Heizleisten als Alternative zu klassischen Fußbodenheizungen

Heizleisten als Alternative zu klassischen Fußbodenheizungen

Architektonisch war es schon immer recht schwierig, Heizungen in Ein- oder Mehrfamilienhäusern unterzubringen. Zwar nahmen sie im Grunde nie wirklich viel Platz ein, versperrten im Umkehrschluss aber ganze Innenfassaden und rückten Einrichtungsgegenstände so mehr in Richtung Raummitte. Vor allem in kleinen Räumen wurde damit die Raumnutzung erschwert, nicht zuletzt misslang die ordnungsgemäße Wärmeregulierung durch oftmals überdimensionierte Geräte. Im Bereich der Flächenheizungen sind seit einigen Jahren vor allem Heizleisten ein beliebtes Mittel, um Ästhetik, Design und Funktion miteinander zu verbinden.

Wir erläutern in diesem Beitrag die Grundzüge der Technik und geben Anhaltspunkte zur Auswahl geeigneter Systeme.

Hoher Strahlungsanteil

Moderne Heizleisten zählen zum Bereich der Wandheizungen, die insbesondere durch ihren vergleichsweise hohen Strahlungsanteil vorteilhaft sind. Hierbei wird über die Wände entsprechend Wärme abgegeben, der Raum erhitzt sich gleichmäßig und vor allem auch großflächig binnen kürzester Zeit. Angebracht werden Heizleisten zunächst direkt oder relativ dicht über dem Fußboden, sind deshalb auch in Büros oder Besprechungsräumen eine gern genutzte Alternative. Dadurch erhält der Raum optisch eine ganz andere Aufteilung, da das Sichtfeld nicht durch in Länge und Breite ausdimensionierte Heizkörper beeinträchtigt wird. Die hier gesammelte Raumluft steigt kompakt entlang der Wand auf, erwärmt die Wandoberfläche und wird anschließend zur Raummitte transportiert. Dies hat insofern auch eine Reihe physiologischer Vorteile, insbesondere durch den weithin sichtbaren Feuchtetransport. Gerade bei der Sanierung von Altbauten, wo etwa frischer Lehmputz aufgetragen wird, ermöglicht diese Heizungsform ein schonendes Verfahren zur Austrocknung und damit der Sicherung der Bausubstanz.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die großflächige Verteilung auch in wirtschaftlichen Maßstäben eine wichtige Rolle spiel. Die milde, als behaglich aufgenommene Strahlungswärme von unten ermöglicht es, Einsparungen im Energiebedarf zwischen zehn und 15 Prozent umzusetzen. Da die Investitionskosten zudem auf vergleichbarem Niveau wie bei einer konventionellen Heizungsanlage liegen, amortisiert sich die Anlage so ungleich schneller. Ein Grund, weshalb Heizleisten gerade auch in Kinderzimmern eingesetzt werden, liegt in der nahezu vollständig eingedämmten Staubentwicklung. Hiervon profitieren Allergiker gleichermaßen wie Bauherrn selbst, denn das saubere und ökologische Raumklima schont die Bausubstanz. Diese Eigenschaften werden durch DIN-Normen und weitere EU-Normen gewährleistet, mitunter ergibt sich hierbei auch eine Fördermöglichkeit des Bundes bei der Altbausanierung.

Langfristig denken

Neben der einfachen Montage, die keine umständliche Planung mehr erfordert, zeichnen sich Heizleisten in Form der Strahlungswärme noch durch eine Vielzahl an Eigenschaften aus.

  • Das Verfahren ist effizient, es wird vielfach mit dem durch Kachelöfen entstehendem Raumklima verglichen. Dadurch wird der Wand nicht nur Feuchtigkeit entzogen, sondern auch die Grundlage für größere Staubentwicklung. Feuchtigkeit als Ursache für Schimmelbildung, der Grund für eine Reihe von Sanierungsmaßnahmen, entfällt somit vollständig.
  • Da die Sockelleisten an allen Wänden in dem Raum angebracht werden können und somit eine größere Fläche ergeben als normale Heizkörper erwärmen sich die Räume schneller. Dementsprechend benötigt man weniger Energie. So erreicht man zum Beispiel mit Systemen von Energy-Com bis zu 28 % Energieeinsparung gegenüber gewöhnlichen Radiatoren oder Fußbodenheizungen.
  • Die bereits angesprochene Energieeinsparung wird vor allem dadurch möglich, weil die Aufheizphase derartiger Systeme sehr gering ausfällt. Das ermöglicht punktuelles Heizen gerade zu den Tagesrandzeiten. Hierdurch bedient man sich der Effizienz der Wärmeentwicklung, kein deutlicher Anteil wird mehr für die reinen Regulierungsschritte verschwendet.
  • Die fehlende Luftumwälzung ist zudem ein Grund dafür, dass die Mikrostaubbelastung mithin gar nicht messbar ist. Wird bei konventionellen Systemen noch Raumluft umgewälzt, wodurch Ablagerungen und dergleichen sich vermengen, ist die Luftzirkulation bei Heizleisten nur äußerst gering. Hierdurch gewinnt das Thema auch an Bedeutung im Rahmen des Altersgerechten Wohnens, vor allem in Form der Modernisierung von Wohnräumen in Altbauten.

Anwendungsbereiche

Da hier bei der Materialwahl auf moderne Formen gesetzt werden kann, die mitunter eine große Bandbreite an RAL-Farben erlaubt, sind die Anwendungsbereiche naturgemäß sehr groß. So kann insbesondere in Fluren und Treppenaufgängen ein Teil der Fläche mit Heizleisten ausgestattet werden, Platz bietet sich aber auch in Wohnzimmern unterhalb der Terrassentüren. Diese Einsparung an Raumfläche kann sogar noch ausgereizt werden, indem man auf in den Boden eingelassene Ausführungen setzt. Hierdurch können insbesondere in Bädern oder Küchen typische Barrieren vermieden werden.

Artikelbild: © Photographee.eu / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Laura 15.11.2018 04:35 Uhr

    Ein Bekannter hat beim Neubau auch gleich auf die Fußbodenheizung gesetzt. Es soll ja mittlerweile sogar eine elektrische Fußbodenheizung geben. Diese kann man auch gut über die PV Anlage speisen.

    direkt antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.