Dach mit Dachpappe decken – so gelingt die wichtige Arbeit

Dach mit Dachpappe decken – so gelingt die wichtige Arbeit

Heutzutage spielt Dachpappe eine wichtige Rolle beim Decken von Dächern. Andere geläufige Materialien reichen oftmals nicht aus, um das Dach vollständig und ganz abzudichten. Daher sind die Dachpappen eine wichtige Ergänzung, um ein möglichst dichtes und stabiles Gesamtergebnis zu erhalten. Die Verwendung ist dabei sehr flexibel, da sich die Dachpappe für deutlich mehr eignet, als nur für Hausdächer.

Welche Eigenschaften die Dachpappe besitzt und wie sie sich am besten verlegen lässt, wird im Anschluss erläutert.

Eigenschaften von Dachpappe

Die Standardversion von Dachpappe bestand traditionell aus Pappe und Teer. Der Teer wird heutzutage aber nicht mehr genutzt, da er krebserregend ist. Daher wird die Pappe in moderne Bitumen getaucht, um die Dachpappe herzustellen. Dabei handelt es sich im Prinzip um Erdpech, das sich aber auch künstlich aus Erdöl herstellen lässt. Die Dachpappe wird in Bahnen verkauft und hat in der Regel eine Länge von zehn Metern bei einer Breite von einem Meter. Die Standardversion ist nicht immer komplett wasserdicht. Daher wird die Dachpappe auch oft nur als unterstützende Zwischenschicht eingesetzt.

Es gibt aber noch weitere Varianten mit verbesserten Eigenschaften. Das Einmischen von Sand oder Kies verändert die Oberflächenstruktur. Somit gibt es in diesen speziellen Varianten weitere positive Eigenschaften, wie beispielsweise einen erhöhten UV-Schutz oder eine bessere Abriebfestigkeit. Dadurch ist der Gebrauch als oberste Deckschicht, bei beispielsweise Gartenhäusern, auch eine Möglichkeit.

Die moderne Bitumen-Dachpappe sollte keinesfalls mit Bitumen-Dachbahnen verwechselt werden. Dabei handelt es sich vom Prinzip zwar um ein ähnliches Produkt, allerdings ist diese Dachpappe deutlich schwerer und wird auch anders verlegt.

Verwendung von Dachpappe

Die Hauptverwendung von Dachpappe ist sicherlich als Zwischenschicht beim Dachdecken. In diesen Fällen werden meist zwei Schichten verlegt. Dadurch steigen besonders die Dichte und die Wände und der Dachstuhl werden insgesamt besser trocken gehalten. Auf die beiden Schichten drauf werden dann aber noch die Dachziegel verlegt, da die Pappen alleine nicht ganz so widerstandsfähig sind, wie die Kombination aus beiden Materialien. Auch die Optik profitiert von der Verwendung der Ziegel, da Dachpappe alleine auf großen Dächern sehr ungewöhnlich und teilweise billig aussieht.

Bei kleineren Dächern lassen sich die Dachpappen aber auch als oberste Schicht verwenden. Dazu zählen besonders kleinere Garten- oder Spielhäuser. Diese müssen meist nicht so sehr geschützt werden und benötigen weniger stabile Bedeckung, da sie in der Regel nicht so sehr dem Wind ausgesetzt sind. Bei dieser Verwendungsart reicht dann meistens auch nur eine Schicht aus.

Der Verschleiß von den Dachpappen, die als oberste Schicht genutzt werden, ist selbstverständlich deutlich höher, als bei anderen Verwendungen. Daher muss dabei hin und wieder kontrolliert werden, ob das Dach noch ausreichend dicht ist.

Vorbereitung des Dachs vor dem Verlegen

Es werden, wie bei allen Arbeiten rund ums Haus, auch bei dem Decken mit Dachpappe, einige Vorbereitungen benötigt. Dazu zählt als erster Schritt die Planung. Es sollte sorgfältig überlegt werden, welches Material sich am besten eignet. Zusätzlich ist auch das Ausmessen des Dachs sinnvoll, da sich somit die zu kaufende Menge besser einschätzen lässt. Das ist dank des oftmals in 10 m² gegebenen Formats aber relativ einfach, solange mögliche Fenster oder Schornsteine berücksichtigt werden. Da die Dachpappen relativ dünn sind, muss der Untergrund glatt sein. Es sollten möglichst keine Splitter oder Nägel abstehen. Diese stören das Verlegen und können für Löcher sorgen. Darüber hinaus wird auch ein sauberer und trockener Untergrund vorausgesetzt. Dieser Schritt ist auch wichtig, um der Bildung von Schimmel vorzubeugen.

Die Dachpappe sollte beim Verlegen etwas überlappen. Das sollte bei der Planung berücksichtigt werden, um die richtige Materialmenge zu erhalten.

Vorbereitung der Dachpappe

Auch die Vorbereitung der Dachpappe macht viel Sinn. Somit werden spätere Arbeitsschritte erleichtert und in der Folge auch ein besseres Gesamtergebnis erzielt. Daher kann die Dachpappe nach dem Kauf bereits probeweise auf dem Dach ausgebreitet werden. Ein Vorteil dadurch ist, dass ggf. noch einmal neue Pappe nachgekauft werden kann. Der etwas größere Vorteil besteht aber darin, dass somit das Zuschneiden der Pappe erfolgen kann.

Relativ dünne Pappen lassen sich oft auch schon mit Scheren und Cuttermessern zuschneiden. Für etwas robustere Materialien müssen Universalschneider oder spezielle Dachstripper benutzt werden. Beim Zuschneiden können dann Stellen an denen Fenster sind, herausgeschnitten werden. Auch für Randbereiche muss die Länge gut angepasst werden. Wenn das Zuschneiden abgeschlossen wurde, kann die Pappe dann einfach wieder aufgerollt werden.

Verlegen von Dachpappen auf Hausdächern

Wenn das Dach eine Schräge hat, muss mit dem Verlegen am unteren Ende begonnen werden. Mit einem kleinen Abstand von ungefähr zwei Zentimetern an der Unterkante, kann die Bahn dann nach oben verlegt werden. Sobald die Bahn in der richtigen Position ist, muss sie fixiert werden, bevor ein weiterer Schritt erfolgen kann. Die Befestigung kann durch mehrere Techniken erfolgen, dazu folgen im anschließenden Abschnitt aber weitere Details. Sobald die Befestigung dann erfolgt ist, kann die nächste Bahn darüber verlegt werden. Dabei ist auf eine gewisse Überlappung von rund zehn Zentimetern wichtig, damit das Dach auch wirklich dicht ist. Diese Schritte können dann so oft wiederholt werden, bis das gesamte Dach abgedeckt ist.

Befestigung der Dachpappe

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die Dachpappe gut zu befestigen. Eine davon stellt das Kleben dar. Die Bitumen können mit speziellen Geräten erwärmt werden. Danach fangen sie relativ schnell an zu kleben, weshalb eine gute Planung enorm wichtig ist. Das gilt besonders für die Stellen, an denen die Dachpappe überlappt. Bei dieser Technik ist das richtige Verlegen enorm wichtig und sollte von erfahrenen Heimwerkern durchgeführt werden. Eine weitere Technik ist mit der Hilfe von Nägeln. Dabei kommen auch Tacker zum Einsatz.

Das Festtackern wird aber meist nur als kurzfristige Fixierung genutzt, bevor die Nägel verwendet werden. Die einzelnen Bahnen werden dann nach dem jeweiligen Verlegen fixiert. Dabei werden die Nägel an mehreren Stellen eingeschlagen. An der Unterkante sollte der Abstand zum Rand knapp fünf Zentimeter betragen. In der Mitte der einzelnen Bahnen wird parallel noch eine weitere Reihe an Nägeln angebracht.

Beim Einschlagen der Nägel ist Vorsicht geboten. Diese müssen vollständig aber auch vorsichtig eingeschlagen werden. Dadurch werden auch spätere darüber liegende Schichten nicht beschädigt.

Verlegen von Dachpappe auf Gartenhäusern

Das Verlegen auf Gartenhäusern gestaltet sich nicht nur wegen der späteren Nutzung etwas anders. Dies gilt dann, wenn das Gartenhaus kein Holzgestell für das Dach aufweist. In diesen Fällen wird dazu geraten, eine klebende Variante zu wählen, da das Nageln nicht möglich ist. Wie viele Lagen im Endeffekt verlegt werden, hängt von den gelagerten Geräten und Gegenständen ab. Wenn beispielsweise teure elektrische Geräte oder Polster für Gartenmöbel gelagert werden, ist es sinnvoll zwei Schichten zu nutzen. Unter Umständen steigt nicht einmal der Preis, da sich die kleinen Dächer auch direkt mit einer Rolle mehrschichtig decken lassen.

Fazit

Die Dachpappen haben zwar mehrere Nutzungsmöglichkeiten und damit eine Reihe von Verwendungen, zeichnen sich aber trotz allem durch grundlegende Eigenschaften aus. Neben den flexiblen Möglichkeiten, als Zwischenschicht oder eben als komplette Abdeckung, überzeugt die Dachpappe auch mit einem geringen Preis. Auch die Anbringung ist gut möglich und ohne größere Anschaffungen oder einem Verschleiß bei einzelnen Arbeitsschritten möglich.

Zusammenfassung

Beim Decken mit Dachpappe ist eine sorgfältige Planung enorm wichtig. Das Verlegen erfolgt dann Schicht für Schicht. Durch das Überlappen kann dann die gesamte Schicht weitestgehend dicht gemacht werden.

Artikelbild: © Volodymyr P / Bigstock.com

3 Kommentare

  1. Michi 27.04.2018 08:03 Uhr

    Wir hatten uns neulich einen Dachdecker zum abdichten unseres Flachdaches bestellt. Da wir leider schon sehr viele defekte und gewellte Bahnen in der Vergangenheit selbst gelegt hatten, musste vorher die alte Dachpappe entfernt werden. Diese Arbeiten hatten wir selbst vorgenommen, damit alles für den Profi vorbereitet war.

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  2. Mia 11.09.2018 09:50 Uhr

    Als Laie kann man sich hier den einen oder anderen Tipp abholen. Beim Dach lasse ich aber lieber den Dachdecker ran. Dass ist mir zu gefährlich, zudem kann man bei Profi eine Garantie einfordern.

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  3. Bernd (Brötchen) Köhler 10.12.2018 11:48 Uhr

    Wir haben die Dachpappe damals einfach festgeschraubt. Die Dachdeckerei hat darüber noch einige Ziegel angebracht, damit es einen Ordentlichen Abschluss gab, aber erhitzt haben wir sie nicht. Ist ein wunderbares Material, das dafür sorgt, dass es an den kritischen Stellen im First nicht mehr durchregnet.

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