Rasenmäher: Alle Informationen zum beliebten Garten-Werkzeug

Rasenmäher: Alle Informationen zum beliebten Garten-Werkzeug

Der Rasenmäher ist ein Gartengerät, mit dem man den heimischen Rasen im Garten mähen kann. Grundsätzlich wird zwischen drei Arten von Rasenmähern unterschieden:

  1. Spindelmäher, der exakt schneidet, dafür aber eine geringe Flächenleistung besitzt.
  2. Balkenmäher, der ebenfalls exakt schneidet und eine mittlere Flächenleistung besitzt.
  3. Sichelmäher, der eine hohe Flächenleistung besitzt, dafür aber ungenau schneidet.

Doch wozu ist ein Grasmäher eigentlich nötig? Spätestens, wenn der Nachbar sein Gerät anwirft, fällt die erhebliche Lärmentwicklung negativ auf. Doch durch das Rasenmähen um die Kräuterschnecke herum wird das Gras kurz gehalten, wodurch es begehbar ist und sich zum Spielen eignet. Eine weitere Aufgabe des Rasenmähens ist es, die Seitentriebbildung aller einzelnen Graspflanzen zu fördern. So entsteht eine schöne, dichte Grasnarbe, die bei entsprechender Pflege lange Zeit erhalten bleibt.

Geschichte

Die Geschichte des Rasenmähers reicht bis in das 18. Jahrhundert zurück. Damals entwickelte sich aus England eine neue Form der Gartenkunst: der Landschaftsgarten mit liebevoll gepflegten „pleasure grounds“ im Umfeld des Schlosses. In den großen Parks war das traditionelle Mähen mit der Sense ein großer Aufwand. Anfang des 19. Jahrhunderts arbeiteten im Park von Blenheim Palace 50 angestellte jeden Tag, um den Rasen zu pflegen. Parallel zur Entwicklung der Landschaftsgärten wurden Sportarten wie Rasen-Tennis, Croquet, Cricket, Fußball und Rugby immer beliebter.

Im Jahr 1830 erkannte der Textilingenieur Edwin Beard Budding, dass die Handsense nicht mehr weiterentwickelt werden kann und eine neue Erfindung benötigt wurde. Budding studierte in einer örtlichen Weberei eine Maschine, die Stuff nach dem Weben an einer Klinge entlang führte und diesen trennte. Dieses Prinzip übertrug der Textilingenieur aus Stroud in Gloucestershire auf das Rasenschneiden. Am 31. August meldete Budding den Grasmäher zum Patent an. Zusammen mit dem Eigentümer von Phoenix Mill, John Ferrabee, begann er, den Spindelmäher zu produzieren.

Kurze Zeit später kaufte das Unternehmen Ransomes aus Ipswich das Patent von Budding und begann mit einer Großproduktion. Bis 1840 verkaufte die Firma mehr als 1.000 Rasenmäher. Es folgten zahlreiche Weiterentwicklungen, bis Ransomes im Jahr 1902 den ersten motorbetriebenen Grasmäher entwickelte. In Deutschland produzierte SOLO den erstmals serienmäßig produzierten Sichelmäher.

Mähertypen

Sichelmäher

Im Hobbybereich ist der Sichelmäher am häufigsten zu finden. Dieser Rasenmäher besitzt Schnittbreiten von 30 bis 55 Zentimetern. Für typische Zier- und Spielrasenflächen, dessen Gras nicht höher als 15 Zentimeter werden, sind ideal für den Sichelmäher. Für große Flächen, die lediglich einige Male im Jahr gemäht werden, eignet sich dieser Grasmäher nicht.

Das Mähprinzip ist simpel: Ein Messer rotiert mit großer Geschwindigkeit. Zwar verlieren sie schnell an Schärfe, sie lassen sich aber leicht nachschärfen. Eine regelmäßige Instandhaltung der Klingen ist wichtig, da die stumpfe Messer sonst zerfranste Grasspitzen zurücklassen. Das schwächt wiederum die Graspflanze und macht sie so anfällig für Pilze und Krankheiten. Die abgemähten Halme werden von dem Messer weggeschleudert und landen etwa in einem Grasfangkorb oder werden seitlich weggeschleudert. Das Zurücklassen von Mulch ist in privaten Gärten meist unerwünscht, sodass die jeder Rasenmäher einen Auffangkorb besitzt.

Mulchmäher

Mulchmäher basieren meist auf dem Sichelmäherprinzip. Der abgeschnittene Grashalm wird dagegen durch eine spezielle Luftstromführung im Messerbereich mehrmals von den Klingen zerschnitten, sodass besonders kleine Grasstückchen entstehen. Die Halmteile bleiben im Anschluss als Mulchmaterial liegen. Gärtner müssen das Schnittgut nicht entfernen und haben gleichzeitig eine Nährstoffzuführung für ihren Rasen.

Der Nachteil des Mulchmähers ist, dass man das Gras häufiger als mit anderen Gärten mähen muss, damit sich der Grassschnitt gleichmäßig verteilt und nicht übermäßig viel Schnittgut liegen bleibt. Ansonsten könnte sich Rasenfilz bilden.

Spindelmäher

Der Spindelmäher ist ein Rasenmäher mit waagerecht zur Achse rotierender Spindel, dessen Obermesser die Grashalme gegen ein feststehendes Untermesser schneiden. Das Ergebnis ist ein sauberer Schnittquerschnitt. An einer Spindel befinden sich im Idealfall sechs Messer. Die Arbeitsbreite des Gerätes beträgt 30 bis 55 Zentimeter.

Je nachdem, wie die Untermesser eingestellt sind, können sie sich selbstständig schärfen oder der Messersatz muss manuell nachgeschliffen werden. Dadurch ist das Gerät nicht nur in der Anschaffung, sondern auch im Unterhalt teurer, als ein Sichelmäher.

Das Einsatzgebiet des Spindelmähers liegt überall dort, wo exakt gleichmäßige Schnitthöhen und eine hohe Schnittqualität gefordert werden. Hinter dem Untermesser befinden sich Stützrollen, die als Abstandshalter dienen. Beim wechselseitigen Mähen verursachen sie aufgrund der Neigung der Grashalme ein charakteristisches Streifenmuster. Da das Gras häufig gemäht werden muss, entsteht ein vermehrter Wasserverlust der Grashalme. Aus diesem Grund ist eine künstlichere Bewässerung von Nöten.

Rasentrimmer/Motorsense

Der sogenannte „Freischneider“ ist eine Spezialform des Kreiselmähers. Ihn gibt es in der Bauform als robuste Motorsense oder leichten Rasentrimmer. Rasentrimmer werden grundsätzlich an schlecht erreichbaren Stellen wie Rändern oder Hanglagen eingesetzt. Der Rasentrimmer besitzt einen oder mehrere Kunststofffäden, die das Gras abschlagen. Zum Abmähen von hohem Gras, Bodenschösslingen und Jungholztrieben kommen Motorsensen zum Einsatz. Diese besitzen ein sternförmiges Metallschneidblatt anstelle der Kunststofffäden, ihr Motor ist leistungsstärker und die gesamte Konstruktion robuster.

Rasenmähroboter

Rasenmähroboter sind Serviceroboter, die Rasen selbstständig mähen können. Das Gerät ist nicht ferngesteuert, sondern besitzt eine A.I (künstliche Intelligenz)., die selbstständig festlegen kann, wo gemäht werden muss. Erste Apparate sind ab 1995 erhältlich, zu erwähnen ist der Automover G1 von Electrolux (Husqvarna). Dieser Roboter erledigte nicht nur Mäharbeiten, sondern bewegte sich im Anschluss auch zurück in seine Ladestation, um den Akku aufzuladen. Abgesehen von Wartungseingriffen konnte der Roboter ohne menschliche Steuerung den Rasen beliebig lange pflegen.

Fast alle Rasenmähroboter sind akkubetrieben und schneiden die Grashalme mit scharfen Klingen. Als Mulchmäher zerschneiden sie das Gras in kleine Teile, die dem Boden Nährstoffe liefern und nicht eingesammelt werden müssen. Durch das Abschneiden der Grashalme eignen sich diese Roboter allerdings nicht für hohes Gras. Deshalb fährt das Gerät in regelmäßigen Zeitständen den Rasen ab und unterbricht seine Arbeit nur, um den Akku aufzuladen. Aufgrund der vergleichsweise leistungsschwachen Mähwerke lassen sich die meisten Geräte im Dauerbetrieb einsetzen, ohne dass sie belästigenden Lärm verursachen.

Damit sich der Rasenmähroboter auf dem Gelände orientieren kann, wird ein sogenannter Begrenzungsdraht ausgespannt. Auf der Schleife liegt ein Signal, welches die Sensoren des Roboters aufnehmen und erkennen. Der Roboter bleibt so in einem klar definierten Bereich und kann seine Arbeit erledigen. Wie der Roboter in dem festgelegten Bereich fährt, hängt von den Herstellern ab, die unterschiedliche Strategien besitzen: Simple Geradeausfahrt bis zum Begrenzungsdraht und anschließend zufällige Rückfahrt in einem Winkel, Richtungsänderungen nach festgelegten Zeitintervallen oder Spiralfahrt.

Motorisierung

Ohne Motorisierung

Es Mähgeräte, die komplett ohne Motorisierung auskommen und dementsprechend preisgünstig sind. Je nach Größe der zu mähenden Fläche verlangen sie allerdings Ausdauer und Kraft. Deshalb sind handgeführte Mäher lediglich für Flächen kleiner als 200 Quadratmeter empfehlenswert. Die Mäher schneiden das Gras nach dem Spindelprinzip und sorgen so für ein sauberes Schnittbild. Vorteilhaft sind die geringen Kosten und Lärmentwicklung, die Unabhängigkeit von Steckdosen sowie die gute Umweltverträglichkeit. Als Nachteil ist lediglich der notwendige Körpereinsatz zu bemerken.

Benzinmotor

Mit Verbrennungsmotor angetriebene Geräte sind als Zwei- und Viertakter erhältlich. Erstere benötigen ein Gemisch aus Benzin und Öl zum Betrieb. Viertakter nutzen getrennt Benzin als Treibstoff und Motoröl als Schmiermittel. Das Motoröl sollte wie bei Autos jährlich gewechselt werden. Benzinmäher sind relativ schwer und laut, bieten dafür aber auch große Bewegungsfreiheit und eignen sich zum Mähen großer Flächen. Die Umweltverträglichkeit ist ungünstig, einige Viertakter werden aber mit Katalysatoren ausgestattet. Diese sollen Herstellerangaben zufolge die Abgase um 65 Prozent verringern.

Elektro

Elektromäher sind in zwei Ausführungen erhältlich: Mit Kabel und mit Akku.
Erstere besitzen eine eingeschränkte Reichweite und eine etwas kompliziertere Handhabung. Die Kabel sind in der Regel rot oder gelb gefärbt und so gut sichtbar. Mithilfe einer Kabelhalterung lassen sich die Kabel am Mäher befestigen und führen. Moderne Geräte besitzen einen sogenannten FI-Schalter vor dem Kabelanschluss. Diese Sicherung unterbricht den Stromkreis beim geringsten Fehlstrom und schützt so vor tödlichen Stromstößen. Der Vorteil des Elektromähers ist einerseits sein geringer Lärmpegel und die nicht vorhandenen Abgase.

Batterie- beziehungsweise akkubetriebene Rasenmäher sind aufgrund ihrer geringen Laufzeit nur für kleine Rasenflächen empfehlenswert. Sie besitzen einen hohen Wartungsaufwand, da der Akku immer wieder aufgeladen werden muss. Auch sie haben den Vorteil, dass sie sehr leise und teilweise vollautomatisch arbeiten.

Solar

Der Solarmäher kann, wenn genug Tageslicht vorhanden ist, ohne die Verwendung von externen Energiequellen arbeiten. Er ist mit dem Rasenmähroboter zu vergleichen, muss sich jedoch nicht an einer Ladestation aufladen, sondern nutzt Sonnenlicht als Antrieb und zum Aufladen der Akkus. Seine Solarzellen verwandeln nämlich Licht in elektrische Energie um. Ein Mikroprozessor steuert Funktionen und Wegwahl des Rasenmähers. Wie auch beim Rasenmähroboter müssen Nutzer des Solarmähers die zu mähende Fläche begrenzen. Dies geschieht mit einem solarbetriebenen Schwachstromkabel, welches oberirdisch oder bis zu fünf Zentimeter unterirdisch liegen kann. Hindernisse sind dank dem Stoßdetektor kein Problem, sie werden erkannt und gemieden.

Umwelt

Abgase

Benzinbetriebene Rasenmäher und ihre Umweltauswirkungen sind immer wieder ein heiß diskutiertes Thema. Ihre Schadstoffbilanz ist teilweise schlechter als die moderner Automotoren. Ein Rasenmäher mit Zweitaktmotor stößt so viele Schadstoffe je verbrauchtem Liter wie ein Pkw der 1930er Jahre aus. Mittlerweile werden fast nur noch Rasen mit Viertaktmotor verkauft. Nicht nur ihr Schadstoffausstoß ist geringer, auch ihr Lärmpegel. Seit geraumer Zeit kommt zusätzlich auch ein Katalysator-Schalldämpfer zum Einsatz. Zur Senkung der weiterhin hohen Kohlenwasserstoff-Emissionen wird Alkylatbenzin, auch bekannt als „Grünes Benzin“, angeboten. Mit einem Preis von rund vier Euro je Liter (Stand: April 2013) ist es aber weit aus teurer wie Normalbenzin.

Neben den Abgasen ist auch der Energieverbrauch eines Rasenmähers problematisch. Mit Muskelkraft betriebene Mäher schneiden natürlich am besten ab. Motorgetriebene Geräte besitzen Leistungsangaben in Watt oder Kilowatt. Natürlich verbraucht der Motor eines Aufsitzmähers mit 4,4 kW mehr Energie als jener eines Elektromähers mit nur 400 Watt. Wie viel Leistung von Nöten ist, hängt von den individuellen Mähgewohnheiten ab.

Lärm

In Deutschland gilt seit September 2002 die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung. Sie gilt für motorbetriebene Gartengeräte wie Rasenmäher, Heckenscheren, Kettensägen und viele mehr. In Wohngebieten dürfen viele Apparate nur noch werktags zwischen sieben und 20 Uhr betrieben werden. Freischneider und Rasentrimmer nur zwischen neun und 13 sowie zwischen 15 und 17 Uhr. An Sonn- und Feiertagen müssen die Geräte ausgeschaltet bleiben. Verbraucher müssen darauf achten, dass diese Verordnung womöglich von ihrer Gemeinde, Stadt oder Bundesland angepasst wurde. Die Ruhezeiten können somit anders sein, als die allgemein Festgelegten.

Unfallgefahr & Sicherheit

Statistiken zufolge kommt es in Deutschland jährlich zu etwa 7.000 Unfällen mit Rasenmähern. Typische Unfälle sind: Überfahren von Zehen, weggeschleuderte Steine, unsachgemäße Bedienung durch Kinder. Moderne Utensilien besitzen einen automatischen Messerstopp, der aktiviert wird, sobald ein Hebel am Führungsholm losgelassen wird.

Artikelbild: © Maxim Blinkov / Shutterstock

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