Kräuterschnecke: So pflanzt man eine Kräuterspirale an

Kräuterschnecke: So pflanzt man eine Kräuterspirale an

Nichts ist für einen Gourmet genussvoller, als seine Speisen mit frischen Kräutern zu perfektionieren. Hausbesitzer haben die Möglichkeit, eine Kräuterspirale in ihrem Garten anzulegen. Bei der Kräuterschnecke handelt es sich um ein dreidimensionales Beet, in dem man verschiedene Gewürzkräuter wie Petersilie, Dill, Koriander, usw. anbaut.

Die Kräuterspirale basiert auf der Permakultur, dessen Begründer der ehemalige Mikrobiologe und Bauer Masanobu Fukuoka ist. In seiner selbstbenannten „Nichts-Tun-Landwirtschaft“, die auf das Daiostisch Wu Wei Prinzip aufbaut, arbeitete der Japaner mit und nicht gegen die Natur. Der 2008 verstorbene Masanobu war der Ansicht, „dass die Natur in der Lage ist, sich selbst zu erhalten und menschlicher Eingriffe nicht bedarf.“ Die Ideen des Japaners nahm der Australier Bill Mollison auf, der sie anwendete und unter anderem zur Kräuterspirale weiterentwickelte.

Aufbau

Die Kräuterschnecke ermöglicht Hausbesitzern und Gartenfreunden auf kleinsten Raum, die Standortansprüche von Pflanzen aus unterschiedlichen Klimazonen zu erfüllen. Durch einen sich spiralförmig windenden Turm wird die Oberfläche nach oben vergrößert. Die Seitenwände des Turms bestehen aus Steinen. Sie speichern die Sonnenwärme und geben sie an die Pflanzen ab. Am Fuß der Spirale befindet sich ein kleiner Teich, der Licht reflektiert und zusätzlich Wärme speichert.

Folgende Bereiche entstehen:

  • A Wasserzone: Durch den Miniteich ist dieser Bereich feucht und nass. Es kommt darauf an, eine Verbindung zur Umgebung herzustellen. Gepflanzt werden Bachbunge und Brunnenkresse.
  • B Feuchtzone: Ein sonniger, feuchter und humusreicher Boden, der mit Komposterde angereichert ist. Hier wachsen Schnittlauch, Kerbel und Petersilie.
  • C Normalzone: Der halbschattige, humusreiche und trockene Bereich ist ideal für Zitronenmelisse und Pimpinelle.
  • D Mittelmeerzone: Mager, trocken und durchlässig – mit Bauschutt kann man eine gute Drainage unterstützen. Eine Untermischung mit Kalk ist wichtig, denn hier sollen Kalk liebende Mittelmeerkräuter wie Salbei, Thymian und Bergbohnenkraut wachsen.

Praxis

Die Kräuterspirale können Gartenfreunde und Hausbesitzer zu jedem Zeitpunkt der Vegetationsperiode anlegen. Wichtig bei der Wahl des Standortes ist, dass der Weg zur Küche möglichst kurz ist, damit sich die frischen Kräuter sofort verarbeiten lassen. Die Kräuterschnecke sollte frei zur Sonne stehen. Ist dies aufgrund ihrer Form nicht möglich, lässt sich diese auch verändern. Die Grundfläche sollte etwa drei Quadratmeter groß und die Spirale einen Meter hoch sein.

Der Aufbau beginnt mit dem Teich, der in Südrichtung gelegen ist. Von dort aus können Interessierte die Form aufzeichnen und sie mit Stöcken im Garten markieren. Die aus Steinen bestehenden Mauern werden beginnend mit dem Teich von außen nach innen aufgebaut. Für den sichtbaren Teil eignen sich Feldsteine, Ziegelsteine und Kalksandsteine, die mit der Umgebung harmonieren. Die Spirale gewinnt mithilfe von Bauschutt an Höhe. Wer sich für runde Natursteine als Mauern entscheidet, muss die Zwischenräume mit Erde oder Lehm auffüllen.

Zwischen den Mauern sollte mindestens 60 Zentimeter Platz sein, um den Kräutern genug Freiraum zur Entwicklung zu bieten. Ein mit Folie ausgelegter Teich lässt sich frei gestalten. Sanft ansteigende Übergänge ermöglichen dem Wasser, die Erde zu befeuchten. Gleichzeitig dient der Miniteich Vögeln als Tränke.

Groß wachsende Kräuter wie Meerrettich, Beinwell und Liebstöckel, die lange Wurzeln bilden, sollten außerhalb der Kräuterschnecke einen Platz finden, da sie das Wachstum der anderen Kräuter behindern. Auch Estragon und Minzen sind nicht für die Spirale geeignet. Basilikum sollte man in einem Tontopf an einen sonnigen Platz auf die Spirale stellen und regelmäßig nachgießen. Grundsätzlich gibt es bei der Gestaltung der Kräuterschnecke keine Einschränkungen. Wichtig bei der Wahl der Pflanzen für kleine Spiralen ist es, kleinwüchsige Sorten zu wählen. Diese sind von vielen Gewürzkräutern im Handel erhältlich.

Geeignete Heilkräuter

  1. Petersilie: Jeder kennt dieses Kraut, doch nur Wenige wissen, dass sie mehr als nur zum Würzen geeignet ist. Die Petersilie bevorzugt einen feuchten, nährstoffreichen Boden. Dementsprechend ist ihr Platz auf der Kräuterspirale möglichst in Bodennähe. Der hohe Anteil von Vitamin C eignet sich nicht nur, um Salate zu würzen, sondern wirkt auch Wunder gegen Frühjahrsmüdigkeit. Ebenfalls positiv sind die harntreibenden Eigenschaften für Nieren und Blase. Frauen sollten die Pflanze nutzen, wenn sie Menstruationsbeschwerden besitzen. Schwangere dagegen sollten Petersilie nicht in Maßen konsumieren, da es zu Fehlgeburten kommen kann. Im Idealfall landet Petersilie im rohen oder kurz gekochten Zustand in der Speise, damit möglichst viele Inhaltsstoffe und Vitamine erhalten bleiben.
  2. Dill: Wie auch die Petersilie benötigt Dill einen nährstoffreichen Boden und fühlt sich ebenfalls im unteren Bereich der Kräuterschnecke sehr wohl. Wichtig ist, den Dill hinter der Petersilie zu pflanzen, da er diese ansonsten überragen und ihr das Licht stehlen wird. Das Kraut eignet sich nicht nur als Dill-Sahne-Soße für Gurken, sondern auch als Tee, der gut gegen Blähungen sowie Magenbeschwerden helfen soll. Für die Zubereitung des Tees werden Dill Samen zerstoßen. Weitere positive Effekte: Es fördert die Milchbildung bei stillenden Müttern und soll als Sitzbad gegen Menstruationsschmerzen helfen.
  3. Koriander: Während die Europäer mit dem Koriander eher sparsam umgehen, ist er in Asien in vielen Speisen zu finden. Bei uns dagegen findet er hauptsächlich in Marinaden und im Weihnachtsgebäck Verwendung. Wie auch Dill eignen sich die Samen des Krauts zur Zubereitung von Tee gegen Durchfall, Blähungen und Magenkrämpfe. Für stillende Mütter fördert er ebenfalls die Milchbildung. Wie auch die anderen beiden Kräuter sollten Sie den Koriander in den unteren Bereich der Kräuterschnecke pflanzen.
  4. Schnittlauch: Der Schnittlauch gehört zu den bekanntesten Kräutern, die in Salaten zum Einsatz kommen. Leider wird es selten als Heilkraut erwähnt, dabei eignet es sich gut zur Blutreinigung und gegen Frühjahrsmüdigkeit. Weitere heilsame Eigenschaften gibt es bei Magen- und Darmentzündung. Es wirkt sogar harntreibend, schleimlösend bei Husten und blutdrucksenkend. Durch den geringen Anteil von Vitamin C und Eisen bevorzugt Schnittlauch einen halbschattigen Platz im mittleren Bereich der Spirale.
  5. Melisse: Melisse ist Vielen als Zitronenmelisse bekannt. Der Name sagt bereits, dass diese Pflanze ein zitronenartiges Aroma besitzt, das Süßspeisen, Salate und kalte Getränke verfeinert. Auch dieses Kraut eignet sich als Heilkraut in Tees gegen Nervosität, Unruhe und Angstzustände. Gleichzeitig wirkt die Melisse aufmunternd, kühlend, schmerzstillend und beruhigend – es ist somit die ideale Pflanze für den Sommer. Die Melisse fühlt sich im Halbschatten sehr wohl und verdient einen Platz in der Mitte der Kräuterspirale.
  6. Thymian: Was wäre eine Pastasoße oder Thymian? Dieses Kraut gibt mediterranen Gerichten den notwendigen pepp und gehört deshalb in jede Küche. Den pepp erhält Thymian von der Sonne, deshalb sitzt die Pflanze auch gerne ganz oben in der Kräuterspirale. Laut der Heilkunde ist das Kraut für Beschwerden der Atmungsorgane geeignet, sei es husten, Halsentzündungen, Heiserkeit oder Asthma – Thymian wirkt lindert bei diesen Beschwerden. Neben den Heileigenschaften der Atemwege eignet es sich auch bei Hauterkrankungen, Verdauungsbeschwerden sowie Stoffwechselerkrankungen.
  7. Salbei: Diese Pflanze kann aufgrund seiner Heilwirkung und Anwendungsgebiete fast schon als Allheilmittel bezeichnet werden. In der Küche wird es für Fleisch- und Fischgerichte verwendet. Durch das intensive Aroma ist es ratsam, Salbei sparsam zu nutzen. Wie auch Thymian liebt der Salbei trockene Böden sowie einen sonnigen Standort im oberen Bereich der Kräuterspirale. Als Heilkraut hilft er gegen Halsentzündungen und -schmerzen. Kinder nehmen das Kraut gerne in Form von Bonbons ein. Es wirkt blutstillend, harntreibend, antibakteriell und krampflösend. Auch bei Durchfall, Haarausfall, Rheuma, Wunden und Mundgeruch – Salbei eignet sich bei vielen Beschwerden.

Artikelbild: CC BY-SA 2.0 / preichenbach (Flickr.com)

1 Kommentar

  1. Oliver Kerber 06.04.2017 06:42 Uhr

    Hallo,
    danke für deise Anleitung. Gerade die Auflistung der richtigen Kräuter hilft mir sehr. Das hat mir nämlich noch gefehlt. Ich plane nämlich auch gerade eine Kräuterschnecke. Ich werde mich dan diese Anleitung halten. Ich möchte eigentlich nur noch zusätzlich einen kleinen Teich am unteren Bereich anlegen. Hoffe, dass das eine gute Idee ist.

    Grüße
    Oliver Kerber

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