Wohngebäudeversicherung: Hausrat nicht inbegriffen

Wohngebäudeversicherung: Hausrat nicht inbegriffen

Der Traum vom Eigenheim kann schnell teuer werden, wenn Mutter Natur wütend um sich schlägt und Immobilienbesitzer nicht ausreichend versichert sind. Ein Haus ist nur dann ausreichend gegen Wasser- und Feuerschäden abgesichert, wenn zusätzlich zur Gebäudeversicherung auch eine Hausratversicherung abgeschlossen wird. Nur dann werden Schäden an einer Einbauküche beispielsweise abgedeckt.

In einem aktuellen Fall wurde das komplette Mobiliar, darunter auch die Einbauküche, eines Hauseigentümers eines Zweifamilienhauses beschädigt. Der Hausbesitzer besaß allerdings keine Hausratversicherung. Sein Versicherer verwies auf ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Saarbrücken (5 U 71/11) und verweigerte die Zahlung. Das Oberlandesgericht Saarbrücken weist darauf hin, dass der Versicherungsnehmer verantwortlich dafür ist, sich ausreichend über den Umfang des jeweiligen Versicherungsschutzes zu informieren.

Die Qual der Wahl

Nicht nur bei den Leistungen gibt es oft Unklarheiten. Auch die Beiträge für Wohngebäudeversicherungen sind oftmals stark unterschiedlich. Wer eine solche Versicherung abschließen möchte, sollte die Tarife genau vergleichen. Nicht immer lohnt sich die Versicherung, die einen umfassenden Schutz vor allen möglichen Risiken bietet. Ausschlaggebend für die Wahl der richtigen Versicherung ist die Gebäudeausstattung. Wird eine Photovoltaikanlage versichert, mag das praktisch sein, diese muss sich aber auch auf dem Dach befinden.

Das Kleingedruckte

Hausbesitzer sollten auf das Kleingedruckte achten. Zwar kommen einige Schäden selten vor, sie können den Besitzer der Immobilie allerdings in den finanziellen Ruin treiben. Dazu gehören Rohrbrüche oder auch die Verseuchung des Erdreichs. Solche Schäden werden häufig unterschätzt, weil niemand genau in die Versicherungsbedingungen schaut. Anbieter von Wohngebäudeversicherungen haben so leichtes Spiel und können eventuelle Produktschwächen verbergen.

Am Beispiel Erdreich lässt sich das Problem leicht erklären: Ein Hausbrand beschädigt oder zerstört häufig nicht nur das Gebäude. Beim Bau des Gebäudes wurden häufig beschichtete Baumaterialien oder spezielle Lackierungen verwendet. Diese Stoffe können das Erdreich bei einem Brand verunreinigen. Der Hausbesitzer wird von den Behörden aufgefordert, das Grundstück auf den ursprünglichen Zustand zurückzusetzen. Eine teure Angelegenheit!

Rohrbrüche sind ebenfalls nicht zu unterschätzen, denn sie ziehen häufig weitere Schäden mit sich: für das Aufräumen, die Übernachtung im Hotel oder für Sachverständige. Ob die Versicherer einen Teil der Kosten übernehmen, hängt von dem Unternehmen ab.

Artikelbild: © Robert Kneschke / Shutterstock

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