Neueste Urteile zum Thema Haustiere im Miet-Objekt

Neueste Urteile zum Thema Haustiere im Miet-Objekt

Ein Wohnungswechsel steht an. Die Gründe sind vielfältig. Doch Besitzer von Haustieren waren bei der Vergabe von Mietobjekten bislang benachteiligt. Während von einigen Mietern die Tierhaltung erlaubt war, verboten andere diese ausnahmslos. Ein neues Urteil vom Bundesgerichtshof vom Juni diesen Jahres stärkt jetzt die Rechte der Tierhalter. Die Grenzen sind jedoch nicht eindeutig. Hier erfahren Sie, welche Tiere in der Wohnungshaltung grundsätzlich erlaubt werden müssen. Zudem erhalten Sie Informationen, was ein Vermieter nicht dulden muss.

Was ist verboten?

Es ist nicht erlaubt, gegen das Einverständnis des Vermieters einen Hund oder eine Katze zu halten. Wenn mehrere Mieter im Objekt wohnen, müssen diese vom Vermieter um ihr Einverständnis gefragt werden. Bei nicht erlaubter Haltung von Hunden und Katzen wird als Grund meist die Sachbeschädigung vom Gemeinschaftseigentum und den Möbeln einer möblierten Wohnung angeführt. Auch langanhaltendes lautes Bellen wird von Mietparteien als störend empfunden. Das kann dann der Fall sein, wenn sich der Hund oder die Hunde alleine in der Wohnung befinden, weil die Besitzer sich am Arbeitsplatz befinden. Kampfhunde müssen vom Vermieter generell nicht geduldet werden. Oft spielt die Angst vor einem Angriff von einem Hund eine Rolle. Auch das Halten von giftigen Tieren, wie Schlangen, Skorpione und Vogelspinnen, die nicht ausbruchsicher in einem Terrarium gehalten werden, darf verboten werden. In einem Fall gab es einen Großeinsatz, weil eine hochgiftige Kobra aus einem Terrarium verschwand und in der Wohnung des Mieters nicht mehr gefunden wurde. Letztlich musste das gesamte Haus auf der Suche nach dem giftigen Reptil entkernt werden, was enorme Kosten verursachte.

Welche Tiere müssen erlaubt werden?

Das Halten von Kleintieren darf nicht untersagt werden. Zu Kleintieren gehören Meerschweinchen, Goldhamster, Chinchilla und so weiter. Zum Teil muss auch die Haltung von Echsen und Schlangen erlaubt werden. Jedoch nur dann, wenn die Ungiftigkeit der Tiere sowie deren sichere Verwahrung im Terrarium nachgewiesen werden kann. Ebenfalls erlaubt werden muss die Haltung eines Blindenhundes, weil die Interessen eines blinden Mieters wichtiger sind als die Meinung der anderen Mietparteien. Das ist auch dann der Fall, wenn ein Hund von einem Arzt als Therapie verordnet wird. Hunde haben einen stimmungsaufhellenden Einfluss auf seelisch kranke Menschen. Zudem können sie als Hilfshund ausgebildet werden, um Menschen mit schwerer Körperbehinderung beizustehen.

Was ist noch wichtig?

Hat ein Vermieter der Tierhaltung bereits zugestimmt, darf er diese Entscheidung nicht einfach zurücknehmen. Will er es dennoch, ist er dazu verpflichtet, die durch das Tier verursachten Störungen exakt dokumentieren. Zusätzlich muss das durch Zeugen belegbar sein. Damit es zwischen den Mietparteien und dem Mieter ein harmonisches Verhältnis gibt, sollte die Genehmigung zur Tierhaltung stets eingeholt werden. Andernfalls ist die Suche nach einem passenden Mietobjekt die bessere Wahl.

Artikelbild: © Pressmaster / Shutterstock

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