpel, auch Gummisauger oder Saugglocke genannt. Er erzeugt im Grunde einen Überdruck, sodass Verstopfungen nach unten gedrückt werden. Bei der Gegenbewegung entsteht wiederum ein Unterdruck. Auf diese Weise wird die Verstopfung im Rohr bewegt und gelöst.

Der klassische Pümpel eignet sich genau genommen nicht für Toiletten. Es gibt sogenannte Abflussstampfer, die dieselbe Funktion haben. Ihre Dimensionen sind jedoch auf den Toilettenabfluss abgestimmt.

Rohrreinigungsspirale

Bei hartnäckigen Verstopfungen, die der Abflussstampfer nicht beheben kann, kommt die Rohrreinigungsspirale zum Einsatz. Diese gibt es in manueller und elektrischer Ausführung.

Das Utensil wird vorsichtig in das Abflussrohr eingeführt. Langsam dreht man die Spirale, damit sie sich durch das Rohr bewegt, bis es auf die Verstopfung stößt und diese durch die Drehung löst. Bei hartnäckigen Verstopfungen kann es nötig sein, die Spirale in entgegengesetzter Richtung zu befreien und mehrere Versuche zu starten.

Bei besonders langen Leitungen kommen elektrische Rohrreinigungsspiralen zum Einsatz. Die Anschaffung dieser Produkte lohnt sich für Heimwerker jedoch nicht. Falls die manuelle Rohrreinigungsspirale die Verstopfung nicht lösen kann, ist ein Profi zu beauftragen, der sich mit dem Thema Rohrreinigung beschäftigt.

Spülkasten

Um zukünftige Verstopfungen zu vermeiden, lohnt es sich, den Spülkasten genauer zu inspizieren:

  • Eine häufige Ursache für verstopfte Toiletten ist eine zu schwache Toilettenspülung. In diesem Fall geht das Problem nicht von dem Spülkasten per se aus, der nämlich problemlos gefüllt wird. Stattdessen ist der Wasserdruck zu schwach. Dies wiederum kann mehrere Ursachen haben. Meist hilft es, den Spülkasten zu entkalken, weil sich Ablagerungen (durch Kalk, Urin) gebildet haben. Mit passenden Säuren (Zitronensäure, Essigsäure) kann die Toilette entkalkt werden.
  • Falls im Spülkasten keine Ablagerungen zu finden sind, könnte das Problem gelöst werden, indem das Einlaufventil mit Schwimmer korrekt eingestellt wird. Indem man das Aufstellrad (nach rechts) zudreht, wird der Wasserzulauf später abgestellt. Nun fließt mehr Wasser in die Toilettenschlüssel und spült alles in seinem Weg restlos weg.
  • Sollte das Wasser langsam in den Spülkasten fließen, können mehrere Bauteile die Schuld tragen: Flexschlauch, Einlauf- oder Eckventil. Diese sind der Reihe nach auszuwechseln.

Kostenübernahme

Vermieter müssen die Kosten für eine verstopfte Toilette selbst tragen, wenn sie die Schuld tragen. Anders sieht es aus, wenn ein Defekt vorliegt, welcher nicht von dem Mieter ausgelöst wurde. In diesem Fall müssen Mieter eine Mietminderung berechnen.

Verbraucher tragen häufig die Schuld bei verstopften Toiletten

Dass es überhaupt zu verstopften Toiletten kommt und die oben genannten Maßnahmen erforderlich sind, liegt häufig an Verbrauchern. Die falsche Verwendung der Toilette führt in den meisten Fällen zu ihrer Verstopfung. Folgende Fehler sollte man vermeiden:

  1. Klopapier: Die übermäßige Verwendung von Toilettenpapier verstopft viele Toiletten. Es dauert eine Zeit, bis sich das Papier im Wasser auflöst. Wer zu viel Papier verwendet, riskiert somit, seine Toilette zu verstopfen.
  2. Spülung: Der Schalter zur Betätigung der Spülung hat zwei Stufen. Die längere Stufe sollte für das große Geschäft genutzt werden. Erstere spart zwar Wasser, jedoch erhöht sie die Gefahr, dass das Klo verstopft.
  3. Entsorgung: Katzenstreu, Tampons, Essensreste und andere Dinge gehören in den Müll, nicht in die Toilette. Das stinkende Gemisch verstopft den Abfluss.

Abseits des falschen Verhaltens hilft es auch, Maßnahmen einzuleiten, die einer Verstopfung vorbeugen: Schüssel und die Toilette müssen regelmäßig gereinigt werden. Durch die Reinigung werden Verkalkungen und Urinstein gelöscht, sodass Wasser gut ablaufen kann.

Zusammenfassung

Die Toilette wird von vielen Verbrauchern genutzt, ohne sich genaue Gedanken über ihre Instandhaltung zu machen. Aus diesem Grund kann es zu einer Verstopfung führen, die passend behoben werden muss. In vielen Fällen können Heimwerker die Verstopfung eigenständig befreien. Ansonsten müssen sie die Hilfe eines Profis anfordern.

Artikelbild: © Africa Studio / Shutterstock

2 Kommentare

  1. Wasserschaden 13.09.2017 14:27 Uhr

    Tolle Tipps.
    Vielen Dank für den Beitrag.
    Lg aus Wien

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  2. Helga 12.10.2018 10:53 Uhr

    Danke für wissenswerte Ideen. Den verstopften Abfluss erlebt ja jeder mal in seinem Leben. Chemische Abflussreiniger können nicht immer den Erfolg bringen. Bei uns war der Fall mit einer BabyWindel. Eine Etage höher wohnt ein junges Ehepaar. Gott sein Dank, alles schnell dank dem Notdienst gelöst, mit einer Rohrreinigungsspirale. Danke für einen lehrreichen Erfahrungsaustausch.

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