Waschbetonplatten reinigen: So verschwinden Schmutz und Co

Waschbetonplatten reinigen: So verschwinden Schmutz und Co

Sie sind beliebt aufgrund ihrer Robustheit. Waschbetonplatten werden immer häufiger im Garten für Gehwege, Sitzplätze oder Terrassen verwendet. Auch ihr günstiger Preis lässt Gärtner zuschlagen. Fest im Kiesbett verankert sind Waschbetonplatten zudem rutschfest und sehen gut auch. Doch das nur solange, bis sich Schmutz, Moos und Co absetzt. Von Zeit zu Zeit müssen die Platten gereinigt werden, damit sie optisch attraktiv bleiben. Wie das gelingt – das verraten die folgenden Zeilen.

Warum müssen Waschbetonplatten gereinigt werden?

Waschbetonplatten haben eine unebene Oberfläche. Diese ist besonders angreifbar für Schmutz und Dreck. Denn in den Ritzen und Hohlräumen setzt sich dieser leicht ab. Das schmälert das Aussehen von Weg und Terrassenplatz im Laufe der Zeit. Moos beispielsweise begrünt die Platten ungewollt.

Zudem können ungewollte Beläge die Oberfläche auch glatt und rutschig machen – gerade auf Wegen ist der Schmutz hier gefährlich. Je länger sich der Schmutz absetzt, umso schwieriger wird auch die Entfernung. Daher sollten Waschbetonplatten von Zeit zu Zeit gereinigt werden.

Das braucht es zur Reinigung von Waschbetonplatten!

Grundsätzlich muss der Waschbetonplattenbesitzer entscheiden, ob er mit manueller oder maschineller Kraft dem Schmutz zu Leibe rückt. Für Ersteres braucht es vor allem Muskelkraft, Ausdauer und ein gutes Schubverhalten. Einfacher wird die Reinigung, wenn ein Hochdruckreiniger zur Verfügung steht. Doch dabei gibt es einiges zu beachten.

Werkzeuge:

  • Besen (harte Borsten)
  • Besen (weiche Borsten)
  • Drahtbürste
  • Schrubber
  • optional Hochdruckreiniger

In Sachen Reinigungsmittel gilt bei Waschbetonplatten ein Grundsatz: Keine scharfen Reiniger verwenden. Am besten ist reines Wasser, denn die Reinigungsmittel verteilen sich oft auf der unebenen Oberfläche, dringen ins Material und sickern auch in den Boden. Daher ist die Materialienliste nicht lang.

Materialien:

  • Wasser
  • eventuell säurehaltiger Steinreiniger
  • Fugensand
  • Versiegelungsmittel

Wenn sich jedoch hartnäckige Verschmutzungen abgesetzt haben, ist nicht immer eine Reinigung ohne Chemie möglich. Hier kann ein spezielles Steinreinigungsmittel helfen. Dieses sollte säurehaltig sein. Jedoch ist bei deren Anwendung immer Vorsicht geboten – angrenzende Pflanzen können leicht Schaden nehmen. Wer mehr schrubbt, braucht meist weniger Chemie.

Wer ganz auf Chemie verzichten will, sollte es zunächst mit einem Hausmittel probieren. Ein Spritzer Zitronensaft in das Wasser kann schon wahre Wunder vollbringen.

Reinigung per Handarbeit: Eine Anleitung

Wer sich für die Muskelkraft entscheidet, kann Waschbetonplatten in fünf Schritten reinigen:

  1. Abfegen
  2. Wässern
  3. Schrubben und Bürsten
  4. Fugen auffüllen
  5. Versiegeln

Im ersten Schritt braucht es den groben Besen. Mit ihm werden die Waschbetonplatten gründlich abgefegt. Mit der Drahtbürste können bereits grob grüne Wucherungen angelockert und mit dem Besen entfernt werden. Danach sollten die Waschbetonplatten ausgiebig unter Wasser gesetzt werden, damit sie einweichen. Wer kann, sollte das Wasser mit einem Gartenschlauch großzügig verteilen. Als Alternative steht der Eimer zur Verfügung. Die Platten sollten mehrere Minuten einweichen.

Durch das Wasserbad haben sich hartnäckige Verschmutzungen oft schon leicht gelöst. Im dritten Schritt kommen daher Schrubber und Bürste zum Einsatz. Mit ihnen sollten die Waschbetonplatten ausgiebig bearbeitet werden, bis sie rein erscheinen.

Ändern Sie beim Bürsten und Schrubben der Platten mindestens dreimal die Richtung. So erreichen Sie alle Hohlräume sowie Ritzen und lockern jeglichen Schmutz.

Nach dem Abtrocknen sollten die Fugen überprüft werden. Haben sich diese abgesenkt und ist Füllmaterial verloren gegangen? Wenn ja, sollten diese mit Ersatzfugensand erneut aufgefüllt werden. Hier dient der weiche Besen, der ihn in die Fugen einkehrt. Im letzten Schritt können die Platten mit einem Versiegelungsmittel bearbeitet werden. Dieses verhindert meist eine schnelle Neuverschmutzung.

Reinigung per Hochdruckreiniger: Vor- und Nachteile

Waschbetonplatten können jedoch auch mit einem Hochdruckreiniger gesäubert werden. Die Kraft des Wassers macht hier meist einen chemischen Reiniger überflüssig. Das Vorgehen ist ähnlich der Handarbeit – lediglich im 2. und 3. Schritt werden die Platten nicht mit dem Gartenschlauch gewässert und so manches Schrubben wird überflüssig. Der größte Vorteil des Hochdruckreinigers ist die fehlende Muskelkraft, die der Gärtner hier nicht investieren muss.

Jedoch kann der Druck des Hochdruckreinigers auch schädlich für die Umgebung sein. Die beste Reinigungsleistung ist mit einer Hochdruckdüse zu erreichen, die jedoch sehr genau über die Oberfläche geführt werden muss – eine aufwendige Prozedur. Zu hoher Wasserdruck kann zudem bedeuten, dass Spritzen nicht zu vermeiden ist. Das kann angrenzende Pflanzen und Gegenstände schädigen. Eine unverputzte Hauswand beispielsweise sollte kein Spritzwasser vom Hochdruckreiniger abbekommen. Auch verunreinigt das Schmutzwasser die Umgebung.

Spezielle Düsenaufsätze und sogenannte Terrassenreiniger, die an einen Hochdruckreiniger angeschlossen werden können, vermindern zwar den Druck und verhindern ein unkontrolliertes Spritzen in die Umgebung. Doch hier lässt meist die Reinigungsleistung zu wünschen übrig. Auf glatten Betonflächen sind sie gut einsetzbar, bei Waschbetonplatten stoßen sie jedoch oft an ihre Grenzen. Der Gärtner muss nicht selten mit Handarbeit nachbessern. Zudem muss auch darauf geachtet werden, dass Fugen und Co nicht ungewollt leer gespült werden. Das stellt den Einsatz des Hochdruckreinigers oft vollständig in Frage.

Einen Hochdruckreiniger muss nicht gekauft werden. Der Gärtner hat auch die Möglichkeit, ihn in Baumärkten auszuleihen.

Hausmittel für spezielle Flecken

Waschbetonplatten können nicht nur durch täglichen Schmutz, sondern auch durch spezielle Flecken unansehnlich werden. Wie bereits erwähnt, sind scharfe Reiniger wegen der Umwelt zu vermeiden. Jedoch kann sich der Gärtner zur Reinigung von Waschbetonplatten aus der Hausmittelabteilung bedienen. Tipps und Tricks gibt es unter anderem für folgende Flecken:

  • Rostflecken
  • Moos
  • Wachsflecken

Hat sich Rost vom Grill oder anderen Eisengegenständen auf den Waschbetonplatten abgesetzt? Dann kann Schrubben vergebens sein. Die braunen Verfärbungen entstehen durch die Oxidation von Eisen. Der Rost zieht in die Poren des Betons ein. Hilfe verspricht Ascorbinsäure – bekannt als Vitamin C und Nahrungsergänzungsmittel. In der Apotheke ist die Säure beispielsweise in Pulverform erhältlich. Sie sollte auf den Fleck aufgetragen werden, 10 Minuten einwirken und dann mit Wasser abgespült werden. In den meisten Fällen ist der Rost anschließend verschwunden.

Moos kann ebenso hartnäckig sein und auch die Behandlung mit Grünbelagentferner ist hier oft nach wenigen Monaten erneut notwendig. Helfen kann aber auch Grabsteinreiniger. Dieser sollte mit Wasser verdünnt und auf die Stelle gesprüht werden. Einen Tag später sollten die Platten mit Schrubber und Besen erneut bearbeitet werden – das Moos lässt sich nun meist mühelos entfernen.

So mancher Gartenbesitzer liebt es, Kerzen auf die Terrasse zu stellen. Werden Tische, Stühle und Co im Herbst weggeräumt, kommen dann die hässlichen Wachsflecken ans Tageslicht. Hier hilft ein einfacher Trick: Löschpapier und Bügeleisen. Ersteres wird auf dem Fleck gelegt und mit dem heißen Bügeleisen immer wieder drüber gebügelt. Das erhitzt das Wachs erneut und das Löschpapier saugt es aus der Betonplatte heraus. Wer kein Löschpapier zur Hand hat, kann alternativ auch Küchenkrepp verwenden, der Fön ersetzt das Bügeleisen. Die Prozedur sollte mehrfach wiederholt werden, bis sich kein Wachs mehr im Papier absetzt.

Zusammenfassung

Waschbetonplatten finden sich häufig im Garten als Weg- oder Terrassenplatten, da sie robust, rutschfest und gutaussehend sind. Verschmutzungen ändern das jedoch schnell und der Gärtner kommt meist nicht um eine Reinigung mit Muskelkraft und Schrubben per Hand herum – der Hochdruckreiniger ist hier nicht immer geeignet. Auch scharfe Chemiereinigungsmittel sollten nicht eingesetzt werden. Bei Moos, Rost und Wachs helfen jedoch auch Hausmittel wie Ascorbinsäure, Grabsteinreiniger und Löschpapier.

Artikelbild: Phanuwat Nandee / Bigstock.com

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