Mit welchen Kosten ist beim Hallenbau zu rechnen?

Mit welchen Kosten ist beim Hallenbau zu rechnen?

Gerade Unternehmer und Handwerker benötigten des Öfteren eine Halle auf ihrem Firmengrundstück. Zahlreiche Kostenfaktoren beeinflussen die Baukosten für den Hallenbau. Nicht selten fragen sich Unternehmen, ob beim Hallenbau nicht auch Kosten gespart werden können.

Was kostet der Hallenbau?

In keinem Fall kann man die Kosten für den Hallenbau pauschalisieren. Die Gesamtkosten für eine Halle sind maßgeblich von der Größe und der Bauweise abhängig. Zusätzlich bestimmen eine Reihe von weiteren Faktoren den endgültigen Preis der Halle.

HallentypAusführung und GrößePreis
Systemhalle mit Satteldach zum Selbstaufbau12 x 7 Meter; Firsthöhe 5,20 Meter; offen7.800 Euro zuzüglich Lieferung und Montage
Systemhalle mit Satteldach zum Selbstaufbau12 x 7 Meter; rundum geschlossen; Schiebetür an der Giebelseite; Regenrinne13.130 Euro zuzüglich Lieferung und Montage
Pultdachhalle zum Selbstaufbau10 x 8 Meter; Höhe 3,6 bis 4 Meter, 3 Seiten geschlossen9.150 Euro zuzüglich Lieferung und Montage
Pultdachhalle zum Selbstaufbau18 x 10 Meter; Höhe 3,36 bis 7 Meter; Dachneigung von 20°24.200 Euro zuzüglich Lieferung und Montage
Schutzhalle zum Selbstaufbau12 Meter Spannbreite; 9 Meter Länge; Firsthöhe 4 Meter; Polycarbonat-Bedachung; seitlich offen5.650 Euro zuzüglich Lieferung und Montage
Schattenhalle zum Selbstaufbau24 x 24 Meter; Schattenwert 45 %11.560 Euro zuzüglich Lieferung und Montage
Satteldachhalle geliefert und vor Ort vom Hersteller fertig aufgebaut35 x 20 Meter; Firsthöhe 6,20 Meter; Schiebetor; gedämmt129.510 Euro Gesamtkosten; davon 28.500 Euro Materialkosten für die Halle und 53.160 Euro für die Anbauteile

Für eine an allen Seiten geschlossene Systemhalle mit üblicher Ausstattung und einer Größe von 10 x 8 Meter müssen Bauherren mindestens 15.000 Euro kalkulieren. Eine ähnliche Halle kann aber auch mit Kosten von bis zu 130.000 Euro zu Buche schlagen, wenn bestimmte Faktoren zu Grunde gelegt werden. Diese Preisbeispiele sollen zeigen, wie hoch die Kostenunterschiede beim Hallenbau sein können.

Bei diesen Preisen handelt es sich nur um einzelne Preisbeispiele. Je nach Hersteller und Region können die Preise deutlich schwanken. Alle Preise sind Netto-Preise, sodass die Bauherren die gesetzliche Mehrwertsteuer dazu rechnen müssen.

Die Materialpreise können deutlich schwanken. Nicht zu vergessen sind Aufbaukosten und Kosten für zusätzliche Anbauteile.  Des Weiteren können auch Kosten für eine Baugenehmigung anfallen.

Weitere Faktoren bei den Kosten für den Hallenbau

Wenn es um die Gesamtkosten für das Errichten einer Halle geht, sind im Vorfeld verschiedene Faktoren zu ermitteln. Dazu zählen

  • Bauweise und Art der Halle
  • Hallengröße
  • Ausführung der Halle
  • Kosten für zusätzliche Ausstattungsteile der Halle
  • Wird die fertige Halle gedämmt oder bleibt sie ungedämmt
  • Lieferkosten und Kosten für den Aufbau
  • Kosten für ein Fundament
  • Wird eine Bodenplatte benötigt
  • Nebenkosten für Planung, Statik und Baugenehmigung

Der spätere Verwendungszweck der Halle ist ein weiterer Kostenfaktor, der beim Hallenbau berücksichtigt werden muss. Eine landwirtschaftlich genutzte Halle ist natürlich deutlich günstiger als eine Produktionshalle mit integriertem Büro.

Zahlreiche Hallentypen

Plant man einen Hallenbau, muss im Vorfeld der Hallentyp geklärt werden. Es gibt die unterschiedlichsten Hallen, je nach Nutzungsart und Verwendung.

  • Fertighallen
  • Stahlhallen
  • Hallen für den Industriebau
  • Produktionshallen
  • Leichtbauhallen
  • Hallen in Systembauweise
  • Hallen in Massivbauweise
  • Hallen in Fertigbauweise
  • Hallen im Bereich Wohnbau

Die meisten errichteten Hallen werden in Systembauweise errichtet. Es handelt sich hierbei um ein Stahlgerüst, das später mit Platten verkleidet wird. Übrigens ist das kostengünstigste Variante des Hallenbaus.

Baustoffpreise als wichtiger Kostenfaktor beim Hallenbau

Ein sehr wichtiger Kostenfaktor beim Hallenbau, der nicht unterschätzt werden darf, sind die aktuellen Baustoffpreise. Gerade Metalle unterliegen meist sehr starken Preisschwankungen. Des Weiteren orientieren sich die Baustoffpreise an den örtlichen Gegebenheiten und können zudem von Baustoffhändler zu Baustoffhändler stark schwanken.

Schneelastgrenze beeinflusst die Kosten beim Hallenbau

Plant man einen Hallenbau, wird man sehr schnell feststellen, wie wichtig die Planung der Statik im Vorfeld ist. Ein sehr wichtiger Punkt bei jedem Hallenbau ist die Schneelastgrenze. Um die Preisunterschiede zu verdeutlichen, sollte man sein Augenmerk auf die Werte der Schneelastgrenze legen.

Halle in Fertigbauweise mit einer grundierten und lackierten Stahlkonstruktion, Thermodach und gedämmten Hallenwänden. Im Preis enthalten sind Kunststofffenster, ein Hallentor sowie eine Fluchttür

Halle mit einer Grundfläche von 10 x 20 Meter

  • Maximale Schneelast von 0,85 kN je qm: ca. 60.000 Euro
  • Maximale Schneelast von 2,20 kN je qm: ca. 62.000 Euro

Halle mit einer Grundfläche von 20 x 40 Meter

  • Maximale Schneelast von 0,85 kN je qm: ca. 150.000 Euro
  • Maximale Schneelast von 2,20 kN je qm: ca. 200.000 Euro

Die verschiedenen Bauweisen beim Hallenbau

Meistens bestehen Hallen aus einem Stahlgerüst, welches mit Hallenstahl verkleidet wird. Beim Hallenbau kommt sehr oft die Satteldachhalle zum Tragen, wobei die Pultdachhalle auch ihre Vorteile hat. Gerade im landwirtschaftlichen Bereich sieht man immer wieder die Pultdachhallen, denn diese eigenen sich sehr gut für den Einsatz von Solaranlagen. Bei einer Pultdachhalle ist die Dachkonstruktion wesentlich einfacher zu gestalten, denn es muss kein First errichtet werden. Dies wirkt sich positiv auf die Gesamtkosten für den Hallenbau aus. Pultdachhallen sind größenmäßig deutlich flexibler als Satteldachhallen, denn sie können als Anbau an bestehende Gebäude realisiert werden.

Neben den geschlossenen Hallen, die oft als Lagerhalle oder Gewerbehalle genutzt werden, gibt es auch noch die Schutzhallen oder Schattenhallen. Schutzhallen bestehen nur aus einer Überdachung in Bogenform, wobei eine oder mehrere Seiten auch in geschlossener Ausführung möglich sind. Bei einer Schattenhalle sind in jedem Fall immer alle Seiten offen. Die Dachfläche ist hierbei immer eben. Diese beiden Hallentypen fungieren als Wetter- oder Sonnenschutz. Wegen der einfachen Konstruktionen sind diese Hallentypen deutlich günstiger als geschlossene Hallen.

Hallenbau in massiver Bauweise?

Sicherlich kann eine Halle auch in Massivbauweise errichtet werden. Aufgrund der hohen Kosten nehmen die meisten Bauherren hiervon jedoch Abstand. Eine geheizte und gedämmte Halle in Massivbauweise muss mit deutlich höheren Baukosten kalkuliert werden, als eine Halle aus Bauteilen in Systembauweise. Ein guter Vergleich ist die Kosten für ein Wohngebäude, welche bei ca. 400 Euro pro Kubikmeter umbauten Raum liegen.

Kalkuliert man also für eine hochwertig ausgestattete Halle in Massivbauweise 100 bis 250 Euro pro Kubikmeter umbauten Raum, liegt man schon sehr günstig. Da meist Kosten für Bodenbeläge, Dachkonstruktionen, Wände, Elektro- und Sanitärinstallationen dazu gerechnet werden müssen. Letztendlich würde eine solche Halle drei- bis viermal so viel kosten wie eine einfache Halle.

Die gedämmte und aufgebaute Systemhalle aus obigem Preisbeispiel mit einem Rauminhalt von ca. 3.500 Kubikmeter mit einem Gesamtpreis von 129.510 Euro würde ohne Fundament und Bodenbeläge rund 35 Euro pro Kubikmeter umbauten Raum kosten. Hier wird sehr gut deutlich, dass Systemhallen meist die kostengünstigste Variante für den Hallenbau darstellen.

Kostenbeispiel für eine Systemhalle mit einer Fassade aus Porenbeton

BauteilKosten
gedämmte Systemhalle aus Stahlgerüst mit einer Fassade aus Porenbeton; 20,5 x 30,5 Meter; Höhe 6,50 Meter164.400 Euro
Fundament, Bodenplatte, Sockel67.800 Euro
Elektroinstallationen für Beleuchtung und Heizung29.000 Euro
Gesamtkosten261.100 Euro

Bei diesem Preisbeispiel handelt es sich um die Basis-Variante. Trotz der Fassade aus Porenbeton lassen sich die Kosten für die Halle mit denen einer gedämmten System-Stahlhalle vergleichen. Die Optik der Halle aus Porenbeton ist dabei deutlich hochwertiger.

Mit welchen Nebenkosten muss man beim Hallenbau rechnen?

Eine fertig ausgebaute Halle verursacht einiges an Nebenkosten. In erster Linie fallen diese Nebenkosten für das Fundament und die Bodenbeläge an.

Handelt es sich um einen Systembau, dann sind die Kosten für die Planung durch den Hersteller bereits abgedeckt. Jedoch entfallen weitere Kosten auf den Bauantrag und die Baugenehmigung. Diese Kosten variieren deutlich, denn sie hängen zum einen von der Art des Baus ab und zum anderen von der jeweiligen Gemeinde und dem Gebiet, wo die fertige Halle stehen soll. Pauschal kann also hier kein Preis für den Hallenbau genannt werden. Bauherren müssen aber mit Kosten von mehreren hundert Euro rechnen.

In jedem Fall sind die Kosten für die Bodenplatte und das Fundament nicht zu unterschätzen. Im Schnitt kostet die Herstellung des Fundaments und der Bodenplatte zwischen 70 und 100 Euro pro Quadratmeter. Im oben genannten Kostenbeispiel der gedämmten Stahlhalle muss der Bauherr mit weiteren Kosten von 50.000 bis 84.000 Euro rechnen.

Wobei sich die Ausführung der Bodenplatte immer am Verwendungszweck für die Halle orientiert. Bei einer Produktionshalle muss unter Umständen ein Industrieboden eingebaut werden. Dieser kostet zusätzlich zwischen 25 und 100 Euro pro Quadratmeter für die spezielle Bodenbeschichtung. Im erwähnten Preisbeispiel wären das zwischen 15.000 und 20.000 Euro für den Industrieboden – allein auf das Material entfallen rund 5.000 Euro.

Kosten sparen beim Selbstaufbau einer Systemhalle?

Viele Hersteller von Systemhallen bieten den Selbstaufbau an, damit Bauherren Kosten beim Hallenbau einsparen können. Bauherren benötigt nur das richtige Werkzeug und ausreichend Helfer zum Aufbau.

Preisunterschiede zwischen Selbstaufbau und Aufbau durch Hersteller einer Systemhalle

gedämmte Halle vom Hersteller aufgebaut inklusive Fundament196.300 Euro
Halle zum Selbstaufbau ohne Bleche nur mit Tragegerüst und Tor95.010 Euro
Gesamtkosten inklusive der Ausbauteile wie Pfetten, Kantteile, Trapezbleche etc.148.175 Euro

Das Fundament wurde mit Kosten von ca. 66.500 Euro kalkuliert.

Durch den Selbstaufbau der Halle werden Kosten von rund 50.000 Euro eingespart. Jedoch muss man bedenken, dass eventuell die Helfer zusätzlich bezahlt werden müssen. Dann fällt die Kostenersparnis geringer aus.

Welche Kosten müssen beim Hallenbau zusätzlich berücksichtigt werden?

Neben den reinen Kosten für den Hallenbau müssen zum Ermitteln der Gesamtkosten folgende Kosten berücksichtigt werden:

  • Grundstückskosten
  • Kosten für die Grundstückserschließung
  • Gebühren für den Grundbuch-Eintrag
  • Eventuell Finanzierungskosten
  • Kosten für den Bauantrag und die Baugenehmigung
  • Kosten für das Fundament und die Bodenplatte – zwischen 70 und 120 Euro pro Quadratmeter
  • Kosten für folgearbeiten wie Trockenbau, Heizung, Elektro- und Sanitärinstallationen
  • Gestaltung des Außenbereiches (Parkplätze, Zufahrten usw.)

Die Innenbeleuchtung der Halle ist ein wichtiges Thema. Wird Tageslicht benötigt, dann sollte man bei der Planung an Lichtbänder oder besser noch an eine Lichtkuppel denken. Dadurch können eventuell Stromkosten für die Beleuchtung gespart werden.

Bei der Kalkulation der Nebenkosten dürfen auch folgende Kostenfaktoren nicht vergessen werden:

  • Kosten für den Energieverbrauch Heizung
  • Stromverbrauch
  • Versicherungen
  • Wartung und Instandhaltung
  • Reinigung

Auf Dauer können diese Kosten beträchtlich sein. Um langfristig Kosten zu sparen, sollte man im Vorfeld lieber etwas mehr investieren, denn meist zahlt sich das auf Dauer aus. Ein gutes Beispiel ist die Dämmung, die in den folgenden Jahren deutlich an Heizkosten einsparen kann.

Wird der Hallenbau gefördert?

Genau wie im privaten Wohnungsbau gibt es auch für gewerblich genutzte Hallen Förderungen und Zuschüsse. Weitere Informationen hierzu bekommt man bei den zuständigen Behörden von Stadt, Land oder Bund.

Selbstverständlich haben Unternehmer und Landwirte auch die Möglichkeit eine Halle zu mieten oder zu leasen. Die spart deutlich an Investitionskosten.

Zusammenfassung

Der Hallenbau ist ein komplexes Bauvorhaben, welches je nach Hallentyp, Bauweise und Verwendungszweck die unterschiedlichsten Kosten nach sich ziehen kann. Beim Hallenbau gibt es einige wichtige Punkte (Statik, Bauantrag, Fördermittel beantragen, usw.), die im Vorfeld unbedingt beachtet werden müssen. Beim Selbstbau einer Systemhalle kann man als Unternehmer oder als Landwirt deutlich an Kosten sparen, sofern man ausreichend Helfer und das nötige Werkzeug zur Hand hat.

Artikelbild: karfa / Bigstock.com

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