Dies gilt es bei der Einrichtung des Industrial-Designs zu beachten

Dies gilt es bei der Einrichtung des Industrial-Designs zu beachten

Immer häufiger beobachtet man in deutschen Wohnzimmern, dass ein neuartiger Trend Einzug erhält, der im ersten Moment gar nicht wie ein solcher Auftritt. Laien würden beim erstmaligen Anblick dieser besonderen Einrichtungsmethode sicherlich denken, dass die Besitzer des Wohnzimmers einfach über Jahrzehnte hinweg vergessen haben neue Einrichtungstrends zu realisieren.

Die naturbelassene und leicht heruntergekommene Stilrichtung vermittelt den Eindruck, dass man entweder kein Geld für eine aufwendige Renovierung in die Hand nehmen wollte oder man schlicht und einfach betrachtet zu faul für die besagten Maßnahmen war. Aber auch etwas anderes fällt einem während des erstmaligen Betrachtens des Trends direkt auf – trotz all der aufgezählten Mängel fühlt es sich irgendwie doch besonders heimisch und angenehm an!

Wie geht das? Die Antwort darauf ist das Industrial-Design! Der Spagat aus abgewohntem, blättrig und bröckelnd wirkendem Oldschool-Look und leichten Akzenten der Neuzeit, schafft etwas eigenes und ganz besonderes, was so ausdrucksstark wie kaum eine andere Designlösung daherkommt und sich vielleicht genau deswegen einer solch großen Beliebtheit erfreut.

Holz trifft auf Metall

Die Kunst des Industrial-Designs besteht darin eine Einrichtung so zu präsentieren und ggf. zu bearbeiten, dass das Gesamtflair einen Used-Look vermittelt, der trotzdem mit einer heimeligen und ansehnlichen Atmosphäre einhergeht. Das mutwillige zerstören von einwandfreien und hochwertigen Möbeln reicht dabei nicht aus, um das angestrebte Design-Ziel zu realisieren.

Es geht des Öfteren vielmehr darum alte Gegenstände wieder so aufzuwerten, dass sie einen interessanten Neucharakter erhalten. Die kleineren oder auch größeren Mängel werden bei diesem Stil nahezu ausnahmslos akzeptiert. Die Sichtweise, etwas nicht perfektes zeigen zu wollen und zeitgleich zu akzeptieren, macht das Ganze dann doch wieder perfekt.

Das Industrial-Design lebt durch seine Ecken und Kanten. Auch wenn diese beschriebene Herangehensweise einen rebellischen Eindruck vermittelt, so sollte man sich auch hier jedoch an gewisse Regeln halten, um diesen trendigen Look im Eigenheim zu erschaffen. Holz und Metall beispielsweise treffen beim Industrial-Design immer aufeinander und gerade dieser starke Kontrast lässt das Flair eines Raumes wieder interessant wirken.

Vor allem ältere Geräte, Einrichtungsgegenstände, Dekorationen und Möbel sorgen am Ende dafür, dass das Industrial-Design das wird, was man sich vorab im Kopf ausgemalt hat. Es lohnt sich also durchaus bei Freunden und Verwandten nach alten Möbeln zu fragen und ggf. auch gebrauchte Möbel im Internet mehr in den Fokus zu stellen.

Passende Möbel verwenden

Wie bereits thematisiert, lebt das Industrial-Design durch seine Ecken und Kanten – und dies kann man in diesem Fall wortwörtlich nehmen. Man sollte während der Einrichtungsmaßnahmen somit berücksichtigen, dass kurvige und geschwungene Möbelstücke das komplette Gegenteil von dem bewirken, was man erreichen möchte. Diese Machart wirkt für den angestrebten Style oftmals zu spielerisch und brav und fällt somit leider raus.

Eckige und kantige Möbel hingegen sind ein wahres Statement und treten eindrucksvoller in Erscheinung. Dies spiegelt den abgewohnten Charakter eindeutig besser wider. Falls die eigene Wohnung die Nutzung eines Kamins zulässt, ist dies auch ein gutes Mittel, um den Style effektiv zu unterstreichen. Mit den einladenden Wärmespendern von Ofenseite schafft man es beispielsweise in perfekter Manier den Raum eindrucksvoll aufzuwerten.

Blickt man von der Garnitur aus auf die vordere Kaminseite und sieht dabei zu, wie das knisternde Feuer mit der Industrial-Optik zu einem charmeversprühenden Gesamtbild verschmilzt, so weiß man, dass man einrichtungstechnisch auf einem guten Weg ist. Hin und wieder kann es zudem auch von Vorteil sein, wenn man die Style-Prinzipien in leichter Form unterbricht. Ganz dezent eingesetzt erzeugt man somit ein Vorgehen, welches Abwechslung in den Raum bringt und für Frische sorgt.

Eine edel wirkende, bräunliche Ledercouch beispielsweise kann das Raumthema gekonnt abrunden, obwohl dieser Einrichtungsgegenstand eher nicht typisch Industrial ist. Welche Tipps beim Kauf einer Ledercouch wichtig sind, kann man in einem älteren Beitrag von uns detailliert in Erfahrung bringen.

Farbliche Untermalung

Auch die farbliche Untermalung spielt bei der Umsetzung des Industrial-Looks eine tragende Rolle. Man sollte bei der Realisierung eine zurückhaltende Herangehensweise präferieren und nicht zu viel bei der Farbauswahl riskieren. Da älter wirkende Möbel größtenteils eher in einer dunkleren Naturoptik daherkommen, sollte man auch bei den Wandfarben darauf achten, dieser Stillinie treu zu bleiben.

Mit dunkleren Tönen kann man somit seine bis dahin zusammengestellte Möbelanordnung treffend untermalen. Das Gesamtflair macht auf Anhieb einen vollkommeneren Eindruck und wirkt nicht mehr so verloren, wie es noch bei einer weißen Wand der Fall war.

Auch wenn man sich farblich eher an den Wänden zurückhalten soll, so kann ein gewisser Bruch dennoch für eine angenehme Note sorgen. So kann man kleinere Teilbereiche der Wand beispielsweise in eine farbliche Hülle decken, die mit der restlichen Struktur nicht viel gemeinsam hat. Vor allem knallige Töne schaffen es sehr gut diesen Stilbruch umzusetzen.

Ins passende Licht setzen

So wie bei vielen anderen Einrichtungstrends auch, spielt die Licht-Untermauerung des Gesamten auch bei dem Industrial-Design eine große Rolle. Auch wenn man sich gestalterisch vielleicht bereits in die Endphase begeben hat und das Resultat schon einiges hergibt, so kann man durch den gezielten Einsatz von Lichtkegeln nochmal zusätzlich dafür sorgen, dass das Gesamtpaket einen enormen Push in die richtige Richtung erhält.

Bei der Wahl der Lampen sollte man dabei selbstverständlich auch auf dieselbe Optik setzen, die man bereits bei den restlichen Möbelstücken und Dekoartikeln angewendet hat. Dies fasst das Portal „Architektur Welt“ auch nochmal hervorragend und verständlich in einer früheren Veröffentlichung zusammen.

Zusammenfassung

Das Industrial-Design ist eine hervorragende Möglichkeit mit alten und bereits abgeschriebenen Möbeln ein wohnliches und ansehnliches Zuhause zu schaffen. Mit der abgewohnten und naturbelassenen Optik erreicht man es gekonnt, diese älteren Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände wieder sinnvoll mit Leben zu befüllen. Kurze Stilbrüche verleihen zusätzlichen Charme und stellen sicher, dass so schnell keine Tristesse einkehrt. Durch die gewollte Zurschaustellung und Präsentation mit Hilfe von Lichtquellen, rundet man das geschaffene Design-Werk erstklassig ab.

Artikelbild: Scovad / Bigstock.com

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2 Kommentare

  1. Ronja Oden 16.03.2020 08:10 Uhr

    Ich überlege schon seit längerem mein Wohnzimmer im Industrial-Design zu gestalten, aber mir fehlen dafür noch einige Ideen. Gut zu wissen, dass dieses Design von Ecken und Kanten lebt und hierbei die Kunst darin besteht, einen Used-Look zu vermitteln, der trotzdem ansehnlich und heimelig ist. Ich werde die Architektur meiner Wohnung mit einbeziehen, wenn ich mich ans Planen mache.

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  2. Franz Miller 23.03.2020 12:22 Uhr

    Ich möchte meine Wohnung im industriellen Design gestalten und überlege noch wegen der dahingehenden Innenmalerei. Gut zu wissen, dass man sich farblich eher an den Wänden zurückhalten soll. Interessant, dass es bei dieser Designrichtung auch auf das Licht ankommt.

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