Was das Fliesen kostet – eine Kostenkalkulation

Was das Fliesen kostet – eine Kostenkalkulation

Eine Vielzahl an Formen, Oberflächen, Materialien und Farben setzen Boden und Wand in Szene: Die Rede ist natürlich von modernen Fliesen. Für jeden Wohnstil haben sie das passende Design im Angebot, doch was kostet der Spaß?

Preis für Fliesen

Quadratisch, praktisch, gut – das sind die Fliesen von gestern. Heute erinnert dieses beliebte Produkt an hochwertigen Marmor, natürlichen Sandstein oder warmes Holz. Fliesen gibt es in den verschiedensten Formen und Designs – passend für jeden Wohnstil. Die Angebotsvielfalt ist womöglich der Grund, warum Fliesen in immer mehr Wohnungen zu finden sind. Laut der B+L Sanierungsstudie 2015 sind Fliesen inzwischen in 11,5 Prozent aller Wohnbereiche zu finden. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 6,9 Prozent. Auch im Schlafzimmer sind Fliesen längst keine Neuheit mehr, sie sind mit einem Anteil von 4,9 Prozent fast so beliebt wie der Teppich (6,7 %).

Die große Vielfalt der Fliesen äußert sich in vielen unterschiedlichen Preisklassen. Diese werden von Farbe, Form, Beschaffenheit, Größe und Material beeinflusst. Das Material beeinflusst den Preis am stärksten. Inzwischen werden Fliesen aus den verschiedensten Werkstoffen hergestellt: Zur Kategorie der keramischen Fliesen gehören Steingut, Steinzeug und Feinsteinzeug. Weiterhin gibt es Tonfliesen (Terrakotta), die einem Raum einen rustikalen Charakter verleihen. Natursteinfliesen aus Marmor und Granit sind robust aber auch kostspielig. Für stark beanspruchte Bereiche gibt es Kalksteinfliesen, welche ebenfalls etwas mehr kosten. Widerstandsfähiger und teurer als Kalkstein ist Sandstein.

Welches Material Heimwerker wählen, hängt natürlich von dem Budget aber auch dem Standort und Verwendungszweck der Fliesen ab. Weiterhin gibt es verschiedene Abriebgruppen (1 bis 3 sind für den Wohnbereich entscheidend), die sich auf den Preis auswirken können.

Preis für Material und Zusatzarbeiten beim Fliesen

Die Fliesen sind nicht das einzige Material, für welches Heimwerker die Kosten tragen müssen. Sowohl für das Verlegen als auch Zusatzarbeiten können einige Kosten anfallen:

  • Bevor der Handwerker die Fliesen verlegt, muss er einige Vorbereitungen treffen. Zu den Vorbereitungen zählt das Säubern, Spachteln und Grundieren der Fläche. Häufig ist es auch notwendig, alte Fußbodenreste zu beseitigen. Für diese Arbeiten verlangt er in der Regel einen festen Stundensatz.
  • In Feuchträumen sind Silikonfugen ein Muss. In den meisten Fällen reicht die Abdichtung mit Acryl aus. Ist dies nicht der Fall, greift der Fliesenleger zur Kartusche. Dann steigt aber auch der Preis.
  • Das Setzen von Kantenschienen ist eine Zusatzarbeit, die nicht im Preis des Verlegens inbegriffen ist.
  • Fliesenleger stellen eine Anfahrtspauschale in Rechnung – und zwar für jede einzelne Anfahrt. Anfahrtspauschalen von bis zu 60 Euro sind keine Seltenheit. Deshalb ist es ratsam, einen Handwerker aus seiner Nähe zu beauftragen.

Neben den Kosten für diese Zusatzarbeiten müssen Heimwerker passende Materialien kaufen oder diese beim Fliesenleger bezahlen. Dazu gehören selbstverständlich die Fliesen, die Heimwerker in der Regel selbst kaufen. Weiterhin benötigen Handwerker folgende Materialien:

Diese Materialien müssen Heimwerker nicht kaufen, da sie nur schwer abschätzen können, wie viel der Fliesenleger benötigt. Wer zu viel kauft, bleibt auf dem Material und den Kosten sitzen.

Was ein Fliesenleger kostet

Praktisch jeder Mensch darf heute Fliesenlegerarbeiten anbieten. Das gilt selbst dann, wenn er für diese Arbeit nicht qualifiziert ist. Wer das Verlegen seiner Fliesen einer kompetenten Person anvertrauen möchte, richtet sich an Meister- oder Innungsbetriebe. Diese Unternehmen verfügen über fundiertes Wissen und können die Fliesenverlegearbeiten fachgerecht ausführen.

Die erste Anlaufstelle, einen empfehlenswerten Betrieb zu finden, ist über Empfehlungen. Freunde und Familienmitglieder kennen mit Sicherheit jemanden, der Fliesen verlegt. Der Betrieb sollte entsprechende Referenzen präsentieren können – auf der eigenen Webseite zum Beispiel – und den Bauherren oder Renovierer ausführlich beraten.

Die Kundenberatung sagt bereits viel über die Qualität des Betriebes aus und rechtfertigt auch einen höheren Preis. Ein qualifizierter Betrieb wird nicht mit Dumpingpreisen um die Gunst des Kunden werben. Stattdessen überzeugt er mit eigenen Ideen, Lösungen und Vorschlägen. Der Betrieb geht auf die Wünsche des Kunden ein, ohne zu vergessen, was technisch machbar ist.

Um die Kosten für den Einsatz eines Fliesenlegers abschätzen zu können, sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  1. Die Handwerkerpreise sind von Region zu Region verschieden. In Großstädten wie München und Hamburg sind die Preise grundsätzlich größer als in Kleinstädten.
  2. Die Größe der Fliese entscheidet ebenfalls über den Preis. Eine große Fliese lässt sich schneller verlegen, sodass der Handwerker weniger Zeit benötigt. Aufwändige Muster, die verlegt werden müssen, kosten zusätzlich Zeit und Geld.
  3. Für die Verlegung von Natursteinplatten müssen Handwerker ein Mörtelbett erstellen und Legen – ein weiterer zusätzlicher Zeitaufwand. Das Kleben mit Fliesenkleber ist weitaus kostengünstiger.
  4. Räume mit Nischen, Treppen und anderen Hindernissen erfordern Maß- und Schneidearbeiten, die sich der Fliesenleger vergüten lässt.

Wir haben ermittelt, dass Fliesenleger in etwa folgende Preise zum Verlegen verlangen (in Großstädten mit Aufpreis rechnen):

  • 25 bis 30 Euro je Quadratmeter: Simpler, rechteckiger Raum, keine Muster oder Ähnliches.
  • 35 bis 50 Euro je Quadratmeter: Verlegung in Dünnbett.
  • 40 bis 60 Euro je Quadratmeter: Verlegung in dickschichtiges Mörtelbett.
  • Für aufwändige Muster verlangen Fliesenleger einen Aufpreis von fünf bis zehn Euro je Quadratmeter.
  • Das Abspritzen der Fugen mit Acryl oder Silikon sowie die Montage von Kantenschienen kostet etwa 10 Euro je laufender Meter.
  • Das Anbringen von Sockelleisten bedeuten Mehrkosten von fünf Euro pro Meter.

Fallbeispiel: Komplette Kostenkalkulation für ein Badezimmer

Nachdem wir alle Kosten genannt haben, die auf Heimwerker beim Fliesenverlegen anfallen können, zeigen wir in diesem Beispiel, was ein solches Vorhaben kosten kann.

Für unser Fallbeispiel gehen wir von der Familie Mustermann aus, die ein Einfamilienhaus erworben hat, dessen Badezimmer teilweise renovierungsbedürftig ist. Sie möchte lediglich die Bodenfliesen des rechteckigen, 20 Quadratmeter großen Badezimmers neu fliesen lassen. Dafür kaufen sie Feinsteinzeug-Fliesen in Steinoptik, die acht Euro je Quadratmeter kosten (durchschnittlicher Preis, den wir über ein Vergleichsportal ermittelt haben). Für die Verlegearbeiten hat die Familie hat einen Fliesenleger aus der Nähe gefunden, der 40 Euro je Quadratmeter und 35 Euro Anfahrtspauschale verlangt. Der Fliesenleger wird damit beauftragt, eine Sockelleiste anzubringen. Aus Zeitgründen hat Familie Mustermann das Badezimmer nicht vorbereitet, sodass der Fliesenleger den Boden säubern, anschließend abschleifen, spachteln und grundieren muss. Für die Zusatzarbeiten berechnet der Handwerker einen Stundensatz von 45 Euro.

Nun zur Kostenliste für das Vorhaben:

Handwerkerarbeit Preis in €
Fliesen & Verfugen 1000
Zusatzarbeiten (4 Std.) 180
2× Anfahrt 70
Sockelleiste 65
Fliesenprodukt 160
Sonstiges Material 35
Gesamt 1.510

Spartipps: Den Preis für die Verfliesung reduzieren

Fliesenleger verlangen für jede zusätzliche Arbeit einen Aufpreis. Auch wenn diese nur wenige Euro je Quadratmeter beträgt, sammelt sich je nach Größe des Vorhabens schnell eine größere Summe an. Aus diesem Grund sind versierte Heimwerker beraten, diese Arbeiten selbst zu erledigen, wenn sie dazu imstande sind.

Zu den Arbeiten gehören:

  • Anbringung der Sockelleiste
  • Ebnen des Bodens
  • Abhobeln von Türblättern
  • Boden säubern, schleifen, spachteln sowie grundieren

Die genannten Zusatzarbeiten können gemeinsam schnell 20 Prozent der Kosten für das simple Verlegen und Verfugen der Fliesen ausmachen. In Eigenregie können Heimwerker durchaus mehrere hundert Euro sparen.

Zusammenfassung

Zur Kalkulation der Verlegung von Fliesen müssen Interessierte viele verschiedene Faktoren beachten. Neben den Kauf der Fliesen zahlen Verbraucher für das Verlegen, beispielsweise durch einen Fliesenleger, sowie das dazu benötigte Material. Einsparungen sind möglich, indem Heimwerker einige leichte Arbeiten selbst überenhmen.

Artikelbild: © -Taurus- / Shutterstock

2 Kommentare

  1. Clarke Sebastian 21.02.2018 10:37 Uhr

    Hallo liebes heimhelden Team aber meine Frage ist wo ihr eure Zahlen her habt.
    Silikon Arbeiten oder Schienen für einen Euro inkl. Material ????
    Beispiel Rechnung
    Ich fahre in X Beliebigen Baumarkt und Kaufe dort ein Silikon ( Marke PCI oder Sopro)
    kostet 13,99 die Tube mit der Tube komme ich 7-10 Meter ( je nach Spaltmaße) das bedeutet der Fliesenleger macht hier ein -minus Geschäft von 7-4 Euro. eure ganzen Rechnungen stimmen nicht. Wenn ich die Fliesenleger Seiten anschaue verlangen die 4,5-10€ Pro lfm Silikonieren. Was auch verständlich ist.
    Grüße
    Sebastian Clarke

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    1. HeimHelden.de 22.02.2018 14:42 Uhr

      Hallo Sebastian,

      uns ist da leider ein kleiner Berechnungsfehler passiert.
      Wir haben den Artikel korrigiert. Vielen Dank für deinen Hinweis! :-)

      Dein Heimhelden-Team

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