Weine richtig lagern

Weine richtig lagern

Die Vorfreude ist groß und schon beim Entkorken schmeckt der Liebhaber regelrecht den Genuss auf der Zunge – doch dann ist der erste Schluck des edlen Tropfens sauer. Falsche Lagerung kann guten Wein verderben und jedes Dinner ruinieren. Damit das nicht geschieht, müssen einige Anforderungen des edlen Tropfens an die Lagerung beachtet werden.

Waagerecht, dunkel und kühl

Bei der Lagerung von Wein müssen vor allem folgende Faktoren bedacht werden:

  • Position
  • Licht
  • Temperatur
  • Luftfeuchtigkeit

Bis vor einigen Jahren wurden Weinflaschen ausschließlich im Liegen, also waagerecht gelagert. Der Grund: Der Korken aus Kork ist in dieser Position immer in Berührung mit dem Wein und kann nicht austrocknen. Bei Korken aus Kunststoff oder gar Flaschen mit Schraubverschluss ist das jedoch unwichtig. Diese Weinflaschen können auch stehend gelagert werden. Ebenso darf Wein kein Licht abbekommen und sollte eher dunkel gelagert werden. Denn das Licht verringert die Haltbarkeit, zerstört Farbstoffe und der Wein kann sich bräunlich verfärben. Rotwein ist daher bereits in Buntglasflaschen abgefüllt, damit diese den edlen Tropfen vor der UV-Strahlung abschirmen.

Die Temperatur des Lagerraumes spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Je länger der Wein gelagert werden soll, desto kühler sollte der Ort sein. Soll der Wein innerhalb eines Jahres getrunken werden, reichen Temperaturen bis zu 20 Grad Celsius aus. Ist jedoch eine längere Lagerdauer geplant, sind kühlere Temperaturen optimaler: 12 bis 8 Grad Celsius. Wichtig ist dabei, dass die Temperaturen stabil sind. Schwankungen schaden dem Wein – vor allem Tag- und Nachtunterschiede. Jahreszeitliche Temperaturschwankungen sind bis zu fünf Grad Celsius akzeptabel.

Der letzte Faktor, der für eine gute Lagerung entscheidend ist, ist die Luftfeuchtigkeit. Hier geht es weniger um den edlen Tropfen selbst, sondern vielmehr um den Korken. Durch eine hohe Luftfeuchtigkeit wird sein Austrocknen verhindert. Wenn der Korken zu trocken ist, dringt zu viel Sauerstoff in die Flasche ein und ruiniert den Wein. Denn dann oxidiert die Flüssigkeit zu früh. Dies sollte erst nach Öffnen der Flasche geschehen, wenn der Wein „atmet“. Eine kurze Lagerdauer kann durchaus bei 30 Prozent Luftfeuchtigkeit geschehen. Soll der Wein länger liegen, sollte sie jedoch mindestens 50 Prozent betragen. Ideal sind sogar 80 Prozent.

Weinkeller, Weinregal und Klimaschrank

Wer nach einem optimalen Lagerort sucht, hat zwei Alternativen: im Keller oder an einem kühlen Ort in der Wohnung. Der Weinkeller ist wegen seiner Kühle und Feuchte optimal. Gerade Altbaukeller bringen meist mit ihren dicken Wänden und viel Platz die besten Voraussetzungen für die Lagerung von Wein mit sich. Hier passen hervorragend Weinkisten und Regale hinein, die im Handel zu erstehen sind. Kleine Modelle sind schon ab 20 Euro erhältlich. Soll das Weinregal jedoch größer werden, sollte zu robusten Materialien gegriffen werden.

Massivholz oder Edelhölzer eignen sich beispielsweise nur bei einer Luftfeuchtigkeit bis zu 50 Prozent, bei Werten darüber werden sie anfällig. In diesen Fällen sollte das Weinregal aus Stein oder Beton bestehen. Aber auch Metallregale sind durchaus denkbar und vor allem in der Gastronomie weit verbreitet. Doch für den privaten Gebrauch sind sie nicht jedermanns Geschmack. Wer nicht über solch einen Keller verfügt, kann sich auf die Suche in der Wohnung machen. Manche Wohnungen haben eine Vorratskammer (Achtung Gerüche!), andere eine geeignete Abstellkammer. Ungewöhnlich, aber nicht ungeeignet ist der Platz unterm Bett.

Weinflaschen werden oft in Kartons geliefert. Darin sollten sie jedoch nicht gelagert werden, denn Pappe, Klebstoff und Weichmacher können das Aroma verderben. Daher sollten die Flaschen direkt nach der Lieferung aus den Kartons genommen werden.

In der Regel ist das Schlafzimmer kühl und unter dem Bett ist es ebenso dunkel. Hier können auch kleine Regalmodule aufgestellt werden. Sind beide Möglichkeiten nicht vorhanden, bleibt noch die Variante des Weintemperierschranks. Diese speziellen Weinschränke verfügen über angepasste Technik, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit steuern. Auch vor Licht ist der Wein in diesem „Tresor“ geschützt. Es gibt unterschiedliche Modelle im Handel, von klein bis groß, von billig bis teuer. Preiswerte Weinklimaschränke sind schon ab 500 Euro erhältlich und können bis zu 250 Flaschen beherbergen. Der zukünftige Besitzer sollte aber auch die laufenden Stromkosten bedenken, die dann anfallen werden.

Diese Dinge sollten vermieden werden

Auch wenn der edle Tropfen in den Flaschen fest verschlossen ist – Wein ist empfindlich. Vor allem vor Erschütterungen sollte er geschützt werden. Diese sorgen dafür, dass der feine Bodensatz, der sich mühsam gebildet hat, aufgewirbelt wird. Wenn dies zu oft geschieht, wird dadurch der Reifeprozess zu dessen Nachteil beeinflusst. Daher sollte der Weinkellerbesitzer prüfen, ob durch anliegende Straßen und Eisenbahnlinien die langfristige Lagerung beeinträchtigt wird. Ebenso sollte das Weinregal nicht direkt neben Heizkessel, Waschmaschine und Co stehen.

Achtung Gerüche: Auch diese können dem Wein schaden. Vor allem Essens- und Rauchdüfte können durch den Luftaustausch über den Korken in den Wein gelangen und das Aroma verändern. Daher sollten die Flaschen nicht in der Nähe von Küche, Garagen und anderen geruchsintensiven Orten aufbewahrt werden. Wer sichergehen will, kann die Flasche zusätzlich versiegeln: Hier reicht es vollkommen, den Kopf der Flasche mit Dokumenten-Siegellack oder Kerzenwachs überziehen. Das verschließt luftdicht und schützt zudem vor der gefürchteten Korkmotte.

Artikelbild: © RossHelen / Shutterstock

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