Was muss ich bei Solarstrom beachten?

Was muss ich bei Solarstrom beachten?

Solarstrom, das ist die umweltfreundliche sowie dank gezielter staatlicher Förderung überaus lohnenswerte Alternative für Eigenheimbesitzer, ihr Haus zugleich als Anlageform zu nutzen. Der Staat garantiert hier für Photovoltaikanlagen eine maximale Einspeisevergütung, sodass bei baulicher Eignung der Immobilie Chancen aufgetan werden, Energiekosten selbst zu verringern und zudem durch die überschüssige Abgabe einen finanziellen Gewinn daraus zu erzielen.

Dieser Artikel soll Ihnen deshalb Anhaltspunkte geben, sowie anhand einer Checkliste verdeutlichen, worauf es hier ankommt. Schließlich steht in jedem Fall zuerst die Investition, sodann die jahrelange Verpachtung der Dachfläche einschließlich der Anlage und dann die Wertsteigerung, die Ihre Immobilie dank der zukunftsfähigen Technik letztlich erfährt.

Der 10-Punkte-Plan

1. Eignung des Dachs

Befeuert durch die Bewerbung diverser Anbieter, dass ein Großteil der deutschen Immobilien zur Installation von Photovoltaikanlagen geeignet sei, empfiehlt sich eine genaue Analyse. Als gemeinhin ideal zur Nutzung geeignet gelten Dächer mit einer Mindestneigung von 30 Grad und einer Südausrichtung. Ausrichtungen in westlicher oder östlicher Richtung sind unter Umständen ebenso geeignet, verringern aber den möglichen Nutzwert. Nach weitläufiger Meinung ist hier, mit entsprechenden Techniken und Installationen, immer noch mit einer Effizienz von bis zu 90 Prozent zu rechnen. Im Übrigen stellt der Süden Deutschlands naturgemäß bessere Voraussetzungen als der Norden, da sich die jährlichen Sonnenstunden gravierend unterscheiden, sodass auch hier darauf zu achten ist, auf welcher Grundlage der Gewinnplan Ihrer Anlage kalkuliert wird.

2. Diversifikation beim ausführenden Anbieter

Anlagen aus China, die vor allem die Preise haben sinken lassen und für einen vermehrten Wettbewerb gesorgt haben, machen die Auswahl des geeigneten Anbieters nicht leicht. Empfehlenswert ist es daher allemal, mehrere Fachberater einzuladen, sodass Sie Vergleichsmöglichkeiten bekommen. Gerade bei den Investitionskosten sowie der errechneten Rendite, aber auch bei den Vertragsmodalitäten und der Kostenstruktur der Pachtverträge, gibt es eine große Bandbreite die es zu beachten gilt. Hier sei angeraten, in der Nachbarschaft anzufragen, welcher Anbieter gewählt und welche Erfahrungen gemacht wurden, um möglicherweise Präferenzen zu erhalten.

3. Preis-/Leistungsverhältnis kennen und beachten

Die Beurteilung, ob ein Angebot kostengünstig oder eher teuer ist, ist anhand mehrerer Punkte vorzunehmen. In gängigen Internetforen diskutieren Nutzer sowie Interessierte über Techniken, Anbieter und Co., sodass Sie auch Angebote einstellen können, die Nutzer dann anhand ihrer Erfahrungswerte objektiv beurteilen und einschätzen. Grundsätzlich geht man hier so an die Sache, dass die Kosten für eine Anlage so hoch sein dürfen wie der Betrag, den man durch die Einspeisevergütung innerhalb von 10 Jahren erhält. Aktuell bewegt sich die Preisspanne pro installiertem kWp (Kilowatt/Peak = maximale Leistungsfähigkeit) von 1.500 bis 2.500 Euro, abhängig von regionalen Begebenheiten und der verwendeten Technik sowie Effizienzklasse.

4. Keine Genehmigungspflicht seitens des Bauamts

Trotz der derzeit gültigen Rechtslage, dass für Installationen dieser Art auf dem Dach keine Genehmigung eingeholt werden muss, empfiehlt sich eine Nachfrage beim zuständigen Bauamt. Die Sachbearbeiter betrachten hier insbesondere denkmalgeschützte Bauten genauer, sodass es durchaus zur negativen Beurteilung kommen kann. In diesem Sinne ist es daher ratsam, vor einem konkreten Bauvorhaben eine Anfrage schriftlich zu stellen, um Rechtssicherheit zu genießen.

5. Prüfen Sie Fördermöglichkeiten

Banken, die im Bereich Solarenergie Kredite vergeben, verlangen hierfür in der Regel mindestens ¼ Eigenkapital. Beachten Sie hier insbesondere die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bankengruppe), die besonders in der aktuellen Niedrigzins-Phase zusätzliche Ermäßigungen bedeuten können. Ihr Vorteil hierbei ist, dass das „Erneuerbare Energien Gesetz“ (EEG) eine Einspeisevergütung vorsieht, die sich auf jedes Kilowatt Solarstrom bezieht und für einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren ausgelegt ist.

6. Die Rentabilität berechnen

Ein wichtiger Faktor bei der Nutzbarmachung von Solarenergie ist, dass zusätzlich über den günstigen Eigenstrom hinaus Vergütungen erbracht werden, die Ihre Anlage rentabel machen. Spezielle Rechner, die Sie im Internet finden, geben Ihnen anhand spezifischer Parameter und Angaben Werte, sodass Sie eine Berechnung auf 15 oder 20 Jahre anstellen können. Beachten Sie hierbei insbesondere steuerliche Eigenheiten und die Laufzeit der gesetzlich garantierten maximalen Einspeisevergütung, indem Sie Ihren Ertrag den Aufwendungen für Investitionen und Sollzinsen gegenüberstellen.

7. Bauliche Begebenheiten beachten

Für ein rentables Investment in Photovoltaikanlagen ist es in der Regel notwendig, einen Zeitraum von 20 Jahren und mehr als Maßstab anzusetzen. Hierbei kommt es regelmäßig auf den Zustand des Daches an, da durch Reparationen Kosten entstehen könnten, die den Ertrag mindern. Je nach Alter und Qualität der Bausubstanz kommt es dabei darauf an, ob Sie für notwendige Leitungen bestehende Kanäle nutzen können oder nicht. Zur Berechnung der Einspeisevergütung ist es daher notwendig, einen zweiten Zähler zu installieren. Beabsichtigen Sie zusätzlichen die Eigennutzung der produzierten Energie, so bedarf es hierfür eines weiteren Zählers.

8. Versicherungen prüfen

Obwohl keine nennenswerten Risiken durch Installation und Betrieb von Photovoltaikanlagen ausgehen, kann es sinnvoll sein, sich für etwaige Schäden zu wappnen. Aufgrund Ihrer Stellung als steuerpflichtiger Unternehmer bedarf es hier gegebenenfalls einer sogenannten Betriebshaftpflichtversicherung, die Schäden aufgrund von Unwetter an der Fassade, der Anlage selbst oder aber an Dritten reguliert. Je nach vertraglicher Situation ist die Photovoltaikanlage selbst über die Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Beachten Sie hier insbesondere die Versicherungssumme, sofern Ihre Police explizit auch für Solarzellen und Co. aufkommt. Je nach Größe der Anlage gibt es außerdem sogenannte Ausfallversicherungen, die entgangene Erträge durch Einspeisung ersetzen, sofern die Anlage beschädigt oder sonst behindert ist, einwandfrei zu funktionieren.

9. Einspeisevergütung des Anbieters prüfen

Das benannte Gesetz verpflichtet die Netzbetreiber, für abgenommenen Solarstrom feste Vergütungen zu zahlen. Häufig liegen diese oberhalb der von Privatnutzern verlangten Preisen, da politisch darauf hingewirkt wurde, um einen Anreiz für eine zeitgemäße Energieversorgung zu schaffen. Sie als Solarstromerzeuger schließen aus diesem Grunde einen Einspeisevertrag mit dem Netzanbieter ab, der keinen rechtlichen Bestimmungen unterliegt. Beachten Sie hier insbesondere Mietkosten für Einspeise-Stromzähler und die Verteilung der Haftungsübernahmen, die einen großen Effekt auf die Rentabilität Ihrer Anlage haben. Lassen Sie diese deshalb vorab prüfen und beherzigen Sie den vorgenannten Rat, mehrere Angebote intensiv zu vergleichen.

10. Mehrwertsteuererstattung beachten

Das Finanzamt klopft sodann an Ihre Tür, wenn die Installation abgeschlossen und der Betrieb Ihrer Anlage beginnt. So erstatten die Netzbetreiber Ihnen zusätzlich zur Einspeisevergütung die Mehrwertsteuer, die Sie zugleich an das Finanzamt abführen müssen. Legen Sie deshalb einen besonderen Ordner an, da Gewinne sowie Verluste innerhalb des Förderzeitraums steuerlich relevant sind und Finanzämter gerne Prüfungen vornehmen. Diese bezieht sich regelmäßig auf die Vertragsstruktur und die Eigentumsverhältnisse von Haus und Grund, was vor allem für Großnutzer wie Landwirte und dergleichen relevant ist.

Schlussbemerkungen

Wie auch immer Ihr Vertrag gestaltet ist, Unterschiede gibt es reichlich und somit steht und fällt die Nutzbarmachung der Anlage mit dem gewählten Anbieter. Nutzen Sie deshalb Erfahrungswerte von Bekannten und Nachbarn, stellen Sie kritische Nachfragen und halten Sie sich über technische Neuerungen auf dem Laufenden, sodass Sie mithilfe von Dritten die Ertragsmöglichkeiten objektiv einschätzen können.

Wie schon bei der Immobilienfinanzierung selbst geht es hier um langfristige, zugleich auch teure Investitionen, die mitunter Jahre benötigen, bis Sie einen Ertrag abwerfen. Zu kurz gedacht rächt sich hier schnell, denn Anpassungen sind mit zusätzlichen Kosten verbunden, die zulasten Ihres Ertrags gehen.

Artikelbild: © Smileus / Shutterstock

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