Zwischensparrendämmung: Das Dach von innen dämmen

Zwischensparrendämmung: Das Dach von innen dämmen

Der Dachboden ist in vielen Immobilien ein kleiner Abstellraum, wo Besitzer Dinge aufbewahren, die sie selten benötigen. Immer wieder entscheiden sich Besitzer eines Altbaus, den Dachboden auszubauen. Sie haben Nachwuchs bekommen oder benötigen schlichtweg mehr Platz. Soll die Dacheindeckung erhalten bleiben, gibt es eine Lösung: Das Dach mit der sogenannten Zwischensparrendämmung ausstatten.

Die Zwischensparrendämmung ist im Grunde die klassische Dachdämmung, welche insbesondere bei Steildächern zum Einsatz kommt. Soll der Dachstuhl bewohnbar werden, sorgt die Zwischensparrendämmung kosteneffektiv für ein gesundes Wohlfühlklima. Aufgrund der simplen Verarbeitung können Heimwerker die Dämmung in Eigenregie ausführen. Nach abgeschlossener Arbeit sparen sie Heizenergie und der Dachraum ist einzugsbereit. Bis es so weit ist, stehen allerdings einige Aufgaben an.

Vorüberlegungen zur Zwischensparrendämmung

Modernisierungsmaßnahmen stehen bei den Deutschen ganz oben auf der Prioritätenliste. Gerade Besitzer von Altbauten möchten mit einer Renovierung oder Sanierung den Wohnkomfort erhöhen. 2013 planten laut VuMA rund 840.000 Menschen, das Dach in den nächsten zwei Jahren zu erneuern oder modernisieren.

Ein solches Vorhaben ist immer gründlich zu planen, denn es handelt sich um eine Maßnahme, die viele Jahre lang erhalten bleiben soll. Eine gute Dachdämmung senkt die Energiekosten und erhöht den Wohnkomfort – vorausgesetzt, sie wurde richtig ausgeführt.

Um die Dämmung richtig ausführen zu können, müssen Heimwerker wissen, dass das Dämmmaterial zwischen die Dachsparren geklemmt wird – daher die Bezeichnung Zwischensparrendämmung. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) empfiehlt, dass der für ein Steildach verwendete Dämmstoff mindestens 140 Millimeter dick ist. Ziel ist es, die Dachsparrenhöhe komplett auszunutzen.

Das Problem: Die Dämmdicke hängt maßgeblich von den Sparren ab. In einigen Fällen sind sie nicht breit genug, um die gewünschte Dämmstoffdicke zu wählen. In diesem Fall müssen Heimwerker die vorhandenen Sparren aufdoppelen, indem sie Holzlatten an der Unterseite anbringen.

Durch das Aufdoppeln der Sparren geht ein Teil der Raumhöhe verloren. Deshalb sollte man die Sparren nur so viel wie nötig mit Holzlatten erweitern.

In vielen Altbauten beträgt die Dachsparrenstärke nur zehn oder zwölf Zentimeter. Moderne Dämmstoffe sind fast doppelt so dick. Heimwerker sollten diesen Fakt bei der Dachdämmung berücksichtigen, da er Mehrkosten verursacht.

Ein geeignetes Dämmmaterial wählen

Heimwerker müssen sich bei der Sanierung ihrer Immobilie an der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) richten, die seit dem 1. Mai 2014 gilt. Seit 2016 gelten verschärfte Regeln für Häuslebauer, die in diesem Jahr bauen.

Bei der Dachsanierung müssen Bauherren beachten, dass sie den Höchstwert des Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,35 W/(m²·K) erreichen. Beim Materialkauf ist auf zwei Kriterien zu achten:

  1. Dämmstärke
  2. Wärmeleitfähigkeitswert (WLG)

Je niedriger der Wärmeleitfähigkeitswert, desto geringer kann die Dämmstärke des Materials ausfallen. Die Wärmeleitfähigkeit hängt unter anderem von dem Dämmmaterial ab.

In der nachfolgenden Tabelle wird das Material für die Zwischensparrendämmung verschiedener Hersteller verglichen, um die Unterschiede zu verdeutlichen. Aktuelle Preise finden Sie zum Beispiel auch hier.

Hersteller Material WLG/WLS Preis pro m2
Isover Integra ZKF 1–035 Klemmfilz Glaswolle 0,35 3,80 €
Thermo Hanf Premium WLG 040 Rollenware Hanf 0,40 3,31 €
Daemwool DWS WLG 044 Schafwoll Dämm-Matte Schafwolle 0,44 4,90 €
Bachl neoTect 035 DZ Zwischensparrendämmung EPS 0,35 8,03 €
Holzfaser flex WLS 039 Dämmung 1220 x 575 mm Holzfaser 0,39 3,50 €

Wer sich für Schafwolle entscheidet, erhält das Material in großen Säcken (etwa fünf Kilogramm) zu günstigeren Preisen.

Der Aufbau der Zwischensparrendämmung

Hat man sich für das gewünschte Dämmmaterial entschieden, kann die Arbeit beginnen. Heimwerker sollten eine solide Arbeitskleidung wählen und mit einem Augen- und Atemschutz arbeiten.

Die Arbeitsschritte im Detail:

  1. Reinigung: Der erste und wichtigste Schritt ist die Reinigung der Sparren und ihrer Zwischenräume. Je älter der Dachboden, desto größer der Schmutz, der sich hier abgesetzt hat. Heimwerker sollten sich viel Zeit für die Reinigung nehmen. Je nach Dachgröße dauert das Vorhaben einen ganzen Tag.
  2. Aufdopplung: Die zuvor angesprochene Aufdopplung ist der zweite Arbeitsschritt. Es sollte geprüft werden, wie viel verdoppelt werden kann, ohne dass die Dachhöhe zu stark darunter leidet. Eine Anleitung für das Aufdoppeln gibt es hier.
  3. Zuschneiden: Sobald die Sparren vorbereitet wurden, kann die eigentliche Arbeit fast beginnen. Zunächst müssen Heimwerker das Dämmmaterial zuschneiden. Das Material darf nicht genauso breit wie die Distanz zwischen den Sparren sein. Experten empfehlen eine extra Breite von 1,5 bis 2 Zentimetern. Der Grund ist simpel: Das Material ist flexibel und kann zwischen die Sparren gepresst werden. Dadurch bleiben keine Ritzen übrig und Luft, Wärme oder Kälte dringen nicht hindurch.
  4. Dampfbremse: Als Dampfbremse dient eine im Handel erhältliche Folie. Diese muss fachgerecht und ohne Lücken verlegt werden, ansonsten entstehen Feuchteschäden. Heimwerker müssen das Material ohne Spannung verlegen. Im Idealfall befestigen sie die Folie in einem Stück. Das ist jedoch nur selten möglich. Überlappende Teile sind mit einem speziellen Klebeband zu befestigen.
  5. Untersparrendämmung: Der fünfte Schritt ist optimal. Die Untersparrendämmung ist eine ergänzende Maßnahme, für die sich viele Heimwerker bei der Sanierung des Dachbodens entscheiden. Sie ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn der Dachboden als Wohnraum genutzt werden soll. Ansonsten reicht die Zwischensparrendämmung. Aus finanzieller Sicht lohnt es sich, eine Förderung der KfW für die Untersparrendämmung zu nutzen. Heimwerker erhalten von der KfW Zuschüsse (KfW-Programm 430) oder zinsgünstige Kredite (KfW-Programm 152) für diese Sanierungsmaßnahme.
  6. Verkleidung: Im Rahmen der Untersparrendämmung müssen Heimwerker alle notwendigen Leitungen für Strom und Co. verlegen. Dann ist die Dämmung fast fertig. Im letzten Schritt muss die Zwischenraumdämmung nur noch verkleidet werden. Für diese Maßnahme kommen praktische Gipsplatten infrage. Diese sollten Heimwerker ausschließlich auf die Sparren aufschrauben.

Zusammenfassung

Die Zwischensparrendämmung ist eine günstige, leicht auszuführende Möglichkeit, das Dach zu dämmen. Beim Materialkauf ist auf den Wärmeleitfähigkeitswert zu achten. Je niedriger dieser ist, desto geringer muss die Dicke sein.

Artikelbild: © Nagy-Bagoly Arpad / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Johannes 07.12.2018 11:21 Uhr

    Bei unserem Mehrfamilienhaus steht eine energetische Dachsanierung an. Da ich mit im Entscheidungskomitee bin, helfen mir die genauen Infos in diesem Artikel sehr weiter. Im Moment schwanke ich, ob ich dem Regenschutz während der Bauphase oder der Zwischensparrendämmung mehr Wert beimessen sollte. Danke und viele Grüße

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