Kosten bei der Elektroinstallation

Kosten bei der Elektroinstallation

Baut man ein Haus oder entscheidet man sich zum Kauf eines Bausatz-Hauses, wird man unweigerlich mit Kosten für die Elektroinstallation konfrontiert. Bei der Planung unterschätzen viele Bauherren die Baukosten für die Hausinstallation und sind danach meist negativ überrascht.

Welche Kosten fallen bei der Elektroinstallation an?

Posten Preis
Baustromverteiler für 6 Monate inklusive Stromverbrauch 850 Euro
Zählerschrank, Zuleitung und Anschluss 1.550 Euro
Materialkosten für die Installation inklusive Kleinmaterial 5.700 Euro
Arbeitskosten bei rund 200 Stunden 8.600 Euro
Gesamtkosten 16.700 Euro

Die Kosten für eine Elektroinstallation in einem Einfamilienhaus

Pauschale Kosten kann man hier natürlich nicht nennen, denn jeder Bauherr stellt andere Anforderungen an das fertige Einfamilienhaus. Des Weiteren unterscheidet sich auch die Art der Gebäudetechnik von Haus zu Haus. Jedoch kann der Fachmann einen Richtwert nennen, der oftmals mit den endgültigen Gesamtkosten übereinstimmt.

Prinzipiell kann man jedoch für ein Einfamilienhaus mit einer Nutzfläche von 140 Quadratmeter mit Kosten für die Elektroinstallation von rund 9.000 Euro rechnen. Je nach Wünschen des Bauherrn und nach Ausstattung können diese Kosten deutlich nach oben gehen. Im Allgemeinen geht der Fachmann beim Neubau von Kosten für die Elektroinstallation von 3 bis 5 % der Gesamtkosten für den kompletten Bau aus.

Welche Kostenfaktoren bestimmen den Preis für die Elektroinstallation in einem Einfamilienhaus?

In der Praxis müssen hier verschiedene Kostenfaktoren berücksichtigt werden.  Dies sind unter anderem

  • Die Materialpreise
  • Die Art der Ausstattung
  • Die Anzahl der Steckdosen, Lichtschalter, Verteilerdosen und sonstige Schalter im Haus
  • Die Anzahl der Leerverrohrung, der Leerrohre sowie die Verkabelung
  • Zusätzliche Ausstattungsdetails wie Einbauleuchten
  • Einbau der Heizungsanlage

Ist die Elektroinstallation wirklich mit hohem Aufwand verbunden?

Diese oder ähnliche Fragen stellen sich viele Bauherrn, wenn es um die Kalkulation der Baukosten für die Elektroinstallation geht. Nicht selten haben Bauherren ein vollkommen veraltetes Bild im Kopf, wenn es um die Hausinstallation geht. Sie rechnen mit zwei bis vier Steckdosen pro Zimmer, einer Lichtinstallation sowie für den Herdanschluss in der Küche. Dabei wird oft der hohe Komfortanspruch der heutigen Zeit außen vorgelassen.

Man denkt nicht an den Bewegungsmelder, die elektrischen Rollläden, die Gebäudesystemtechnik sowie an das Raumthermostat und die zahlreichen Lichtschalter. Sehr oft kommt es vor, dass man denkt die Grundausstattung bzw. die Minimalausstattung bei der Elektroinstallation ist vollkommen ausreichend. Erklärt der Fachbetrieb die Mehrkosten, die durch Sonderwünsche entstehen, ist man nicht selten perplex wegen der hohen Gesamtkosten.

Beschäftigt man sich im Vorfeld mit den Kosten der Elektroinstallation, bleiben die Gesamtkosten meist in einem überschaubaren Rahmen.

Was hat das Ausstattungsniveau mit den Materialpreisen zu tun?

Dies ist einfach beantwortet, denn in der Regel bieten die Fachbetriebe für Elektroinstallationen dem Bauherrn verschiedene Ausstattungsvarianten an.

Es gibt die

  • Grundausstattung
  • Die mittlere Ausstattung
  • Die gehobene Ausstattung

Was das im Einzelnen bedeutet, kann nicht pauschal gesagt werden, denn von Fachbetrieb zu Fachbetrieb kann dies variieren. Was für den einen Fachmann Luxus ist, ist für den anderen Handwerker oder für den Laien Standard.

Anders sieht es bei den Materialpreisen aus. Sowohl die Steckdosen wie die Schalter stammen meist aus Serien und unterscheiden sich preislich meist nur durch die Serienart. Dies kann sich jedoch auch auf den Preis der Grundinstallation auswirken und ist vergleichbar mit den Armaturen im Badezimmer.

Wie viel Steckdosen sind notwendig?

Diese ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Ausstattung und dem persönlichen Lebensstil. Für eine Minimalausstattung rechnet man mit

  • eine Wechselschaltung für Deckenlicht im Flur
  • Deckenlicht im Flur
  • 2 Steckdosen im Flur
  • Klingelgong und Klingeltaster
  • Außenleuchte
  • Herdanschluss in der Küche
  • Deckenleuchte in der Küche
  • 5 Steckdosen als Mehrfach-Steckdosen in der Küche
  • Steckdose jeweils für Kühlschrank, Geschirrspüler, Dunstabzug
  • Ausschaltung für Deckenleuchte im Bad
  • Ausschaltung für Wandleuchte im Bad
  • Deckenleuchte im Bad
  • Wandleuchte im Bad
  • 2 Steckdosen
  • Steckdose für Waschmaschine und Trockner
  • jeweils Deckenleuchte und Ausschaltung sowie 2 Steckdosen für jedes Schlaf- und Kinderzimmer
  • Ausschaltung für Außenbeleuchtung Terrasse
  • Außenbeleuchtung Terrasse
  • zwei Steckdosen Terrasse (Doppelsteckdose) witterungsgeschützt
  • Ausschaltung Deckenleuchte Wohnzimmer
  • Ausschaltung weitere Leuchte Wohnzimmer
  • Deckenbeleuchtung
  • weitere Leuchte
  • 5 Steckdosen Wohnzimmer
  • SAT-Anschluss

Wenn man ehrlich ist, wird man erkennen, dass kaum ein Haushalt mit solch einer Minimalausstattung auskommt.

Mit welchen zusätzlichen Ausstattungen muss man in der Regel rechnen?

Auf Anhieb kann man dies nicht beantworten, denn gerade als Laie wird man an vieles im Vorfeld bei der Planung nicht denken.

Im Einzelnen wären dies Schalter für Rollläden und Jalousien sowie Zeitschaltuhren mit oder ohne Astro-Funktion, die die Rollläden nach Sonnenauf- und Untergang steuern. Ein solcher Schalter mit Steuerung kostet in der Regel zwischen 130 und 170 Euro.

Sehr oft werden auch die Raumthermostate vergessen. Für ein einfaches Thermostat UP muss man mit etwa 50 Euro rechnen. Aufwendige Thermostate kosten etwa ab 150 Euro das Stück.

In der Küche benötigt man neben dem Herdanschluss meist noch einen extra Stromkreis für Backofen und Mikrowelle sowie ein Leistungsschutzschalter für jedes Gerät. Hier kommt man deutlich über 100 Euro an Zusatzkosten.

Netzwerk- und Antennenanschlüsse inklusive Datenleitungen stehen meist bei der Planung nicht an erster Stelle. Im Bad lohnt in jedem Fall ein Bewegungsmelder mit einem Nachlauf-Schalter. Hierfür müssen natürlich Anschlüsse für die Elektroverteilung und die Verdrahtung im Vorfeld bei der Verlegung eingeplant werden.

Kann man bei der Elektroinstallation sparen?

Sicherlich kann man sparen, jedoch sollte man alle gefährlichen Installationsarbeiten bei der Hauselektrik nur dem Fachmann überlassen. Bei der Grundausstattung kann man viele der sogenannten ungefährlichen Arbeiten wie zum Beispiel das Klopfen von Schlitzen in Eigenleistung übernehmen. Dies reduziert deutlich den Anteil der Arbeitskosten an den Gesamtkosten. Ist man bereit Schlitze zu klopfen, Unterputzdosen zu setzen und Kabel bis zum Verteiler einzuziehen, kann man viel etwa 10 % bis 15 % der Gesamtkosten sparen.

Sparen kann man auch, wenn man das Material für die Elektroinstallation oder die Erweiterung selbst besorgt. Gerade kleine Fachbetriebe schlagen bei den Materialpreisen deutlich auf. Besorgt man das Material selbst lassen sich die Materialkosten leicht um 40 % bis 50 % senken.

Zusammenfassung

Plant man ein Haus zu bauen oder zu erwerben, sollte man bei der Kalkulation der Elektroinstallationen einen Fachbetrieb zurate ziehen. Als Laie vergisst man viele Punkte, die man erst bei der Inbetriebnahme der Hauselektrik bemerkt. Jedoch ist es für Änderungen dann meist zu spät.

Artikelbild: Estradaanton / Bigstock.com

1 Kommentar

  1. mobilia17 24.07.2019 08:05 Uhr

    Die Gebäudeautomation hat bei uns bei den Elektroinstallationen eigentlich den grössten Teil des Aufwands und damit auch der Kosten ausgemacht, weil hier auch die meisten Spezialfälle eingetreten sind.

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