Waschbetonplatten streichen – Worauf Sie achten sollten

Waschbetonplatten streichen – Worauf Sie achten sollten

Noch vor einigen Jahren wurden Waschbetonplatten gerne zum Bauen verwendet. Insbesondere für Gehwege im Garten, zur Befestigung von Terrassen und zur Gestaltung von Mauern wurden sie häufig eingesetzt. Mittlerweile ist Waschbeton aber aus der Mode geraten. Viele Menschen haben sich regelrecht daran satt gesehen und wünschen sich deshalb, die alten Platten zu verschönern. Das Renovieren und Einfärben von Waschbetonplatten gestaltet sich in der Praxis aber sehr schwierig: Die Oberfläche von Waschbeton ist derart uneben, dass sich die Farbe kaum auftragen lässt. Herkömmliche Fassadenfarbe hält auf Wandflächen maximal ein Jahr. Falls Sie Bodenplatten streichen möchten, müssen Sie außerdem darauf achten, abriebfeste Farbe zu verwenden, sodass normale Fassadenfarbe überhaupt nicht in Frage kommt. Das soll jedoch nicht heißen, dass Sie nun zwangsläufig einen komplett neuen Untergrund verlegen müssen, wenn Sie die Optik der Waschbetonplatten verändern wollen. Wir haben für Sie ein paar Tipps und Ideen zusammengefasst, um Ihnen dabei zu helfen, die Waschbetonplatten trotz der ungünstigen Voraussetzungen zu verschönern. Antworten auf alle wichtigen Fragen zu diesem Thema bietet Ihnen der folgende Ratgeber, sodass Sie unbedingt weiterlesen sollten.

Normale Farbe ist zum Streichen von Waschbetonplatten nicht geeignet

Waschbetonplatten sind als Boden- und Wandbelag schon einige Jahre lang aus der Mode gekommen. Sofern sie jedoch keine Risse, Sprünge oder andere technische Makel aufweisen, ist vielen Menschen der Aufwand zu groß, die Platten komplett auszutauschen. Da ist es naheliegend, den Waschbetonplatten einfach einen neuen Anstrich zu verleihen, um für eine modernere Optik zu sorgen. Früher oder später spielen viele Heimwerker mit diesem Gedanken.

Aufgrund der typischen strukturierten Oberfläche des Waschbetons ist ein normaler Farbauftrag nicht umsetzbar.

Stattdessen müssen Sie die Waschbetonplatte komplett mit einer speziellen Farbe versiegeln, um sie dauerhaft umzufärben. Unter Umständen ist es erforderlich, die Unebenheiten komplett aufzufüllen, damit eine glatte Oberfläche entsteht. In manchen Fällen ist es daher ratsamer, die alten Waschbetonplatten einfach umzudrehen. Die Rückseite können Sie dann mit einer herkömmlichen Betonfarbe streichen.

Welche Farben kommen zum Streichen von Waschbetonplatten in Frage?

Prinzipiell eignen sich am besten Epoxidharze, um Waschbetonplatten zu streichen. Sie sollten jedoch gießfähig sein. Die Harze sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich. Es ist auch möglich, eigene Farben zu mischen.

Wenn Ihnen eine kurzfristige Verschönerung ausreicht, können Sie Sprühlacke einsetzen. Sie sind zwar nicht besonders abriebfest, können aber regelmäßig neu aufgetragen werden. Auf diese Weise gelingt Ihnen schnell und einfach eine optische Veränderung.

Darüber hinaus kommen Kunstharze in Frage, die Flüssigkunststoffe oder sandähnliche, kleine Steinchen enthalten. Sie werden im Handel als „Beton-Finish“ verkauft. Außerdem können Sie in Erwägung ziehen, eine Garagenbodenbeschichtung wie Gelcoat zu verwenden.

Steine aus Waschbeton streichen – Vorgehen und Tricks

Leider gibt es keine universelle Farbe, die pauschal für alle Waschbetonplatten empfohlen werden kann. Deshalb gilt grundsätzlich: Probieren geht über studieren. Unter Umständen kann es passieren, dass die gestrichenen Platten ihre Farbe nicht dauerhaft behalten. Meist zeigt sich das aber erst nach ein paar Monaten.

Zunächst steht eine Testphase an

Aus diesem Grund sollten Sie immer eine Testphase einplanen, bevor Sie Waschbetonplatten streichen. Das bedeutet, dass Sie zunächst nur einzelne Platten mit Farbe versehen. In den darauffolgenden Monaten setzen Sie diese Platten den üblichen Belastungen aus, um festzustellen, wie gut die gewählte Farbe auf dem Untergrund haften bleibt.

Beim Streichen der einzelnen Waschbetonplatten gehen Sie am besten anhand der folgenden Checkliste vor:

  • Reinigen Sie die Platten gründlich mit einem Hochdruckreiniger
  • Lassen Sie den Waschbeton dann vollständig austrocknen
  • Nun wird ein Haftgrund aufgetragen, der zu der Farbe oder dem Harz passen muss, den Sie später verwenden möchten
  • Anschließend streichen Sie den Epoxidharz oder ein anderes geeignetes Produkt auf die Oberfläche

Am besten lässt sich die Farbe meist mit einem Malerquast auftragen. Damit es zu einem satten Farbauftrag kommt, sollten Sie in mehreren Durchgängen arbeiten, bis sich eine Schicht gebildet hat, die ein paar Millimeter stark ist.

Der Test vor dem eigentlichen Streichen der Waschbetonplatten verursacht zwar Kosten und dauert seine Zeit, ist aber auf jeden Fall sinnvoll. Nur so erkennen Sie, ob sich der Aufwand, alle Platten zu streichen, überhaupt lohnt, denn nicht jeder Anstrich muss wirklich zum Erfolg führen. Um die Testphase zu beschleunigen, können Sie direkt unterschiedliche Farbsubstanzen ausprobieren. Suchen Sie sich für den Test aber auf jeden Fall Platten aus, die denselben Beanspruchungen unterliegen wie der Rest des Untergrunds. Andernfalls ist der Test nicht aussagekräftig. Im Folgejahr sehen Sie dann, welche Lösung am haltbarsten war und können dieses Produkt auswählen, um den Rest der Waschbetonplatten zu streichen.

Waschbetonplatten mit der geeigneten Farbe streichen

Sobald Sie wissen, welche Farbe am besten für Ihre Waschbetonplatten geeignet ist, können Sie mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Besorgen Sie diese Farbe in einer ausreichenden Menge.

Um Farbunterschiede zu vermeiden, sollten alle Farben dieselbe Chargennummer besitzen.

Darüber hinaus benötigen Sie den entsprechenden Haftgrund, der zu Ihrer Farbe passt. Putzen Sie den kompletten Untergrund mit dem Hochdruckreiniger und warten Sie dann ab, bis sämtliches Wasser getrocknet ist. Nach dem Reinigen sollte die Oberfläche frei von Dreck, Moos und anderen Verunreinigungen sein. Danach tragen Sie den Haftgrund auf und lassen ihn ebenfalls gut trocknen. Decken Sie die Umgebung mit einer Folie ab und tragen Sie dann die Farbe auf die Betonplatten mit einem Quast auf. Bringen Sie so viele Anstriche auf, wie nötig sind, um eine ausreichend dicke Schicht zu erzielen. Nun können Sie die Folien wieder entfernen.

Alternative: Waschbetonplatten vor dem Streichen verputzen

Falls Sie sich den langwierigen Test und das umständliche Streichen der Waschbetonplatten sparen möchten, haben Sie noch eine andere Alternative: Sie können den Waschbeton vor dem Streichen verputzen. Dadurch entsteht eine glatte Oberfläche, die sich deutlich leichter streichen lässt. Beim Verputzen von Waschbetonplatten hat sich die folgende Vorgehensweise bewährt:

  1. Reinigen Sie die Platten gründlich mit dem Hochdruckreiniger.
  2. Decken Sie die Umgebung mit Folien ab.
  3. Streichen Sie den Waschbeton mit einem Haftgrund.
  4. Rühren Sie den Putz so an, dass er etwas dünnflüssiger ist als üblich.
  5. Streichen Sie die Betonplatten mit dem Putz.
  6. Lassen Sie die erste Schicht gut trocknen.
  7. Rühren Sie nun normalen Putz an.
  8. Tragen Sie ihn mit einer Kelle glatt auf und verstreichen Sie ihn gründlich.

Die glatte Oberfläche, die Sie durch das Verputzen schaffen, kann mit einer normalen Farbe für Böden aus Beton gestrichen werden.

Zusammenfassung

Da Waschbetonplatten in optischer Hinsicht meist nicht mehr den modernen Ansprüchen entsprechen, spielen viele Heimwerker mit dem Gedanken, den Platten einen neuen Anstrich zu verpassen und sie so zu verschönern. Allerdings gestaltet sich das in der Praxis schwierig, denn die unebene Oberfläche lässt sich mit normalen Farben nicht langfristig einfärben, sodass man stattdessen auf andere Produkte wie Epoxidharze oder Flüssigkunststoffe ausweichen muss. Um eine geeignete Farbe zu finden, sollte man die verschiedenen Produkte auf einzelnen Platten ausprobieren und sie über ein Jahr hinweg beobachten, um zu sehen, welche Farbe am haltbarsten ist und den Beanspruchungen am besten standhalten kann.

Artikelbild: hookmedia / Bigstock.com

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