Wohnung für Kinder sicher machen

Wohnung für Kinder sicher machen

Bei der Planung eines Gebäudes denken nur die wenigsten Architekten an die Sicherheit des Nachwuchses. Für die Kleinen sind Treppen im jungen Alter eine echte Gefahr, die Eltern viel zu selten als echte Bedrohung erkennen. Bei der Planung gibt es vier kritische Punkte zu beachten:

  • die Rutschsicherheit der Stufen,
  • ein absturzsicheres Geländer,
  • das Anbringen griffsicherer Handläufen auf beiden Seiten der Treppe und
  • der Treppenlauf an sich.

Bei der Planung sollten sich Eltern, zukünftige Eltern und Architekten folgende Fragen stellen:

  1. Können Kinder durch Öffnungen krabbeln oder fallen?
  2. Besteht die Gefahr, dass sich der Nachwuchs beim Spielen den Kopf einklemmt?
  3. Ist das Treppengeländer für die Kinder eine Alternative zur Rutsche?
  4. Können die Sprösslinge die Handlaufen tatsächlich nutzen?

Sicherheit ernst nehmen

Eltern ist die erschreckende Bilanz oftmals nicht bekannt. Jedes Jahr verletzten sich Kinder in Deutschland so schwer, dass eine ärztliche Behandlung notwendig ist. Die Kleinsten, also Kleinkinder und Säuglinge, sind am häufigsten davon betroffen. Erschreckend ist die Tatsache, dass Verletzungen mit tödlichem Ausgang in dieser Altersgruppe seit Jahren zunehmen. Zu den häufigsten tödlichen Kinderunfällen gehören Stürze, Ersticken, Ertrinken und tödliche Wohnungsbrände.

Tatort Kinderzimmer

Das Kinderzimmer ist der Raum, in dem die meisten Kinderunfälle registriert werden, gefolgt von der Küche und dem Treppenhaus. Ein Großteil der Kinderunfälle sind Stürze beim Laufen oder vom Etagenbett. Die Ursache für viele banale Unfälle ist simpel: In diesem jungen Alter fehlt Kindern schlichtweg das Gefahrenbewusstsein. Darüber hinaus sind sie häufig übermütig, haben es eilig und sind leicht abgelenkt.

Fünf Tipps für ein sicheres Zuhause

  1. Kinder niemals unbeaufsichtigt lassen – weder beim Spielen, noch in der Küche, im Bad oder auf dem Wickeltisch.
  2. Sicherheitsartikel wie Treppengitter, Steckdosenkappen und Rauchmelder sind ein Muss in jeder Wohnung.
  3. Erklären Sie den Kindern, was gefährlich ist (heiße Gegenstände, Messer, Feuerzeug etc.). Da Kindern Gefahren noch nicht bekannt sind, sollten Sie Ihr Kind unter Aufsicht eine heiße Kaffeekanne anfassen lassen.
  4. Dinge wie Kerzen anzünden und schneiden können Eltern zunächst mit ihren Kindern üben.
  5. Beim Kauf von Kindermöbeln und Spielzeug wird Eltern empfohlen, auf das CE- und GS-Zeichen zu achten.

Wohnung aus der Kinderperspektive betrachten

Eltern sind viele Gefahren unbekannt, weil sie die eigene Wohnung nicht aus den Augen der Kinder betrachten. Für den Nachwuchs ist alles ein potenzielles Spielzeug, egal ob es sich um eine Schere, ein Messer oder Feuerzeug handelt. Kinder müssen lernen, dass solche Dinge gefährlich sind.

Ebenfalls wichtig ist es, die Wohnung aus der „Kinderperspektive“ zu erkunden. Bewegen Sie sich dazu ruhig auf dem Boden und krabbeln Sie durch die eigenen vier Wände – ganz wie der Nachwuchs. Erst so lassen sich einige Fallen und Unsicherheiten im Haus erkennen.

Artikelbild: © asife / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Franzi Matzner 29.12.2015 09:51 Uhr

    Hallo,
    interessanter Artikel, haben vor einem halben Jahr auch unseren kleinen Sprössling bekommen und viel überlegt wie wir unsere Wohnung Kinder sicher machen. Kindersicherungen gibt es wie Sand am Meer, allerdings bin ich als Frau leider in keinster Weise handwerklich begabt und war auf der Suche nach leichteren DIY Methoden. Tolle Kindersicherungen, die ich bereits selber ohne Hilfe anbringen konnte waren eine Fenstersicherung, eine Schubladensicherung wie auch den klassischen Steckdosenschutz. Viele Sachen sind leider nicht vorhersehbar und gehören definitiv überdenkt, allerdings sollte man in keinster weise übertreiben und dem Baby jede Freiheit nehmen.
    Gruß

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