Stichsägen für Heimwerker – auf welche Eigenschaften zu achten ist

Stichsägen für Heimwerker – auf welche Eigenschaften zu achten ist

Die Qualität eines ausgeführten Projekts hängt maßgeblich von zwei Dingen ab:

  1. Erfahrung des Heimwerkers
  2. das verwendete Werkzeug

Erfahrung können Heimwerker im Laufe der Jahre sammeln. Gutes Werkzeug setzt voraus, dass sie die richtigen Produkte kaufen.

Ein Werkzeug, welches zur Grundausstattung des Heimwerkers zählt, ist die Stichsäge. Der nachfolgende Artikel unterrichtet Heimwerker über wichtige Eigenschaften, die ihre zukünftige Stichsäge besitzen muss.

Einfache Bearbeitung von Holz mit einer Stichsäge

Als Heimwerker stehen regelmäßige Projekte an der Tagesordnung:

Was haben diese Projekte gemeinsam? Als Material kommt Holz zum Einsatz. Das ist kein Zufall, denn Holz ist ein natürlicher Rohstoff, der nachwächst, reichlich vorhanden und relativ günstig ist. Holz hat einen weiteren Vorteil: Heimwerker können das Naturmaterial leicht verarbeiten.

Die leichte Verarbeitung von Holz ist nur dann gegeben, wenn Heimwerker das passende Werkzeug besitzen. Eines dieser Werkzeuge ist die Stichsäge, um die es in diesem Artikel geht.

Sich für eine Bauform entscheiden

Wenn heute von Stichsägen die Rede ist, meint man die elektrische Version. Die ursprüngliche Stichsäge wurde manuell betrieben. Ihre Geschichte begann im ersten bis dritten Jahrhundert zur Zeit der Römer. Die römische Stichsäge besaß ein recht breites Sägeblatt und einen langen, rundgeformten Griff.

Heute kommt die Handstichsäge bei der Feuerwehr oder im Trockenbau zur Bearbeitung von Gipskarton zum Einsatz. Für Heimwerker lohnt sich die Anschaffung einer manuellen Stichsäge nicht, da sie der elektrischen Variante unterlegen ist.

Bei der elektrischen Stichsäge ist zwischen zwei Bauformen zu unterscheiden:

  1. Stabform: Das traditionelle Gerät ist in der sogenannten Stabform erhältlich. Da die Hand am Gehäusebauch ansetzt, lässt sich diese Bauform präziser führen.
  2. Bügelform: Bei der Bügelform befindet sich die gesamte Konstruktion unter der Hand. Heimwerker benötigen etwas mehr Kraftaufwand, um das Gerät präzise zu führen.

Für die klassische Stabform spricht ein weiterer Grund: Heimwerker, die in ungewohnten Positionen (von unten oder über Kopf) sägen, kommen mit dem Gerät leichter zurecht. Leider sind in Baumärkten überwiegend Stichsägen in Bügelform erhältlich.

Führungshilfen für die Stichsäge

Der Bleistiftanriss ist in der Regel die Führungshilfe für viele Heimwerker. Gerade ungeübte Personen, die die Stichsäge noch nicht ausreichend verwendet haben, werden keine sauberen Schnitte erreichen. Doch auch Profis, die viel Wert auf saubere Schnitte legen, nutzen Führungshilfen.

Eine beliebte Führungshilfe ist der sogenannte Kreisschneider. Dieser kommt beispielsweise beim Aussägen von Spülbecken oder Lautsprechern zum Einsatz. Führungsschienen helfen, schnurgerade zu sägen.

Der Einsatz einer Führungsschiene setzt ein dazu passendes Sägeblatt voraus.

Pendelhub und Splitterschutz beachten

Jede Stichsäge besitzt einen sogenannten Pendelhub, der zwei Bewegungen ausführt. Hinter dem Sägeblatt schwingt eine Rolle vor und zurück. Weiterhin gibt es eine Auf- und Abwärtsbewegung des Sägeblatts, auch Hubbewegung genannt. Ziel dieses Bauteils ist es, den Kraftaufwand beim Sägen zu minimieren. Der Nachteil ist, dass ein Ausriss entsteht.

Die perfekte Schnittkante ist ausrissfrei und rechtwinklig. Um dieses Maß an Perfektion zu erreichen, müssen Heimwerker eine Stichsäge wählen, die einen guten Splitterschutz besitzt. Zudem müssen sie lernen, den Pendelhub passend zum zu bearbeitenden Material einzustellen.

Je dicker und härter das Holz, desto höher sollte die Pendelstufe sein.

Leistungsmerkmale und Testberichte beachten

Abseits der genannten Eigenschaften, auf die beim Kauf einer Stichsäge zu achten ist, spielt die Leistung und Ausstattung immer eine Rolle. Die Leistung der Stichsäge wird in Watt (W) angegeben. Sie sollte mindestens 600 Watt betragen. Genauso wichtig wie die Leistung ist das Drehmoment, die Hubzahl und der Pendelhub:

  • das Drehmoment gibt die auf das Material übertragbare Leistung an
  • eine hohe Hubzahl gewährt ein schnelles Bearbeiten des Materials
  • der Pendelhub ermöglicht aggressives Schneiden, jedoch wird der Schnitt unsauber.

Das Datenblatt einer Stichsäge verrät nur die halbe Wahrheit über das Gerät. Aus diesem Grund empfehlen wir Heimwerkern, die Testberichte und Vergleiche zu Stichsägen auf elektrowerkzeug-vergleich.de zu lesen. Dort werden Praxiserfahrungen mit den Geräten geschildert, die mehr als die Produktdaten verraten.

Komfortable Features von Stichsägen

Komforteigenschaften wie zum Beispiel eine Arbeitsleuchte sind praktisch, aber kein Muss. Sie leuchtet die Sägestelle aus und hilft dem Heimwerker, genauer und sicherer zu arbeiten. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn Heimwerker unter schlechten Lichtverhältnissen arbeiten.

Sicherheit geht vor. Dieser Ratgeber (PDF) informiert auf Seite 50 über den sicheren Umgang mit Handstichsägemaschinen.

Ebenfalls praktisch ist eine Blas- oder Saugvorrichtung. Erstere bläst Sägestaub weg, sodass das Sägeblatt von Sägespänen frei ist. Praktisch ist eine Saugvorrichtung, die alle bei der Arbeit entstehenden Sägereste entfernt.

Die passenden Sägeblätter für jede Anwendung

Viele Heimwerker achten beim Kauf einer Stichsäge lediglich auf das Gerät und seine Eigenschaften. Dabei sind die Sägeblätter mindestens genauso wichtig.

Die Hersteller haben unterschiedliche Bezeichnungen für ihre Sägeblätter definiert, die Kunden darüber informieren, wie lang sie sind und welches Material man mit ihnen zersägen kann.

Die Bezeichnungen bestehen in der Regel aus zwei Elementen:

  1. das erste Element gibt die Länge des Sägeblattes in Millimeter an
  2. das zweite Element gibt die Zahnteilung in Millimeter an

Ein klassisches Sägeblatt ist etwa 75 Millimeter lang und hat eine Zahnteilung von 2,5 bis vier Millimetern. Die Zähne sind in der Regel nach oben gerichtet. Es gibt jedoch auch Sägeblätter, bei denen die Zähne nach unten gerichtet sind. Mit diesem Sägeblatt können Heimwerker Laminat zerschneiden.

Je größer die Zahnteilung, desto härteres Material kann das Sägeblatt zerschneiden.

Die einzige Ausnahme von der obigen Information sind Sägeblätter für Eisen, Stahl, Alu und Metalle. Ihre Zahnteilung beträgt meist nur zwei Millimeter.

Zusammenfassung

Beim Kauf einer Stichsäge müssen Heimwerker auf verschiedene Eigenschaften achten. Geräte in Stabform sind im Handel seltener erhältlich, lassen sich aber besser führen. Wichtig ist der Kauf der geeigneten Sägeblätter für die gewünschte Arbeit.

Artikelbild: © Catalin Petolea / Shutterstock

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