Weihnachtsstern oder Poinsettia (Euphorbia pulcherrima) – kaufen, pflegen und übersommern

Weihnachtsstern oder Poinsettia (Euphorbia pulcherrima) – kaufen, pflegen und übersommern

Er zählt zu den beliebtesten Zimmerpflanzen, die in der kalten Jahreszeit im Handel zu erstehen ist: Der Weihnachtsstern. Kaum ein Haushalt kommt mit diesem farbenprächtigen Gewächs durch die Winterzeit. Doch so mancher ist enttäuscht, dass schnell nach dem Kauf die Blätter fallen. Auf die richtige Pflege kommt es an. Schon gewusst? Der Weihnachtsstern ist ursprünglich keine Topfpflanze und längst nicht einjährig. Statt überwintern kann er übersommern!

Herkunft

Der Weihnachtsstern gehört der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) an. Ursprünglich kommt er aus den tropischen Laubwäldern Mexikos, wo er auch Feuerblume genannt wird. Hier wächst der Weihnachtsstern bei konstanten Temperaturen um die 18 Grad hervorragend und ganzjährig. Aber auch auf den Karibikinseln, in Brasilien, Venezuela und Argentinien ist der Weihnachtsstern in seiner Urform in freier Wildbahn zu finden.

Durch die Verbreitung als Zierpflanze gelangte die Wildform auch auf andere Kontinente: Der Weihnachtsstern ist mittlerweile auch in der Natur Afrikas (z. B. in Kenia und Uganda), Asiens (z. B. in Burma und Malaysia) und Australiens zu finden. Nach Europa kam die Pflanze im Jahre 1804 durch den Naturforscher Alexander von Humboldt. Hierzulande ist der Christstern eher als Zier- und Topfpflanze verbreitet.

Der Weihnachtsstern wird auch Poinsettia genannt. Diesen Namen verdankt die Pflanze dem nordamerikanischen gesandten Poinzette, der 1822 die Pflanze in Mexiko bei den Azteken als Weihnachtsdekoration entdeckte.

Sorten

Der Christusstern gehört der großen Familie der Euphorbiengewächse an. Er ist beispielsweise verwandt mit dem Christusdorn. Jedoch nur die Art „Euphorbia pulcherrima“ wird als Weihnachtsstern bezeichnet. In seiner Urform kommt er rot leuchtend daher. Doch inzwischen existieren zahlreiche Zuchtsorten, die auch andere Farben ermöglichen. So gibt es weiße, rosafarbene, lilafarbene, cremefarben Sorten und auch Pflanzen, die panaschierte Blätter aufweisen.

Folgende Sorten (alphabetisch geordnet) sind unter anderem erhältlich:

  • Angelika (rot)
  • Bright Marbel Queen (rosa)
  • Bright White Princess (weiß)
  • Brillant Annette Hegg (rot)
  • Cortez (rot)
  • Cortez White (weiß)
  • Cortez Pink (rosa)
  • Da Vinci (rosa)
  • Dark Red Annette Hegg (rot)
  • Dorothe (rosa)
  • Duecapink (rosa)
  • Duemoon (weiß)
  • Dueredwi (rosa und weiß)
  • Eckespoint (rot)
  • Eckes White (weiß)
  • Goldfinger (rot)
  • Gropom (rosa)
  • Ice Punch (rot und weiß)
  • Jester Red (rot)
  • Liberty Pink (rosa)
  • Lilo (rot)
  • Marble (rot und weiß)
  • Marblestar (rosa und weiß)
  • Maren (rot und rosa)
  • Marlene (rot)
  • Mars (rot)
  • Mars White (weiß)
  • Millenium (rot)
  • Mikkelwhite (weiß)
  • Mikkelwhite (rosa)
  • Nobelstar (rosa)
  • Pink Elf (rosa)
  • Pink Peppermint (rosa)
  • Premium White (weiß)
  • Red Elf (rot)
  • Regina (weiß)
  • Sonora White (weiß)
  • Sonora White Glitter (rot und weiß)
  • Sonora Pink (rosa)
  • Subjibi Bright Red Queen (panaschierte Blätter)
  • Whitestar (weiß)
  • Winterrose Early Red (rot)

Verwendung

Der Weihnachtsstern ist einer der am häufigsten angebauten Zimmerpflanzen. Seine Verkaufszahlen bringen pro Saison immer neue Rekorde, die in der Adventszeit ist. So ziert der Weihnachtsstern zahlreiche Fensterbretter und Tische rund um die Weihnachtszeit.

In Regionen ohne Frost wie beispielsweise Mallorca oder Teneriffa wird er jedoch nicht im Zimmer gehalten. Hier wird er auch als Zierstrauch in Garten und an Wegesrändern verwendet.

Erscheinungsbild, Blütenstand und Blüte

Der Christusstern ist ein immergrüner Strauch, der einen verholzten Stamm aufweist. Seine Verzweigung ist nur spärlich. In freier Wildbahn kann der Weihnachtsstern zu einem Strauch von vier Meter Höhe anwachsen. Zuchtsorten sind jedoch längst nicht so hoch und werden hierzulande als Topfpflanze kultiviert. Meistens wird hier eine Höhe von 60 bis 80 Zentimetern erreicht.

Charakteristisch sind die bunten Blätter, die bei vielen Sorten rot leuchtend daher kommen. Aber auch weiße, rosafarbene oder zweifarbige Sorten sind inzwischen weit verbreitet. Diese farbigen Sterne sind jedoch nicht die Blüten der Pflanze, sondern sogenannte Hochblätter (Brakteen). Sie sind oberhalb der normalen Laubblätter zu finden und weichen in der Farbe ab. Unter ihnen befinden sich grüne bis dunkelgrüne Blätter. Die Blattstiele sind meist zwei bis acht Zentimeter lang, die Blätter selbst bis zu 12 Zentimeter. Sie sind leicht oval. Die Unterseite der normalen Laubblätter ist meist hellgrün.

In der Mitte der Hochblätter befinden sich Blütengruppen, die einfache, eingeschlechtliche Blüten enthalten: Die männlichen Blüten sind als Staublätter um die weiblichen Blüten herum angeordnet, die nur aus einem Fruchtknoten bestehen. Die Blüten erscheinen in den Farben Grün bis Gelb. Die Blütezeit beginnt im November. Bei guter Pflege kann der Weihnachtsstern auch bis Ostern blühen, mit der richtigen Lichttechnik sogar mehrfach.

Standort

Die Blüte und die Pracht der Hochblätter sind beim Weihnachtsstern besonders vom Licht abhängig. Die Pflanze fühlt sich besonders wohl, wenn sie weniger als 12 Stunden Licht bekommt. Daher braucht der Weihnachtsstern in den Wintermonaten einen besonders hellen Platz, vorzugsweise am Südfenster. Dabei sollte es nicht wärmer als 22 Grad Celsius sein.

Der richtige Standort ist:

  • warm – zwischen 15 und 22 Grad Celsius
  • nicht in direkter Sonne
  • nicht über der Heizung
  • nicht in Zugluft
  • hell nicht mit zu wenig Licht

Im Sommer hingegen sollte der Platz nicht zu sonnig gewählt werden. Ab dem Herbst sind 14 Stunden Dunkelheit angesagt – eine Abdeckung oder ein Karton kann hier über Nacht die Blüte neu anregen.

Im Sommer können Weihnachtssterne ruhig auch mal nach draußen gestellt werden. Zur Eingewöhnung sollte zunächst ein schattiger Ort gewählt werden, bevor es nach etwa einer Woche auch in die Sonne gehen darf.

Pflanzen und vermehren

In den seltensten Fällen werden Weihnachtssterne selbst gepflanzt. Sie sind als Saisonware besonders vor Weihnachten in allen Läden zu erstehen. Hier gibt es ihn als Hochstamm, Busch, Pyramide oder sogar Ampel. Wer jedoch nicht jedes Jahr einen neuen Weihnachtsstern kaufen möchte, kann versuchen, seinen zu vermehren. Dies gelingt mit Stecklingen. Diese können aus den Triebspitzen gewonnen werden, sollten etwa fünf Zentimeter lang sein und zwei bis drei kräftige Blätter besitzen.

Der beste Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung ist das Frühjahr. Die Stecklinge können in handelsübliche Erde oder Anzuchterde angepflanzt werden. Diese muss der Gärtner gleichmäßig feucht halten, aber nicht tropfnass werden lassen. Die Stecklinge fühlen sich an einem hellen Standort, am besten in der Morgen- oder Abendsonne wohl. Die optimale Wurzeltemperatur liegt bei 20 Grad Celsius. Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit ist ratsam. Es empfiehlt sich immer, mehrere Stecklinge zu pflanzen, da nicht alle wurzeln. Wer den Wuchs unterstützen will, kann die Jungpflanzen mehrfach zurückschneiden.

Wer den Weihnachtsstern im Handel ersteht, sollte darauf achten, dass die Blüten in der Mitte der Hochblätter noch geschlossen sind. Pflanzen, die im Geschäft in der Kälte standen, verlieren zu Hause schnell ihre Blätter. Auch beim Transport sollte Kälte und Zugluft vermieden werden.

Gießen und düngen

Der Weihnachtsstern braucht viel Wasser, jedoch mag er Staunässe nicht. Die Blumenerde kann ruhig ein wenig austrocknen, bevor er erneut Wasser benötigt. Ein Tauchbad ist bei dieser Pflanze beliebter als das regelmäßige Gießen: Den trockenen Wurzelballen aus dem Übertopf nehmen und für einige Minuten in Wasser tauchen. Das Wasser sollte dabei Raumtemperatur haben. Dieses Bad empfiehlt sich alle sieben bis zehn Tage. Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit ist bei diesem Gewächs beliebt. Werden die Blätter gelb, lässt das einen nassen Wurzelballen vermuten. Dünger mag der Weihnachtsstern ebenso. Während der Blütezeit kann ein- bis zweimal pro Woche ein Volldünger gegeben werden.

Die Pflege ändert sich ab August, soll der Weihnachtsstern eine weitere Saison blühen. Zu diesem Zeitpunkt sollte kein Dünger mehr gegeben werden. Auch das Wässern kann deutlich seltener geschehen, lediglich eine völlige Austrocknung sollte der Gärtner vermeiden. Zu viel Licht kann der Pflanze in dieser Zeit das Leben rauben. Daher sollte der Weihnachtsstern nicht mehr künstlich beleuchtet werden und bei hellen Standorten nachts abgedeckt sein.

Nach der Blütezeit kann ein Umtopfen ratsam sein. Oft ist das im Handel erstandene Substrat nicht optimal. Die Erde für den Weihnachtsstern sollte durchlässig sein. Gut geeignet ist eine Mischung aus torfiger und sandiger Erde.

Richtig schneiden

Der richtige Schnitt kann dazu beitragen, dass der Weihnachtsstern auch mehrere Jahre blüht. Nach der Saison, wenn die Hochblätter abfallen, sollten die Triebe um ein Drittel bis zur Hälfte zurückgeschnitten werden. Das geschieht meist Ende des Frühjahres. Auch alle Blüten müssen entfernt werden. Weitere Schnittmaßnahmen sind nicht notwendigen.

Bei Stecklingen hingegen muss immer wieder geschnitten werden – um die spätere Form zu erhalten und die Pflanze sich stärker zu verzweigen lassen.

Giftigkeit und Inhaltsstoffe

Der Weihnachtsstern ist wie alle Wolfsmilchgewächse giftig. Er besitzt den für Euphorbien typischen Milchsaft. Dieser kann bei Hautkontakt zu Reizungen führen. In Wildformen sind sogenannte Diterpene enthalten, bei kultivierten Sorten meist jedoch nicht mehr. Beim Verzehr von Pflanzenteilen sind schwerwiegende Vergiftungen nicht selten die Folge. Daher sollten gerade Haustierbesitzer darauf achten, dass die Lieblinge nicht an der Pflanze knabbern. Für Menschen wird der Weihnachtsstern jedoch als unbedenklich eingestuft.

Überwintern

Der Winter ist die Blütesaison des Weihnachtssterns. Wenn er danach seine Hochblätter verliert, wird er in vielen Haushalten einfach entsorgt. Doch das muss nicht sein. Mit der richtigen Pflege kann der Weihnachtsstern auch übersommern und im kommenden Winter wieder blühen.

Wichtig dazu ist:

  • der Schnitt im Frühjahr
  • ein heller Standort im Sommer (ohne direkte Sonneneinstrahlung)
  • verkürzte Beleuchtungszeit im Herbst
  • düngen und gießen

Wenn die Tage nach dem Sommer wieder kürzer werden, braucht auch der Weihnachtsstern eine kurze Lichtzeit. Es empfiehlt sich, ihn etwa sechs Wochen an einen Platz zu stellen, der abends kein Kunstlicht hat: Treppenhaus, Keller mit Fenster oder Garage mit Sonnenlicht. Sollte kein solcher Ort vorhanden sein, kann auch ein Abdecken mit einem Karton über Nacht helfen. Das regt die Blütenbildung für die kommende Saison an.

Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge

Vor Schädlingen ist auch der beliebte Weihnachtsstern nicht gefeit. Bei zu trockener Luft haben Woll- und Schildläuse ein leichtes Spiel. Diese können mit einer Seifen-Spiritus-Lauge bekämpft werden. Auch weiße Fliegen und Trauermücken können dem Weihnachtsstern gefährlich werden. Die Larven der Mücken können die Wurzeln anfressen, was einen Pilzbefall zur Folge haben kann.

Mit kränklichem Abwerfen der Blätter reagiert die Pflanze, wenn sie einerseits Staunässe und andererseits Zugluft ausgesetzt wird. Auch ein plötzlicher Temperaturwechsel kann dem Weihnachtsstern schaden. Die Pflanze ist unbedingt vor Kälte (Temperaturen unter 15 Grad) zu schützen.

Systematik

Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Gattung: Wolfsmilch (Euphorbia)
Art: Weihnachtsstern

Wissenschaftlicher Name

Euphorbia pulcherrima

Zusammenfassung

Der Weihnachtsstern ist eine der beliebtesten Zierpflanzen während der Winterzeit. Er wird vor allem im Advent im Handel verkauft. Seine Hochblätter machen ihn besonders attraktiv, da diese je nach Sorte im strahlenden Rot, Weiß, Rosa oder sogar zweifarbig erscheinen. Die Blütezeit erstreckt sich von November bis Februar, dann wirft der Weihnachtsstern auch die Hochblätter ab. Jedoch muss die Pflanze dann nicht entsorgt werden – mit geschickter Pflege gelingt ein Überdauern der Ruhezeit und eine erneute Blüte im nächsten Winter.

Artikelbild: © Leena Robinson / Shutterstock

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