Thymian – ätherische Öle für die Atemwege

Thymian – ätherische Öle für die Atemwege

Der echte Thymian (Thymus vulgaris), auch römischer Quendel oder Gartenthymian genannt gehört der Pflanzengattung Thymiane an. Bis heute wird der Thymian als Heil – und zugleich Gewürzpflanze verwendet. Thymian kommt ursprünglich im europäischen Mittelmeerraum vor. In manchen Gegenden in Europa kommt das Kraut verwildert vor. Selbst in Deutschland wurde der Thymian an vielen Stellen eingebürgert.

Anbau, Aussaat und Pflanzung

Die Thymian Pflanze ist im Mittelmeerraum beheimatet. Dort muss sie bereits mit einem mageren Boden auskommen und muss an einem sonnigen Platz stehen. Wer die Pflanze Thymian im Garten anbauen möchte sollte einen besonders hellen und sonnigen Standort wählen. Außerdem sollte man auf eine nährstoffarme und sandige Erde achten.
Damit der Thymian sich gut entwickeln kann, sollte mindestens den halben Tag Sonne auf dem bepflanzten Platz scheinen. Am besten ist es, wenn das Kraut windgeschützt steht.

Grundsätzlich macht sich der Thymian gut im Garten, da er gleichzeitig einen angenehmen Duft verstreut. Im Sommer erfreuen sich die meisten Gartenbesitzer an den rosaroten Blüten. Kräuter fühlen sich besonders in einer Kräuterspirale wohl, ebenso der Thymian. Dort kann er den obersten Platz erhalten, da dort der Nährstoffgehalt der Erde sinkt.

Auch als Aromapflanze lässt sich der Thymian auf einer sonnigen Terrasse gut integrieren.

Merkmale, Aussehen und Wuchs

Der Thymian hat das Aussehen eines Halbstrauches. Je nach Sorte wächst er aufrecht oder kriechend. Die Triebe entwickeln sich unterschiedlich. Aufgrund dessen, dass der Thymian eher kurze, spitze Blätter hat, werden diese als Nadeln bezeichnet. Blattdicke und Farbe unterscheiden sich je nach Sorte des Krautes. Zwischen den Monaten Juni bis Oktober zeigt sich die volle Blütenpracht des Thymians. Die lila, weißen und rosafarbenen Blüten sehen einfach wunderschön aus. In kleinen, kugelförmigen Nüsschen befinden sich die Samen der Pflanze.

Name Thymian (lat. Thymus vulgaris)
Pflanzenfamilie Lippenblütler
Verbreitungsgebiet Mitteleuropa
Blätter Dunkelgrün, klein
Früchte Hellbraune und runde Nussfrucht
Blütenfarbe: Weiß, rosa, lila
Blütezeit Zwischen Mai und September
Höhe 10 – 50 Zentimeter
Nutzung Heilmittel, Gewürzpflanze
Besondere Eigenschaften Aromatisch

Pflanzenfamilie und Sorten

Jeder kennt den Thymian als übliche Kräuterpflanze. Bei der Auswahl der entsprechenden Sorte kann man bereits in Schwierigkeiten geraten. Es gibt zahlreiche Sorten der Pflanze, die in der folgenden Liste ersichtlich werden:

Name Lateinischer Name Eigenschaften
Feldthymian Thymus pulegioides Medizinisch wertvoller Thymian, vielseitig einsetzbar
Bergamotte Thymian Thymus chamaedrys Besonders fruchtiges Aroma, wird oftmals für Kräutertee verwendet, robust
Deutscher Thymian Thymus vulgaris International bekannt, berühmt unter dem Namen „Wurstkraut“
Englischer Thymian Thymus vulgaris „Broadleaf English“ Sehr milde Sorte des Krautes, eindeutiges Thymianaroma, hat große, dunkle Blätter, wächst in normaler Erde
Französischer Thymian Thymus vulgaris aus Frankreich Kleine, eher silbrige Blätter, aufrechter Wuchs, magere Erde und viel Sonne, eher liebliches Aroma
Grüner Zitronen-Thymian Thymus citridorus Rosa Blüten und dunkle Blätter, besser an einem schattigen Standort zu pflanzen
Italienischer Oregano Thymian Thymus Hybride Würzsorte mit besonderem Aroma, bringt besonderen Geschmack in jedes Gericht
Kaskadenthymian Thymus longicaulis Sehr robuste Kriechpflanze, kräftiger Wuchs, besonderes Aroma
Kümmelthymian Thymus herba-barona Blühfreudige und zugleich kriechende Sorte des Krautes, wird als traditionelles Fleischgewürz benutzt
Kugelthymian Thymian vulgaris var. Wächst alleine zu einem runden Busch, kann selbst Winterlücken schließen
Lavendelthymian Thymus thracicus Pikantes Aroma mit ein bisschen Lavendel, interessante Sorte für die Küche
Mastix Thymian Thymus mastichina Besonders interessante Sorte, ein bisschen Geschmack von wilder Pistazie, wird als bekannte Räucherpflanze eingesetzt

Herkunft und Vorkommen des Thymians

Seinen Ursprung hat der Thymian in den heißen Gebieten rund um das Mittelmeer. Dort wächst er auf sandigen und steinigen Untergründen. Selbst heute prägt der Thymian die Landschaften in den Gebieten und wächst wild in der Natur. In den Ländern Frankreich, der Türkei, Spanien, Italien und in Westeuropa ist die Kräuterpflanze bereits kultiviert. Bis heute gedeihen die unterschiedlichen Sorten des Thymians in einem mediterranen bis kontinentalen Klima.

Thymian gehört zu den Lippenblütlern, und ist eng mit den Kräutern Lavendel, Rosmarin und Salbei verwandt. Thymian ist jedoch nicht gleich Thymian, wie die oben beschriebenen Sorten bereits zeigen. Die Gattungen sind sehr artenreich. Mittlerweile gibt es mehr als 214 Thymiansorten, nicht nur die oben genannten, die eher zu den gängigen Sorten gehören.

Ernte und Lagerung (Blütezeit)

Thymian ist eine Pflanze, die dauerhaft geerntet werden kann. Die jungen Triebe haben eine Länge von knapp 10 cm und können kinderleicht mit einer Schere abgeschnitten werden. Wer jedoch einen großen Wert auf das besondere Aroma legt, sollte erst nach Erscheinen der Blüte, zwischen den Monaten Juni und Oktober warten. Sobald die Blüte eingesetzt ist, steckt die Pflanze die komplette Kraft in die Entwicklung der Blüten.

Wer das Kraut am Vormittag erntet, kann von einer guten Konzentration der aromatischen Öle ausgehen.  Alle Pflanzen haben mit steigenden Temperaturen einen höheren Wasserbedarf. Im Laufe der Verdünnung kann dies für ätherische Öle sorgen, die sogar über die Atmung der Pflanze ausgeschieden werden. Dies ist der intensive Geruch, den man vom Thymian des Öfteren wahrnimmt.

Für die Lagerung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es besteht die Möglichkeit, den Thymian zu trocknen. In dem Fall müssen 10 bis 15 cm lange Triebe abgeschnitten werden. Diese werden gebündelt und über Kopf aufgehangen. Ein dunkler und trockener Raum ist hierfür die ideale Lösung. Natürlich kann der Thymian zugleich eingefroren werden. Dazu werden die kleinen Blätter von den Thymian-Trieben abgezupft. Anschließend werden diese abgewaschen und in eine Gefriertüte oder einen Behälter für den Gefrierschrank aufbewahrt.

Wer möchte kann den frischen Thymian einfach in Öl oder Essig einlegen. Danach konserviert man das Kraut. Wichtig ist jedoch, dass die Triebe komplett von einer Flüssigkeit umschlossen werden und diese luftdicht eingepackt sind, damit es nicht zu einer Schimmelbildung kommt.

Pflege, Krankheiten und Schädlinge des Thymians

Die Schnittpflege der Pflanze beginnt bereits bei den jungen Pflanzen. Diese sollten bereits relativ früh eingekürzt werden, damit sie deutlich buschiger wachsen können. Aufgrund dessen, dass der Thymian zu den Halbsträuchern gehört kann es passieren, dass sie an der Basis verholzen, sodass die Schnittpflege eine besonders wichtige Rolle spielt. Wichtig ist, die Thymianzweige immer in der Form abzuschneiden, dass etwa ein bis zwei Zentimeter der Triebe erhalten bleiben. Diese sollte man rundum gleichmäßig abschneiden, damit immer neue Triebe wachsen können.

Schädlinge und Krankheiten treten beim Thymian eher selten auf, sodass man sich dahingehend keine Gedanken machen muss.

Anwendungsgebiete und -beispiele, Nutzung und Heilwirkung

Durch seine antibakterielle Wirkungsweise kann der Thymian für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden. Eigentlich ist die Pflanze bereits eine Art Wunderwaffe gegen verschiedene Krankheiten. Thymian ist unter anderem ein Profi in Sachen Erkältung. Gerade bei einer Erkältung sind oftmals Bakterien im Spiel. Thymian kann hervorragend dagegen helfen. Die ätherischen Öle setzen sich, wie kleine Härchen auf die Schleimhäute des Menschen und schonen die Atemwege. Ebenso kann der Thymian entzündungshemmend wirken und ist ideal als Schnupfen- und Hustenmittel einzusetzen.

Weiterhin löst Thymian Krämpfe und kann bei Erkrankungen der Bronchialmuskeln, Keuchhusten, Reizhusten und Asthma eingesetzt werden. Eine Behandlung bei Durchfall ist mit Thymian ebenfalls möglich. Das Thymian Öl kann sogar vorbeugend gegen Durchfallerkrankungen und Darmgrippen eingesetzt werden. Einer Darminfektion ist über bestimmt Lebensmittel übertragbar, sodass der Thymian bereits vorbeugend helfen kann.

Doch das ist noch lange nicht alles. Thymian kann selbst bei Akne zum Einsatz kommen. Wie bereits erwähnt wirkt die Pflanze antibakteriell. Eine Tinktur ist genauso wirksam, wie manch andere Cremes gegen Akne. Ebenso kann die Pflanze sogar bei Menstruationsbeschwerden helfen.

Viele kennen den Thymian bereits aus der Küche. Er ist reich an Mineralien und Vitaminen und enthält selbst Eisen und Vitamin C in sehr hohen Mengen. Für Suppen, Soßen und andere Gerichte ist Thymian ein wahres Geschmackswunder.

Inhaltsstoffe der Pflanze

Als Arznei kommt meistens das ganze Kraut zum Einsatz. Thymian enthält zwischen 1 und 2,5 Prozent ätherische Öle. Dort kommen hauptsächlich Substanzen wie unter anderem Thymol und Carvacrol vor. Ebenso enthalten sind Libiatengerbstoffe, Flavonoide und Triterpene.

Infos zur Giftigkeit der Pflanze

Grundsätzlich ist Thymian nicht giftig. Der enthaltene Wirkstoff Thymol wirkt eher schwach giftig. Bei Erwachsenen zeigt das Thymol erst ab vier Gramm eine unterwünschte Wirkung. Diese zeigt sich in Schwindel, Erbrechen und Kopfschmerzen. Bei einer langfristigen Intoxikation kann es zu Störungen der Schilddrüse kommen. Beim menschlichen Verzehr in der Küche oder im Bereich Arzneimittel braucht man sich keine Gedanken machen.

Wissenswertes zur Pflanze

Ob nun als getrocknetes Kraut, frische Pflanze oder in Form von Öl – Thymian bringt einen angenehme und eher süßlichen Geschmack mit und ist nicht nur zum Würzen mediterraner Speisen geeignet, sondern zugleich als Alleskönner in Sachen Heilmittel. Die produzierten ätherischen Öle wirken sich antibakteriell und verdauungsfördernd auf den menschlichen Körper aus. Thymian ist vielseitig einsetzbar und findet in Küche und Arzneimittelschrank seinen Platz.

Fazit: Thymian als besondere Heilpflanze

De Pflanze Thymian besticht vor allem durch die Vielfalt und die besondere Bandbreite. Der Halbstrauch sieht eher unscheinbar aus, sodass viele Menschen oder Nutzer des Krauts nicht einmal wissen, was es alles kann. Thymian unterstützt schließlich auch den Körper bei verschiedenen Erkrankungen und kann dem Menschen helfen, schneller und schonender gesund zu werden. Natürlich kommt es auf die jeweilige Erkrankung an. Thymian hilft als Pflanze nicht nur bei Husten, sondern auch bei Infekten und anderen Beschwerden. Demnach bereichert die Pflanze die Heilmittelapotheke zu Hause.

Doch auch in der Küche darf das Kraut Thymian nicht fehlen. Man kann den Thymian direkt kaufen, im eigenen Garten oder auf dem Balkon anpflanzen. Es gibt ihn sogar als Tee, als getrocknetes Gewürz, in Form von Kapseln und Ölen – je nachdem für welches Einsatzgebiet man die Heilpflanze benötigt. Es gibt sogar die ein oder anderen Rezepte, mit denen man die Thymian Pflanze unterschiedlich nutzen kann.

Zusammenfassung

Wer Thymian im eigenen Garten anpflanzt sollte lediglich darauf achten, dass er seinen Strauch regelmäßig stutzt. Dadurch wird verhindert, dass die Stämme holzig werden und die Sträucher noch buschiger wachsen. Der Thymian kann nach seiner Blütezeit sein volles Aroma entwickeln.

Artikelbild: AnnaOk / Bigstock.com

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