Heckenschere-Test

Seit Jahrhunderten ist die Heckenschere im Einsatz und bringt Büsche und Hecken in Form. Früher war die Arbeit äußerst mühevoll – schließlich gab es nur manuelle Varianten. Dank dem Fortschritt der Technik sind Heckenscheren heute in den verschiedensten Ausführungen erhältlich. Doch mit dem großen Angebot fällt die Auswahl schwer; deshalb greifen wir Heimwerkern mit diesem Heckenscheren-Test unter die Arme.

Heckenschere: Allgemeine Informationen

Die Kunst der Formgebung einer Hecke oder eines Baumes stammt aus Fernost: Der Bonsai ist der wohl berühmteste Baum der asiatischen Gartenkunst. In Europa setzte sich der künstlerische Baumschnitt später durch; heute investieren Hobbygärtner viel Geld in Apparatur und Zeit in die Pflege ihrer Hecke – schließlich möchte jeder seinen Nachbarn mit einer formschönen Hecke zum Staunen bringen.

Zweimal im Jahr packt der Gartenbesitzer seine Heckenschere aus: Vor dem ersten März und nach dem 30. September – so sieht es das Bundesnaturschutzgesetz vor. Neulinge im Bereich Heckenscheren stellen sich zunächst die Frage: Welche Ausführung soll es sein?

Die verschiedenen Arten von Heckenscheren

Profis greifen zur benzinbetriebenen Heckenschere. Das hat einen guten Grund: Sie haben im Regelfall keinen Stromanschluss parat. Privatpersonen sind flexibler und benötigen nicht immer eine Heckenschere mit Benzinmotor. Aber: Entscheiden Sie doch selbst. Wir erklären ihnen die Unterschiede zwischen den Modellen.

Manuell

Die gute alte Handschere ist der Vorreiter der mit Strom oder Benzin betriebenen Geräte. Sie ist seit Generationen im Einsatz und funktioniert im Grunde wie eine Schere für den Haushalt; mit dem Unterschied, dass sie viel größer ist. Manuelle Heckenscheren erreichen eine Länge von bis zu 60 Zentimetern, die Schneideklingen sind 30 Zentimeter lang. Deshalb muss diese Heckenschere mit beiden Händen bedient werden – Muskelkraft wird vorausgesetzt.

Für kleine Hecken ist die manuelle Heckenschere ausreichend. Sie bringt den Gärtner ein wenig ins Schwitzen, schneidet die Hecke aber zuverlässig – wenn zuvor die Klingen geschärft wurden. Diese Scheren arbeiten fast geräuschlos und stören keinen Nachbarn.

Bei manuellen Heckenscheren gibt es zwei Ausführungen:

  1. mit Wellenschliff
  2. ohne Wellenschliff

Eine Wellenschliffschneide soll selbstschärfend sein – zumindest ist das der Fall, wenn sie von hoher Qualität ist. Der Vorteil der Heckenscheren mit Wellenschliff liegt darin, dass Äste nicht zwischen den Klingen herausrutschen.

Heckenscheren mit Teleskopgriffen können selbst die stärksten Äste durchtrennen. Je größer der Hebel, desto geringer ist der benötigte Kraftaufwand.

Vorteile Nachteile
Stellen lassen sich gezielt kürzen hoher Zeit- und Kraftaufwand
kann dicke Äste bis 4 cm schneiden
schädigt aufgrund ihrer Schärfe der Hecke nicht

Benzin

Die Benzin-Heckenschere dominiert den Garten- und Landschaftsbau. Doch auch Hobbygärtner sind auf den Geschmack dieser leistungsstarken Geräte gekommen: Sie sind flexibel und bieten eine hohe Bewegungsfreiheit. Im Grunde kombinieren sie die Vorteile der Elektro- und Akku-Gartenschere.

Trotz der zahlreichen Vorteile hat die Benzin-Variante viele Nachteile: Zum einen benötigt sie Benzin und Motorenöl. Zum anderen ist ihre Wartung kostspielig. Dennoch kommen Besitzer großer Gärten und zahlreiche Hecken nicht um den Kauf einer Benzin-Gartenschere herum.

Der Kauf dieser umweltbelastenden Heckenscheren sollte gut überlegt sein: Sie bringen rund fünf Kilogramm auf die Waage und erzielen keine besseren Ergebnisse als eine Elektro-Heckenschere. Ihr Einsatz lohnt sich nur in Gärten ohne Stromquellen in der Nähe.

Vorteile Nachteile
sehr effektiv und leistungsstark unangenehme Gerüche durch Abgase
eignet sich für große Hecken hohe Geräuschkulisse
hohes Gewicht

Elektro

Die Elektro-Heckenschere ist das kabelgebundene Pendant zur Benzinvariante. In puncto Funktion unterscheiden sich die Geräte nicht groß voneinander. Lediglich die Energiezufuhr wird auf eine andere Weise bewerkstelligt: Über das Stromkabel erhält die Elektro-Version den nötigen Saft.

In den letzten Jahren hat sich bei diesen Produkten viel getan: Sie sind schlanker und leichter; mehr als drei Kilogramm bringen sie meist nicht auf die Waage. Funktionen wie Messerstopp und ein Antiblockiersystem sorgen für Sicherheit.

Vorteile Nachteile
kein großer Kraftaufwand nötig ohne naheliegende Stromquelle muss ein Verlängerungskabel verwendet werden
leichter als eine Benzin-Heckenschere wegen dem Kabel Abzüge in puncto Mobilität und Sicherheit
kein lästiger Benzingeruch
vergleichsweise niedrige Anschaffungskosten

Akku

Die Akku-Heckenschere wird genauso wie die Elektro-Version mit einem Elektromotor betrieben – mit einem Unterschied: Sie kommt ohne Kabel aus. Die für den Antrieb benötigte Energie ist in einem Akku gespeichert. Gärtner müssen mit einer Akkulaufzeit von wenigen Stunden auskommen – dann machen sie eine Pause und laden sie auf.

Der große Vorteil der Akku-Versionen im Vergleich zu Elektro-Heckenscheren ist die Bewegungsfreiheit. Die Gartenscheren eignen sich für den Einsatz in Gärten ohne Steckdosen oder wo das Verlängerungskabel nicht hinreicht.

Übrigens: Die Leistung des Akkus nimmt im Laufe der Jahre ab. Früher oder später muss er ausgetauscht werden. Auch im Falle einer Beschädigung gibt es beim Hersteller Ersatzakkus.

Neu sind sogenannte Teleksop-Heckenscheren. Es handelt sich ebenfalls um Akku-Geräte. Der Unterschied: Sie sitzen an einem Teleskopstab. Mithilfe der Verlängerung können Gartenbesitzer Arbeiten bis zu einer Höhe von drei Metern verrichten. Diese elektronischen Scheren haben aufgrund ihrer Bauform eine geringe Leistung und niedrige Akkulaufzeit. Sie eignen sich nur für den kurzfristigen Einsatz.

Vorteile Nachteile
hohe Flexibilität & Mobilität kurze Akkulaufzeit
bestens zum Schneiden kleiner Flächen geeignet Leistung aufgrund der Bauart vergleichsweise gering

Die 8 Kaufkriterien der Heckenschere

1. Antrieb

Zum Thema Antrieb haben wir zuvor alle wichtigen Informationen angegeben. Die Antriebsart muss zum Anwender passen. Für die meisten Menschen sind Elektro-Heckenscheren die beste Wahl; in einem großen Garten ohne Steckdosen ist der Benzinmotor ein Muss.

2. Gewicht & Abmessungen

Heckenscheren werden von Jahr zu Jahr kleiner und leichter. Verbraucher sollten beim Kauf auf die Abmessungen und das Gewicht achten. Ein 1,60 Meter kleiner Mann wird wohl kaum die größten Geräte bedienen können.

3. Bedienungsanleitung

Zugegeben: Viele Menschen lesen die Bedienungsanleitung nicht. Das ist bei Heckenscheren ein großer Fehler. Hersteller geben sich große Mühe, damit sie verständlich und lesbar sind. Oftmals enthalten sie auch praktische Tipps rund um das Thema Hecken schneiden und pflegen.

4. Zugentlastung

Sie sichert die Steckverbindung zum Stromkabel. Die Stromversorgung muss zu jeder Zeit erhalten bleiben – auch wenn das Kabel an einem Ast hängen bleibt.

5. Lautstärke

Die meisten Heckenscheren erzeugen viel Lärm und müssen mit einem Gehörschutz betrieben werden.

6. Ergonomie

Gerade Besitzer großer Hecken benötigen leicht zu führende Heckenscheren. Diese erlauben das Schneiden der Hecke, ohne unangenehme Positionen einzunehmen oder viel Kraft aufzuwenden.

7. Vibrationen

Das Schneidewerk einer mit Energie betriebenen Heckenschere erzeugt Vibrationen. Entscheidend ist das Ausmaß dieser Erschütterungen. Je geringer sie sind, desto einfacher lässt sich die Schere führen.

8. Sicherheit

Bei Strom-Heckenscheren sollte das Kabel eine rote Farbe besitzen. Diese fällt bei grünen Hecken gut auf und wird nicht versehentlich durchgeschnitten. Ansonsten ist beim Kauf der Heckenschere auf Prüfsiegel zu achten: Das VDE-Zeichen zum Beispiel ist eine unabhängige, freiwillige Sicherheitsaussage. Auch der TÜV Rheinland vergibt sein GS-Zeichen an hochwertige, sichere Gartenscheren.

Die acht Kaufkriterien sollten in dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis der Heckenschere zu finden sein. Auch Privatpersonen haben hohe Ansprüche an die Gerätschaften für ihren Garten.

Kaufberatung: Tipps zu Leistung, Stärke & Co.

Zusätzlich zu den acht Kaufkriterien möchten wir Verbrauchern genauere Hinweise für den Erwerb einer Heckenschere nennen. Durch die fortschreitende Digitalisierung kaufen immer mehr Menschen Heckenscheren online. Der Prozess unterscheidet sich nicht grundlegend von jenem vor Ort. Aber: Online kann man eine Heckenschere nicht in die Hand nehmen und testen. Aus diesem Grund sind Verbraucher an die Herstellerangaben gebunden.

Die Leistung der Heckenschere

Mehr Leistung ist besser. Dieser Trugschluss herrschte jahrelang bei der Kategorie der Staubsauger – bis die EU eine Obergrenze einführte (siehe dieser Artikel).

Testberichten zufolge erzielen Elektro-Heckenscheren dasselbe Ergebnisse wie ihre Benzin-Kollegen. Aber: Geräte unter 400 Watt sind nicht empfehlenswert. Sie eignen sich höchstens für einen Formschnitt; beim Rückschnitt haben sie Probleme. Der Grund: Beim Zusammentreffen mit dicken Ästen kapitulieren die Scheren – ihnen fehlt die nötige Leistung, um sie zu durchtrennen.

Bei den Akku-Versionen hat sich ebenfalls viel getan: Inzwischen können sie mit den benzin- und strombetriebenen Geräten mithalten. Ihre Laufzeit ist noch nicht optimal; das hängt aber mit der stagnierenden Batterietechnologie zusammen.

Schwertlänge & Schnittstärke

Die Schwertlänge definiert die Schnittlänge einer Heckenschere. Anfänger sind mit einer kleineren Schwertlänge gut beraten – sie lassen sich leichter handhaben.

Für Anfänger sollte die Schnittlänge zwischen 50 und 70 Zentimeter liegen.

Die Schnittstärke ist ein Orientierungswert für den Messerabstand. Er liefert auch Informationen über die maximale Astdicke, mit der die Heckenschere zurechtkommt. Eine Schnittstärke von 18 Millimetern ist für den Privatgebrauch ausreichend; hochwertige Modelle durchtrennen bis zu 28 mm dicke Äste.

Beim jährlichen Beschnitt der Hecke können die Triebe nicht solche Durchmesser erreichen; ein Messerabstand von 18 mm ist folglich ausreichend.

Pflegeaufwand der Heckenschere

Beim Kauf der Heckenschere sollten sich Heimwerker und Gartenbesitzer Gedanken über den Pflegeaufwand machen. Der Motor ist in den seltensten Fällen ein Problem; bei billigen Geräten kann er überhitzen. Markenprodukte besitzen hochwertige Motoren mit langer Lebensdauer.

Bei Akku-Heckenscheren muss man dem Akku Aufmerksamkeit schenken: Er sollte in keinem Fall bis zur Entladung verwendet werden. Wer mit einer Akkuladung nicht auskommt, kauft sich lieber einen Zweitakku.

Nach dem Heckenschnitt muss die Schere gepflegt werden: Zunächst entfernt man alle Blattreste, Schmutz und Feuchtigkeit. Für eine leichtere Reinigung kann man die Klinge entfernen; zwischen Gehäuse und den Scherblättern sollte sie eine Schraube festhalten.

Umweltschutz

Zweimal pro Jahr schneiden die meisten Menschen ihre Hecke: Der Nachbar bekommt die Gartenarbeiten meist mit – eine Benzin-, Akku- oder Elektro-Heckenschere macht lautstark auf sich aufmerksam.

Der Lärmpegel ist aufgrund des seltenen Einsatzes einer Heckenschere das kleinste Übel. Problematischer ist die Umweltbelastung: Heutzutage sollte man in jedem Fall Rücksicht auf die Umwelt nehmen. Hand-Heckenscheren pusten keine Schadstoffe in die Luft und verbrauchen auch keinen Strom.

Die Rangliste der umweltschonenden Heckenscheren sieht wie folgt aus:

  1. Hand-Heckenschere
  2. Akku-Heckenschere
  3. Elektro-Heckenschere
  4. Benzin-Heckenschere

Bei der Akku- und Elektro-Variante können Verbraucher die Umwelt entlasten, wenn sie Strom mithilfe von erneuerbaren Energien selbst produzieren.

Heckenscheren vom Discounter

Viele Gärtner vertrauen Markenherstellern. Aber: Deren Heckenscheren sind teurer als die Produkte eines Discounters.

Die Stiftung Warentest untersucht seit Jahren Heckenscheren von Discountern: In den meisten Fällen lassen die Produkte zu wünschen übrig. Eine elektrische Heckenschere von Aldi wurde 2008 für gut befunden. Alle anderen Produkte konnten die Tester nicht überzeugen:

  • 2006: Elektrische Heckenschere von Penny wird als Schwergewicht mit schwacher Schnittkraft bezeichnet.
  • 2011: Bei einer elektrischen Heckenschere von Lidl ist der Motor nach 15 Stunden durchgebrannt.

Keine Frage: Unter der Ware der Discounter gibt es auch solide Heckenscheren. Die Qualität ist nicht das Problem: Kaputte Heckenscheren müssen im Service repariert werden. Nach wenigen Jahren findet der Discounter aber keine Ersatzteile mehr – ergo ist die Heckenschere wertlos.

Bei den großen Markenherstellern gibt es dieses Problem nicht: Ersatzteile sind jahrelang erhältlich.

Überblick über die großen Hersteller

Zahlreiche namenhafte Hersteller haben Heckenscheren im Angebot. Einige Hersteller wie Bosch sind für ihre hochwertigen Modelle im oberen Preissegment bekannt, andere wie Makita bieten gute Geräte für Einsteiger an.

Bosch

Der deutsche Markenhersteller ist jedem Heimwerker bekannt. Ob Bohrmaschinen oder Heckenscheren – die Produkte von Bosch sind im oberen Preissegment angesiedelt. Dafür sind sie von hoher Qualität und überzeugen mit modernster Technik, einer leichten Bauweise und einer langen Lebensdauer.

Gardena

Das Unternehmen aus Ulm ist eine Gartenmarke mit Kunden aus der ganzen Welt. Gardena gehört zu den führenden Marken im Bereich der Gartengeräte und überzeugt mit innovativen Produkten. 1973 war das Unternehmen seiner Zeit voraus: es hatte die erste kabellose Rasenkantenschere im Angebot.

Matabo

Die Produkte von Metabo sind im professionellen Bereich täglich im Einsatz. Der Gründer des Unternehmens, Albrecht Schnizler, baute 1923 die erste Handbohrmaschine – sie war der Namensgeber für das Unternehmen. Die Heckenscheren des Unternehmens sind leistungsstarke Elektro- oder Akku-Produkte mit einem extragroßen Anstoßschutz.

Atika

Atika gehört zu den bekanntesten Anbietern für Gartenprodukte. Das 1949 gegründete Unternehmen war ursprünglich regional tätig, entwickelte sich aber zügig zu einem internationalen Konzern. Das Angebot an Heckenscheren begeistert Heimwerker sowie Profis gleichermaßen.

Makita

Der japanische Hersteller gehört mit seinen Elektro-Heckenscheren zu den führenden Anbietern in seinem Segment. Heimwerker und Privatanwender schätzen seine einsteigerfreundlichen Geräte mit erstklassigem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Garantie einer Heckenschere

Hersteller Garantie (Monate)
Wolf-Garten 36
Makita 24
Bosch 24
Atika 24
Black & Decker 24
Einhell 24
Gardena 24
Metabo 24
Husqvarna 24

Fast alle Hersteller bieten die gesetzlich vorgeschriebene Garantiezeit von zwei Jahren an. Lediglich Wolf-Garten geht die Extrameile und bietet ein weiteres Jahr Garantie.

Fazit

Das Angebot an Heckenscheren ist groß und für Laien kaum überschaubar. Aus diesem Grund sollten Sie sich unsere Tipps zu Herzen nehmen und beim Kauf einer Heckenschere genau recherchieren.