Hummeln: Dicke Brummer in deutschen Gärten unterwegs

Es brummt und säuselt in deutschen Gärten. Denn in diesen Tagen sind auch die Hummeln wieder auf der Suche nach Nektar – nicht immer elegant in der Optik, doch enorm wichtig für das Gleichgewicht im Garten. Achtung Gartenbesitzer: Die dicken Brummer sind teilweise vom Aussterben bedroht und stehen daher unter besonderem Schutz.

Auf der Liste der Gefährdeten

Hummeln gehören der Gattung der Bienen an, sind jedoch deutlich größer – je nach Art bis zu 23 Millimeter lang. Sie bilden ebenso Staaten mit einem Volk von 50 bis 600 Insekten, eine Königin führt das Volk an. Etwa 250 Arten von Hummeln existieren weltweit, rund 36 von ihnen können sich auf den Blüten im hiesigen Garten tummeln. Die häufigste Art unter ihnen ist die „Dunkle Erdhummel“. Sie ist schwarz, hat aber gelbe Querstreifen. Charakteristisch ist ihre weiße Hinterleibsspitze. Diese Art ist meist schon sehr früh im Jahr unterwegs. Die rare „Mooshummel“ hingegen ist deutlich heller und hat eine seltene Färbung. Sie ist in Deutschland so stark gefährdet, dass sie sogar vom Aussterben bedroht ist. Sie steht neben 15 anderen Hummelarten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Ihr natürliches Lebensgebiet sind Sumpfgebiete. Aber auch in der Nähe von Seen und an der Meeresküste ist sie zu Hause. Die Königin fliegt bereits Anfang bis Mitte Mai auf der Suche nach einem Nest, die Arbeiterinnen beginnen Ende Mai ihre Tätigkeiten.

Tollpatschiges Verhalten

In den meisten Fällen verhalten sich die dicken Brummer nicht aggressiv im Garten. Im Gegenteil. Sie sind besonders friedlich und so manchem Gärtner ist es eine Freude ihnen bei ihrem Treiben zuzuschauen – gerade weil sie manchmal ein wenig tollpatschig agieren. Doch ihre Arbeit ist nicht nur für das Überleben des eigenen Volkes wichtig, sondern auch für das gesamte ökologische Gleichgewicht. Hummeln bestäuben zahlreiche Obstarten. Manche Pflanzen, wie beispielsweise die Taubnessel, wird ausschließlich von Hummeln bestäubt, die einen langen Rüssel haben. Hummeln fliegen auch bei schlechtem Wetter und sind deutlich unempfindlicher gegenüber niedrigeren Temperaturen als ihre Verwandten, die Bienen.

Tipps für Gärtner

Wird ein Hummelnest im Garten entdeckt, sollte es nicht entfernt werden, da die gefährdeten Tiere besonders unter Schutz stehen. Lediglich wenn sich die Tiere ins Haus verirrt haben oder Menschen nachweislich allergisch reagieren, sollten Maßnahmen ergriffen werden. Hier ist es jedoch ratsam, das örtliche Umweltamt anzurufen und das Nest fachmännisch umsiedeln zu lassen. Wer in seinem Garten Hummel herzlich willkommen heißt, sollte darauf achten, dass naturbelassene Stellen vorhanden sind. Das Volk nistet gern in Erdlöchern, Mauerspalten und Steinritzen. Auch ein Nistkasten wird gern von Hummeln angenommen. Dieser sollte früh im Jahr aufgestellt werden, denn manche Jungkönigin sucht bereits im März einen passenden Platz für ihr aufzubauendes Volk.

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