Estrichmatten

Estrichmatten

Sie hören jeden Schritt und jedes Geräusch aus der Wohnung über Ihnen? So etwas kann einen um den Verstand bringen, nicht wahr? Sie wollen Ihre Heizkosten reduzieren oder vielleicht eine Fußbodenheizung einbauen? Hier sind Estrichmatten gefragt! Das Einarbeiten von solchen Matten ist ein neuer Trend beim Aufbringen von Estrich. Sie ersetzen immer öfter die früher üblichen kleinen Glasfasern. Was ist beim Kauf und Anbringen von Estrichmatten zu beachten? Zunächst ist wichtig zu wissen, dass es verschiedene Arten von Estrich gibt.

Estricharten

Wir unterscheiden im Wesentlichen zwischen Zementestrich, Anhydritestrich und Gussasphaltestrich.

Zementestrich

Zementestrich ist die einfachste und kostengünstigste Estrich-Art. Er wird üblicherweise mit einer Schichtstärke von 60 mm aufgetragen. Zementestrich ist sehr belastbar, kann auch im Außenbereich angewandt werden, hat jedoch den Nachteil, dass er mehrere Wochen aushärten muss.

Anhydritestrich

Eine andere Variante ist der Anhydritestrich. Hier reicht eine Schichtstärke von 40 mm aus. Dadurch ermöglicht Anhydritestrich mehr Isolationsmaterial einzubauen als der Zementestrich. Eine bessere Wärmeisolierung ist die Folge.

Gussasphaltestrich

Gussasphaltestrich auf Bitumenbasis ist der qualitativ hochwertigste und auch teuerste Estrich. Dafür hat Gussasphaltestrich aber auch entscheidende Vorteile gegenüber den beiden anderen Arten. Er ist wasserfrei, und bei seiner Verwendung wird Restfeuchte aus den Gebäuden ferngehalten. Außerdem lässt Gussasphaltestrich so gut wie keine Dampfdiffusion zu. Er eignet sich hervorragend zur Wärmedämmung, da er ein schlechter Wärmeleiter ist. Diese zahlreichen Vorteile rechtfertigen den deutlich höheren Preis. Gussasphaltestrich wird immer häufiger im Hausbau eingesetzt.
Für das Einbringen von Estrichmatten ist jedoch in erster Linie der einfache Zementestrich relevant.

Estrichmatten oder Estrichgitter

Estrichmatten werden auch Estrichgitter genannt und kommen zum Einsatz, wenn Zementestrich einen Stein- oder Keramikbelag bekommen soll. Durch diese Matten kann eine Verbreiterung auftretender Risse verhindert und eine Verschiebung der Risskanten nach oben oder unten vermieden werden.

Estrichmatten sind Betonstahlmatten mit einem Stabdurchmesser von 2 bis 3 Millimetern und Maschenweiten zwischen 50 und 150 Millimetern. Diese werden mit Estrichmörtel ummantelt und im oberen Drittel des Estrich mit einer Maschenweite Überlappung verlegt.

Estrichmatten werden aus verzinktem Draht hergestellt. Dieser sollte einen Durchmesser von etwa 2 Millimetern haben, während die Maschendimension der Matte bei 50 x 50 Millimetern liegen sollte.
Im Handel werden Estrichmatten oft in den Abmessungen von 2 mal 1 Meter oder 3 mal 2 Meter angeboten. Die Preise pro Platte liegen bei meist zwischen 4 und 10 Euro.

Verlegen von Estrichmatten

Zweck der Estrichgitter ist, Rissbildungen im Estrich zu vermeiden. Es ist wichtig, sich nicht nur auf das Anbringen der Matte an sich zu verlassen, sondern durch die richtige Arbeitsweise dazu beizutragen, dass Risse verhindert werden können.
Während des Arbeitens kommt es häufig vor, dass die Estrichgitter heruntertreten und zu niedrig liegen.

Um dieses Heruntertreten zu verhindern, achten Sie darauf, dass in jede neu aufgetragene Estrichlage sofort die Matte eingesetzt wird. Anschließend muss die zweite Lage Estrich auch recht schnell auftgetragen werden.

Viele Faktoren spielen beim Verlegen von Estrich eine Rolle. Wenn die Platten nicht gut verlegt werden, kann es leicht zu Rissen kommen.

Wenn Sie kein wirklich geschickter Heimwerker sind, überlassen Sie das Verlegen der Matten besser einem professionellen Estrichleger.

Falsch verlegte Estrichgitter nutzen Ihnen nämlich überhaupt nichts. Wenn Sie jedoch ein guter Heimwerker sind und Spaß am „Werkeln“ haben, dann gibt es jetzt hier für Sie eine kurze Anleitung:
Checkliste der benötigten Werkzeuge und Materialien:

  • Dämmplatten
  • Betonmischer
  • Fließestrich
  • Randstreifen

Und so geht es:

  1. Wählen Sie bei den Platten eine Mischung aus Wärme- und Schallschutz.
  2. Schneiden Sie die Dämmplatten auf Maß zurecht.
  3. Nun müssen Sie auf den Dämmplatten rundum Randstreifen anbringen. Legen Sie sie dann auf die Bodenplatte auf. Der Randstreifen verhindert den direkten Kontakt zu daneben liegenden Räumen. Somit kann eine Schallübertagung ausgeschlossen werden.
  4. Bringen Sie nun die Dämmplatten auf der Bodenplatte auf.
  5. Der Estrich für die Dämmung muss ein Fließestrich sein. Rühren Sie den Estrich nach Anweisung an und gießen ihn auf die Fläche.
  6. Wenn möglich, erledigen Sie diesen Arbeitsschritt mit einer zweiten Person.

  7. Ziehen Sie den Estrich anschließend sofort ab.
  8. Ist der Estrich getrocknet, müssen Sie lediglich noch den überstehenden Randstreifen auf Bodenhöhe abschneiden.

Der Estrich ist der Untergrund, der als Letztes aufgetragen wird, bevor dann eine weitere Verlegung erfolgt. Unter solch einem Estrich sollte dann natürlich auch eine Dämmung erfolgen.

Zusammenfassung

Beim Bau von Häusern, insbesondere Mehrfamilienhäusern, ist es von großer Wichtigkeit, auf eine gute Schall- und Wärmedämmung zu achten. Die Estrichdämmung hat verschiedene Aufgaben. Zum einen soll sie eine Schalldämmung und zum anderen eine Wärmedämmung erzeugen. Deshalb sind Estrichmatten – oder auch Estrichgitter genannt – aus dem modernen Wohnungsbau nicht mehr wegzudenken. Auch beim Einbau einer Fußbodenheizung spielen Estrichmatten eine große Rolle. Achten Sie also beim Bau eines Hauses oder der Anmietung einer Wohnung darauf, dass eine gute Dämmung vorhanden ist. Wenn Sie ein geschickter Heimwerker sind, können Sie das auch selbst erledigen.

Artikelbild: © gogian / Bigstock.com

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