Wahrheit oder alte Mär – Auf diese Bauernregeln können Sie sich verlassen

Wahrheit oder alte Mär – Auf diese Bauernregeln können Sie sich verlassen

Der Bauer ist schon seit jeher enorm vom Wetter abhängig. Kein Wunder, dass sie das Wetter deshalb auch immer ganz genau im Blick haben mussten. Mit der Zeit ist einigen Bauern ein gewisses Muster aufgefallen. Doch nicht nur beim Wetter, auch in Bezug auf Obst, Getreide oder Tiere traten nachvollziehbare Regelmäßigkeiten auf. Mit der Zeit entstanden aus diesen Beobachtungen die heutigen Bauernregel. Aber wie viel ist eigentlich wirklich dran? Immerhin sind viele Bauernregel bereits mehrere Hundert Jahre alt – und doch sind sie heute noch immer so gültig wie damals.

Bei der ältesten deutschen Sammlung von Bauernweisheiten handelt es sich um die sogenannte „Bauernpraktik“ aus dem Jahr 1508 und um das „Reynmanns Wetterbüchlein“ aus dem Jahr 1510.

Einfach nur Glück?

Grundsätzlich würde man vermuten, dass uralte Bauernregel nicht mehr sind als ein Hirngespinst und eine große Portion Glück oder Zufall. Doch einige Meteorologen hatten sich einmal die Arbeit gemacht und statistische Wetterdaten mit zahlreichen Bauernregel verglichen und tatsächlich mussten sie feststellen, dass die Bauernregel jenseits allen Zufalls sind. Statistisch gesehen sind zumindest die bekanntesten Bauernregel in mehr als 75 Prozent aller Fälle korrekt, was insbesondere auf Wetterregeln zutrifft. Noch heute können Sie sich also getrost darauf verlassen, wie das Wetter der kommenden Tage wohl werden wird. Handelt es sich hingegen um Prognosen für einige Wochen, dann greifen die Bauernregeln für gewöhnlich nicht mehr.

Wetterbestimmung auf bäuerisch

„Morgenrot, Schlechtwetter droht“

Lange wusste niemand so recht, was es tatsächlich mit diesem Spruch auf sich hatte, also woher dieser seinen Ursprung hat. Doch Wissenschaftler entdeckten den Grund, wieso dies in der Tat zutrifft. Sobald die Sonne aufgeht, durchdringen die Sonnenstrahlen die Luft direkt über dem Horizont. Ist diese nun Feucht, befinden sich also bereits erste Wolken am Himmel, dann bricht sich das Licht in den winzigen Wassertröpfchen, was sich in einem strahlenden Morgenrot zeigt. Kommt nun der Wind aus Westen, also aus Richtung der aufgehenden Sonne, dann kann man davon ausgehen, dass der Wind die aufziehenden Wolken heran bläst.

„Siehst du die Schwalben niedrig fliegen, wirst du Regenwetter kriegen. Fliegen die Schwalben in den Höh’n, kommt ein Wetter, das ist schön.“

Auch an der Bauernweisheit bezüglich des Schwalbenflugs ist mehr dran als man glauben mag. Schwalben ernähren sich von Insekten, die sie im Flug fangen. Sobald nun warme Luft nach oben steigt, steigen mit ihm auch die Insekten nach oben und somit auch die Schwalben. Zieht jedoch ein Unwetter heran, dann kommt ein kühler Wind auf und die Insekten zieht es wieder näher zum Boden.

Langfristige Prognosen sogar mit Bauernregeln möglich

Auch wenn normalerweise mithilfe von Bauernregel keine langfristige Wetterprognose möglich ist, so gibt es doch mindestens eine Bauernweisheit, auf die man sich sehr wohl verlassen kann:

„Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein, ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will“

Sogar aus meteorologischer Sicht ist diese Aussage sehr wohl richtig. Ist der Herbst warm, dann befindet sich ein Hochdruckgebiet über Deutschland. Das sorgt schließlich dafür, dass warme Luft aus dem Balkan zu uns wehen wird. Statistiken weisen zudem darauf hin, dass auch der Januar von Hochdruckwetter bestimmt wird. Allerdings führt dies dazu, dass in Südosteuropa nun ein eisiges Klima herrscht, wodurch ein kalter Wind zu uns weht.

Der Bauer ist zwar nicht in der Lage, seine Umgebung über mehrere Hundert oder Tausend Kilometer hinweg zu beobachten, wie es einem Meteorologen heute möglich ist. Dennoch gibt es Bauernregeln, die nicht nur über wenige Tage, sondern gar über mehrere Wochen oder Monate zutreffen.

Bauernregeln für den Garten

„Mai-Regen bringt Segen“

Sollte es im Mai viel regnen, dann können Sie sich darauf freuen, dass Ihre Pflanzen besonders gut wachsen werden. Am Ende sorgt dies für eine reiche Ernte.

„Märzen-Schnee tut den Zarten weh“

Wenn im März noch einmal Schnee fallen sollte, dann werden frisch ausgebrachte Sämlinge unweigerlich erfrieren.

Bei den bekanntesten Bauernregeln gelten bestimmte Lostage oder auch Gedenktage. So fällt zum Beispiel der Siebenschläfer-Tag immer am 27. Juni. Die dazugehörige Bauernregel besagt, dass das Wetter, das an diesem einen Tag besteht, sieben Wochen lang bestehen wird. Meteorologisch konnte dies durchaus bereits bestätigt werden, denn tatsächlich stabilisiert sich das Wetter in der ersten Juli-Woche. In der Vergangenheit traf dies immerhin zu rund 80 Prozent zu.

Zusammenfassung

Bauernregeln gibt es schon seit Hunderten von Jahren. Entstanden sind sie aufgrund der Abhängigkeit der Bauern vom Wetter. Doch wie viel Wahrheit steckt drin und treffen sie auch wirklich immer zu?

Artikelbild: © drakuliren / Bigstock.com

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