Fertigkeller – verkürzte Bauzeit durch vorgefertigte Elemente

Fertigkeller – verkürzte Bauzeit durch vorgefertigte Elemente

Alle Bauherren, die sich in der Planungsphase zu ihrem späteren Eigenheim befinden, stellen sich die Frage nach dem Sinn und der Erfordernis eines Kellers. Immerhin ist es doch möglich, das Haus in seiner Grundfläche entsprechend groß zu planen und damit auf den finanziellen Aufwand eines Kellers zu verzichten.

Entscheiden sie sich dennoch für einen Keller, wird der Aufwand entsprechend hoch. Die gesamte Bauzeit wird wesentlich verlängert, denn beim Bau eines Kellers mit der Methode Stein auf Stein vergeht viel wertvolle Zeit. Besonders in das gesamte Abdichtungssystem muss viel Sorgfalt investiert werden. Es ist zwar möglich, einen WU-Keller zu bauen, also mit wasserundurchlässigem Beton als sogenannte weiße Wanne. Dessen Bauzeit und Kosten sind jedoch nochmals höher. Ein solcher Keller trägt später das gesamte Haus und deshalb müssen auch höhere Kosten für statische Berechnungen eingeplant werden.
Ein Fertigkeller aus Betonelementen lässt einige dieser Bedenken in den Hintergrund rücken. Er wird von Fachfirmen in kurzer Zeit errichtet, ist für den Hausgrundriss entsprechend konzipiert und preiswert.

Vier gute Gründe für einen Fertigkeller

Ein Fertigkeller passt sich in seinen Maßen jedem Hausgrundriss an. Sein Hersteller produziert verschiedene, standardisierte Betonelemente, die mit individuellen Anpassungselementen jede Hausform ermöglichen. Die Produktion der Elemente im Herstellerwerk geht nicht zulasten der Bauzeit und damit verkürzt sich diese Zeit insgesamt. Zahlreiche Fachfirmen haben sich auf Fertigkeller spezialisiert. Sie übernehmen die vorbereitenden Gründungsarbeiten in der Baugrube und stellen den Fertigkeller innerhalb weniger Tage auf.

Die Betonelemente bestehen aus WU-Beton und sind mit dieser Eigenschaft wasserundurchlässig. Sie vermindern das Kapillarverhalten von Beton derart, dass lediglich verdunstende Feuchtigkeit durchdringen kann.
Fertigkeller sind in der Summe aus Materiallieferung, Montagezeit, Bauzeitverkürzung und weniger genehmigungspflichtigen Planungsarbeiten preiswerter als gemauerte Keller.

Nach dem Aufstellen des Fertigkellers kann sofort mit den Bauarbeiten fortgefahren werden. Kellernebenräume wie Hauswirtschaftsräume und technische Anschlussräume, die keine Wandverkleidung erhalten, stehen sofort für Installationsarbeiten durch die technischen Gewerke zur Verfügung. Auch damit verkürzt sich die Bauzeit.

Ist der Fertigkeller immer die beste Wahl?

Jede Sache, die Vorteile bietet, hat auch Nachteile. Bei einem Fertigkeller ist diese Philosophie genauso gültig.
Ein Fertigkeller kann selbstverständlich nicht den finanziellen Einspareffekt bringen, wenn die Bauherren einen alternativen, gemauerten Keller in Eigenleistung errichten. Oftmals stammen sie selbst aus dem Baugewerk oder haben Freunde, die vom Fach sind. Die eigene Muskelhypothek verringert die Kosten für einen gemauerten Keller wesentlich und mit dieser Kalkulation kann der Fertigkeller naturgemäß nicht mithalten.

Fertigkeller werden zum Problemfall, wenn das Baugebiet stark wasserlastig ist. Drückendes Oberflächenwasser oder nahe Gewässer mit Überflutungspotenzial machen den Fertigkeller zum hochgradigen Risiko, wenn er nicht entsprechend abgedichtet wird. Eigentlich bestehen seine Fertigelemente aus WU-Beton und sind damit wasserundurchlässig. Die Fugen sind jedoch das Problem, denn an diesen Verbindungsstellen kann drückendes Wasser eindringen. Deshalb sollten Fertigkeller immer von außen gegen Feuchtigkeit isoliert werden. Dies geschieht auf die konventionelle Art wie bei gemauerten Kellern mit Sperrschichten, Bitumenanstrichen und eventuellen Schichten der Wärmedämmung, wenn der Keller für Wohnzwecke genutzt werden soll. Es gibt aber auch Fachbetriebe, die den kompletten Fertigkeller mit verschweißten PE-Bahnen abdichten. Dieser Aufwand ist entsprechend hoch und teuer. Darüber hinaus gibt es keine Langzeiterkenntnisse, ob diese PE-Bahnen dauerhaft den Erdbewegungen, drückenden Wurzeln und aggressiven Durchfeuchtungen standhalten.

Die Wahl zwischen gemauertem Keller und Fertigkeller

Prinzipiell schaffen Keller zusätzliche Wohn- und Nutzfläche, ohne dass auf dem Grundstück weiterer Platz verloren geht. Ein Keller ist deshalb in jedem Fall empfehlenswert.

Bei annähernd hundertprozentiger Eigenleistung sind gemauerte Keller die bessere Lösung, denn sie sind bei dieser Vergehensweise insgesamt preiswerter.

Fertigkeller, die von einer Fachfirma errichtet werden, machen den Hausbau insgesamt effizienter, helfen Kosten zu sparen und verkürzen die Bauzeit. In stark wasserlastigen Baugebieten ist ihr Bau jedoch bedenklich.
Die Entscheidung zwischen gemauertem Keller und Fertigkeller richtet sich deshalb immer nach den individuellen Vorgaben.

Artikelbild: © Bertold Werkmann / Shutterstock

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