Kontaktgrill-Test

Wir Deutschen sind Weltmeister im Grillen. Gerade wenn der Sommer mit warmen Temperaturen, lauen Abenden und langen hellen Stunden lockt, wird der Grill zum Abendessen herausgeholt. Doch Grillen ist nicht gleich Grillen. Fisch, Fleisch und Co können auf den verschiedensten Modellen zubereitet werden. Der wichtigste Unterschied ist die Erzeugung der Hitze – durch Kohle, Gas und Elektrizität ist das möglich. Der Kontaktgrill ist eine Version des Elektrogrills und eine gute Abwechslung zu herkömmlichen Modellen. Seine Form bietet nicht nur viele Zusatzfunktionen, wie die Panini- oder Waffelzubereitung, auch stört hier keine unangenehme Rauchentwicklung. Der Kontaktgrill kann innen wie außen eingesetzt werden – und ist nicht nur für den sommerlichen Betrieb geeignet.

Was ist ein Kontaktgrill?

Verbietet die Hausordnung einen Holzkohlegrill auf dem Balkon? Dann hat die Stunde des Kontaktgrills geschlagen. Dieser wird mit einem elektrischen Anschluss betrieben. Auch ohne Rauch und Qualm erzeugt er einen köstlichen Duft und wohlschmeckende Speisen. Und dennoch unterscheidet sich der Kontaktgrill von dem herkömmlichen Tischgrill und anderen Elektrogrills. Sein wichtigstes Merkmal: Der Deckel. Kontaktgrills verfügen über Metallplatten, die sich schließen lassen, und arbeiten so mit Ober- und Unterhitze: Die Speise wird somit von beiden Seiten gegrillt. Seine Optik gleicht dem kleinen, handlichen Sandwichmaker – doch der Kontaktgrill fällt deutlich größer aus. Daher wird er auch oft als der „große Bruder“ des Sandwichmakers bezeichnet.

Auch der Name stammt von dieser Funktion – das Grillgut kommt auf beiden Seiten in Kontakt mit den Grillplatten.

Die Zubereitungsbandbreite des Kontaktgrills erweitert sich durch diese Deckelfunktion enorm. Denn nicht nur Fisch, Fleisch und Gemüse werden hier mit Leichtigkeit zubereitet. Der Kontaktgrill bietet auch die sogenannte „Sandwichmaker-Funktion“. Sandwiches, Pizza, italienische Panini und türkische Lahmacun sind ebenso mit dem Kontaktgrill möglich. Hierzu muss nur der Deckel vollständig zugeklappt werden und das Sandwich wird von beiden Seiten gegrillt. Aber auch Hamburger sind kein Problem. Wenn die obere Grillplatte auf der Hälfte fest arretiert wird, kann das Fleisch auf der unteren Platte grillen und der Käse oben schmelzen. Manche Kontaktgrills können auch aufgeklappt werden. Hier bietet die doppelte Grillfläche noch mehr Gaumenfreude.

Vorteile des Kontaktgrills

Wer das Grillen liebt, kennt jedoch auch seine Nachteile. Mal steht der Grillmeister unangenehm im Rauch und Qualm, dreht der Wind, trifft es die sitzenden Gäste. Auch ist die Wurst oder das Steak schnell etwas zu schwarz geraten. Gesundheitliche Risiken der Holzkohle sind dabei nicht zu unterschätzen. Doch wer will schon die Wurst aus der Pfanne? Hier haben die Vorteile des Kontaktgrills ihren Auftritt. Denn er ermöglicht:

  • wetterunabhängiges Grillen
  • schnellere Grillen
  • kompakteres Grillen
  • keine Rauchentwicklung
  • keine Gesundheitsrisikos von Holzkohle
  • Regelung der Temperatur
  • kalorienarmes Grillen
  • anschließend platzsparendes Verstauen

Schon gewusst? Die Speisen auf einem Kontaktgrill können fettarm zubereitet werden. Denn das Grillgut schwimmt nicht im Fett, überflüssiges tropft einfach aus den Speisen heraus. Auf der Glut von herkömmlichen Grills verbrennt es und Schadstoffe werden entwickelt. Bei dem Kontaktgrill ist dies nicht der Fall – das Fett fließt sofort ab. Dennoch entstehen die typischen Grillröstaromen, sodass beim Geschmack keiner Abstriche gemacht werden müssen. Qualm und Rauch treten hier ebenso nicht in die Augen der Grillfans. In vielen Fällen macht es den Kontaktgrill zur echten Alternative zum Beispiel auf dem Balkon. Aber auch in der Wohnung kann der Kontaktgrill verwendet werden. Regnet es am geplanten Grillabend? Ist es überraschend abgekühlt? Das gemütliche Beisammensitzen mit Grillleckereien muss so nicht abgesagt werden. Auch im Winter! Wenn draußen Schnee und Eis toben, kann im Wohnzimmer gemütlich mit dem Kontaktgrill gegrillt werden. Ein weiterer großer Vorteil ist die Schnelligkeit des Geräts. Während beim Holzkohlegrill das Feuer erst gelegt werden und die Kohle durchglühen muss, ist die Hitze beim Kontaktgrill viel schneller stark genug, um Fisch und Fleisch zu garen. Die zusätzliche Oberhitze spart ebenso Zeit. Der Deckel des Kontaktgrills ermöglicht nicht nur Sandwiches und Paninis, auch wird das Grillgut gleichzeitig von beiden Seiten gegrillt. Wenden und Warten entfällt, der Hunger wird schneller gestillt. Auch ist die Bräune gleichmäßig auf beiden Seiten. Der Kontaktgrill bietet auch Vorteile nach dem Grillen. Er viel leicht gereinigt werden. Seine kompakte Größe macht es möglich, dass seine Teile in der Spülmaschine mit all dem anderen Geschirr gesäubert werden können. Ebenso ist das Verstauen oft kein Problem.

Nachteile des Kontaktgrills

Doch auch hier gibt es die zweite Seite der Medaille. Der Kontaktgrill bringt auch Nachteile mit sich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tischgrills ist er einerseits oft schwerer und durch die Zusatzfunktionen andererseits auch meist teurer. Zudem ist ein Stromanschluss notwendig. Mitten in der Natur wird der Kontaktgrill meist keine Freude bereiten – nur in der Nähe der Steckdose ist er auch einsatzbereit. Der Holzkohlegrill hingegen kann überall angezündet werden. Auch wird dem elektrischen Grillvergnügen oft zum Verhängnis, dass der typische rauchige Geschmack fehlt. Dieser kann nur mit Holzkohle entstehen und auch mit einem Kontaktgrill nicht nachgeahmt werden.

Verschiedene Funktionen von unterschiedlichen Modellen

Ob groß, ob klein, ob teurer oder günstiger – auch bei Kontaktgrills gibt es unterschiedliche Modelle und Typen. Die Größe spielt eine Rolle – ist die Familie groß, sollte viel Grillfläche vorhanden sein. Ist die Wohnung klein, kann ein kompakteres Gerät besser verstaut werden. So mancher größerer Kontaktgrill bringt 10 bis 20 Kilogramm Eigengewicht mit sich. Generell sollte sich der Griller darüber Gedanken machen, wie viel Geld er ausgeben möchte. Versionen im unteren Preissegment ab 30 Euro haben nicht immer alle Funktionen, die hochwertige Varianten bieten. Hier können sich die verschiedenen Typen unterscheiden:

1. Der ausklappbare Kontaktgrill

So mancher Kontaktgrill kann nicht nur durch den Deckel das Grillgut zwischen beide Platten verschließen und garen. Hochwertige Geräte können auch umgeklappt werden. Das bedeutet, dass der Deckel zur zusätzlichen horizontalen Grillfläche wird, die sich damit insgesamt verdoppelt. Der Kontaktgrill wird in diesem Fall zum Tischgrill umfunktioniert. Das ist besonders praktisch, wenn viele Gäste zum Abendessen kommen. Diese Modelle brauchen eine hohe Leistung, damit das Grillen an auf der ausgeklappten Fläche nicht bis in die Ewigkeit dauert. Versionen, die unter 1500 Watt bieten, können hier ein wenig schwach auf der Brust sein – das Hühnchen muss lange garen. Ratsam ist es hier, Modell mit einer Leistung ab 2000 Watt zu wählen.

2. Die höhenverstellbare Grillplatte

So manches Modell bietet diese Funktion als Standard, anderer als Zusatz. Die höhenverstellbare Grillplatte ist jedoch bei einem Kontaktgrill essenziell, um gutes Essen zuzubereiten. Die obere Grillplatte ist hier oft in verschiedenen Abständen zur unteren Grillplatte einzustellen. Das gewährleistet, dass unterschiedliches Grillgut zwischen beiden Platten passt, ohne gequetscht oder zusammengedrängt zu werden. Bei manchen verstellbaren Grillplatten kann die obere auch so fixiert werden, dass der Kontaktgrill wie ein „Backofen“ fungiert. Hier sind Überbackungen besonders problemlos.

Viele Modelle bieten entweder die verstellbare Grillplatte oder die Ausklappfunktion. Wer beides haben möchte, muss darauf besonders bei der Auswahl achten.

3. Die Temperaturregelung

Mancher Kontaktgrill hat sie, ein anderer nicht. Die Temperaturregelung ist ein Ausdruck für hochwertige Modelle. Im Idealfall kann die Hitze der oberen und unteren Grillplatten stufenlos und vor allem unabhängig voneinander eingestellt werden. Das garantiert eine optimale Zubereitung der Speise mit ihren unterschiedlichen Anforderungen. Ist der Grill ausklappbar, kann bei Bedarf eine der beiden Platten ausgestellt und somit Strom gespart werden. Auch die Temperaturspanne kann hier variieren. Bei einer Hitze von 150 bis 250 Grad Celsius kann auch überbacken werden, bei der Temperaturspanne zwischen 220 und 270 Grad werden eher Wurst und Steak gegrillt. Manche Varianten erreichen sogar Temperaturspitzen bis zu 300 Grad Celsius.

Einige Modelle verfügen sogar über spezielle Grillprogramme, die auf die unterschiedlichen Fleischsorten ausgelegt sind. Hier kann der Griller fast nichts mehr falsch machen.

4. Die zu wechselnden Wendeplatten

Es gibt Rillen und es gibt glatte Grillflächen. So mancher Kontaktgrill ist mit beiden ausgestattet, denn seine Platten können ausgetauscht werden. Das macht zum einen die Angebotsvielfalt für die Speise breiter. Spiegeleier brauchen beispielsweise eine glatte Kontaktfläche, beim klassischen Steak dürfen die charakteristischen Grillrillen jedoch nicht fehlen. Für Waffeln gibt es wiederum andere Platten und es muss kein weiteres elektrisches Gerät angeschafft werden. Je mehr verschiedene Platten zum Wechsel das Modell bietet, desto flexibler ist der Kontaktgrill einzusetzen. Sandwiches, Hamburger und Co sind so oft kein Problem. Zahlreiche Geräte werden daher viel häufiger als zum gelegentlichen Grillabend genutzt – der Kontaktgrill wird zum vollwertigen Küchengerät.

Eigenschaften eines guten Kontaktgrills

Neben den unterschiedlichen Funktionen gibt es auch zahlreiche Eigenschaften, die einen guten Kontaktgrill auszeichnen. Sicherheit, Verarbeitung und Anwenderfreundlichkeit sind oft eine Frage des Preises. Wer hier zu billig kauft, vermisst schnell wichtige Charakteristiken des Kontaktgrills. Dazu gehören:

  • Heizleistung von 2000 Watt
  • Isolierung
  • Antihaftbeschichtung
  • entnehmbare Platten
  • Auslaufschutz

Wie schon bei der stufenlosen Temperaturregelung erwähnt, ist die Leistung des Gerätes ein wichtiges Kriterium für einen guten Kontaktgrill. Bei einer geringeren Heizleistung von weniger als 2000 Watt ist das Fleisch selten zart und saftig. Denn die Poren schließen sich bei niedriger Hitze nicht schnell genug. Darauf sollten Profigriller achten. Ebenso ist es wichtig, dass das Gerät zwar innen heiß, aber außen kühl bleiben muss. Eine gute Isolierung garantiert, dass die Wärme nur dem Grillgut zugeführt wird und nicht sinnlos an die Umgebung abgegeben wird. So dauert das Grillen viel zu lange und der Strom verpufft in Strömen unverbraucht. Für die Reinigung des Kontaktgrills ist eine Antihaftbeschichtung eine wichtige Voraussetzung. Gerade Fisch und Sandwichteig kleben leicht an den Grillplatten. Das schmälert nicht nur das Essvergnügen, sondern macht die anschließende Reinigung bedeutend einfacher. Sind die Platten zudem austauschbar und können entnommen werden, finden sie schnell Platz in der Spülmaschine. Auch die Auffangschale sollte herausnehmbar sein. Dies ist als Auslaufschutz für den Kontaktgrill essenziell.

Unterschiedliche Grillplattenmaterialien

Auch die Grillplatten selbst können sich beim Kontaktgrill nicht nur in ihrer Funktion, sondern auch im Material unterscheiden. Hier gibt es unter anderem die Varianten:

  • Kunststoff
  • Gusseisen
  • Glaskeramik
  • Duranel-Verbundplatten

Kunststoffplatten sind meist die qualitativ niedrigsten Grillplatten bei einem Kontaktgrill. Von ihnen wird aus gesundheitlichen Gründen meist abgeraten. Glaskeramikplatten bieten kürzere Aufheizzeiten und eine gleichmäßigere Verteilung der Hitze. Sie können zudem transparent gestaltet werden, was die Durchlässigkeit von Infrarotstrahlung erheblich verkürzt und so die Kosten verringert. Gusseisen speichert die Hitze sehr gut und kühlt nicht gleich ab, wenn kein Gewicht auf ihnen liegt. Eine Duranel-Verbundplatte besteht aus Aluminium und Edelstahl. Erster sorgt für eine optimale Wärmeverteilung, der Edelstahl verhindert eine nutzlose Wärmeabgabe nach außen. Ihr Einsatz ist besonders energiesparend. Die Duranel-Verbundplatten sind vor allem bei Kontaktgrills in der Gastronomie zu finden.

Kauftipps: Die Qual der Wahl

Wer sich einen Kontaktgrill zulegen möchte, steht oft vor der Grundsatzentscheidung: Soll ich ein Markenprodukt kaufen oder einem No-Name-Modell eine Chance geben. So manches Unternehmen hat sich einen besonders guten Ruf bei diesem Grilltyp erarbeitet und ist vor allem in der Gastronomie zu finden. Hierzu gehören unter anderem (alphabetisch sortiert):

  • Bartscher
  • Beem
  • Berto's
  • Grundig
  • Philips
  • Rommelsbacher
  • Silex
  • Steba
  • Tefal

Natürlich ist es immer möglich, sich einen Kontaktgrill auch von unbekannten Unternehmen zu kaufen. Ausschlaggebend ist immer die qualitativ hochwertige Verarbeitung – ob für den kleinen Kontaktgrill zum gelegentlichen Gebrauch an lauen Sommerabenden oder dem multifunktionalen Küchengerät, das permanent seinen Einsatz findet. Für Laien gilt die Faustregel: Je mehr Kunststoff verbaut ist, desto minderwertiger könnte der Kontaktgrill sein. Auch ein leichtes Gewicht zeugt davon, dass im Inneren viel Kunststoff zu finden ist. Hochwertige Geräte haben eine stabile Bauweise, ein robustes Gehäuse, das nicht auf Druckeinwirkung nachgibt und kippen nicht leicht nach hinten. Ein schlechtes Gehäuse deutet auch oft auf eine schlechte Wärmeisolierung hin. Schalter, Regler und Stromkabel sind fest verbaut. Die technischen Daten sind meist aufgeführt, das Gerät mit Sicherheitszertifikaten ausgestattet.

Zahlreiche Tests weisen den Weg. Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest beispielsweise hat zahlreiche Kontaktgrills auf Herz und Nieren geprüft. In anderen Online-Tests sind oft die Preis-Leistungs-Sieger eine gute Wahl.

Wer sich in Sachen Funktionen und Eigenschaften schlaugemacht hat und längst weiß, was er will, kann sich durch die Erfahrungen anderer Nutzer bestätigen lassen. In zahlreichen Foren, Rezessionen und Erfahrungsberichten werden hier vor allem Geräte von unbekannten Herstellern beurteilt – bezüglich Verarbeitung und Qualität während der dauerhaften Nutzung. Verschleißerscheinungen und Gebrauchstauglichkeit können selten anhand von technischen Daten der Betriebsanleitung erkannt werden. Richtige Bedientipps und zahlreiche leckere Rezepte gibt es hier meist inklusive.