ESG, Float oder TVG? So finden Sie das perfekte VSG-Sicherheitsglas für Ihr Terrassendach
Härteprobe für das Glas: Was ein Terrassendach aushalten muss
Wer unter einem Glasdach entspannt und die Vorzüge seiner neuen Terrassenüberdachung genießt, denkt selten daran, was dieses Glas im Extremfall leisten muss: Große Schneelasten im Winter, hagelkorngroße Niederschläge im Frühjahr oder herunterfallende Äste im Herbst dürfen kein Risiko für die Stabilität der Konstruktion darstellen. Hinzu kommt das nicht unerhebliche Eigengewicht der Scheiben und natürlich die Anforderung, dass das Dach zu Reinigungs- und Wartungszwecken risikofrei begehbar sein muss.
Aus diesem Grund schreiben deutsche Bauvorschriften für Überkopfverglasungen zwingend Verbundsicherheitsglas (VSG) vor. Was viele nicht wissen: VSG ist nicht gleich VSG. Es besteht zwar immer aus mindestens zwei Glasscheiben, die durch eine reißfeste Folie (meist PVB) miteinander verklebt sind. Doch aus welchem Glas diese einzelnen Scheiben bestehen, macht den entscheidenden Unterschied.
Spezialisierte Online-Fachhändler wie steda führen die verschiedenen VSG-Varianten im Sortiment. So lässt sich die Verglasung exakt auf die Anforderungen des jeweiligen Bauvorhabens abstimmen.
Die 3 Varianten im Überblick: Welches Glas steckt im VSG?
Je nach Herstellungsverfahren und thermischer Behandlung unterscheiden sich die verarbeiteten Glasarten in ihren Eigenschaften, ihrer Belastbarkeit und vor allem in ihrem Verhalten im Schadensfall. Um die richtige Entscheidung für das eigene Bauvorhaben zu treffen, lohnt sich ein genauerer Blick auf die drei gängigen Varianten:
VSG aus Floatglas (Standard-Klarglas)
Floatglas ist das klassische, unbehandelte Flachglas, wie man es von normalen Fensterscheiben kennt.
- Eigenschaften: Es besitzt keine erhöhte Biegebruchfestigkeit und keine thermische Vorspannung.
- Verhalten im Schadensfall: Bricht eine Scheibe, entstehen lange, scharfkantige Risse. Dank der VSG-Folie bleiben die Splitter zwar kleben (kein Herabstürzen großer Teile), allerdings verliert die Konstruktion schnell ihre Resttragfähigkeit.
- Fazit: Für Wandelemente oder Windschutzwände akzeptabel, als Überkopfverglasung auf der Terrasse jedoch nur bedingt zu empfehlen – besonders in schneereichen Regionen.
VSG aus ESG (Einscheibensicherheitsglas)
ESG wird während der Herstellung thermisch vorgespannt. Dadurch entsteht eine hohe Oberflächenspannung.
- Eigenschaften: Es ist extrem stoß- und schlagfest sowie unempfindlich gegenüber hohen Temperaturunterschieden.
- Verhalten im Schadensfall: Wird die Oberflächenspannung punktuell durchbrochen (z. B. durch einen harten Schlag), zerfällt die gesamte Scheibe schlagartig in tausende kleine, stumpfkantige Krümel. Die VSG-Folie hält diese Krümel zwar zusammen (es entsteht ein „Krümelteppich“), die Scheibe verliert jedoch im selben Moment jegliche Eigensteifigkeit und kann durchhängen.
- Fazit: Sehr belastbar gegen äußere Einflüsse, aber bei einem Komplettbruch ohne zusätzliche Unterstützung gefährdet.
VSG aus TVG (Teilvorgespanntes Glas) – Der Königsweg
TVG ist ein thermisch behandeltes Glas, dessen Vorspannung exakt zwischen Floatglas und ESG liegt. Es vereint die besten Eigenschaften beider Welten.
- Eigenschaften: Deutlich biegungsfester und temperaturbeständiger als Floatglas, aber weniger spröde als ESG.
- Verhalten im Schadensfall: Im Schadensfall entsteht ein grobscholliges Bruchbild mit großflächigen Rissen. Die Scheiben verzahnen sich ineinander.
- Der große Vorteil: Durch diese Verkeilung bleibt die Resttragfähigkeit extrem hoch. Selbst wenn das Glas bricht, sackt das Dach nicht durch und bietet weiterhin Schutz, bis die Scheibe getauscht wird.
- Fazit: Die sicherste Wahl für alle Überkopf- und Terrassendächer.
Die Vergleichsmatrix: Welches Glas für welchen Zweck?
| Kriterium | VSG aus Float | VSG aus ESG | VSG aus TVG |
|---|---|---|---|
| Biegebruchfestigkeit | Niedrig | Sehr hoch | Hoch |
| Temperaturbeständigkeit | Normal | Sehr hoch | Hoch |
| Bruchbild | Scharfkantige Risse | Kleine Krümel | Grobe Schollen |
| Resttragfähigkeit (Überkopf) | Gering | Mäßig (Krümelteppich) | Exzellent (Verzahnung) |
| Empfohlener Einsatzbereich | Seitenelemente, Zäune | Standard-Dächer / Wände | Premium-Überkopfdächer |
Worauf sollten Sie beim Kauf der Glaselemente achten?
Neben der richtigen Glasart spielen bei der Auswahl weitere Faktoren eine Rolle:
- Die Glasstärke: Für Terrassendächer haben sich Stärken von 8 mm bis 10 mm als Standard etabliert (bei steda beispielsweise für Sparrenbreiten bis 75 cm bzw. 90 cm). Für größere Spannweiten oder höhere Schneelasten stehen auch Stärken von 12 mm oder 16 mm zur Verfügung. Beim VSG-Sicherheitsglas von steda können Sie die Glasstärke bequem passgenau auf Maß konfigurieren.
- Die Foliendicke: Achten Sie auf eine Folienstärke von mindestens 0,76 mm (z. B. PVB-Folie), um maximale Reißfestigkeit zu garantieren.
- Optik und Funktion: Bei steda stehen neben klassischem Klarglas auch Matte Folien (Sicht- und Sonnenschutz) sowie getöntes Glas in Grau oder Bronze zur Auswahl, um die Hitzeentwicklung zu reduzieren.
- Das Komplettsystem: Wer nicht nur Scheiben ersetzen, sondern neu planen möchte, greift oft zu vorgefertigten Bausätzen. Bei einer kompletten Terrassenüberdachung von steda sind zentimetergenaue Maße, geprüfte Statik und das passende Sicherheitsglas bereits ab Werk aufeinander abgestimmt.
Zusammenfassung
Wer bei der Terrassenüberdachung auf Nummer sicher gehen will, greift bei Überkopfverglasungen zu Verbundsicherheitsglas. Während VSG aus ESG den preislich attraktiven Standard darstellt, bietet VSG aus TVG den höchsten Sicherheitsstandard in puncto Resttragfähigkeit und Stabilität.
Der Online-Spezialist steda bietet eine große Auswahl an passgenauem Sicherheitsglas für Terrassenüberdachungen. Ob klassisches VSG aus ESG oder besonders belastbares VSG aus TVG – dort lassen sich Scheiben nach Maß direkt im Online-Konfigurator zusammenstellen und sicher nach Hause liefern.
