Was kostet das Eigenheim auf Dauer?

Was kostet das Eigenheim auf Dauer?

Die Kosten für den Bau und die Instandhaltung eines Eigenheimes sind von vielen Dingen abhängig. Die wichtigsten Faktoren sind aber sicherlich die folgenden Punkte:

  • die Region, in der man sein zukünftiges zuhause errichten möchte
  • die Menge an Eigenleistung, die man in das Haus stecken möchte
  • in wie weit das Haus ein Investment fürs Alter ist oder nicht

Während der Neubau eines Einfamilienhauses mit ca. 150 Quadratmetern in Berlin noch für unter 300.000 Euro möglich ist, kann es in München mit über 600.000 Euro wesentlich teuer werden. Auf dem Land kann man in einigen Regionen noch mit 200.000 Euro für den Hausbau auskommen. Diese Summe ist in den Großstädten undenkbar. Bevor man sich also für ein Grundstück entscheidet, sollten Sie sich über das Preisniveau vor Ort informieren. Aber Achtung: auf dem Land kostet das Haus weniger, aber man kann es auch deutlich schlechter wieder verkaufen. Wer weiß schon, was in 20 Jahren ist?!

Das eigene Haus zu bauen ist eine Entscheidung fürs Leben. Schliesslich ist so ein Haus meist als zuhause auf Lebenszeit konzipiert. Oft ist es auch zugleich die Altersabsicherung. Doch der Wert eines Eigenheimes muss nicht zwangsläufig steigen und in vielen Fällen wird man durch familiärer Umstände irgendwann viellicht zum Verkauf gezwungen.

Während in einigen urbanen Regionen die Preise für Eigenheime im lezten Jahrzehnt gewaltig gestiegen sind, sind sie in einigen strukturschwachen Landstrichen sogar zurückgegangen. Vor allem in Norddeutschland und NRW haben Hauseigentümer teilweise weniger für Ihre Immobilie bekommen, als sie ursprünglich einmal dafür bezahlt haben.

Der Standort als Kostenpunkt ist neben den Gebühren der Kommune, sowie der Notar- und Gerichtskosten auch vor allem auf die beim Bau entsthenden Kosten der ausführenden Firmen vor Ort zurückzuführen. Wer viel selbst am Haus macht und nicht für jedes Gewerk Hilfe benötigt, der kann hier natürlich eine Menge sparen. Insgesamt ist aber die Region in der man baut ein wichtiger Faktor.

Auch die Grunderwerbssteuer ist ein beachtenswerter Punkt. Viele Bundesländer haben diese im vergangenen Jahr erhöht. Mittlerweile liegt der Grunderwerbsteuersatz in über der Hälfte aller Bundesländer bei mehr als 5 Prozent des Kaufpreises. Werden Haus und Grundstück zusammen gekauft (so ist es bei schlüsselfertigen Objekten der Fall), wird diese Steuer auf die Gesamtsumme fällig. Wer also beim Kauf Haus und Grundstück trennen kann, spart eine Menge Geld. Wer selbst baut, bezahlt das Grundstück ja in der Regel sowieso separat.

Ein praktisches Beispiel: Wer ein schlüsselfertiges Haus kauft und hierfür 300.000 Euro zahlt, der zahlt somit 15.000 Euro Grunderwerbssteuer. Wer hingegen das Grundstück separat erwirbt und hierfür 100.000 Euro zahlt, der zahlt auch nur 5.000 Euro Grunderwerbssteuer. Ein erheblicher Unterschied.

Sollten Sie in einer finanziell schwachen Kommune bauen, die lange nicht die Straßen saniert hat, und die Strassen vor dem geplanten Grundstück sind in einem schlechten Zustand, so ist es durchaus auch möglich, dass die Kommune Sie auf kurz oder lang an den Kosten für die Straßensanierung beteiligen wird. Das kann dann schnell mal zu einer fünfstelligen Summe werden. Daher ist es durchaus auch ein Punkt, den man vorab unter die Lupe nehmen sollte.

Zudem verlangen die Gemeinden jährlich Gebühren für Trink- und Abwasser, Straßenreinigung und Müllentsorgung. Hier variieren die Preise ebenfalls mitunter stark. Der bundesweite Durchschnitt für diese Zahlungen liegt im Monat in etwa bei 360 Euro.

Renovierungskosten fallen zudem bereits wenige Jahre nach dem Bau des neuen Eigenheims an und müssen auch geschultert werden. 2.000 Euro sollten hier pro Jahr mindestens einkalkuliert werden. Zwar mag es Jahre geben, in denen keine Renovierungsarbeiten erforderlich sind, nach einigen Jahren können aber grössere Summen auf einen zu kommen. Eine Dachsanierung oder eine Heizungssanierung sind sehr erhebliche Kostenpunkte und können nach 20 Jahren anfallen.

Auch muss ein Eigenheim versichert werden. Schliesslich steckt oft der Großteil des eigenen Vermögens darin. Prüfen Sie, ob die Grundbesitzerhaftpflicht in Ihrer privaten Haftpflichtversicherung mit integriert ist. Sollte dies nicht der Fall sein, muss diese separat abgeschlossen werden.

Wie man sehen kann, sind die Nebenkosten rund um das Eigenheim immens. Mit den Baukosten ist es daher noch lange nicht getan. Zudem sinkt der Wert der Immobilie nach einiger Zeit sehr stark. Schliesslich ist ein 20 Jahre altes Haus schon lange nicht mehr „state of the art“ und kann mit neuen Gebäuden nicht mehr mithalten.

Fazit: Ein Eigenheim ist ein Luxus, den man sich leisten können muss. Als eine Wertanlage fürs Alter ist ein Eigenheim nicht unbedingt in allen Fällen zu empfehlen. Zu viele Risiken und Zusatzkosten sind damit verbunden. Dies bedeutet jedoch noch lange nicht, das man nicht sein Geld in ein Eigenheim investieren sollte. Man muss aber Gewissheit haben, dass man sich diese sehr große finanzielle Verpflichtung und die damit verbundenen Risiken ans Bein binden möchte. Viele Menschen haben jedoch im Eigenheim Ihr Glück gefunden.

Artikelbild: © spectrumblue / Shutterstock

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