Einbruchschutz – so haben Diebe keine Chance

Einbruchschutz – so haben Diebe keine Chance

Nimmt man die Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden zur Grundlage, so findet alle zwei Minuten irgendwo in Deutschland ein Einbruchversuch statt – bei einem Drittel bleibt es beim Versuch, zwei Drittel führen jedoch zum Erfolg. Diese Statistik zeigt zunächst einmal auf, dass Einbruchschutz eine sinnvolle Maßnahme darstellt, denn durch unterschiedliche Sicherheitsvorkehrungen mechanischer oder elektrischer Art kann die Quote, nach Ansicht von Experten, noch wesentlich erhöht werden. Auch essentiellen Versicherungen wie einer Hausratversicherung kommen derlei Maßnahmen zugute, denn diese honorieren mittlerweile Investitionen in diesem Bereich teils deutlich.

Wir geben Ihnen einen kleinen Überblick über die modernen Möglichkeiten des Einbruchschutzes.

Neuralgische Punkte besonders betrachten

Die amtliche Statistik gibt darüber Auskunft, auf welche Weise es Einbrecher in Deutschland versuchen und welche davon tatsächlich zum Erfolg führen. So gelten in erster Linie Fenster und kombinierte Fenstertüren, also Balkon- oder Terrassentüren, als klassische Zugangsvariante von Einbrechern. In über 50 Prozent aller Fälle gelingt der Zugriff hier durch den Gebrauch einfachen Hebelwerkzeuges, also beispielsweise einem Schraubendreher. Erstaunlich ist, dass Verglasungen weitaus seltener derartigen Angriffen ausgesetzt sind – die in Krimis gern propagierte Art und Weise des Zugangs von Einbrechern stimmt also nur bedingt mit der Realität überein.

Zudem sind Fenster im Bereich des Kellers und Erdgeschosses wesentlich häufiger Zugangspunkte, nicht zuletzt wegen oftmals bestehender Sichtbarrieren durch gestalterische Aspekte im Vorgarten oder am Mauerwerk. Diese Tatsache wird durch den Fakt, dass über ein Drittel aller Einbrüche am Tag begangen werden, nochmals deutlicher. Die erhöhte Gefahr des Entdeckens und Scheiterns wird hier bewusst in Kauf genommen, da Eigentümer wie Mieter nötige Sicherheitsvorkehrungen über Bord werden.

Statistik zum Thema

Polizeiliche Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen in Deutschland


Quelle: Bundeskriminalamt (Mai 2015, Deutschland)

Fenstersicherungen und Co.

  • Nimmt man Sicherungssysteme für Fenster, dann gibt es hier zunächst Unterscheidungen hinsichtlich der Schließ- und Bandseite als geschützte Bereiche. Sogenannte Rollzapfen schützen die Standard-Elemente eines Fensters, stellen jedoch keinen mechanischen Schutz dar. Versuche der Polizei haben gezeigt, dass solche Standardausführungen binnen weniger Sekunden überwunden werden können. Abschließbare Fenstergriffen gehören deshalb der Vergangenheit an, denn mechanisch müssen mit Schließ- und Scharnierseite beide Seiten des Fensters geschützt werden. Sogenannte Stangenschlösser, die sowohl Fenster und Fenstertüren an oberhalb und unterhalb gelegenen Elementen schützen, gelten als empfehlenswert. Bandseitensicherungen können parallel integriert und montiert werden.
  • Die Kombination von Mechanik und Elektronik, also Mechatronik-Produkte, ermöglicht einen zentralen Schutz. Hier werden zunächst mechatronische Melder über Funk eingebracht, sodass der mechanische Widerstand erhöht werden kann. Solche Melder sind zumeist als Zusatzoption für Funk-Alarmanlagen erhältlich und können insbesondere bei der Realisierung eines Neubaus genutzt werden.
  • Bei moderner Sicherheitstechnik ist es wichtig, diese an den richtigen Stellen einzusetzen. Nehmen Sie die Rolle des Einbrechers ein und überlegen, wie die Vorgehensweise bei Ihrem Objekt aussehen könnte. Die Systeme bieten eine Kombination aus Innensirene inklusive Wählgerät sowie Bewegungsmeldern und Öffnungssensoren, sodass Fenster und Türen geschützt sind. Hier kann das Informationsportal der Polizei genutzt werden, in welchem explizit als sicher geltende Produkte zur Nachrüstung gelistet werden – von Profilzylindern, Schutzbeschlägen, einbruchhemmenden Türen oder Einsteckschlössern.
  • Diese einbruchhemmenden Türen sollten nach DIN V ENV 1627 geprüft sein, die Widerstandsklasse 2 mindestens aufweisen und vor allem fachgerecht installiert werden. Da es sich dabei um vollständige Türenelemente handelt, also Wandanbindung, Zarge, Türblatt, Schloss und Beschlag enthalten sind, sollte ein versierter Fachbetrieb hierfür beauftragt werden.

Stets achtsam sein

Die vorgestellten Maßnahmen sind hinsichtlich Preis-/Leistung und Nutzen die für den Heimgebrauch üblichen Sicherheitsmaßnahmen, die sowohl bei Neuerrichtung wie auch Nachrüstung eingebracht werden können. Sie erfordern zudem auch Zeit und Mühe von Einbrechern, womit die Chance eines Vollzugs signifikant sinkt. Aber auch man selbst sollte die nötige Vorsicht walten lassen, um von Einbrechern nicht als lohnenswert erachtet zu werden.

  • Schließen Sie Türen grundsätzlich zweimal ab, die Tür nicht allein in das Schloss ziehen.
  • Ältere Türen können mit einem Querriegelschloss erweitert werden, alternativ empfiehlt sich ein Zusatzschloss mit Sperrbügel.
  • Weitwinkel-Spione bieten gerade in den Abendstunden einen guten Blick, wenn es zu später Stunde noch an der Türe klingelt.
  • Rollgitter oder ganze Gittertüren erfüllen im Bereich der Terrassen- und Balkontüren einen Zweck.
  • Leuchten Sie insbesondere Haustür, sämtliche Seiten- und Hintereingänge sowie Zugänge im Garten aus. Gerade bei weitläufigen Grundstücken schreckt diese Art der Sicherung so manchen Einbrecher ab.
  • Zeitschaltuhren können während der Abwesenheit genutzt werden, um in den Abendstunden die Anwesenheit vorzutäuschen. Hier sollten wechselnde Zeiten einstellbar sein.

Artikelbild: © Twin Design / Shutterstock

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